Wer sehnt sich nicht danach, einmal wieder den simplen Freuden des Lebens zu frönen? Doch der Genuss der Einfachheit ist eine alte Lebensweisheit, die uns verloren gegangen ist – zu groß ist die Reizüberflutung, die uns im modernen Alltag begegnet. Wie aber finden wir zu mehr Ruhe zurück und was können sie uns heute noch sagen, die Lebensweisheiten der Menschen von anno dazumal? Abseits von Minimalismus-Trends und Wohlfühlsprüchen erzählt uns Inge Friedl von einer Not, die zur Tugend wurde. Von Menschen, die aus wenig viel machten – und trotzdem glücklich waren. Wir können so einiges von ihnen lernen, und vielleicht einmal unseren eigenen Überfluss hinterfragen – denn einfach Leben tut gut!
Auf rührende Art versammelt die Autorin die Erfahrungen und Lektionen älterer Zeitgenossen, mit denen sie sich in zahlreichen Gesprächen austauschte. Stück für Stück hält sie uns Weisheiten vor, die aus dem früheren Leben ganz selbstverständlich erwachsen sind: Sei es der Wert der Arbeit, die Genügsamkeit mit Wenigem, die Freude an den kleinen Dingen oder der Umgang mit dem Tod - es liegt gar nicht so lange her, da wurde dem Menschen aus seinen Umständen heraus Fähigkeiten in all diesen Belangen mitgegeben. Beim Lesen fällt immer wieder auf: das Leben vor 70/80 Jahren und früher war nicht leicht, aber es war intensiv, ehrlich, lehrreich und zufriedenstellend. Es war gut für Umwelt und "Inwelt". Vieles hat sich seitdem getan. Aus Arbeit wurde Zwang, aus Zeiträumen wurden vorgegebene und einzuhaltende Termine, die Druck erzeugen, aus der menschlichen Neigung zu tiefgehenden Gesprächen wurde das leblose Abwürgen der täglichen Kommunikationsverpflichtung über soziale Medien, aus Essen wurde Wegwerfware und die Pflege und Achtung von Gegenständen und Beziehungen dankten zugunsten einer schnelllebigen, im schwarzen Schatten des Konsumismus jegliches Gefühl von Wert verlierenden Gesellschaft ab. Wer indes aber mit Hilfe einer leichten Lektüre eine gesunde Nostalgie entwickeln und lernen möchte, was "früher [tatsächlich] besser" war, dem sei dieses Buch als Einstieg empfohlen. Es entfalten sich darin genügend Weisheiten, die einen für wenige Momente aus der Moderne entheben und ermöglichen, sich in Zukunft darauf zurückzubesinnen, was man aus der Vergangenheit womöglich zu lernen vermag.