Bayern, 1908. Martha Schinder hat ihr Temperament und die Abneigung gegen Obrigkeiten von ihrem Vater geerbt, dem Schmugglerkönig vom Bayerischen Wald. Besessen davon, seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, verschiebt er gemeinsam mit seinen drei Töchtern große Mengen des begehrten Saccharins, die Konkurrenz zum teuren Zucker, über die Grenzen nach Österreich und Böhmen. Als Martha sich beim Erntedankfest Hals über Kopf in den Industriellensohn Alexander verliebt, ahnt sie nicht, in welchen schweren Konflikt sie diese Liebe stürzen wird. Denn Alexander ist der Erbe eines Zuckerimperiums. Und vom illegalen Treiben der Schinderschwestern darf er um keinen Preis erfahren ...
Das erfolgreiche Autorenduo Martina Sahler und Heiko Wolz haben mit ,, Die Zuckerbaronin- Marthas Geheimnis " ihren ersten gemeinsamen historischen Roman veröffentlicht. Es ist der Auftaktband zu einer Reihe um die drei Schwestern Schinder. Martha, die Älteste und Lebenslustige, Gwendolyn , die Begabte und Bücherbegeisterte und Helene, die kleine Verträumte und Tierliebhaberin.
Die Geschichte beginnt 1908 , als Korbinian Schinder, hinter vorgehaltener Hand der Schmuggelkönig genannt, mit seiner Frau Barbara und seinen 3 Töchtern, das in Deutschland und Österreich verbotene Saccharin über die Grenze nach Böhmen schmuggeln will. Äußerst raffiniert soll es versteckt in der Figur des Heiligen Neponuks von Bayern ins Nachbarland gelangen. Doch es geht schief, der neue Polizist im Ort nimmt die Verfolgung der Schmuggler auf. Auf der Flucht kommt Mutter Barbara dramatisch ums Leben. Korbinian muß fortan alleine für seine Töchter sorgen, doch die Last der Trauer wiegt schwer. Martha übernimmt als Älteste viele Aufgaben in der Familie, ist für jede Schmuggelfahrt zu begeistern. Mit dabei ist immer Benno, der nach einem Unglücksfall vir vielen Jahre in der Familie aufgenommen wurde. Er wünscht sich eine gemeinsame Zukunft mit Martha.
Doch sie verliebt sich bei einem Dorffest in den attraktiven und charmanten Alexander Wallenberg. Er ist der Sohn des ortsansässigen Zuckerimperums. Doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern. Zum einen darf Alexander nie erfahren, daß Marthas Familie das Saccharin schmuggelt, was seiner Familie schadet , die mit Rübenzucker ihr Geld verdient . Zum anderen sind beide Familien so voller Hass aufeinander, daß eine Verbindung ausgeschlossen ist. Also wird sich heimlich getroffen. Doch wird das auf Dauer gutgehen? Was wird passieren, wenn Alexander Marthas Geheimnis herausbekommen? Könnte die Liebe den Hass verdrängt?
Im weiteren Verlauf der Erzählung gibt es einen spannenden Zeitsprung in die Vergangenheit. 30 Jahre zuvor wird in Baltimore, USA von einem Deutschen das Saccharin entdeckt. Ein Wahnsinnsfund , der es der ärmeren Bevölkerung möglich macht, für wesentlich geringere Kosten ihre Speisen und Kuchen zu süßen. Die neu entstehenden Unternehmen, die den Süßstoff unter anderem i Leipzig produzieren, sind den Großen der Rübenzuckerproduktion ein Dorn im Auge. Die Politik will es sich mit dem Unternehmern nicht verscherzen und verbietet kurzerhand per Gestz das Saccharin für Privatpersonen, nur in der Medizin darf es noch verwendet werden. Da es in der Schweiz ganz normal gehandelt werden darf, kommt Korbinian auf die Idee des Schmuggelns und erwirtschaftet sich und seiner Familie damit einen besseren Lebensstandard als er es mit seinem Fuhrunternehmen alleine schaffen kann.
