Ich hatte wirklich hohe Erwartungen an den Abschluss der Infinity Falling Trilogie - mit Cole als männlicher Hauptfigur war klar, dass die What if Clique dabei sein wird, Megan als Freundin von Aven aus Infinity Falling schließt dann gemeinsam mit Cole gleich 2 Reihen ab.
Meine Erwartungen waren also, die bekannten Charaktere wieder zu treffen, die losen Fäden zu einem Ende bringen und natürlich eine hoffentlich romantische Story von Megan und Cole zu lesen.
Gleich vorweg, hätte ich das Buch allein gelesen, ich hätte es nicht beendet. Meine Tochter und ich lasen es als Abschluss der beiden Reihen gemeinsam und mussten uns immer wieder gegenseitig davon überzeugen, weiter zu lesen und das Buch NICHT entweder zur Seite zu legen oder Schlimmeres damit anzufangen - und das. obwohl wir beide Bücher absolut lieben! Diesem Buch haben wir sogar ohne mit der Wimper zu zucken den Rücken gebrochen, sonst ein absolutes No - Go.
Leider lag unsere nicht vorhandene Begeisterung und dass wir einfach nicht warm mit der Geschichte wurden (bis zum hart erkämpften Schluss heute Abend!) vor allem an dem uninspirierten Schreibstil der Autorin. So schlecht habe ich sie wirklich noch nie gelesen. Was war da los? Ihr Stil war holprig und wirklich absolut schlecht zu lesen - vor allem, wenn man wie wir die Texte laut vorgelesen hat. Da wird ununterbrochen "geschluckt", meist "hart" und die expliziten Szenen sind so merkwürdig beschrieben, dass wir ungläubig lachen mussten (ernsthaft - welcher Mann sagt in einem Moment höchster Erregung "Du kannst auch schwanger werden, wenn wir ein Kondom benutzen!" und welche Frau macht danach noch weiter und diskutiert mit dem Mann die verschiedenen Verhütungsmöglichkeiten?!).
Weitere schlimme Schwachpunkte sind die ständigen Wiederholungen in den inneren Monologen, die in immerhin abwechselnd erzählten Perspektiven vorkommen. Besonders Megan ist ein unfassbar langweiliger Charakter, der sich selbst dauernd Leid tut und so ziemlich alles, was sie tut oder nicht tut, immer wieder hin und her wälzt und dann stundenlang weint. Cole dagegen blieb vollkommen blass. Nicht nur hatte er viel weniger Textanteil als Megan, in seinen wenigen Textstellen war er entweder ebenfalls übertrieben unsicher und zweifelnd oder fluchte in Gedanken immerzu (ein ständiges Fuck und Verdammt nahm einen großen Teil seiner Gedanken ein) und sollte offensichtlich als Arschloch gezeigt werden, das sich läutern sollte. Diese vollkommen erwartbare Kehrtwende am Ende der Geschichte ist dann so plötzlich geschrieben, dass im Grunde alles nur runter gerattert wird, was er auch noch so gemacht und auf die Reihe bekommen hat - und statt eines bindungsunfähigen einsamen Wolfes ist er nun auf einmal ein von seiner erfolgreichen im Rampenlicht stehenden Freundin abhängiger Waschlappen, der sie anhimmelt wie ihre Fans. Oh Gott.
Ich hatte gehofft, dass wenigstens die Infos über die anderen bekannten Charaktere interessant zu lesen sein würden. Aber leider schafft es die Autorin auch hier nicht mehr, den alten Ton zu treffen. Vielleicht waren es auch einfach zu viele, aber wir erfahren weder, was aus dem Prozess von Ruben und Monica geworden ist (nur, dass er stattfindet), noch wie das Baby von Amber und Emmett heißt oder ob Hayes noch immer Probleme mit seiner Essstörung hat.
Einige Personen ploppen auf einmal auf, ohne dass man mit ihnen gerechnet hat (vor allem Ruben, es wirkt so, als hätte sich die Autorin eine Checkliste geschrieben, auf der stand - erwähne die anderen Infinity Falling Charaktere regelmäßig!), und die Frauen sind meist nur Beiwerk für die praktisch immerzu weinende Megan, die mich mehr und mehr genervt hat und der ich ehrlich kein Happy End gewünscht habe, so schrecklich war sie gezeichnet. Auch ihre angebliche Reife trotz ihrer gerade mal 20 Jahre kommt nicht bei mir an - im Gegenteil, manche Fragen, die sie stellt, sind so dumm, dass ich einfach nur lachen musste. Und ihr unprofessionelles Verhalten als Schauspielerin passt auch nicht dazu - welche Schauspielerin weint denn die ganze Zeit beim Drehen?!
Eine leider in jeder Hinsicht enttäuschende Lektüre - und zu allem Übel macht es mir im Nachgang auch die What if und die beiden anderen Infinity Bücher nachträglich irgendwie kaputt Ich kann es absolut nicht empfehlen.