Nomniert für das WISSENSBUCH DES JAHRES von Bild der Wissenschaft
Die Natur ist unsere Lebensversicherung; sie versorgt uns mit Luft, Wasser, Rohstoffen und Erholung. Und doch kündigen wir diese täglich Der rasante Artenschwund vernichtet unsere eigenen Lebensgrundlagen und nimmt uns u.a. die wichtigsten natürlichen Ressourcen für medizinische Wirkstoffe. Unser Leben ist bedroht wie nie zuvor – ein hochaktuelles Buch, das konkrete Wege aufzeigt, wie wir den Artenreichtum und dessen Leistungen für uns Menschen erhalten.
Wir stehen an einem Wendepunkt der Erdgeschichte – und doch ignorieren wir ihn. Die natürlichen Ökosysteme sind weltweit um die Hälfte zurückgegangen. Wir erleben gerade das sechste Massenaussterben der Erdgeschichte. Wir Menschen sind die treibende Kraft dieses Massensterbens. Der Verlust an Biodiversität heizt nicht nur den Klimawandel an. Die Autorinnen beschreiben zum ersten Mal, welche ungeheure Tragweite das Artensterben für uns Menschen hat, wenn es künftig nicht mehr genügend Pflanzen und Tiere gibt, die uns u.a. lebenswichtige Werk- und medizinische Wirkstoffe liefern und die auch zu unserem physischen und psychischen Wohlbefinden beitragen. Die Lage ist ernst, aber nicht aussichtslos – wir können das Artensterben noch aufhalten. Doch dafür müssen wir es als globale Herausforderung begreifen. Ernsthaft in der Sache, lösungsorientiert und zukunftsgewandt zeigt dieses Buch, wo die tieferen Ursachen der globalen Krise liegen, was Wirtschaft, Politik und auch jeder Einzelne tun kann, um diesen existenziell gefährlichen Trend umzukehren
Ziemlich interessanter Überblick über den Artenschutz und die verschiedenen Wechselwirkungen mit diversen "allgegenwärtigeren" Krisen (hier insb. Klimawandel). Gut geschrieben und gründlich recherchiert.
Worum geht’s? Die Natur ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Dennoch verschwinden immer mehr Arten und die Biodiversität nimmt rapide ab. Schuld daran ist hauptsächlich auch der Mensch. Was wir tun können, um die Biodiversität wieder zu steigern und welche Fehler wir machen, darüber informiert dieses Buch.
Meine Meinung: „Vom Verschwinden der Arten“ (Klett-Cotta, April 2023) ist ein wichtiges aber auch interessantes und spannendes Buch. Geschrieben wurde es von Dr. Katrin Böhning-Gaese, sie ist eine deutsche Biologin mit dem Schwerpunkt Ornithologie, Professorin an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum und war Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft und Friederike Bauer, sie arbeitet als freie Journalistin, Autorin und Redenschreiberin. Ihr besonderes Augenmerk gilt der Außen- und Entwicklungspolitik sowie dem Thema Nachhaltigkeit. Und an dem Inhalt dieses Sachbuches merkt man deutlich den Background und die Leidenschaft der Autorinnen.
Diese berichten gut recherchiert, brandaktuell und anhand der neuesten Studien, Abkommen, etc. über Biodiversität und Klimawandel. Und obwohl viele politische, biologische, wissenschaftliche und vertragliche Tatbestände erwähnt werden, ist das Buch doch auch spannend und gut lesbar geschrieben. Ich habe einen guten Überblick über den aktuellen Stand bekommen. Was machen wir aktuell? Wie hat sich insbesondere die Biodiversität in den letzten Jahren und Jahrzehnen entwickelt? Was beeinflusst das Verschwinden der Arten und wie können wir es stoppen? All diese und noch viel mehr Fragen werden von den Autorinnen beleuchtet, hinterfragt und sachlich kompetent beantwortet. Dabei liefern Frau Böhning-Gaese und Frau Bauer nicht nur Fakten, sondern stellen auch Zukunftsszenarien dar. Zeigen auf, welche Grundlagen z.B. durch die EU bereits gelegt wurden und was die Länder tun bzw. tun müssten, um diese umzusetzen. Immer wieder wird klar, dass wir nicht mehr viel Zeit haben und dennoch nicht die Motivation finden, mehr zu tun, um zu retten, was noch zu retten ist.
