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Unerhörte Frauen: Die Netzwerke der Nonnen im Mittelalter. Ein faszinierender Einblick in das Leben im Frauenkloster

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Liebe, Politik und Alltag in mittelalterlichen Frauenklöstern

Die Hälfte derer, die im Mittelalter in ein Kloster eintraten, waren Frauen. Was waren ihre Beweggründe? Wie sah ihr Leben in Klausur aus? Wie dachten und wie lebten sie? Henrike Lähnemann und Eva Schlotheuber bieten einen lebendigen Einblick in das weithin unbekannte Leben und Wirken der geistlichen Frauen.

Ganze Generationen gebildeter, streitbarer und geschäftstüchtiger Nonnen sind von der Geschichtsschreibung ausgelassen worden. Jetzt zeigt die Darstellung von Henrike Lähnemann und Eva Die Nonnen waren ein wichtiger Teil der mittelalterlichen Gesellschaft. Sie nahmen eine Vorbildfunkton ein und standen im regen Austausch mit anderen Klöstern und der Stadt. Selbstbewusst organisierten sie ihren Alltag, wirtschafteten erfolgreich und boten den Klosterschülerinnen ein umfassendes Bildungsprogramm.

In Geschichten aus bislang nicht zugänglichen Tagebüchern und Briefen kommen die Frauen zum ersten Mal auch selbst zu Wort.

257 pages, Kindle Edition

Published June 1, 2023

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About the author

Henrike Lähnemann

17 books1 follower

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Community Reviews

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Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Kat.
47 reviews1 follower
June 9, 2024
Absolut wunderbarer, fundierter und anschaulicher Einstieg in die Welt der mittelalterlichen Nonnen (besonderer Fokus auf drei norddeutsche Klöster). Würde ich gleich nochmal lesen!
Profile Image for Ay.
46 reviews
June 7, 2023
Hält nicht, was der Untertitel verspricht - es geht viel mehr um Episoden aus dem Leben im Kloster, was schon Schade ist. Hätte mich gefreut, wenn die versprochenen Netzwerke nicht nur eine Randnotiz gewesen wären: dem Buch fehlt der rote Faden.
Profile Image for Nicole.
1,232 reviews35 followers
September 21, 2024
Kurzmeinung/ Leseerlebnis
Vielen Dank an Netgalley und Ullstein Buchverlage für das kostenlose Rezensionsexemplar.
Eine sehr interessante und informative Lektüre mit einigen zum Teil überraschenden Informationen. Selten, dass man sogar am Ende das Glossar, etc. liest.
Interessierten empfehle ich aufgrund der Abbildungen aber die Printausgabe, zumindest aber die Lektüre auf einem Tablet.

#UnerhörteFrauen #NetGalleyDE
Profile Image for Anna.
44 reviews
December 22, 2025
1. erfüllt nicht die Erwartungen, die durch die Vermarktung des Buches entstehen: es handelt sich nicht um eine feministische Abhandlung des Einflusses von Nonnen, sondern um einen spezifischen Einblick in ihr Klosterleben (sprich: Buch nur dann empfehlenswert, wenn man sich wirklich sehr detailreich für die Lebensrealität von Nonnen im Mittelalter interessiert…)
2. fühlt sich an, wie einen Unitext zu lesen, was angesichts des Backgrounds der Autorinnen aber auch nicht verwunderlich ist

I liked the Buch trotzdem: habe mein neu gelerntes Wort Palimpsest das erste Mal anwenden können @franzi
1 review
October 22, 2023
Unerhört spannend!

Das Innenleben spätmittelalterlicher Frauenklöster hat im Vergleich zum männlichen Äquivalent lange Zeit weniger Aufmerksamkeit erhalten und ist auf diese Weise nicht nur in der mittelalterlichen Gesellschaft, sondern auch im Nachleben der mediävistischen Forschung bisweilen ‚unerhört‘ geblieben. Mit ihrer jüngst vorgelegten Monographie zu den ‚Unerhörten Frauen‘ werfen die Germanistin Henrike Lähnemann (Oxford) und die Historikerin Eva Schlotheuber (Düsseldorf) ein Licht auf das geistliche, politische und vor allem alltägliche Leben von Ordensschwestern anhand ausgewählter Klöster aus Niedersachsen.

