Alles Einhorn? Vom Wunderallheilmittel der Antike bis zum Symbol der Queer-Bewegung in der Moderne – eine spannende Reise durch die Kulturgeschichte
Aus der Wunderkammer ins Kinderzimmer, vom christlichen Motiv zum Symbol der Das Einhorn fasziniert die Menschen seit jeher. Während es sich heute als fantastisches Motiv auf T-Shirts tummelt, bestand in der Antike und im Mittelalter kein Zweifel an seiner Existenz. Erst im 17. Jahrhundert wiesen es Naturforscher dem Reich der Fabeltiere zu. Bernd Roling und Julia Weitbrecht erzählen von der bewegten Geschichte des Einhorns. Sie führen uns durch Naturgeschichte und Medizin, Literatur und Kunst, aber auch durch die Medienlandschaft der Gegenwart. Auf unterhaltsame Art zeigen Aus unserer Vorstellungswelt ist das Einhorn nicht wegzudenken – und seine Bedeutung erschöpft sich nicht in dem flauschigen Bild, das die Popkultur heute von ihm entwirft.
3.5* Wirklich interessantes Buch. Hab viel dabei gelernt. Ich glaube dass es vielleicht nicht ideal ist, es als Hörbuch zu hören, weil doch einige Bilder besprochen werden, die einem dann eben nur beschrieben werden. Trotzdem wirklich sehr spannend.
some of it was just too drawn out for me, like the descriptions of medieval paintings that were pages and pages long. another thing is that the back cover puts an emphasis on unicorns in pop culture, meanwhile that only briefly appears in the introduction and is not as deeply researched as the rest
"Das Einhorn - Geschichte einer Faszination" hält auf jeden Fall, was der Titel verspricht, denn das Buch beschäftigt sich mit dem Einhorn als Subjekt, wie es in der europäischen Gesellschaft Verbreitung fand und Einfluss nahm sowie den Bedeutungswandel, den es im Laufe der Zeit vollzogen hat. Vom Einhorn als echtem Tier in antiken Naturkunde-Werken und auch mittelalterlichen Physiologi über das Einhorn als religiöses und auch höfisches Symbol hin zu seiner medizinischen Verwendung und Entmystifizierung in der Frühen Neuzeit. Gerade der letzte Part, nämlich das Aufdecken von Scharlatanen und Quacksalbern und dem Handel von einhörn'schen Einzelteilen war für mich der interessanteste Part. Das könnte daran liegen, dass alle Themen der zuvor genannten Kapitel des Buchs ausführlich in einem meiner Literaturseminare behandelt worden sind - alle außer dieser endgültigen Enttarnung des Einhorns als Fabelwesen.
Das Einzige, worauf gar nicht bzw. nur kurz im Vorwort hingewiesen wird, ist die moderne Interpretation des Einhorns: der Wandel vom Einhorn als Symbol von Wildheit und Männlichkeit hin zum Lieblingsfabeltier für vor allem kleine Mädchen, die enorme Kommerzialisierung und Vermarktung des Einhorns und letztlich - meiner Meinung nach am interessantesten - das Einhorn als Symbol von Minderheiten und der LGBTQ+ Community. Etwas schade, aber vielleicht ein Buch-Thema für die Zukunft?
Solide, aber bieder geschrieben. Der Schwerpunkt liegt auf dem Mittelalter und der frühen Neuzeit, die spätere Einhornrezeption hingegen fällt etwas knapp aus. Was zum Teil daran liegt, dass zu diesem Zeitpunkt der Mythos verpufft ist. Im Bereich Fantasy wäre hier aber durchaus mehr erzählbar gewesen und man hätte auch diverse Spielzeugfiguren mit einbeziehen können, wie "Golden Girl and the Warriors of the Gemstones" von Galoob oder "My little Pony" von Hasbro.
Die Übersicht über die Entstehung des Einhorn-Mythos und die religiös-kulturellen Deutungen des Einhorns in der mittelalterlichen Kunst sind informativ, aber es fehlt die Darstellung des Einhorns in moderner Popkultur - schade.