„Anna Mayrs Furor ist wichtig.“ (Christian Baron, Der Freitag) Nach ihrer Streitschrift ‚Die Elenden' schreibt sie radikal persönlich über das Thema Geld und die innere Zerrissenheit angesichts ihrer eigenen Verschwendung.
Geld gab es in ihrer Familie immer zu wenig. Als Kind fragte sie sich deshalb, wie manche achtlos hunderte Euro für Taschen, Schuhe, Steaks ausgeben können, während es gleichzeitig so viele Menschen gibt, für die 100 Euro ein kleines Vermögen sind. Inzwischen ist sie selbst eine von denen geworden, die verschwenderisch Geld 60 Euro für einen Skipass, 225 Euro für eine Katzentherapeutin, 748 Euro für ein Brautkleid. Immer noch rechnet sie die Beträge beim Bezahlen in Hartz-IV-Regelsätze um. Ganz offen erzählt Anna Mayr von ihrer eigenen Bürgerlichwerdung. Doch je willkürlicher die Summen werden, die sie bereit ist zu zahlen, desto mehr sehnt sie sich nach einer Handlungsoption, nach einem Ausweg aus der Zerrissenheit. Wie hält man das Leben aus, wenn man sich selbst am liebsten enteignen würde?
Ich bin hin und hergerissen….bei dem ersten Viertel dachte ich, ich werde dem Buch 1 oder 2 Sterne geben. Inhaltlich hat es mir gar nicht abgeholt und die Ausführungen zu den verschiedenen Themen haben mir nicht gefallen. Anschließend wurde es dann doch besser und es wurden mehr Studien genannt, sowie der Inhalt besser aufgearbeitet - weswegen ich mich letztens für 3 Sterne entschieden habe.
Anna Mayr schreibt über ihr persönliches Verhältnis zu Geld, dass sich mit steigendem Einkommen verändert hat. Einige der sehr unterhaltsam geschilderten Beobachtungen sind dabei nicht verblüffend - trotzdem fühlt es sich wichtig an diese einmal schwarz auf weiß abgedruckt zu lesen.
Verknüpft werden diese persönlichen Schilderungen und Reflexionen mit politischen und gesellschaftlichen Ursachen für die Ungleichheit in der Gesellschaft.
Anders als in "Die Elenden" bleibt ein Appell oder politische Forderungen aus. Das Buch löst trotzdem eine ganze Bandbreite von Gefühlen aus - 4,5 von 5 Sternen.
Gehört Mochte das Buch! Gerade weil die biografischen Anteile gut verknüpft waren mit den sachlichen, wissenschaftlichen Fakten. Das hat dem Buch die Schwere genommen
Mit den Kapiteln über „normale Geldbeträge“ für Lebensmittel, Haustiere, Klamotten, Urlaub oder Weihnachtsbäume konnte ich am meisten anfangen und sie haben in mir Überlegungen zum Kapitalismus und dem Kreislauf des immer mehr Verdienens, damit mensch sich immer teurere Dinge kaufen kann, die einerseits ihren Preis gar nicht immer wert sind und die mensch andererseits eigentlich nicht braucht angeregt. Die Kapitel über Eheverträge und Immobilien hingegen sind eher an mir vorbeigerauscht. Teils weil ich die hohen Zahlen durchs Hörbuch nicht so schnell in Relation setzen konnte, teils weil solche Summen für mich eh sehr abstrakt sind und wenig mit meinem Alltag zu tun haben.
Insgesamt nicht so stimulierend wie ihr Vorgänger, Die Elenden (interessant übrigens, dass sie manchmal auf dieses erste Werk Bezug nimmt und ihre Meinung über Vegetarismus/Veganismus sogar revidiert).
Über den Umgang mit Geld, wenn man früher wenig hatte und jetzt genug. Aber was ist genug und was macht das mit einem? Anna Mayr reflektiert über ihr eigenes Leben und ja, es geht viel um Essen. Das liest sich durchweg unterhaltsam und gleichzeitig beunruhigend. Zu nah dran am eigenen Unwohlsein in vielen Fällen. Unbedingte Empfehlung, allerdings macht es noch mehr Sinn, wenn man ihr erstes Buch "Die Elenden" schon kennt.
immer wieder ein hin und her zwischen fast schon erhabener entsetztheit (“würd mir so nicht passieren”) nur um sich momente später ertappt zu fühlen (“oh, das ist mir tatsächlich genau so passiert und ich habs nicht richtig registriert).
die maßstäbe in denen anna mayr sich bewegt sind ganz andere als die meinigen. “geld spielt keine rolle” war aber trotzdem ein buch aus dem ich nochmal viel mitnehmen konnte, selbst wenns am ende explizit keine handlungsanweisungen o.ä. gab. fands sehr spannend mayrs entwicklung mitzunehmen und zu sehen wie sie diverse male eigene positionen revidiert, neu verfasst, wieder verwirft, hin- und hergerissen zwischen der vergangenheit und der gegenwart, zwischen einer ehemaligen realität, die gleichzeitig noch immer die gelebte realität von millionen menschen ist
Der Schreibstil ist für mich unerträglich. Hier sind Beispiele: "Habe ich mich jemals wohlgefühlt in Berlin? Nein, natürlich nicht. Habe ich drüberstanden? Eben." / "Sie also hin, am 31.12., mit dem Auto, ihr Freund wartete draußen auf dem Fahrersitz, sie ging rein, um das Essen abzuholen."
