Ein Roman wie polnische Kluski: Reichhaltig, rund, von innen heraus wärmend.
Die junge Berlinerin Kinga will heiraten. Und zwar ihren Freund Mahmut, mit dem sie bereits seit einigen Jahren Wohnung und Weltansichten teilt. Das Problem: Kingas Eltern wissen nichts von der Beziehung ihrer Tochter. Im Elternhaushalt gilt die Heilige Dreifaltigkeit von Papst, Wodka und Gulasch. Kingas Eltern sind, um den gemeinsamen Kindern mehr Perspektiven zu ermöglichen, von der polnischen Provinz Oppeln in eine Berliner Platte gezogen. Während sie Jeans und Discounter für eine gute Errungenschaft in Deutschland halten, ist ihnen die Nachbarschaft zu den türkischen Migranten nicht ganz geheuer. Und nun will die älteste Tochter »so einen« heiraten? Kurzerhand wird der unerwünschte Schwiegersohn zum Kennenlernen zu einer Familienhochzeit in der alten Heimat eingeladen – und da sorgt nicht nur Omas Flaki für Magenschmerzen.
Kinga und Mahmut wollen heiraten. Schon seit einigen Jahren lieben sie sich und teilen ihr Leben miteinander - nun möchten sie den nächsten Schritt gehen. Die Sache hat aber einen Haken: Kingas Familie weiß nichts von ihrem Freund. Und das hat gute Gründe, findet sie zumindest. Ihre Eltern stammen aus Polen, huldigen der katholischen Kirche und den Traditionen. Ein deutsch-türkischer Freund passt da natürlich so gar nicht ins Weltbild. Als Kinga dann doch damit rausrückt, mit wem sie zusammen ist, setzen ihre Eltern zum vernichtenden Schlag an: sie nehmen Kinga zusammen mit Mahmut auf eine polnische Hochzeit in der Provinz Oppeln mit - damit er gleich die ganze Verwandtschaft kennenlernen kann. (Gefühls-)Chaos und Nervenzusammenbrüche sind da vorprogrammiert!
In ihrem Debütroman "Iss das jetzt, wenn du mich liebst" verbindet Bianca Nawrath gekonnt Humor mit Tiefgründigkeit und streut dabei noch eine wunderbare Prise Herzenswärme ein. Ich konnte mit ihren Figuren lachen, wurde aber auch oft sehr traurig beim lesen - und wütend! Ich würde sagen, das ist die perfekte Mischung, so wünsche ich mir eine Geschichte.
Kinga ist eine wirklich tolle Protagonistin. Sie steckt voller Witz und Schlagfertigkeit und das gegenüber allen Personen, die sie umgeben - seien das nun ihre Familienmitglieder oder ihr Freund Mahmut. Gerade die Beziehungen zwischen den verschiedenen Charakteren haben dem Buch das gewisse Etwas gegeben, neben dem besonderen Setting. Oppeln hatte seinen ganz eigenen Charme, der das Lesen nochmals interessanter gemacht hat.
Zwischen den Erzählstrang aus der Gegenwart mischen sich auch immer mal wieder kleinere und größere Anekdoten aus Kingas Vergangenheit. Das Besondere an diesen Rückblicken ist, dass sie teilweise an eigene Erlebnisse aus der Kindheit der Autorin angelehnt sind. Sowas liebe ich!
Gekonnt schafft es Bianca Nawrath auf humorvolle Art und Weise die Themen Heimat und Herkunft in ihrem Roman zu beleuchten. In einem Gespräch mit dem Verlag erzählt die Autorin, dass sie sich im Vorfeld überlegt hat, wie sie die Leser*innen mit ihrem Herzensthema am besten erreichen könnte. Die gewählte Leichtigkeit hat für mich sehr gut funktioniert und ich denke, dass das Buch noch mehr Menschen zum Lachen bringen, aber auch berühren wird.
