Zwangsheirat ist kein Randphänomen: Jede zweite Türkin in Deutschland gibt an, ihre Eltern hätten den Ehepartner für sie ausgesucht, jede vierte kannte ihren Mann vor der Hochzeit nicht. Jedes Jahr werden Tausende junger Türkinnen durch arrangierte Ehen nach Deutschland gebracht. Necla Kelek hat, auf eigene Erfahrungen gestützt, mit den „Importbräuten“ gesprochen und konfrontiert uns mit Verstößen gegen die Grund rechte türkischer Bürgerinnen, die mitten unter uns leben. Die Soziologin deckt die Ursachen dieses Skandals auf und erzählt zugleich von ihrem eigenen Weg in die Freiheit.
Leider gibt's (noch) nicht auf Englisch, denn die Problematik ist genauso treffend außerhalb Deutschlands--in den USA zur Zeit auch SEHR relevant. Vor allem ein sehr interessanter Ausgangspunkt: ein Plädoyer für mehr Zivilcourage seitens der deutschen Bevölkerung und gegen den herrschenden "kulturellen Relativismus", der im Endeffekt nur dazu führt, dass die Lebensmöglichkeiten Frauen türkischer Herkunft in Deutschland eingeschränkt werden. Kelek spricht sich aus gegen das "Augen-Zudrücken", das im Namen der Toleranz geschieht. Sie zeigt "hinter die Kulisse" des Lebens als Mädchen türkischer Herkunft in Deutschland--teilweise anhand ihrer eigenen Einwanderungs- und Integrationsgeschichte. Am besten sind vielleicht die konkreten Vorschläge für Gesetzes- und Meinungsveränderungen, die sich an Deutsche richten, und die als sehr machbar und relevant erscheinen.
Dies ist kein Roman, wie man leicht meinen könnte, sondern ein Buch in dem es um die Rolle der türkischen Frauen in Deutschland und um Integration geht. Ein sehr guter Augenöffner für unsere falsche Toleranzpolitik, die der Integration an manchen Stellen entgegensteht. Kelek kritisiert hier beide Seiten. Gute Anregungen, wie Ausländer besser integriert werden könnten. Absolut lesenswert und eine Bereicherung für mein Kulturverständnis!
This is a German non-fiction book which really opened my eyes regarding the 'multi-cultural' society and integration. Kelek is a German feminist. The title translates roughly into 'The foreign Bride', but the word 'fremde' in German is also equivalent with 'estranged'. Kelek, a Turkish lady living in Germany, why integration of Turkish people into German society is proving so difficult, and ultimately, appears not to work. She starts off by explaining life in Turkey, and the concept of honour which, in fact, is very different to what I would have understood as honour, in fact honour is considered more important than life (including the life of a loved one). Forced marriage and bringing the bride to Germany, a bride who does not speak the language, does not know the culture and is not only not encouraged to learn the language and integrate, but, if she is lucky, only discouraged or worse, even forced to hide away and not make any contact with Germany and Germans. I could never quite understand why , for example, Turkish people living in Germany don't really want to have anything to do with Germans. Kelek shows the deep roots in culture. For me, the underlying message was 'Try to understand!' and , according to Kelek, there is no happy ending to this book.
If you have never experienced this culture, you may find it very difficult to understand and may find yourself getting very angry and shaking your head in disbelief.
I can image that the book was very controversial in Germany. I can just hope that, one day, we can all live peacefully together. In the words of John Lennon 'Image':You may say I'm a dreamer, but I'm not the only one. I hope someday you'll join us and the world will be as one.
Ich finde das Buch ziemlich schwierig. Keleks eigene türkische-tscherkessische Geschichte und Gespräche in der türkischen Gesellschaft sind interessant. Allerdings zieht die Autoren daraus Schlüsse, die für die Mehrheit der in Deutschland lebenden Türken gelten soll. Sie erklärt, dass DIE Türken (oder DIE Muslime, die Bezeichnungen verwendet sich fast synonym) kein Interesse an Integration hätten und auch die dritte und vierte Generation in Deutschland lebender Nachfahren der damaligen "Gastarbeiter" in einer Parallelgesellschaft leben würden, in der das deutsche Recht nicht zu Anwendung käme.
