Meyers Arendt-Biografie ist definitiv für all diejenigen, die über die Details von Arendts sozialen Beziehungen, politischen Aktivitäten und Ursprünge ihrer Werke erfahren wollen (welche politisch sind). Für alle diejenigen jedoch, die ihr philosophisches Denken kennenlernen wollen, ist es leider weniger geeignet und kann nur kapitelweise effizient gelesen werden. Aus diesem Grund verfehlt die Kurzbeschreibung des Buches, in der es heißt, Arendts Meinung "Alles Denken ist Nachdenken, der Sache nach – denken" bilde Leitfaden dieser Biografie, seinen wahren Brennpunkt. Ihre Philosophie und das Denken, welches ihrer Philosophie zugrunde liegt, wird in der ersten Hälfte nur im Kapitel über Heidegger und Jaspers thematisiert, aber auch nur angesprochen. Erst in der zweiten Hälfte wird mit Arendts Werk “Origins of Totalitarianism” —Kapitel: “Denken in Worten” — begonnen, ihre Denkweise unter die Lupe zu nehmen.