Mai 1962: Marie Graf ist Anfang zwanzig und lebt ihr Leben so, wie von den Eltern geplant. Heimlich jedoch hat sie einen Sie will Reporterin werden. Sie will schreiben, informieren, aufrütteln. Als die neu gegründete Zeitung Der Tag ihr ein Praktikum anbietet, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch Marie muss sich jeden Schritt ihres Weges hart erkämpfen, sich gegen egozentrische Kollegen, schwierige Interviewpartner und ihre eigenen Eltern durchsetzen. Dank der Hilfe ihres Mentors beim Tag bekommt Marie die Gelegenheit, Größen wie Pierre Brice und Hildegard Knef kennenzulernen. Aus ihr wird Malou Graf, Gesellschaftskolumnistin. Doch der Erfolg im Beruf hat Schattenseiten, nicht zuletzt für Malous Liebesleben. Und dann ist da noch ein Familiengeheimnis, das alles zerstören könnte, was sie sich so mühsam aufgebaut hat …
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.
Interessanter Auftakt in die Reihe um die junge Journalistin Marie, der sich wirklich gut lesen lässt....doch in letzter Konsequenz nicht tief genug geht....
Marie lebt mit ihren Eltern ein bürgerliches Leben zu Beginn der 1960er Jahre. Doch ihr Berufwunsch Reporterin stößt bei ihren Eltern auf Ablehnung.... Marie lässt sich nicht beirren....und beginnt gegen deren Willen ein Volontariat....
Ein wirklich gut recherchiertes Setting und sympathische Charaktere machen diesen ersten Band:
Marie will eigentlich nur eines: Journalistin werden. Doch ihre Eltern haben andere Vorstellungen, sie soll die Drogerie ihres Vaters unterstützen und später vielleicht übernehmen. Doch sie bewirbt sich bei diversen Zeitungen und beim Tag bekommt sie ihre Chance als Praktikantin. Sie lebt nun ihren Traum, allerdings wollen die Eltern nichts mehr von ihr wissen. Doch sie findet Freunde, die sie unterstützen und so kann sie ihren Traum, Reporterin zu werden, erfüllen.
Ich habe mich in dem Buch sofort wohlgefühlt. Ich konnte mir das München der sechziger Jahre gut vorstellen und auch die unterschiedlichen Arten zu leben. Maries Eltern sind eher konservativ eingestellt und lassen der Tochter nicht so viele Freiheiten. Wohingegen ihre Arbeit sie in Kreise führt, in denen das Leben genossen wird und auch mit Konventionen gebrochen.
Schön fand ich die Begegnungen mit Prominenten der Zeit wie Pierre Brice, Peter Kraus und die Kessler Zwillinge. Marie zeigt ein Händchen dafür, Promis zum Reden zu bringen und so erwirbt sie sich nach und nach das Vertrauen ihrer Interviewpartner.
Die ganze Zeit schwebt ein unausgesprochenes Familiengeheimnis über der Geschichte, das auch nur zum Teil gelüftet wird. Allerdings hatte ich die ganze Zeit schon eine Ahnung, was es denn sein könnte. Der rasante Schluss mit einem Cliffhanger hat dann meine Vermutungen bestätigt und nun bin ich sehr darauf gespannt, wie es im zweiten Teil der Reihe weiter gehen wird. Ich bin mir sicher Teresa Simon findet da eine gute Lösung.
Ich kann das Buch nur empfehlen und freue mich jetzt auf den zweiten Band, der dann im August erscheinen wird.