Martina Sahler und Heiko Wolz haben mich mit ihrem hervorragenden bildhaften Schreibstil schon nach wenigen Zeilen in den Bann gezogen. Sowohl die Handlungsorte wie auch die so lebendig und liebevoll beschriebenen Charaktere habe ich direkt vor den Augen gehabt. Korbinian Trauer war deutlich zu spüren, während Marthas Lebensfreude ansteckend war. Die wissbegierige Gwendolyn habe ich genauso schnell ins Herz geschlossen wie die jüngere Helene, die sich um jedes Tier einfach rührend kümmert. Die Geschichte ist so flüssig geschrieben, daß die Seiten nur so fliegen und ich mich nur ganz schwer von dem Buch lösen konnte. Ich habe mit den Protagonisten gefiebert, geliebt, geweint und gehofft, daß sich am Ende für alle das gesuchte Glück findet. Der Leser darf gespannt sein.
Die äußert hervorragend recherchierten Fakten sind so geschickt mit der Geschichte verwoben, daß sowohl eine spannende aber auch wunderbar lehrreiche Erzählung gelungen ist. Ich selbst wusste von der Entdeckung des Saccharins und deren Folgen zuvor gar nichts und war sehr überrascht. Einige Wendungen in der Erzählung habe ich so nicht erwartet, dadurch blieb es durchgehend interessant und spannend. Gerade die Blicke in die Vergangenheit haben einiges Licht ins Dunkel gebracht.
Mich hat dieser Roman von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Ich bin schon jetzt ganz gespannt auf den zweiten Teil der Reihe ,, Gwendolyns Hoffnung " , der am 27. 10.2023 erscheinen wird. Von ganzem Herzen gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung, für alle Leser, die sich gerne von einer wunderbaren Geschichte verwoben mit historischen Fakten verzaubern lassen.
Der Zucker der armen Leute war Saccharin - dieser künstliche Süßstoff wurde eher durch Zufall entdeckt, wie ich jetzt weiß. Die mächtige Zuckerindustrie sah ihr Monopol in Gefahr und erreichte, dass der wesentlich billigere Ersatzstoff von oberster Stelle 1902 verboten wurde. Nun galt es, Saccharin von der Schweiz ins Land zu schmuggeln, denn die Schweiz war auch hier neutral und die Schmugglern erfinderisch, was den Transport anging.
Korbinian Schinders Fuhrunternehmen geht mehr schlecht als recht, also steigt er mit seiner Familie ins Schmugglergeschäft ein und ist bald der ungekrönte Schmugglerkönig vom Bayerischen Wald. Seine drei Töchter unterstützen ihn seit jeher, jede auf ihre Weise. Martha ist die ungestüme, sehr eigenwillige älteste Tochter, die mit ihrem Vater meist auf Schmuggeltour geht. Gwendolyn bleibt lieber daheim, sie übernimmt die Buchführung und die jüngste, Helene, passt auf die Hühner auf, zum Mitfahren ist sie noch zu klein.
Auf der anderen Seite sind der reiche Zuckerbaron Wallendorf und sein Sohn Alexander, der Martha beim Tanzen kennenlernt und bald bahnt sich zwischen den beiden eine stürmische Liebschaft an. Er darf nicht wissen, dass sie die Tochter des Schmugglerkönigs ist und lange bleibt dies auch ihr Geheimnis. Doch irgendwann kommt ihre wahre Identität ans Licht.
Das Buch ist in vier Abschnitte gegliedert, der erste führt zurück ins Jahr 1908 und erzählt Marthas Geschichte. Dann, dreißig Jahre zuvor, vom Juni 1878 bis August 1898 geht es vom Bayerischen Wald nach Baltimore. Hier lesen wir von der Entdeckung des Saccharin durch den deutschen Chemiker Constantin Fahlberg, der zu dieser Zeit als Gastwissenschaftler in den USA arbeitet. Hierzulande treffen wir auf den jungen Leopold Wallendorf, der seine Idee einer Zuckerfabrik in die Tat umsetzt. Er und Korbinian Schinder kennen sich, auch wenn sie eher in Feindschaft miteinander verbunden sind. Beide verfolgen ihre Ziele, verwirklichen ihre Träume, jeder auf seine Weise. Ein weiterer Abschnitt ist mit „Wachstum und Hoffnung“ überschrieben, ihre Kinder sind mittlerweile im heiratsfähigen Alter.