Ich kann euch "Iss das jetzt, wenn du mich liebst" nur ans Herz legen und finde, es sollte schon allein wegen dem genialen Cover in jedem Bücherregal Blicke einfangen 🥒
Kinga ist verliebt in Mahmut und die beiden wollen heiraten. Sie wissen nur noch nicht, wie sie es ihren Familien erzählen sollen. Kings Eltern kommen aus Polen und legen viel Wert auf ihre Traditionen und katholischen Ansichten. Mahmuts Familie kommt aus der Türkei und lebt im islamischen Glauben. Als Kinga nach drei Jahren endlich die Beziehung ihren Eltern offenbart und Mahmut direkt mit zu einem Hochzeitsfest nimmt, sind Krisen quasi vorprogrammiert... Dieses Buch war eine totale Überraschung und ein Highlight für mich! Ich habe gelacht, geweint und zusätzlich viel über die polnische Kultur gelernt. Der ständige Konflikt zwischen Identität und Herkunft sowie zwischen Individuum und Familie wurde sehr gut dargestellt. Auch ohne religiösen Glauben oder dem Wissen über die Traditionen konnte ich Kinga so sehr nachempfinden. Die Beziehung zu ihrer Mutter hat mich oft wütend gemacht, aber genau so auch zu Tränen gerührt. Bianca Nawraths Schreibstil ist sehr simpel und sprachlich unaufregend, aber absolut nicht im negativen Sinne. Geprägt von Humor, Anekdoten und Melancholie habe ich in eine ehrliche und vielschichtige Geschichte eintauchen können, die ich absolut allen wärmstens empfehlen möchte.
Ich hab das sooo gern gehört😍 Ich mochte Kinga mega gern, Bianca Nawrath liest natürlich super gut, es ist toll geschrieben. Die Themen waren interessant: Alltagsrassismus, Zukunftsplanung, Familie... Das einzige, was ich am Hörbuch nicht so gut fand, ist der Hall, der in den Vergangenheitsszenen hinzugefügt wurde. Bah.
Humorvolle, leicht zu lesende Auseinandersetzung mit den Themen Rassismus und Vorurteile. Konnte es kaum aus der Hand legen und hat mich gut unterhalten. Unterm Strich war es mir aber zu platt - sowohl thematisch, als auch sprachlich - hätte mir da gewünscht, dass einem nicht alle Kritikpunkte "in your face" mäßig entgegengeschmissen werden, sondern dass es etwas subtiler gemacht wird.
Kurzmeinung: Iss das jetzt, wenn du ich liebst von Bianca Nawrath ist ein tolles Buch über Liebe, Familie, Migration und interkulturelle Unterschiede, aber vor allem auch über das, was uns verbindet.
Meine Meinung: Was für ein cooles Buch. Es spricht so viele interessante, wichtige und teilweise auch wirklich schwierige Themen an. Dabei geht es zum Beispiel um Migration, rassistische Vorurteile, Heimat und Herkunft und die Suche nach der eigenen Identität und dem eigenen Platz in der Gesellschaft, aber auch um Sucht, interkluturelle Beziehungen, Liebe und Familie. Die Autorin schafft es trotz der teilweise ernsten Themen, eine leichte Grundstimmung zu bewahren, nur um einem dann völlig überraschend in emotionale Höhen und Tiefen zu stürzen. Die Autorin lässt uns ganz nah ran an ihre Figuren. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen. Das liegt an der Bearbeitung vieler interessanter Themen, aber vor allem an den unglaublich coolen, authentischen, teilweise skurrilen Personen. Ich habe Kinga und Mahmut geliebt, habe mir über Kingas Mutter die Haare gerauf, habe eine ganze, teilweise etwas zur Fremdscham anregende und insgesamt doch absolut liebenswerte polnische Großfamilie kennengelernt und fühlte mich selbst wie auf einer großen, lauten, etwas unübersichtlichen und sehr netten Familienfeier. Da ich selbst aus einer (allerdings nicht polnischen) Großfamilie komme, kamen mir viele Szenen sehr bekannt vor und ich habe mich beim Lesen wirklich amüsiert und teilweise schmerzlich ertappt gefühlt.
Das Buch bietet beides: viele heitere Passagen zum Schmunzeln und Lachen, zum Beispiel wenn der nicht polnisch sozialisierte Mahmut mitten reinstürzt in das polnische Familienleben und es zu so manchen witzigen und skurrilen Situationen kommt, aber auch ernste Themen und Passagen, die mich haben innehalten und nachdenken lassen. Zum Beispiel, wenn es um den Alkoholismus von Kingas Vater und dessen Auswirkungen auf das Familienleben geht. Oder wenn es um die Frage nach der Rolle der Frau, die Selbstbestimmung und den Druck der Gesellschaft geht, der auf junge Frauen ausgeübt wird bezüglich Ehe, Mutterschaft etc.