Zum Inhalt: München 1962: Marie Graf möchte gerne Reporterin werden. Sie möchte schreiben und immer nur schreiben. Doch statt dessen hilft sie in der elterlichen Drogerie und studiert Pharmazie. Pharmazie das war einst der Traum ihres Vaters, doch Marie tut sich damit schwer. Heimlich bewirbt sie sich bei verschiedenen Zeitungen. Die noch junge Zeitung „Der Tag“ bietet Marie die Chance bei einem Praktikum in die Zeitungsbranche reinzuschnuppern, mit der Möglichkeit eines anschließenden Volontariat. Doch bis zur Reporterin ist es ein langer und steiniger Weg. Marie muss sich bei ihren Kollegen und vor allem bei ihren Eltern durchsetzen. Ihr Mentor Baron Bárthoy steht ihr immer hilfreich zur Seite. Aus Marie-Luise Graf wird bald Malou Graf, die als Gesellschaftskolumnistin Berühmtheiten wie Pierre Brice. Peter Kraus und Hildegard Knef interviewen darf.
„Die Reporterin – Zwischen den Zeilen“ ist der erste Band der Reporterin Reihe von Teresa Simon. Als LeserIn begleitet man tolle und interessante Charaktere. Im Mittelpunkt steht Marie Graf. Sie ist eine liebenswerte und intelligente junge Frau. Marie hat den Wunsch zu schreiben und Journalistin zu werden was bei ihren Eltern auf Unverständnis trifft. Eigentlich ist Marie gradlinig und ehrlich aber um ihren Traum zu erreichen muss sie zu einer Notlüge greifen.
Maries beste Freundin Roxy ist eher der sprunghafte Typ. Sie wechselt ihren Style so schnell wie ihre Liebhaber. Doch meist verliebt sich Roxy in die falschen Männer. Dabei sucht sie doch nur Liebe und Geborgenheit.
Maries Großonkel Julius ist ihr Fels in der Brandung. Er lebt in einer Seniorenresidenz. Immer wenn Marie der Schuh drückt hat Onkel Julius ein offenes Ohr. Geheimnisse sich bei ihm immer sicher.
Auch bei der Zeitung lernen wir interessante Charaktere kennen. Besonders gefallen haben mir der Baron der Marie unterstützt wo immer er kann und der Fotograf Samy.
Der erste Band spielt in den Jahren 1961-1965 An viele Personen und Ereignisse die in der Geschichte zur Sprache kommen kann ich mich noch gut erinnern. So finden gleich zu Beginn der Geschichte die „Schwabinger Krawalle“ in München statt. Ganz vorne mit dabei Andreas Baader. Man erlebt den ersten Besuch von Charles de Gaulle genauso wie den Besuch von Königin Elisabeth. Man trifft auf Stars wie Pierre Brice. Peter Kraus, Herman Prey und Hildegard Knef. Viele Musiktitel der 60er Jahre finden Erwähnung und ich hatte meist den Song gleich im Ohr.
Teresa Simon führt ihre LeserInnen unterhaltsam durch die 1960er Jahre. Die Geschichte ist richtig lebendig. Viele interessanten Informationen fließen ganz einfach und leicht in die Handlung mit ein. Personen und Ereignisse an die ich mich noch gut aus Erzählungen meiner Eltern und aus meiner Jugend erinnere sind an meinem inneren Auge vorbeigezogen.
Wie alle Bücher von Teresa Simon gehört auch „Die Reporterin“ wieder zu meinen Highlights. Die Geschichte ist interessant, die Charaktere liebenswert und die Informationen kaum zu übertreffen. Mittlerweile ist bekannt, dass hinter dem Pseudonym Teresa Simon die Autorin Brigitte Riebe steckt. Zwei meiner liebsten Autorinnen verbunden in einer Person.
Teresa Simon lässt den ersten Band mit einem Cliffhanger enden. Jetzt heißt es warten auf den zweiten Band „Die Reporterin - Worte der Wahrheit“ der zum Glück schon im August erscheinen wird.