In sechs Themenblöcken – beginnend bei der Klausur (I) und Ausbildung (II), über die familiären und gesellschaftlichen Beziehungen der Klostergemeinschaft (III), der Rolle der Musik (IV) bis hin zur Reformation (V) und dem Tod (VI) – spannen die Autorinnen einen weiten Bogen. Hilfreich ist, dass jedem Kapitel zur Orientierung ein summarischer Überblick vorangestellt ist. Dabei schaffen es Lähnemann und Schlotheuber, sich an ein breites Publikum zu wenden und einen einzigartigen Blick auf die Turbulenzen zu werfen, durch die die Nonnen in der Zeit zwischen der Klosterreform und der lutherischen Reformation navigieren mussten. Auch ein Glossar der verwendeten Begriffe und schematische Darstellungen zum Klosterleben im Anhang erleichtern den Zugang.

Das Faszinierende an Lähnemanns und Schlotheubers Arbeit sind zweifelsfrei die Auswahl und Einarbeitung der Quellen: Neben Andachtsbüchern aus dem Kloster Medingen dient eine außergewöhnliche Briefsammlung der Benediktinerinnen aus Kloster Lüne als Grundlage, die von den Verfasserinnen erstmals ediert wurde und mit 1800 erhaltenen Briefen aus der Zeit zwischen 1460 und 1560 ein authentisches Bild des Konvents im Spätmittelalter zeichnet. Vor allem überzeugt die Eröffnung jedes Kapitels durch die Stimme der Schreiberin des Konventstagebuchs aus dem Heilig-Kreuz-Kloster bei Braunschweig, das vormals durch Schlotheuber vollständig zugänglich gemacht wurde. Das Besondere an dieser Quelle ist, dass nicht – wie üblich – eine Äbtissin spricht, sondern eine andere, namentlich nicht weiter bekannte Schwester aus dem Kreis der Gemeinschaft und diese scheinbar unverblümt, befreit und ungewöhnlich persönlich über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten berichtet. Auf diese Weise schaffen es die Autorinnen, einen erfrischenden Einblick in das Ordensleben zu zeigen: Die Nonnen treten nicht als Forschungsgegenstand auf, sondern vielmehr als lebendige Akteurinnen, die singen, sich politisch streiten, hadern und leiden: Ergreifend schildert die Schwester aus dem Heilig-Kreuz-Kloster am Ende des Konventstagebuchs das Näherrücken der Pest auf Braunschweig und die um sich greifenden Todesfälle, bis ihre eigene Stimme mitten im Satz abbricht. Dieser lebendige Eindruck wird noch zusätzlich durch die Einarbeitung von anderen Quellen – wie Teppichen, Wandmalereien, auch Musik – am Schluss eines jeden Kapitels verstärkt, die bis heute reichlich erhalten sind und zum Besuch der erhaltenen Konvente anregen!

Bei der Lektüre von Lähnemmans und Schlotheubers Arbeit zeigt sich, dass die Ordensfrauen ganz im Sinne des in der Schwebe gehaltenen Titels zwar einerseits tatsächlich aufgrund ihrer Klausur hinter den Klostermauern ‚unerhört‘ oder jedenfalls ‚ungesehen‘ blieben; andererseits waren sie jedoch als Teil einer machtvollen kirchlichen Institution in der mittelalterlichen Gesellschaft alles andere als ‚unerhört‘ (‚wirkungslos, unbedeutend‘) und insbesondere in ihrer Funktion als Mittlerinnen zu Gott in gesteigertem Maße ‚erhört‘ (‚geistlich auserwählt‘). Faszinierend sind bei der Lektüre besonders diejenigen Anekdoten, in denen sich die Frauen zu ‚unerhörten‘ (‚widerspenstigen, durchsetzungsfähigen, auch frechen‘) Aktionen aufraffen: So betreiben etwa die Ordensfrauen des Heilig-Kreuz-Klosters während der Messen beim Braunschweiger Patriziat so lange Lobbyarbeit gegen ihren ungeliebten Propst, bis die Gildeherren der Stadt ihn seines Amtes entheben. Ihre Derneburger Schwestern gehen noch weiter: Als der zuständige Chorherr Johannes Busch die strenge Klausur einführen möchte, entgeht dieser nur knapp seinem Tod, weil die Nonnen ihn in ihre Kellerräume einsperren. Und auch gegen die lutherische Reform wehren sich die katholischen Klosterfrauen selbstbewusst: So verbrennt die Äbtissin des Klosters Medingen prompt das niederdeutsche Neue Testament, das Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg dem Konvent 1524 zukommen lässt.