Ebenfalls sehr gut gefallen haben mit die kleine Zitate und Sprichwörter am Anfang jedes Kapitels, die in der Landessprache der Familie geschrieben stehen, um die es gerade geht.
Einen kleinen negativen Punkt habe ich bei aller Begeisterung auch: manche Szenen und Dialoge wirkten für mich leider zu gewollt und künstlich. Ich hatte manchmal das Gefühl, die Autorin hatte eine bestimmte Message im Kopf, die vermittelt werden sollte. Und dann wurden die dazu passenden Sätze einfach einer Figur in den Mund gelegt, egal, ob das gerade passt und authentisch wirkt, oder nicht. Und über solche Sätze und Szenen bin ich dann etwas gestolpert, in dem ansonsten wirklich sehr flüssig zu lesenden Roman. Zum Glück gab es solche "Stolper-Szenen" nur sehr selten.
Fazit: Ich kann euch Iss das jetzt, wenn du ich liebst von Bianca Nawrath mit gutem Gewissen ans Herz legen. Es ist eine heitere Lektüre mit vielen ernsten Passagen mit viel emotionaler Tiefe. Das Buch hat einen tollen Erzählstil und viele einzigartige und liebenswerte, teilweise auch nervige und problematische Charaktere –ganz so, wie das in einer Großfamilie eben so vorkommt.
Dieses Buch habe ich rein zufällig im Urlaub in Zwickau bei den Mängel Exemplaren gefunden. Ich war schon traurig das ich mein Buch Zuhause vergessen hatte und dementsprechend relativ froh einen guten Fang für kleines Geld gemacht zu haben. Ich habe dementsprechend auch nicht erwartet das mich das Buch so fesseln würde und ich es innerhalb 5 Tage durchlese. Angesprochen hat mich dieser Roman natürlich wegen seines einprägsamen Covers welches ich irgendwie witzig finde und eigentlich auch ein totaler Hingucker ist. Ich hab bereits in der Buchhandlung die erste Seite gelesen um mich selbst zu vergewissern das mit der Schreibstil etc zusagt. Dabei habe ich im ersten Moment eine lustige Romanze erwartet. Doch je mehr man in die Geschichte hineingezogen wird, umso mehr wird einen der wahre Kern der Geschichte bewusst, der seinen Fokus auf Rassismus und Ausgrenzung eines Kulturkreises beruht, sowie Alkoholsucht.
Doch nun erstmal zur Story. Die Geschichte erzählt von der deutsch-polin Kinga die mit ihrer Familie als kleines Kind nach Berlin gezogen sind. Die eigentliche Hauptgeschichte wird dabei immer wieder von Gedanken und Erinnerungen unterbrochen die uns als Leser einen tieferen Einblick in die Kindheit und das Leben in der Plattenbau Siedlung gibt. Dabei wird immer wieder klar, das Kinga in der Schule aufgrund ihrer Herkunft oder ihren Wohnort im Märkischen Viertel Ausgrenzung zum Teil erfahren hat. Weiter wird klar geschildert, dass Sie in Deutschland als Arm gilt und in Polen als reich. Immer wieder verdeutlicht hier die Autorin wie die Protagonisten zwischen Zwei Stühlen steht und Probleme hat einen Kulturkreis richtig zu zugehörigen. Bei einem Ehemaligen Treffen hat Kinga nun Mamuth getroffen der in eine Parallelklasse gegangen ist. Die beiden verlieben sich und wollen demnächst heiraten. Nur ist das Problemen das Kingas Eltern noch nichts vom Freund ihrer Tochter wissen. Mamuth ist ähnlich wie Kinga mit seiner Familie aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Kinga hat ihren Freund deshalb solange verschwiegen, da sie vor der Reaktion ihren konservativen und katholischen Eltern Angst hat. Und hier setzt die eigentliche Geschichte nun ein, denn einer von Kingas Verwandten heiraten und Kinga sieht hier die Gelegenheit ihren Freund der Familie vorzustellen. Dabei erwähnt sie ersteinmal nicht das sie eigentlich schon verlobt ist und eigentlich heiraten will. In Polen bei Kingas Familie erfährt Mamuth dann eine Anzahl an Ausgrenzungen indem beispielweise nur polnisch geredet wird. Weiter fallen immer wieder rassistische oder beleidigend Bemerkungen von Kingas Vater der Mamuth nicht akzeptiert. Auch die Bewohner und Nachbarschaft beobachtet Mamuth in der Öffentlichkeit mit abwertend blicken. Neben den Versuche Mamuth zu verteidigen und das ihre Familie ihn akzeptiert und weiter somit auch die Hochzeit kommt bei den Feierlichkeiten der Hochzeit von Kingas Verwandten ein weiteres Problem auf. Und zwar wird der Vater rückfällig bezüglich seiner Alkoholsucht, was bei Kinga alte Kindheitserinnerungen aufleben lässt.