ORIGINALAUSGABE Taschenbuch, Klappenbroschur, 416 Seiten, 11,8 x 18,7 cm ISBN: 978-3-453-42407-4 Erschienen am 15. März 2023 12,00 € Eine junge Frau kämpft für ihren großen Traum Mai 1962: Marie Graf ist Anfang zwanzig und lebt ihr Leben so, wie von den Eltern geplant. Heimlich jedoch hat sie einen Traum: Sie will Reporterin werden. Sie will schreiben, informieren, aufrütteln. Als die neu gegründete Zeitung Der Tag ihr ein Praktikum anbietet, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch Marie muss sich jeden Schritt ihres Weges hart erkämpfen, sich gegen egozentrische Kollegen, schwierige Interviewpartner und ihre eigenen Eltern durchsetzen. Dank der Hilfe ihres Mentors beim Tag bekommt Marie die Gelegenheit, Größen wie Pierre Brice und Hildegard Knef kennenzulernen. Aus ihr wird Malou Graf, Gesellschaftskolumnistin. Doch der Erfolg im Beruf hat Schattenseiten, nicht zuletzt für Malous Liebesleben. Und dann ist da noch ein Familiengeheimnis, das alles zerstören könnte, was sie sich so mühsam aufgebaut hat …
Zur Autorin Teresa Simon ist das Pseudonym der promovierten Historikerin und Autorin Brigitte Riebe. Sie ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale und lässt sich immer wieder von historischen Ereignissen und stimmungsvollen Schauplätzen inspirieren. Die SPIEGEL-Bestsellerautorin ist bekannt für ihre intensiv recherchierten und spannenden Romane, die tiefe Emotionen wecken. Ihre Romane »Die Frauen der Rosenvilla«, »Die Holunderschwestern«, »Die Oleanderfrauen« und »Glückskinder« wurden alle zu Bestsellern.
Meine Meinung
Ich habe ja die bisherigen Romane der Autorin schon mit Begeisterung gelesen und gehört. Daher habe ich mich schon sehr auf einen neuen Roman von ihr gefreut.
Auch die Zeit, in dem diese Geschichte spielt, finde ich sehr interessant.
Man lernt hier die junge Marie kennen, die in die beruflichen Fußstapfen ihres Vaters treten soll, aber selbst von einer Karriere als Journalistin träumt. Dann bekommt sie die Gelegenheit, bei einer Zeitung erst einmal eine Praktikantenstelle zu bekommen. Nur muss sie dies vor ihren Eltern geheim halten. Lange kann das ja nicht gut gehen.
Sie kämpft für ihren Traum und ist glücklich in ihrem Beruf. Auch trifft sie in ihrem Berufsalltag immer wieder auf Prominente und ist bald als Malou Graf als Gesellschaftskolumnistin bekannt.
In der Liebe läuft es hingegen nicht so gut für sie. Auch das Verhältnis zu ihren Eltern belastet sie sehr. Warum ist ihre Mutter so sehr gegen ihre Karriere?
Das Ende ist ein wenig offen, aber man kann sich denken, in welche Richtung es geht. Daher warte ich nun auf den 2. Teil, der hoffentlich ein wenig Aufklärung bringt.
Alles in allem kann ich hier eine klare Lese- und Hörempfehlung mit 4,5 Sternen aussprechen. Mir hat auch dieser Roman der Autorin wieder sehr gut gefallen.
Beim Stöbern auf der Verlagsseite bin ich auf diese Geschichte gestoßen und war direkt neugierig. Und meine Erwartungen haben sich erfüllt - ich hatte interessante und unterhaltsame Hörstunden.
Marie-Luise hat nur einen Traum – Reporterin zu werden. Doch ihre Eltern möchten, dass sie die väterliche Drogerie einmal übernimmt. Marie aber ist hartnäckig und erkämpft sich eine Stelle als Praktikantin bei der Zeitung – und muss sich in der in den 1960er Jahren noch männerdominierten Welt durchsetzen.
Ich habe das Hörbuch sehr gerne gehört. Es ist eine Mischung aus Zeitgeist, Drama und Liebesroman. Gefallen hat mir, dass die Autorin die Atmosphäre der 1960er Jahre sehr gut eingefangen hat und sie auch vor Themen wie Homosexualität nicht halt macht. Dabei bedient sie sich einer lebendigen und eher lockeren Sprache, so dass das Hörbuch rasch gehört war.