Besonders spannend fand ich die Hintergründe und auch, wie alles sich gegenseitig beeinflusst und bedingt. Alles hängt mit allem zusammen, wie die Autorinnen es so schön treffend zitieren und dabei u.a. die Korallenriffe als Beispiel anführen. Überhaupt bildet dieses Sachbuch einen schönen runden Bogen über das Thema. Es beginnt mit einer Bestandsaufnahme, geht weiter mit einem Was-wäre-Wenn und endet mit 10 Punkten, die wir umsetzen sollten, um die Biodiversität aufrechtzuerhalten und die Erde wieder lebenswerter zu machen. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und denke, dass es für jeden eine Pflichtlektüre sein sollte. Wir alle leben in dieser Welt und möchten diese lebenswert halten, damit auch unsere Kinder und Kindeskinder noch von und mit der Natur leben können. Eine definitive Leseempfehlung von mir an alle, denn dieses Thema betrifft jeden von uns!
Fazit: Dr. Katrin Böhning-Gaese und Friederike Bauer machen in ihrem Buch „Vom Verschwinden der Arten“ eine wichtige Bestandsaufnahme. Dabei geht es vorwiegend um Biodiversität, aber auch um den Klimawandel. Und die Autorinnen beleuchten gut recherchiert aber auch in einem interessanten und gut verständlichen Schreibstil die Hintergründe. Geben den aktuellen Ist-Status weiter, stellen mögliche Zukunftsszenarien dar. Spannend fand ich auch, wie sie die Zusammenhänge in der Natur dargestellt haben, wie alles von allem abhängt und was wir tun können, um Biodiversität zu verstärken und die Welt wieder lebenswerter zu machen. Zudem ist das Buch brandaktuell und bezieht politische und wirtschaftliche Geschehnisse/Verträge bis ins Jahr 2023 mit ein.
5 Sterne von mir für dieses Sachbuch, das dich und mich gleichermaßen betrifft.
Die Autorinnen zeigen eindrucksvoll wie jeder Part im Ökosystem miteinander verbunden ist. Und wie wichtig somit die einzelnen Tiere und Pflanzen sind. Der Verlust von einigen wenigen kann kompensiert werden, doch irgendwann haben die Einzelnen keine Ausweichmöglichkeiten mehr.
Unsere Wirtschaft ist komplett abhängig von der Natur und deshalb ist es vollkommen unbegreiflich, in welchem Umfang diese ausgebeutet und vernichtet wird. Aber nicht nur das Überleben der Wirtschaft, sondern auch unseres hängt maßgeblich von der Biodiversität ab. Deshalb gibt es jede Menge Studien und internationale Abkommen, wobei letztere oft nicht in dem nötigen Umfang eingehalten werden. Von den Abkommen werden jeweils die Vor- und Nachteile beleuchtet und wie diese im einzelnen umgesetzt werden. Von vielen Arten weiß man bis heute nicht was sie für eine Rolle im Ökosystem spielen und inwiefern es eine Auswirkung hat, wenn sie eben nicht mehr existieren.
Wie nicht anders zu erwarten wird auch der Klimawandel von den Autoren erläutert. Wie wirkt sich dieser auf das Verhalten der einzelnen Arten aus? Heute weiß man, dass diese sobald es wärmer wird in Richtung Pole oder die Berge hoch wandern. Wobei Tiere das in der Regel schneller als Pflanzen machen, was wie zu erwarten ein ziemliches Problem darstellt. Zudem erwärmt sich das Klima schneller als erwartet und die Lebensräume werden durch den Menschen und zum Beispiel Waldbrände oder Starkwetter zerstört. Dadurch wird vielen Arten die Möglichkeiten genommen überhaupt abzuwandern. Was das betrifft ist es wirklich erschreckend wie sehr der Mensch die Natur in relativ kurzer Zeit verändert hat und was das für Auswirkungen auf das Artensterben hat.