Ich persönlich fand die Geschichte sehr fesselnd und spannend und in unserer heutigen Gesellschaft wichtiger den je. Die behandelten rassistischen Anspielungen und Ausgrenzung die schon bei Kleinigkeiten beginnen oder aber die Schwierigkeiten mit dem aufwachsen in zwei Kulturkreisen wurden in der Geschichte geschickt verpackt und fesseln einen, da man endlich wissen will wie und ob Kinga die Schwierigkeiten bewältigen und es ein Happy End gibt. Die Autorin zeigt mit ihrem Werk somit viele Probleme und Schwierigkeiten in unserer heutigen Gesellschaft und Welt auf, weshalb das Buch auch zum Nachdenken anregt. Die ganze Zeit über hat sich mir auch ein Gefühl ergeben das sagt: Kinga soll einfach ihre Familie ignorieren und wieder nach Berlin fahren wenn sie ihren Freund und ihr gefundenes Glück nicht akzeptieren. Dabei ist es aber ja dennoch ihre Familie und ich denke darin liegt auch die Stärke in der Person Kinga, das sie nicht ihre Familie aufgibt, sondern darum kämpft das sie ihren Freund endlich akzeptieren. (Insbesondere da Kinga selbst in Mamuths Familie ähnliche Probleme erfährt).
Ein einziger Kritikpunkt der sich mir ergeben hat und weshalb es nur 4 Sterne sind, sind die Rückblenden, Gedanken und Erinnerungen. Diese sind zum Teil so oft hintereinander gekommen und haben die Hauptgeschichte unterbrochen, das es mich zum Teil echt genervt haben. Zwar waren sie durchaus wichtig um Kinga und ihre Vergangenheit besser zu verstehen aber ich könnte mir vorstellen, dass es durchaus andere Möglichkeiten gegeben hätte. Dies ist aber natürlich nur eine persönliche Geschmackssache.
War am Anfang mega begeistert, hab erstaunlich oft gelacht und dachte: endlich mal wieder so ein richtig gutes Buch! Ja Pustekuchen. Zog sich leider gegen Ende wie zäher Kugummi (eine abgeschrammte Metapher die so oder so ähnlich viel zu oft im Buch vorkommt) und so richtig warm bin ich mit keinem der Charaktere geworden. Kinga liest sich ein bisschen wie ein lebendig gewordener 2010er Blogeintrag, und das ist noch das am wenigsten nervige an ihr. Meine Bullshittoleranz ist aber derzeit auch extrem niedrig - vielleicht sollte ich neben meinem Masterarbeitsendstadium einfach keine Bücher mehr lesen.
Ich hab mir den Roman anders vorgestellt, mehr so komödienmäßig, stattdessen ging es viel mehr um Kultur und das aufwachsen mit zwei Nationalitäten, der Blick nach innen wie außen sag ich jetzt mal. Auf jeden Fall sehr interessant und schön geschrieben
"Iss das jetzt, wenn du mich liebst" handelt von zwei jungen deutschen Menschen, beide mit Migrationshintergrund- jedoch verschiedenen. Die Hauptprotagonistin stammt aus Polen, ihr Verlobter aus der Türkei (bzw seine Eltern). Ihnen beiden sind diese Unterschiede egal, ihren Familien jedoch nicht. Daher werden wir mitgenommen auf eine Reise nach Schlesien in der sich die beiden den Vorurteilen der Familie stellen und beweisen wollen, wie ernst es ihnen ist. Immer wieder springt die Autorin in der Zeit zurück und gibt durch kurze Kapitel aus der Vergangenheit mehr Kontext zur aktuellen Situation in der Geschichte. Mich hat die Geschichte gut unterhalten, gerade der Bezug zum Polnischen bzw Schlesischen, da meine Familie ebenfalls von dort kommt. Manches war mir jedoch dann doch zu klischeehaft. Und das ist irgendwie ein Widerspruch, denn das Buch will ja zeigen, dass Klischees und Stereotypen überwunden werden müssen. Trotzdem werden die Familien sehr extrem in diesen Stereotypen von türkischen Müttern und polnischen Vätern (und auch Großmütter etc) gepackt. Das hat mich etwas gestört. Unterhalten hat es mich trotzdem, ein nettes Buch, sehr leicht geschrieben, doch mit ernsten Grundthema.