Marie mochte ich von Anfang an. Nicht nur, weil sie ihren Traum nicht direkt bei dem ersten Hindernis aufgibt, sondern weil sie einfach ein großes Herz hat und freundlich und zugewandt durch die Welt geht. Ich konnte gar nicht anders, als sie zu mögen und habe sie daher auch gerne begleitet. Und es gibt einige Hürden, die sie bestreiten muss. Natürlich ist es anfangs nicht leicht, sich in der Redaktion durchzusetzen und sich einen Namen zu machen, zum Glück hat sie da einige wohlgesonnene Kollegen, die ihr mit Rat und Tat beiseite stehen. Aber auch in ihr Privatleben kommt reichlich Schwung – sie erlebt ihre erste große Liebe mit allen Sorgen und Schmetterlingen, die sie mit sich bringt, kommt dann ganz zufällig auch noch einem Familiengeheimnis auf die Spur, das ihr den Boden unter den Füßen wegzieht. Manches ist in der Geschichte vorhersehbar, was mich aber nicht gestört hat und mir auch nicht den Hörspaß genommen.
Zur Atmosphäre beigetragen hat auch, dass immer wieder prominente Namen einfließen, weil das Maries, bzw. Malous, wie sie sich als Reporterin nennt, Ressort in der Redaktion ist – und viele Personen kenne ich selber auch aus Filmen oder TV-Sendungen.
Es ist eine interessante Geschichte, weil man ein Gefühl für die 1960er Jahre bekommt, sie aber auch unterhaltsam ist; denn es gibt immer wieder (manchmal auch vorhersehbare) Wendungen und Überraschungen. Die Sprecherin Tanja Fornaro hat ihren Teil dazu beigetragen, indem sie mit ihrer klaren und sympathischen Stimme die Geschichte lebendig und gewinnend vorgetragen hat. Ich gebe 4 von 5 Sternen.
Mein Fazit Eine unterhaltsame und interessante Geschichte über eine Frau, die sich in den 1960er Jahren in der noch männerdominierten Welt des Zeitungswesens durchzusetzen weiß – ich habe die Geschichte gerne gehört, weil sie kurzweilig und interessant ist. Ich gebe 4 von 5 Sternen.
Auf die neue Dilogie von Teresa Simon war ich schon sehr gespannt. Die Autorin entführt uns diesmal in die späten Sechziger Jahre und in die Welt des Journalismus. Für mich ein sehr spannendes Thema, denn ich habe selbst einige Zeit Berichte für unsere Bezirkszeitung geschrieben.
Unsere Protagonistin Marie Luise möchte, hingegen im Gegensatz zu mir, hoch hinaus und eine gefragte Gesellschaftsreporterin werden. Im Mai 1962 sitzt sie jedoch an der Uni und soll Pharmazie studieren, um in die Apotheke ihrer Eltern einzusteigen und diese später zu übernehmen. Das Studium langweilt sie furchtbar. In ihrer Freizeit versucht sie sich an Artikeln, denn das Schreiben liegt ihr im Blut. Heimlich bewirbt sie sich bei diversen Zeitungen für ein Praktikum. Erst nach einigen Rückschlägen bekommt sie tatsächlich die Chance bei der neugegründeten Zeitung "Der Tag" unterzukommen. Ihre konservativen Eltern sind jedoch nicht begeistert von der journalistischen Tätigkeit ihrer Tochter und werfen sie aus der elterlichen Wohnung. Unterstützung erfährt sie von ihrem großen Vorbild, dem Gesellschaftsjournalist Viktor Bárthoy. Doch Marie bemerkt bald, dass nicht alle in der Redaktion Frauen in diesem Metier gutheißen. Gegen ein unbezahltes Praktikum haben die wenigsten Männer etwas, aber danach soll die Frau wieder den Platz hinter dem Herd einnehmen, was Marie noch nicht wirklich vor hat. Sie durchläuft alle Ressorts und freundet sich mit dem Sportjournalisten Freddy an. Ihr großes Vorbild Baron Bárthoy unterstützt sie ebenfalls und weiht sie in einige Geheimnisse des Gesellschaftsjournalismus ein. Aus Marie Luise wird Marlou und schließlich "die Gräfin".