Das Buch ist nun fast 20 Jahre alt und vielleicht hat sich vieles in der Zeit getan und vielleicht hat die Autorin heute auch ein anderes Bild von der Situation. Erst dachte ich, dass so polemische Aussagen evtl. dazu helfen eine Diskussion anzuregen, aber ich finde es falsch, wie die Autorin mit Angst spielt. Ein Beispiel: Wenn die Geburtenraten so weitergehen, dann leben in Hamburg bald fast 50% Menschen mit Migrationshintergrund. Zum einen, meiner Meinung nach nichts negatives, zum anderen spielt sie rechten Populisten in die Hände.
Sie sieht das Kopftuch als Unterdrückung der Frau und möchte es verbieten. Ich hatte viele muslimische KommilitonInnen und DozentInnen und einige von den Frauen tragen Kopftuch und jede von ihnen ist emanzipiert. Frauen im allgemeinen zu verbieten etwas zu tragen ist genauso schlimme wie jemanden zwingen etwas zu tragen. Lehrerinnen und Dozentinnen dürfen mittlerweile Kopftuch tragen, was ein Fortschritt ist, aber RichterInnen bespw. ist es immer noch nicht erlaubt, soweit ich weiß. Eine Diskussion über muslimische Männern mit Bärten (was auch als Zeichen für den Islam gilt) gibt es in diesen Bereichen nicht.
Ich würde dieses Buch nicht empfehlen und würde eher auf Werke verweisen, die auf wissenschaftliche Weise Probleme mit der Intergration in Deutschland ansprechen, wie zum Beispiel die Bücher von Mathias Rohe - Richter und Islamwissenschaftler oder Arbeiten des Erlanger Zentrums für Islam und Recht in Europa.
Wer sich auch mit weiblichen Stimmen aus der muslimischen Community befassen möchte (allerdings auf englisch), dem würde ich "It's not about the burqa" von Mariam Khan empfehlen.
Der Inhalt dieses Schriftstückes. soll den Anschein erwecken, einen neutralen Bericht über die Frauenrolle in der Türkei wiederzugeben. Leider ist das gesamte Buch eine persönliche Abrechnung der Verfasserin mit ihren Wurzeln. Weder inhaltlich noch realistisch kann ich es weiterempfehlen. Leider hat es zur Erscheinungszeit in die politische Landschaft von Frau Merkel so gut reingepasst, dass es damals ein Hype darauf gab. Die Intention der Schriftstellerin ist m. E. ein billiges Anbiedern an die deutsche Gesellschaft und ein Möchtegern Verarbeitung eigener traumatischer Erlebnisse, die auf keinen Fall dem Allgemeinbild der türkischen Gesellschaft entspricht.
Das Buch gibt einen Einblick in das Leben innerhalb der türkischen Parallelgesellschaften und wendet sich dabei insbesondere dem Schicksal und der Unterdrückung der Frauen zu. Frau Kelek zeigt Wege auf, die deren Situation verbessern sollen. Sie beruft sich dabei auf die westlichen Freiheitsrechte und schaut mit Abscheu auf diejenigen, die diese und unsere demokratischen Werte nicht anerkennen. Ihnen jene mit aller Macht aufzwingen oder andernfalls Teilhabe verweigern zu wollen, halte ich allerdings für den falschen Weg.
I concur with another reader that this should be translated into English. Gave me much to think on the topic of integration and assimilation, and on the blind spots of multicultural relativism. Even if some of Germany's laws have been updated since the book's publication 15 years ago, the author's history and arguments remain highly relevant.
Extremely powerful, very well written and thought-provoking - especially in the aftermath of the refugee crisis in Europe and regarding Germany’s role in it. The topics Kelek touched upon in 2004 are even more urgent today. I would recommend it to any German reader but also to everybody interested in Germany‘s role in Europe.
"Menschenrechte, Grundrechte sind nicht teilbar, nicht kulturell relativierbar"
Ich fand Necla Keleks Erfahrungen in einer tscherkessisch-türkisch-muslimen Familie und Kulturkreis aufzuwachsen interessant. Ihre Lebensgeschichte, sowie die Geschichte der vielen Frauen ("Gelinen"), die sie interviewt hat, waren verständlich und spannend erzählt. Ich bin in einer deutschen Familie in Deutschland aufgewachsen und mir wurde der christliche Glaube nähergebracht. Außerdem bin ich viele Jahre nachdem die Gastarbeiter*innen nach Deutschland kamen geboren worden. Ich kann daher die geschilderten Aussagen nicht beurteilen. Sich für ein generelles Kopftuchverbot auszusprechen finde ich jedoch sehr sehr fraglich und undifferenziert..