Johann Wolfgang Goethe no solo fue el máximo exponente de su época como escritor. Su obra da cuenta además de una minuciosa dedicación a la investigación de las ciencias naturales y de una vida profundamente marcada por la naturaleza.
Con una enorme fuerza narrativa, Stefan Bollmann explora en esta biografía la olvidada visión goethiana del mundo natural y nos ofrece a su vez una imagen de Goethe completamente nueva. Dedicado al estudio de diversos campos, que fueron la base intelectual de su amistad con figuras como Alexander von Humboldt, la vida de este genio nos revela no solo la importancia de la experiencia al aire libre, sino la idea del entorno natural visto como una totalidad orgánica y cambiante que depende de la interconexión de todas las formas de vida en la Tierra.
Un libro que no solo nos muestra lo que Goethe representó en el contexto de la época, sino cómo el conocimiento de la naturaleza puede ser una fuente para comprender nuestra humanidad.
OK, we know Goethe is considered the greatest German poet and writer. Poetry came naturally to him, almost child's play, he apparently considered his greatest achievements to be his scientific research, which absorbed much of his time and was the subject of long fruitful discussions with a younger Alexander von Humboldt. I remember going to the Goethe Haus in Weimar back in 1976 and marveling at drawer after drawer of mineral samples, a collection on the order of 18,000. What was going on with all the rocks? Bollmann, author of amusing and enlightening books about women readers and women writers, now boldly takes on Goethe himself, viewed the way he wanted himself to be seen. There are glints of the usual Bollmann whimsy, but he reads the scientific works with intensity, and tries to envision how Goethe's science, long rejected as unscientific, actually anticipated many modern discoveries such as genetic code, could that be the concept behind the much maligned Urpflanze? And his concept of the inter-connectedness of nature anticipates contemporary notions of ecology. It certainly influenced Humboldt. Goethe wanted to write a novel about the universe, but never quite figured out how to do it. Humboldt wrote "Kosmos." Is there a connection? Well, they both thought everything was Wechselwirkung...
Dieses Buch überrascht nicht einmal mit den interessantesten Fakten über Goethes wissenschaftliche Forschung, sondern mit einer Beschreibung der europäischen Gesellschaft im späten 18. - frühen 19. Jahrhundert. Die Zeit, in der die Menschheit anfängt, über die kontinuierliche Entwicklung der Natur nachzudenken, wenn der Mensch nicht mehr als Zentrum aller Lebewesen, sondern nur als Teil eines komplexen Systems lebender Organismen betrachtet wird, wenn Wissenschaftler versuchen, das Alter von die Erde zu zahlen, wenn sich die Botanik entwickelt. Die Fakten, die uns heute aus der Schulprogramm klar sind, stammen aus genau dieser Zeit.
Und dass Goethe gerade in dieser Zeit lebte und von den besten Köpfen Europas dieser Zeit umgeben war, gehörte zu dieser „Menge“, glaube ich, bestimmte seine Interessen weitgehend.
Diese Ära erscheint mir aus dem Buch näher und moderner, und manchmal sogar ehrlicher als die heutige.
Sehr interessante Biografie, die die Entwicklung von Goethes Verhältnis zur Natur und seine vielfältigen naturwissenschaftlichen Forschungen nachzeichnet. Man erfährt viel über die Entwicklung der Naturwissenschaften in der damaligen Zeit, in der sich zum Beispiel Chemie und Biologie als Disziplinen erst ausgebildet haben. Immer wieder stellt Bollmann auch Bezüge her zu heute uns bedrängenden Fragen. Lavaters Physiognomie zum Beispiel sieht er als ersten Versuch, den gläsernen Menschen herzustellen, im Homunculus aus dem Faust sieht er einen Vorläufer der Künstlichen Intelligenz. Und man erhält eine Ahnung davon, wie anders sich das In-der-Welt-Sein vor und in der Goethe-Zeit angefühlt haben muss, als man zum Beispiel noch annahm, dass die Erde nur 6000 Jahre alt ist, als man noch nichts über die Photosynthese wusste usw. Erstaunlich für mich war, wie sehr Goethe auch kühler naturwissenschaftlicher Forscher war, von Anfang an war diese Forschung aber getragen von der Überzeugung, dass die Erde ein organisches Ganzes ist, ein lebendiges Wesen, in dem alles mit allem zusammenhängt.