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Bodycheck

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Manfred fährt LKW für einen Baumarkt, bringt hundert Kilo Muskelmasse auf die Wage und joggt lieber um den See, als in der Szene abzuhängen. Er mag es bodenständig, Studenten haben bei ihm keine Chance. Als er seine Mutter in einem winzigen Kaff in Mecklenburg besucht, lernt er dort Toralf kennen, einen Dachdecker, der seine Freizeit mit Bodybuilding und tiefergelegten Autos verbringt. Toralf ist verblüfft, dass auch ganz normale Kerle schwul sein können, und zwischen den beiden bahnt sich etwas an. Eine rundum originelle Liebesgeschichte aus einer Arbeits- und Lebenswelt, in der es auf körperliche Leistung ankommt und die auch schmalbrüstige Leser nicht kalt lässt.

173 pages, Paperback

First published March 6, 2009

About the author

Rolf Redlin

8 books1 follower
Rolf Redlin (born 1958 in Hamburg) is a German medical technician and author.

Redlin lives in Hamburg and north-western Mecklenburg.

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Libre.
212 reviews3 followers
September 25, 2016
TL;DR: Wie ein Porno-Skript - nur ohne heiße Sexszenen.

Langfassung:
Die Hauptfigur Manfred hat viele Vorurteile, die sie mir sehr unsympathisch machen, z.B.: Für ihn ist es ohne Erklärung und groß nachzudenken auf dem Land trostlos und bedauernswert und alle fühlen sich durch Schwule angegriffen. Sitationsbeispiel: Person A fragt Manfred (Hobby-Ringer), ob sie ringen könnten - aus Spaß an der Freude. Manfred geht gleich in den verbalen Angriff über und fragt: (Zitat) "Was wird dein Vater dazu sagen? Nicht dass er dich noch für schwul hält?!" Die Beschreibung der Szene und des besagten Vaters geben keinen Hinweis (auch später nicht), warum Manfred so reagieren könnte. Und es passiert mehrmals, dass Manfred so reagiert. Und die anderen Personen? Tun es mit 'nem Scherz ab. Es kümmert sie nicht! Statt dass Manfred nun daraus lernt oder überhaupt anfängt über die eigene Reaktion nachzudenken, passiert nichts! Gar nix! Dabei wäre dies hier eine gute Möglichkeit eine Entwicklung im Charakter von Manfred zu zeigen.
Überhaupt ist Entwicklung rar gesät: Manfred wechselt von "Alleinsein ist toll!" zu "Naja, verknallt bin ich schon. Also her mit ihm!". Das war's. Sehr langweilig.
Und warum Manfred den neuen Mann seiner Mutter nicht mag, wird nie geklärt. In den Szenen, wo der Vater auftaucht, ist er - so wie er beschrieben wird - ok. Also vielleicht nur ein Ödipuskomplex? IDK...
Für mich am Ende sehr unbefriedigend und es lässt meine Meinung von Manfred, da seine Abneigung unbegründet scheint, noch mehr sinken.
Und weiter geht's mit der subjektiven Meinung von Manfred, die sehr fragwürdig scheint! Manfred steht nur auf Typen wie Manfred selbst: "echte" Kerle mit Muskeln und ohne Tütü. Ist ja okay, jeder mag wen er mag. Wäre da nicht... Ja, wäre da nicht seine latente Abneigung gegen alle "unechten" Kerle: zu dünn, zu klein, sprechend näselnd und knicken die Hand ab beim Reden. In einer Situation trifft Manfred während der Arbeit so einen "Unechten" und kann ihn nicht wie sonst abblocken, da es ein Kunde ist. Nun, was macht Manfred? Er denkt: "Unechter" benimmt sich wie Hausfrau (unterschwelliges "Igitt" hinterhergeschoben, da Manfred ja auf KERLE steht), also behandel ich "Unechten" auch wie Hausfrau. Und ab da bezeichnet Manfred diesen Mann gedanklich als "Hausfrau": Hausfrau tänzelt auf ihn zu, Hausfrau schmachtet seine Muskeln an, sie gibt Ehemann ein Küsschen. Ich übertrage das einmal: Frau hat Oberarme wie Stahltonnen und zackige, laute Stimme, also nennen wir sie ab nun Mann und behandeln sie - Verzeihung - ihn auch so. Person wiederholt sehr viel und gern und flattert von Person zu Person, also nennen wir sie Papagei. Person ist unsauber, kleckert beim Essen auf sich und den Tisch und ihre Wohnung erst! Sieht aus wie ein Schweinestall! Ergo: Wenn sich Person wie ein Schwein benimmt, behandeln wir doch diese Person wie ein Schwein.
Problematisch nur, dass Schweine eigentlich sehr reinliche Tiere sind und dieses Bild der Unsauberkeit reines Klischee ist. Auch die anderen Übertragungen fußen auf Klischees: Frau tänzelt, schmachtet, heimelt; Mann hat Muskeln, laute Stimme; Papagei wiederholt... Und Manfred scheint gar nicht darüber nachzudenken. Das ist ein sehr engstirniges Schachteldenken von Manfred.

Die andere Hauptfigur Toralf ist da erfreulicherweise etwas anders, aber eben nur "etwas"...
Toralf hat auch die meiste Entwicklung in der Geschichte, auch wenn er dazu anfangs ermutigt werden muss. Danach kümmert und informiert er sich selber.