Ich bin bei der Geschichte nur so durch die Seiten geflogen. Der Schreibstil von Teresa Simona alias Brigitte Riebe ist lebendig, bildhaft und fesselnd. Sie hat den Zeitgeist der 1960iger Jahre großartig eingefangen. Bekannte Stars aus den Sechziger Jahren, wie Pierre Brice (Winnetou), Peter Kraus und Conny Froboes begleiten uns durch die Geschichte. Musik und Kunst, Theater und Oper - aber auch die damalige Politik wird zum Thema. Der Besuch von Charles de Gaulle oder der Queen sind gesellschaftliche Höhepunkte, aber besonders bei de Gaulle auch politisch brisant. Der Mord an JFK fällt ebenso in diese Zeit und gleich zu Beginn treffen wir bei den „Schwabinger Krawallen“ auf Andreas Baader. Die Probleme durch den noch immer gültigen §175 und die Konflikte zwischen der Kriegs- und der Nachkriegsgeneration finden in der Geschichte ebenfalls Platz.
Die Figuren sind sehr lebendig gezeichnet. Marie mochte ich von Beginn an. Sie lebt für ihren Traum und hat ehrliches Interesse an ihren Interviewpartnern. Sie erkämpft sich mit Fleiß und Charme einen besonderen Platz beim Tag. Nur im Privatleben scheint sie kein Glück zu haben. Roswitha, genannt Roxy, ist Maries beste Freundin. Sie ist das Gegenteil von Marie: lebenshungrig, unüberlegt und sprunghaft. Sie wechselt ihren Style je nach Lust und Laune (und Partner). Großonkel Julius ist Marie's Fels in der Brandung und immer für sie da. Auch einige Kollegen unterstützen Marie in vielen Bereichen, wie der Fotograf Sammy, Sportredakteur Freddy oder Kollegin Adrienne. Trotzdem muss Marie einige Rückschläge einstecken und hat nicht jedermann auf ihrer Seite.
Zusätzlich gibt es noch ein kleines Familiengeheimnis, dem ich allerdings bald auf auf die Schliche gekommen bin. Das hat aber meinen Lesegenuss nicht wirklich gestört. Allerdings endet der erste Band mit einem wirklich miesen Cliffhanger, bei dem sich das Warten auf den Folgeband im August noch länger anfühlt. Ich kann es kaum erwarten!
Fazit: Eine fesselnde Geschichte um eine junge Frau in den Sechziger Jahren, die ihren Traum verwirklichen möchte. Der Zeitgeist wird perfekt eingefangen und der lebendige Schreibstil lässt einem durch die Seiten fliegen. Der fiese Cliffhanger am Ende macht das Warten auf Band zwei umso schwerer. Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter!
Die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts stehen für vieles. Der Krieg ist vorbei, das Leben wird bunter und ungezwungener, zumindest die junge Generation will den Mief des Althergebrachten abstreifen, sich an Neues wagen. Sich ausprobieren, Träume leben, frei sein. Auch Marie Graf hat sie, ihre Zukunftsträume. Sie liebt es, Geschichten zu schreiben und genau dies will sie auch weiterhin tun. Sie will das Handwerk einer Journalistin von der Pike auf lernen, deshalb bewirbt sie sich bei der Journalistenschule, ihre Reportage über einen Nachmittag im Seniorenheim von ihrem Onkel Julius findet jedoch nicht den Anklang, den sie sich erhofft hatte. Aus der Traum? Sie hat sich heimlich beworben, ihre Eltern hätten den Beruf einer Zeitungsreporterin niemals gut geheißen. Sie führen die Drogerie von Onkel Julius weiter und sehen es als selbstverständlich an, dass Marie in ihre Fußstapfen tritt.