Mittlerweile ist auch Greenwashing ein großes Thema und genau das wird hier auch umfangreich thematisiert. Denn nur weil sich manche Firmen Umweltschutz auf ihre Fahnen schreiben, hat das alles nichts zu bedeuten. Hier muss man im einzelnen schon genauer hinschauen inwiefern diejenigen sich tatsächlich für all das einsetzen.
Mangrovenwälder, aber auch Korallenriffe und Moore bieten einen idealen Schutz vor Starkwetterereignissen. Und trotzdem werden diese vernichtet um zum Beispiel einen für den Menschen schöneren Strand zu formen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass diese für viele Tiere und Pflanzen einen Lebensraum bieten und Tsunamis deutlich abschwächen können. Und wie wichtig Grünflächen, Wälder und natürliche Flussverläufe sind hatte sich ja nicht nur einmal in den letzten Jahrzehnten gezeigt.
Unter anderen wird auch darauf eingegangen, was jeder einzelne gegen das Artensterben machen kann. Wieso ist es zum Beispiel für den Artenschutz besser eine Wiese als einen Rasen zu haben? Leider ist das Bewusstsein für das Thema in der Bevölkerung immer noch viel zu klein, dabei ist genau dieses enorm wichtig. Immer wieder wurde es auch in der Politik auf die lange Bank geschoben und schlichtweg nicht ernst genug genommen.
Alles in allem hat mich das Buch definitiv zum Nachdenken angeregt. Die Autorinnen zeigen eindrucksvoll wie wichtig Biodiversität für uns alle ist und wie fatal es ist, genau diese zu zerstören. Die Texte waren leicht verständlich und die einzelnen Sachen wurden alle mit Quellen belegt. Mich hat das alles dazu angeregt mich umfassender mit dem Thema zu beschäftigen und einige weitere Bücher dazu auf meine Wunschliste zu packen.
Ein großartiges Buch über ein hochaktuelles Thema - die Biodiversität, d.h. die Vielfalt der Tiere und Pflanzen und des ganzen Ökosystems. Die Autorinnen beschreiben eindringlich den in den letzten 70 Jahren stärker werdenden Einfluss der Menschen auf die Natur. Der Artenschwund trägt viel dazu bei. Sehr verständlich werden die drastischen Auswirkungen beschrieben, aber auch positive Aspekte beleuchtet, die die Menschen zuvor erzielt hatten, die aber durch übertriebene Entwicklung die Umwelt schädigen. Vieles ist Interessierten bisher immer wieder untergekommen, aber dieses Buch bietet eine gute Zusammenfassung. Besonders wichtig sind die Punkte, die eine Umkehr bewirken können. Hier werden nicht nur Ratschläge gegeben, wie die Politik handeln soll und muss, sondern auch, was der Einzelne in seiner Umgebung tun kann, von Naturnähe allgemein bis zu Ernährungs- und Kaufverhalten oder der Bepflanzung des eigenen Balkons oder Gartens im Sinne der Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt. Dabei wird nicht streng die Moralkeule geschwungen, sondern eine Entwicklung von kleineren Schritten aus gezeigt. Sehr zu empfehlen. Danke an den Klett-Cotta Verlag und Netgalley für ein Rezensions-Ebook im Gegenzug zu einer ehrlichen Rezension.
In "Vom Verschwinden der Arten" thematisieren die Autorinnen das Artensterben - ein super wichtiges Thema, welches grade in der Politik zu wenig Beachtung findet. Inhaltlich gibt das Buch einen guten Überblick über den aktuellen Zustand und was passiert, wenn wir nichts gegen das Biodiversitätssterben unternehmen. Es wurden auch Beispiele genannt, von denen man noch nicht gehört hat. Natürlich muss überwiegend die Politik mehr Verantwortung übernehmen, trotzdem hätte ich mir zum Ende gewünscht, das thematisiert wird, was wir Bürger*innen tun können, um zu helfen.
Das Buch gibt einen guten Überblick und -zumindest die erste Hälfte - ist vermutlich eher für Menschen geeignet, die sich bisher wenig mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Sehr gründlich recherchiert und praktikable Tipps zur Erhaltung der Biodiversität für Politik, Landwirtschaft und jede*n. Leider noch ein paar Rechtschreibfehler drin