Positiv an der Geschichte: Der Schreibstil passt gut zu den Figuren: knappe Sätze, kurze oder gar keine Situationsbeschreibungen, direkte Dialoge.

Das Ende ist ein offenes larifari "Ab-hier-kann-alles-passieren" und passt auch zur Geschichte.
Profile Image for Alfred.
123 reviews7 followers
September 21, 2025
Aufgrund einer Bitte seiner Mutter besucht der offen schwul lebende LKW-Fahrer Manfred aus Hamburg die ihm unbekannte Provinz. Er lernt den allseits respektierten Dachdecker und Bodybuilder Toralf kennen. Dieser beginnt aber an seiner Heterosexualität zu zweifeln, weil er von dem neuen Bekannten in den Bann gezogen wird.
Mir hat es Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen. Sie ist locker und leicht zu genießen, kurzweilig und mit sympathischen Hauptfiguren. Auch wenn das Ringen oder starke Autos bei mir keine Faszination erregen, war es in dieser Beziehungsgeschichte gut rüber gebracht und passte stimmig zum Bild der muskelbepackten "richtigen Kerle". Der Roman ist einfach gelungene, schwule lockere Unterhaltung, die wunderbar die Fantasie anregt. Ich sehe durchaus Potential für eine Verfilmung und frage mich, welche Schauspieler wohl Manfred und Toralf passend darstellen könnten.
Profile Image for Klaus Mattes.
801 reviews12 followers
December 27, 2024
Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern, erstes Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Genre: Liebesgeschichte zweier Muskelmänner.

Am späten Nachmittag stiegen die beiden Dachdecker in Toralfs Golf. Im Studio würden sie sich ohnehin umziehen müssen, daher behielten sie die Arbeitsklamotten an. Manfred hatte sein T-Shirt wieder übergezogen. Das durchgeschwitzte blaue Kapuzenshirt ließ er bei Toralf, dafür war es mittlerweile zu warm. Toralf hatte die Musik im Wagen aufgedreht. Mitten im Wald verringerte er plötzlich die Lautstärke und wandte sich an Manfred: „An dieser Stelle hab ich dich letzte Nacht aufgegabelt.

Der Hamburger Manfred ist leidenschaftlicher Ringer, Lkw-Fahrer im Baustoffhandel, Single, Häuschenbesitzer. In einem im Nirgendwo von Mecklenburg-Vorpommern liegenden Kaff ist Manfred verschrien, bevor er das erste Mal dort ankommt. Seine verwitwete alte Mutter hat nämlich noch mal geheiratet und ist für den Gatten ins nördliche Ossi-Land umgezogen. Diesen neuen Stiefpapa kann Manfred zwar nur schwer ertragen, aber zu Muttis Sechzigsten muss er doch hin. Sie brauchen ihn auch als Fachmann, weil sie ein Dach neu eindecken. Kaum dort, prallt der Hamburger Muskelmann mit Toralf, einem leidenschaftlichen Bodybuilder, zusammen, der erstens Dachdecker, zweitens verlobt, drittens Wortführer im dörflichen Golf-Club ist. Mit Golf-Club sind die, ausschließlich männlichen, Besitzer von tiefer gelegten, getuneten Golfs gemeint, die fast jeden Abend viel Bier im örtlichen Gasthof abkippen und dazu rechts-populistische Volksweisheiten vom Stapel lassen. Fremdenfeinde, Kurzhaarfrisuren.

Im weiteren Verlauf des Wochenendes und danach beim sich anschließenden Ausflug Toralfs in die Metropole an der Elbe tackern kurz hintereinander einige simpel gestrickte, mühelos zu überschauende Episoden der erotischen Annäherung zwischen zwei masseverrückten Schwulen auf. Von denen der eine bloß noch nicht komplett gerafft hat, dass er wirklich so einer ist. Wer mal ein Jugendbuch verschlungen oder in einem Film mit Matthias Schweighöfer gelacht hat, weiß, wie das immer so geht. Man gerät mit einem der Herren mit den kargen Frisuren aneinander und haut mal gut zu. Man entdeckt die Romantik im Mucki-Schuppen der Kreisstadt. Man kracht sich mit der fast schon Angetrauten, die sich gerne vernachlässigt vorkommt. Man trifft einen uralten ehemaligen KZ-Häftling, auch schwul, wie er auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums aufgemischt werden soll, und beschützt ihn; ist doch Ehrensache! Man checkt so ein bisschen gegenseitig den Muskelaufbau und die Kampftechniken ab und muss dann gegen die Sichtbarkeit der Beule in der Hose kämpfen. Einer ist zu besoffen, als dass er noch merkte, was gerade gemacht wird, jedenfalls wird er entkleidet - und danach weiß man eben nicht mehr genau.

Wieder allein in Hamburg vernascht Manfred eine attraktive Tankstellen-Bekanntschaft und lässt ihn später fallen. Denn jetzt kommt die große Sightseeing-Tour mit Toralf, wie toll die Hansestadt doch ist. Das Miniatureisenbahn-Land und der Buckel im Flachland, wo man bis nach Mecklenburg schauen kann. Beide könnten eigentlich auch zusammen ziehen und sich beruflich etwas verbessern. Ein multikultureller, schwuler bester Freund für das frisch gebackene Liebespaar stolpert ihnen noch ins Haus: Türke und BMW-Fahrer.

Okay, wessen Intelligenz in letzter Zeit zu diffizile Bücher hat verarbeiten müssen, der darf sich jetzt entspannen!
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