Bald habe ich ein Gespür für sie alle bekommen. Für Marie und auch für Roxy, ihre Freundin Roswitha, die natürlich auf diesen althergebrachten Namen nicht mehr hört. Roxy ist frisch, frech, neugierig. Sie will sich ausprobieren, sie ist die treibende Kraft, zieht Marie mit und diese lässt sich nur zu gerne darauf ein. Roxy war mir gleich sympathisch, sie vermittelt den Zeitgeist dieser Jahre gut. Sei es die Musik, ihr Kleidungsstil, der Twist und Cuba libre, auch die Verspa oder ihre unbändige Lebensfreude. Sie sind jung, der Krieg bei vielen noch nicht vergessen und doch haben sie alles Recht der Welt, ihre Ziele zu verwirklichen oder auch einfach nur ihr Jungsein auszukosten. Roxy ist es auch, die Marie anspornt, sich breitgefächert zu bewerben. Und so trifft Marie auch auf Viktor Bárthoy, ihren späteren Mentor…
Es sind noch viele, sehr liebenswerte und auch nicht so angenehme Typen, die Marie begegnen. Sie beißt sich durch und endlich - „Der Tag“ bietet ihr Gelegenheit, in die Zeitungswelt hineinzuschnuppern. Als Gesellschaftreporterin will sie sich behaupten, der Weg dahin ist holprig, zuweilen steinig, aber aufgeben ist für sie keine Option. Aus Marie Graf wird schließlich Malou, auch wird sie als „Gräfin“ hofiert. Und sie trifft sie alle, interviewt die Crème de la Crème dieser Jahre. Dabei hatte ich oft ein aha-Erlebnis, ich schwelgte in Erinnerungen, konnte mich gar nicht satt-lesen. Auch Freundschaften und die Liebe dürfen nicht zu kurz kommen, all die Höhen und Tiefen gehören nun mal zum Leben, so mancher Zwist nagt an Malou.
Neben dem schon erwähnten Zeitgeist schafft es Teresa Simon mit einer Leichtigkeit, das Weltgeschehen wie nebenbei in Malous Geschichte zu integrieren. Sei es die Kuba-Krise, de Gaulles Staatsbesuch oder später dann den der Queen, um nur einige zu nennen - dies alles passt perfekt.
Das Buch hat viele Facetten. Es sind traurige, es sind schöne und sehr emotionale Momente. Die Stimmung ist gut eingefangen, die Charaktere lebendig, in ihrer Art stets authentisch. Eine Gesellschaftsreporterin trifft all die Persönlichkeiten, die wir Normalos dann in den Kolumnen verschlingen. Malou weiß vieles über die Berühmten ihrer Zeit, Bárthoy gibt ihr den guten Rat, nicht alles preiszugeben und daran hält sie sich. Ein weiser Rat, nicht alle der schreibenden Zunft wollen mit allzu Pikantem hinterm Berg halten.
Schade, dass es vorbei ist mit dem ersten Band um die Reporterin Malou Graf. Aber schön, dass es bald weitergeht. Sehnsüchtig warte ich auf den Folgeband und freue mich, wenn es wieder heißt: „Die Reporterin“ – diesmal dann sind es „Worte der Wahrheit“.
"Schreibe kurz – und sie werden es lesen. Schreibe klar – und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft – und sie werden es im Gedächtnis behalten." (Joseph Pulitzer) München 1962: Die 20-jährige Marie-Louise Graf hat einen Traum, sie will unbedingt Reporterin werden. Schon immer hatte sie ein Faible fürs Schreiben, um damit Menschen zu informieren. Stattdessen muss sie die Erwartungshaltung ihrer Eltern befriedigen und Pharmazie studieren, um danach die elterliche Drogerie zu übernehmen. Ein Zufall jedoch will es, dass sie eines Tages ein Praktikum bei der jungen Zeitung "Der Tag" ergattert. Mit viel Engagement geht sie nun als Malou Graf an die Arbeit und muss gleichzeitig ihre Eltern belügen. Dank ihres Mentors Baron Bárthoy, bekommt sie die Gelegenheit, die Größen aus Film und Fernsehen zu interviewen. Doch immer wieder werden ihr Steine vonseiten der Eltern oder Kollegen in den Weg gelegt. Auch in ihrem Privatleben läuft es längst nicht so, wie es Malou erwartet hat.