Der Auftakt der Drei-Schwestern-Saga hat es mir angetan, schon nach den ersten Seiten fasziniert mich „Marthas Geheimnis“. Viele Szenen beruhen auf wahren Begebenheiten, wie das Autoren-Duo im Nachwort verrät. Die einfallsreichen Schmuggler mit ihren Tricks sind mir sehr ans Herz gewachsen, auch wenn sie illegal unterwegs waren. Durch das europaweite Verbot – die Schweiz ausgenommen – kam es zu einem für die Schmuggler lukrativen Schleichhandel, die Zuckerbarone wollten dies logischerweise nicht hinnehmen. Auf unterhaltsame Weise habe ich viel darüber erfahren, alle Charaktere waren lebendig und glaubhaft dargestellt, die Beschreibung der Landschaft im Bayerischen Wald und im Donautal um Deggendorf bildgewaltig, der Einblick in die Familien mit all den einhergehenden Konflikten gut nachvollziehbar.
Es waren interessante Lesestunden, ich habe so einiges über die Welt des Süßstoffes und die Verbreitung dessen erfahren. Die Geschichte um die „Zuckerbaronin“ geht weiter, ich werde natürlich dabei sein.
Worum geht’s? Martha Schinder ist ganz die Tochter ihres Vaters – mit Mut, Scharfsinn und einer gehörigen Portion Sturheit steht sie an der Seite des Schmugglerkönigs aus dem Bayerischen Wald. Ihre Ware: Saccharin. Kostbar, verboten, begehrt. Doch als sie sich ausgerechnet in Alexander, den Erben eines Zuckerimperiums – und damit in den erklärten Feind – verliebt, geraten Herz, Loyalität und Moral in ein gefährliches Spannungsfeld.
Meine Meinung: Mit „Die Zuckerbaronin – Marthas Geheimnis“ eröffnen Martina Sahler und Heiko Wolz eine historische Romanreihe, die von der ersten Seite an fesselt. Man taucht direkt ein in das Bayern der Jahrhundertwende – in eine Welt zwischen Fortschritt und Verbot, zwischen Familienbande und Verrat. Der Schreibstil ist atmosphärisch dicht, die Landschaften duften nach Harz und Holzrauch, die Dialoge funkeln vor Leben.
Besonders beeindruckend sind die Figuren: lebendig, vielschichtig, voller Widersprüche. Martha, Alexander, die ganze Familie Schinder – sie alle entwickeln sich im Lauf der Geschichte auf faszinierende Weise. Es ist selten, dass sich Sympathien so wandeln wie hier; man liebt, zweifelt, staunt – und kann das Buch kaum zur Seite legen.
Auch die Verbindung von Fakt und Fiktion ist meisterhaft gelungen. Wir erfahren Spannendes über die Entdeckung und Herstellung des Saccharins, über die Machtspiele der Zuckerindustrie und über die Schmuggelei, die daraus entstand. Diese historischen Bezüge wirken nie lehrreich oder trocken, sondern sind geschickt mit der Familiengeschichte der Schinders und Wallendorfs verwoben. So werden reale Entwicklungen der Zeit mit menschlichen Schicksalen verknüpft, bis man das Gefühl hat, selbst Teil dieser Epoche zu sein – zwischen Laborflaschen, verbotenen Säcken voll Saccharin und einer Liebe, die eigentlich keine Chance hat. Das Autorenduo schafft es, Geschichte lebendig zu erzählen, Emotionen und Intrigen mit Fakten zu verweben und daraus ein stimmiges, spannendes Ganzes zu formen. So entsteht ein Roman, der gleichermaßen Wissen vermittelt, fesselt und berührt.
Fazit: Ein Buch, das Geschichte mit Herz erzählt, Figuren zum Leben erweckt und von der ersten bis zur letzten Seite überrascht. Der historische Roman „Die Zuckerbaronin – Marthas Geheimnis“ des Autorenduos Sahler/Wolz ist atmosphärisch, klug und einfach wunderschön zu lesen.