Der Satzbau macht das Lesen zur Tortur. Es handelt sich um einen Satzbau dieser Art: "Die Eltern meines damaligen Freundes haben mir einen Gutschein geschenkt über 100 Euro." / "Sie hatte gefragt, ob sie Vorspeisenplatten für fünfzehn Personen bestellen könne, für eine Silvesterparty, Salate, Hummus, so was." / "Allerdings hatte ich es mir leichter vorgestellt, mit Katzen." / Wir sind Zug gefahren in den Skiort."
Dazu kommen Nicht-Sätze wie: "Also, unsere Wohnung."
Und dazu kommt noch die nervtötende Art, vorzeitig einen Punkt anstatt eines Kommas zu setzen: "Klingt banal. Ändert aber alles."
Bas Buch präsentiert sich wie ein spontaner Gedankenstream, der für die Leserschaft weder inhaltlich noch sprachlich aufbereitet wurde. Inhaltlich konnte ich auf logischer Ebene nicht immer folgen beziehungsweise die Einstellung der Autorin nicht nachvollziehen. Ihre Ansichten sind mir außerdem zu schwarz-weiß-denkend und verallgemeinernd. Ihre Haltung gegenüber gut situierten Menschen, Männern, "Weißen" und gewissen Berufen ist kindisch, arrogant und oberflächlich. Zum Beispiel beschreibt sie einen Herren, der sie bei ihrem Termin bei einer Baufirma empfängt und ihr nichts weiter getan hat, als "Lulatsch".
Folgendes Zitat veranschaulicht nochmals, was mich an der Einstellung der Autorin abstößt: "Alle zwei jahre setzen sich in schnöden Büroräumen in ganz Deutschland ein paar Männer zusammen. Ich habe nicht recherchiert, ob auch Frauen dabei sind, aber ich gehe davon aus, dass es eher wenige sind."
Eine Essaysammlung, das heißt, mit manchen Texten konnte ich mehr anfangen, mit anderen weniger. Besonders interessant fand ich die Texte über Immobilien und Krankenversicherung. Insgesamt für mich nicht so stark wie ihr erstes Buch „Die Elenden“, aber immer noch auf jeden Fall lesenswert.
"Deshalb will ich jetzt auf mein heutiges Leben zeigen, das ein Leben mit Geld ist. Ich will dieses Leben nicht anders, ich habe lieber Geld als kein Geld. Aber ich mag den Menschen, zu dem ich mit Geld geworden bin, nicht besonders."
In Anna Mayrs erstem Buch 'Die Elenden' schrieb sie über Klassismus in Deutschland, über ihr Aufwachsen in einer armen Familie und die strukturelle Diskriminierung, die sie, ihre Familie und Personen in ähnlichen Verhältnissen erfahren haben.
Nun, in ihrem zweiten Buch 'Geld spielt keine Rolle', schreibt Mayr aus einer anderen Position heraus. Inzwischen hat sie einen sogenannten Klassenaufstieg durchlebt und hat Geld - mehr Geld, als sie zum Decken ihre Grundbedürfnisse benötigen würde. So viel Geld, dass sie es für Quatsch ausgeben kann - wie überteuerte Ausflüge, eine Katzentherapeutin, einen nachhaltigen Tannenbaum, und so weiter.
Anna Mayr geht dabei sehr hart mit sich selbst ins Gericht und schreibt über die Zerrissenheit, die sie verspürt, weil Geld ihr nicht nur andere Möglichkeiten bietet, sondern sie auch stückweit verändert. Darüber hinaus zeigt sie teilweise anklagend, teilweise sehr humorvoll auf, wie absurd Kapitalismus funktioniert, wie ungerecht die Verteilung ist und in welchen Situationen man dazu neigt, viel zu viel Geld auszugeben, um unangenehmen Situationen aus dem Weg zu gehen.
Mich hat 'Geld spielt keine Rolle' amüsiert, gleichzeitig hat es mir auch sehr oft den Spiegel vorgehalten, da ich manche Situationen so ähnlich auch schon erlebt habe und die kontroversen Gefühle in Bezug auf Geld nur zu gut kenne. Diese Perspektive ist mir in Büchern noch nicht so oft begegnet. Mir gefällt auch die Art und Weise, wie Anna Mayr schreibt und kann dieses ehrliche, kurzweilige, aber nicht oberflächliche, Buch sehr empfehlen.