Meine Meinung: Das schwarz-weiße Bild auf dem Cover gibt uns einen kleinen Vorgeschmack auf Zeitung und die 60er-Jahre. Der Auftakt der neuen Buchreihe ist wie nicht anders zu erwarten unterhaltsam, informativ, emotional und nimmt mich sofort wieder gefangen. Die Sorgen und Nöte, mit denen Marie zu kämpfen hat, sind zu dieser Zeit völlig normal. Oft bestimmen die Eltern oder Ehemänner über den beruflichen Werdegang der Töchter und Frauen. So kann ich mich gut in sie hineinversetzen, weshalb sie ihre Eltern belügt, als sie ihr Praktikum beginnt. Allerdings haben Lügen kurze Beine und werden irgendwann doch entdeckt. Dass ihre Eltern allerdings so einschneidend reagieren, damit hatte ich nicht gerechnet. Trotzdem lässt sich Marie, die sich nun Malou nennt, nicht unterkriegen und nimmt ihr Leben selbst in die Hand. Zwar sind ihre Anfänge in der Sportredaktion mit Kollege Freddy Krenkl nicht gerade einfach, doch hofft sie möglichst bald mit ihrem Mentor Viktor Bárthoy arbeiten zu dürfen. Behaupten muss sich Malou immer wieder gegenüber impertinenten Kollegen, überheblichen Prominenten und anderen diversen Herausforderungen. Auch in Sachen Liebe läuft es längst nicht so, wie sie es erhofft hat. Eine unerwartete Begegnung führt zu einem Familiengeheimnis, das sie nicht geahnt hat. Teresa Simon nimmt uns mit auf eine kurze Zeitreise, in der die Frauenrechte noch in den Kinderbeinen stecken und Homosexualität noch strafbar ist. Prominente wie Pierre Brice, Hildegard Knef oder Eisläuferpaar Bäumler/ Kilius sind gerade hoch angesagt. Ich erlebe nicht nur die Schwierigkeit einer jungen Frau, die sich gegen ihre Eltern behaupten, sondern ebenso in der Liebe und der Berufswelt ihren Platz finden muss. Mit viel guter Recherchearbeit werden die 60er-Jahre für uns Leser wieder lebendig. Ob es die Interviews mit deutscher Prominenz oder der Staatsbesuch der Queen mit ihrem Ehemann ist, alles findet hier seinen Platz. Ebenfalls gut durchdacht sind ihre Charaktere, sei es die sympathische Malou, Freddy, Onkel Julius, Baron Bárthoy oder die Fieslinge Schenk und Kühn. Obwohl ich das Ende irgendwie geahnt bzw. vermutet habe, macht mich der Cliffhanger am Ende doch sehr neugierig auf den Folgeband. Deshalb gibt es von mir 5 von 5 Sterne.
