Ich habe für einen Kurzurlaub auf Helgoland einen Roman gesucht, der lokal spielt. Dabei Buch 7 aus einer Serie zu wählen, war mein Fehler, nicht der der Autorin...
Erstmal vorweg - auch wenn der Fall in sich abgeschlossen ist (mit einem formal etwas seltsamen Epilog), man merkt dem Buch sehr deutlich an, dass es Teil einer Serie ist. Es wird immer wieder Bezug auf die Vergangenheit genommen, seien es alte Fälle oder die gemeinsame Vergangenheit der Charaktere. Eine kurze Zusammenfassung zu Beginn (oder ein Personenverzeichnis mit ein paar Sätzen dazu) wäre hilfreich gewesen.
Alles in allem bin ich in der Handlung für meinen Geschmack über zu viele Klischees gestolpert, die mich auch gerne mal aus der Geschichte rausgerissen haben. Sei es die Rivalität zwischen den Behörden, die aggressiven Verdächtigen oder die Kommissarin, die alles alleine schaffen will. Was mich richtig genervt hat, war eine Kleinigkeit, die den meisten Lesern wahrscheinlich gar nicht aufgefallen wäre - dass Lena weder nach dem Überfall noch nach dem Mordversuch einen Arzt aufgesucht hat. Beide Vorfälle hätten mindestens durchgangsärztlich,wenn nicht sogar für ein eventuelles Verfahren rechtsmedizinisch, dokumentiert werden müssen.
Manchmal hatte ich das Gefühl, mir wird zuviel erklärt, während über andere Dinge hinweggegangen wurde. Und gibt es einen trifftigen Grund, dem Leser die Silben vorzuenthalten, die Seute geflüstert hat? Zu dem Zeitpunkt war a) der Name noch nicht im Spiel und b) bereits offensichtlich, wo der Drahtzieher zu suchen war.
Als Urlaubslektüre okay, aber am Ende unbefriedigend. Werde die Serie nicht lesen.