It's good to read all these small facts that have big implications and I appreciate the author's honest but what good is all that if she doesn't act on it. Only feeling bad about it isn't enough.
Strong in both the personal story (Mayr’s social climb to a comfortable middle-class life) and the participating observations (what people spend money on, if only they have it). The more general political and economic considerations are slightly less compelling – Mayr is good at explaining complex systems (say, health insurance) in simple terms. She also makes several important points – especially that consumption is a social construct, that it contributes to the climate crisis, and that income and fortune are not necessarily connected (for example, for a social climber like her), and that fortune trumps income. Yet Mayr is not necessarily versed in the finer points (to make an example from a field I know about: the distinction between maintenance (i.e., replacing an old window frame with a new equivalent one – no raising rent) and modernization (upgrading the window frame for one that has one glass pane more – raising rent) in property management eludes her) of the things she writes about.
In kurzen Essays gewährt Journalistin Anna Mayr uns Einblick in ihre ganz persönlichen Finanzen und ihr Verhältnis zu Geld. Unterfüttert mit Fakten und einer gesunden Portion Selbstironie reflektiert sie bedeutende und weniger bedeutende Kaufentscheidungen, was diese über sie aussagen und wie Geld haben sie verändert hat. Denn als Kind langzeitarbeitsloser Eltern war Wohlstand in ihrem Leben nicht immer selbstverständlich.
Mayrs schonungslos ehrlichen Selbstbeobachtungen laden dazu ein, sich auch mit der eigenen Beziehung zum Geld auseinanderzusetzen. Ich habe mich in der beschriebenen Ambivalenz und der gelegentlichen Absurdität oft wiedergefunden. Das Buch zeigt wenige Lösungsansätze auf, allerdings sind Bewusssein und Sensibilität für unterschiedliche ökonomische Realitäten für mich bereits ein wichtiger erster Schritt.
In diesem Buch handelt es sich um Aufsätze (Essay Collection) zu verschiedenen Produkte und Dienstleistungen und deren Preise und wie abstrus die Autorin es empfindet, dass sie diese Preise bezahlt hat. Hierbei vernimmt sich die Autorin die Makroökonomische und Psychologische Grundlagen der Käufe und gibt auch Einsichten in diverse Themen wie Immobilien als Investments, Eheverträge in Deutschland und Landwirtschaft. Es liest sich schnell und gibt eine gute Balance zwischen persönlichen Informationen und Recherche. Teile davon brachten mich zum Lachen, Teile zum Nachdenken und andere zum Mitstimmen. Nicht ganz geschliffen, aber unterhaltsames und gedankenerregendes Lesen. Kein grosses Fazit, aber viele kleine Gedanken und Informationen. Empfiehlt sich!
Ökonomische und philosophische Reflexion über Geld und die Auswirkungen innerhalb unserer Gesellschaft. ZEIT-Autorin Mayr bringt ehrliche und schonungslose Beispiele aus ihrem Leben (Hochzeitskleid, Lebensmittel, Katzentherapie). Das Sachbuch gibt keine Lösungsansätze vor, ist aber eine mehr als unterhaltsame Bestandsaufnahme und aufgeklärte Analyse zum Thema Geld, die viele Lesende führen wird, ihr Verhältnis zu Gele neu zu definieren.
Anhand alltäglicher Begebenheiten hinterfragt Anna Mayr ihre und unsere vermeintlichen Sicherheiten im Umgang mit Geld, dabei scheinbare Gesetzmäßigkeiten als historisch gewachsene Konventionen enttarnend. Dass sie in diesem Prozess keine neuen Antworten oder Gewissheiten liefert, vielmehr eigene Thesen aus früheren Büchern und Artikeln in Frage stellt, macht die Stärke ihres Buches aus.
ich hab das buch mit dem 'geldthema' ganz lange vor mir hergeschoben, weil ich immer keine lust auf ein 'sachbuch' zum thema hatte. aber Anna Mayer schafft es durch persönliche Anekdoten über steuern und ehegattensplitting zu schreiben, ohne dass ich mich gelangweilt habe. dazu kommt ihre gesellschafts- und selbstkritische haltung, die privilegien reflektiert und probleme aufzeigt.
Gute Denkanstöße und interessante Informationen, mit manchem konnte ich nicht viel anfangen, manchmal musste ich der Autorin aber total zustimmen. Schade, dass es am Ende keine Handlungsempfehlung gibt - ich würde das Buch aber trotzdem jedem empfehlen. :) Und Anna Mayr hat wirklich eine angenehme Lesestimme.
Klug + unterhaltsam. Ich mag an Anna Mayr, dass sie nicht nur Befindlichkeitsprosa schreibt, sondern immer wieder kleine Exkurse in Philosophie und Geschichte oder Statistiken einbaut.
Ich Schlusswort steht, dass dieses Buch nichts möchte und eben das bekommt der Leser. Ich weiß beim besten Willen nichts mit diesem Buch anzufangen. danke für nichts.