Ganz klare Leseempfehlung – fünf glänzende Sterne und große Vorfreude auf Band zwei.
Als im Jahr 1908 das kurz zuvor von Constantin Fahlberg endeckte Saccharin auch in Deutschland verboten ist, schmuggelt Korbinian Schinder zusammen mit seinen drei Töchtern Martha, Gwendolyn und Helene das süße Gold von der Schweiz nach Österreich und Böhmen. Es ist wesentlich billiger als der teure Zucker, der in den Fabriken aus Zuckerrüben hergestellt wird. Auf dem Erntedankfest im Dorf verliebt sich die 18jährige Martha in einen jungen Mann, den sie bis dahin noch nie gesehen hat. Sie weiß nicht, dass er der Sohn des von der Familie verhassten Zuckerfabrikanten Wallendorf ist. Noch nie hatte ich mir Gedanken um den beliebten Süßstoff gemacht, der heute in vielen Haushalten eine Selbstverständlichkeit ist. Dass er von 1902 bis zum ersten Weltkrieg verboten und nur in Apotheken für Diabetiker erhältlich war, war mir daher neu. Kein Wunder, das der Schmuggel boomte. Die beiden Autoren haben in diesem Roman fiktive und historische Begebenheiten und Personen nachvollziehbar und authentisch miteinander verwoben. Die Handlung ist voller Spannung und unvorhersehbaren Wendungen. Bildhaft sind die verschiedenen Protagonisten dargestellt und so gelang es mir, mich jederzeit in sie hineinversetzen zu können. Dieses Buch hat mir, nicht zuletzt durch den flüssigen und fesselnden Schreibstil, wunderbare und mitreißende Lesestunden bereitet. Jetzt freue ich mich auf die Fortsetzung, die Ende Oktober 23 erscheinen soll. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Sehr leicht, flüssig und bildgewaltig erfährt man über das Leben der Familie Schindler, den drei unterschiedlichen Töchtern Martha, Quendolin und Helene und über die Familie des Zuckerbarons Wallendorf. Im Zentrum steht die Liebesgeschichte von Martha und Alexander. Historisch spannend und gut recherchiert ist der Saccharinschmuggeĺ, der Kampf mit der Zuckerindustrie und die strengen Gesetze. Da hätte ich gern noch ausführlicher darüber gelesen, da ich davon keine Ahnung hatte. Ich bin schon neugierig auf die Fortsetzung
Cukrová barónka mi ponúkla úplne iný zážitok než moderné romány plné vášne a intríg – bol to návrat k jednoduchosti, k ľudskosti a k pomalému tempu, ktoré mi fakt dobre padlo.
Tento román, inšpirovaný skutočnými udalosťami, vás zavedie do minulosti, kde sa pašeráctvo neodohrávalo len v tieni nelegálnych obchodov, ale aj v srdciach ľudí, ktorí jednoducho robili to, čo bolo nutné na prežitie.
Knihu spoločne vytvorili dvaja autori, ktorí sa striedali pri písaní tohto príbehu. Môže to znieť riskantne, no výsledok bol výborný. Už v úvode vám autori predstavia postavy a miesta, čo výrazne uľahčuje orientáciu v deji.
Silnou stránkou románu je autentická atmosféra vidieckeho života. Dedinské zábavy, solidarita počas požiaru, ale aj každodenné bartrovanie – to všetko vytvára živý obraz komunity, ktorá drží spolu v dobrom aj zlom.
A hoci sa v knihe objavuje aj romantika, netreba čakať búrlivé scény – ide o nežný príbeh, ktorý vás pohladí, nie otrasie.
Ak máte chuť na pokojné rozprávanie plné ľudskosti, s jemne historickým podtónom a vidieckou atmosférou, Cukrová barónka je pre vás ako stvorená.
A ak vás príbeh osloví tak ako mňa, mám pre vás dobrú správu – v epilógu autori prezrádzajú, že sa chystá pokračovanie o troch sestrách. Vyzerá to, že sa máme na čo tešiť!