Es ist 1962. Marie Graf ist zwanzig Jahre alt. Sie möchte Reporterin werden. Sie will schreiben. Sie will informieren. Sie will zu einer Zeitung. Ihre Eltern haben andere Pläne mit ihr. Sie möchten, dass Marie die familieneigene Drogerie übernimmt. Als Marie ein Praktikum bei der Zeitung Der Tag angeboten wird, kann sie nicht widerstehen und nimmt an... Den Roman Die Reporterin, Zwischen den Zeilen hat Teresa Simon am 15. März 2023 gemeinsam mit dem Verlag Heyne herausgebracht. Das Cover wirkt frisch und fröhlich auf mich. Es zeigt eine junge Frau aus den 60-er Jahren mit einer Zeitschrift in der Hand. Mit modernen Worten und einem lockerleichten Schreibstil hat Teresa Simon meinen Geist mit nur wenigen Sätzen eingefangen. Marie mochte ich gleich. An ihrer Seite habe ich gelebt, gekämpft, gelacht und geweint. Im Laufe der Zeilen entwickelt sich Marie von einem jungen Mädchen zu einer gestandenen und engagierten Journalistin, der auch nicht alles gelingt. Es ist eine Lesefreude, die facettenreiche Entwicklung von Marie in ihren Höhen und ihren Tiefen durch die Erzählung zu begleiten. Neben Marie schlägt mein Herz für ihren Onkel Julius und ihren Mentor, den Baron. Einmal mit diesem Buch gestartet, ist es mir schwer gefallen, es wieder aus der Hand zu legen. Es war schlicht nicht möglich, denn immer wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht. Teresa Simon führt mich als promovierte Historikerin geschickt durch die 60-Jahre. Mit Marie erlebe ich den Zeitgeist: historische Momente wie z. B. die Ermordung Kennedys. Ich erinnere mich an das Hawai-Toast, an Cuba Libre, an die Vespa und an viele prominente Persönlichkeiten, wie z. B. Pierre Brice, Hildegard Knef oder die Kessler Zwillinge. Von Beginn bis zum Ende ist diese Erzählung unglaublich spannend und während ich diese Zeilen lese, freue ich mich auf den zweiten Teil, der voraussichtlich im August erscheint. Denn die Reporterin, Zwischen den Zeilen, endet mit einem der besten Cliffhanger, den ich seit langem gelesen habe. Mit diesem Buch habe ich viele unterhaltsame Lesestunden fernab von meinem Alltag verbracht. Die Reporterin, Zwischen den Zeilen empfehle ich gerne allen Lesern, die Lust auf eine Reise in die 60-Jahre haben.
Meine Meinung: "Lebenszeit ist viel zu kostbar, um sie zu vergeuden."
Ein ganz tolles Zitat aus dem Buch und auch das Motto von Marie, die für ihren Traum, Reporterin zu werden, alles gibt und sich sogar gegen ihre Eltern stellt. Sie muss als Frau in den 60ern einiges einstecken, aber sie kämpft und aus Marie wird Malou, die so manchem Star mit ihrer einfühlsamen Art ein Geheimnis entlockt. Doch ein gut gehütetes Familiengeheimnis droht alles zu zerstören....
Die Bücher von Teresa Simon überzeugen durch gut recherchierte historische Fakten. Vieles wusste ich schon, aber ich konnte auch einiges wieder lernen. Es war sehr interessant hinter die Kulissen der Stars zu blicken. Bekannte Namen wie Pierre Brice, die Kessler Zwillinge, Hildegard Knef und viele andere tauchen im Buch ebenso auf wie die Ermordung Kennedys und der Besuch der Queen.
Teresa Simon konnte mich wieder ab der ersten Seite begeistern für Malous Geschichte, so dass ich die 410 Seiten innerhalb von 2 Tagen verschlungen habe. Brisante Themen der 60er, wie z. B. Homosexualität, die damals noch verboten war, werden sehr einfühlsam beschrieben und ich konnte die Ängste sehr gut fühlen.
Ich kann es kaum erwarten, bis im August Teil 2 erscheint umd vergebe 5 von 5 Sternen und eine absolute Leseempfehlung.
Ich fand das Buch so schön zu lesen. Auch die Geschichte ist spannend mit vielen passenden und gut eingefädelten Handlungssträngen, es gibt immer wieder neue Geschehnisse die aber gut in die Geschichte reinpassen. Dadurch taucht man wirklich in eine andere Welt rein und hat das Gefühl man erlebt die Geschichte selbst. Das Buch hat viele leichte fröhliche Themen aber auch schwere bedrückende Seiten. Ich finde den Kampf einer jungen Frau, gegen den Willen ihrer Eltern toll. Für sich. Manche Ereignisse werden nur kurz in einem Nebensatz erwähnt, obwohl sie sehr relevant sind, da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Auch war es toll, historische Momente in dem Buch „Live“ mitzuerleben. Den hinteren Teil des Buches mit Maries Liebesleben gefällt mir von der Geschichte leider nicht mehr so und mir hat das Anfangs-Freude-Erlebnis gefehlt… Trotzdem war es ein gutes Buch, dass ich gerne gelesen habe.
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