Lähnemanns und Schlotheubers ‚Unerhörte Frauen‘ gewährt einen außergewöhnlichen Blick ‚hinter die Kulissen‘ der klösterlichen Mauern. Dringende Kaufempfehlung für alle Interessierten!
1 review
January 9, 2024
Henrike Lähnemann and Eva Schlotheuber's book provides an accessible, engaging and very refreshing take on female monasticism in the Middle Ages in the Northern German-speaking world. Challenging a good deal of received wisdom about women in religious orders, they skilfully draw out many different threads of the numerous highly complex networks that formed the rich tapestry of convent life around the time of the Reformation. From the opening pages, Lähnemann and Schlotheuber demonstrate how the life and work of the medieval convent was inextricably linked with that of the world around it. This analysis is very well complemented by fascinating vignettes from the life of the convent linking the theology behind female monasticism to nuns' lived experience of it, which is frequently rendered in the nuns' own words drawn from significantly under-researched medieval sources, including exciting extracts from the diary of a fifteenth-century nun. They draw out the similarities in medieval nuns' experience of religious life in North German convents and the networks of exchange of knowledge, ideas and spiritual encouragement between convents very well. The book also offers a very helpful glossary with accessible definitions of a range of technical terms. It has a highly attractive cover design which looks great on a bookshelf and appealing high-quality images of a range of beautiful objects from the life of the convent, and it's very environmentally friendly too. Highly recommended reading!
Profile Image for Marian Bornemann.
18 reviews
September 10, 2024
Frauengeschichte und Religionsgeschichtliche: zwei eher seltene Themen in der Mediävistik, noch dazu kombiniert! Die Untersuchung von Henrike Lähnemann und Eva Schlotheuber bietet unglaublich tolle Einblicke in das Leben niedersächsischer Nonnen vor und während der Reformation. Von politischen Herausforderungen wie der gemeinschaftlichen Absetzung eines Propstes im Kloster Medingen bis hin zu tiefbedeutsamen Kunstzeugnissen wie dem Philosophieteppich des Klosters Heidingen. Trotz einer Einführung en passant und einem wirklichen gelungenen Glossar finden Lähnemann und Schlotheuber keinen roten Faden. Weder chronologisch noch örtlich oder thematisch wirken die Kapitel recht lose aneinander gereiht. Das hätte mit diesem üppigen Quellenfundus besser sein müssen. So jedenfalls bleiben viele neue und spannende Kleinerkenntnisse und das neue Reiseziel Kloster Wienhausen mit dem tollen Nonnenchor und dem Tristanteppich.
Profile Image for anni.scha.
41 reviews9 followers
February 6, 2025
Die beiden Autorinnen ermöglichen mit ihrem Sachbuch einen zugänglichen, informativen und sehr kurzweiligen Einblick in die Leben norddeutscher Nonnen im Spätmittelalter.
Der Lebensalltag der Ordensschwestern wird genauso anschaulich dargestellt wie die damit einhergehenden geistlichen, aber auch weltlichen Herausforderungen eines Lebens in Klausur.
Über knapp 200 Seiten hinweg zeigen Lähnemann und Schlotheuber anhand verschiedener Beispiele auf, wie ihre starken Netzwerke den Nonnen bei der Bewältigung ihrer Alltagsaufgaben halfen, sei zum Wissenstransfer oder in politischen Kontexten.
Veranschaulicht werden die Erkenntnisse über das Klosterleben einerseits durch die zitierten, um 1500 verfassten Tagebucheinträge einer Nonne sowie durch hochwertige Abbildungen von Kunstwerken aus den Klöstern im Mittelteil.
Profile Image for Ronja.
26 reviews
February 3, 2024
Unerhörte Frauen ist ein wirklich gutes Buch zum Thema Nonnen im Mittelalter, aber auch im ein tieferes Verständnis über Glauben und das Selbstverständnis von Frauen im Mittelalter zu verstehen. Im Gegensatz zu vielen Darstellungen zeigt es, dass Kloster eine der wenigen Bereiche waren, wo Frauen sich entfalten und Macht ausüben konnten und das es keinesfalls ein Ort war, wo Frauen gegen ihren Willen weg gesperrt wurden.
Ein tolles Buch, allerdings behandelt er fast nur Kloster aus dem Norddeutschen Raum und ist mit 28 Euro für knapp 200 Seiten mit recht großer Schrift auch sehr teuer.
Profile Image for Carina Müller.
5 reviews
August 6, 2025
Tolle Idee, ein solches Buch zu schreiben, auch wenn ich mir ein bisschen etwas anderes erhofft habe: mehr über die Netzwerke der Nonnen, mehr direkte Zitate aus dem Tagebuch, mehr spannende Einblicke ins Klosterleben aus dieser Zeit, die man so vielleicht noch nicht kannte. Das hätte mich vielleicht ein wenig mehr gefesselt…
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