Trotz der schwierigen Thematik des Alltagsrassismus, hat Nawrath es geschafft, eine erfrischende und herzerwärmende Geschichte zweier Kulturen zu erzählen. Kinga als Protagonistin war klasse und auch ihr Verlobter Mahmut war ein richtiger Schatz. Von der ersten bis zur letzten Seite fiebert man mit den beiden mit und hofft, dass Kingas traditionelle Familie den Stock aus dem Arsch bekommt.
Ich kann auch sehr das Hörbuch empfehlen, das von der Autorin selbst gesprochen wurde. Sie hat einen richtig guten Job gemacht.
Ich habe eigentlich eine review geschrieben, aber anscheinend wurde sie gelöscht?
Ich wollte das Buch mögen, wirklich. Vor allem als Tochter polnischer Eltern habe ich mich darauf gefreut. Anstelle einer Geschichte, mit der ich mich identifizieren konnte, bekam ich etwas, was sich anfühlte, wie ein Versuch einer außenstehenden Person, die sich nur 5 Minuten Zeit gelassen hat, um sich in ein Thema einzulesen, mir etwas zu erklären, was ich bereits wusste. Cringe und unrealistisch. Mehr gibts nicht zu sagen.
Die erste Hälfte war mega, aber irgendwann hab ich einfach keine Lust mehr gehabt auf die Sprache und die pappkartonartigen Charaktere. Ich hätte mir gewünscht das die beiden die Hochzeit hinter sich lassen und das Thema Rassismus im privaten Rahmen tiefer behandelt wird. Ich kämpfe eigentlich gerne auch mit Büchern die irgendwann ein bisschen an Fahrt verlieren aber hier fand ich’s irgendwann einfach nur noch albern..
trotz interessanter themen hat es an tiefgründigkeit gefehlt, die kapitel waren zu kurz und dafür relativ inhaltslos, vor allem am anfang. und es wurde beschrieben, anstatt zu zeigen. voll schade, hatte mehr erwartet
ENGLISH VERSION BELOW ---------------------------------- „Iss das jetzt, wenn du mich liebst“ habe ich als Hörbuch gehört, welches sehr gut von der Autorin selbst gelesen wird. Ich bin mir sicher, dass mir das Buch bedingt durch das Hörbuch besser gefallen hat, als es der Fall wäre, hätte ich es gelesen.
Bianca Nawrath spielt mit vielen polnischen Klischees. Sie hat selbst polnische Wurzeln und hat in die Geschichte sicherlich die eine oder andere eigene Erfahrung mit einfließen lassen. Ich kenne polnische Familienfeiern, als Gast aus dem Ausland. Viel von dem, was im Buch beschrieben wurde, kann ich nur bestätigen. Ich habe mich zwar sehr gut unterhalten gefühlt, dennoch hat mich das Buch extrem frustriert, da ich einfach nicht nachvollziehen konnte, warum die Hauptfigur, Kinga, nicht einfach ihren Partner einpackt und in ein Hotel zieht oder auch schlicht fährt. Warum lässt sie sich derart viel von ihrer Familie gefallen, auch an offensichtlichen Beleidgingen ihrem Partner gegenüber? Er muss vieles für sich aufkämpfen, was durch seine Herkunft und Religion bei der polnischen Familie ausgelöst wird. Man erährt auch, dass seine Familie um keinen Deut besser ist und schlecht über Kinga redet, in einer Sprache, die sie nicht versteht. Dies hat sie ihm gegenüber jedoch nie artikuliert. Ihre Familie sagt ihm immerhin alles ins Gesicht und lässt ihn spüren, dass sie finden, dass er der falsche Partner für Kinga ist.
Mir ist natürlich klar, dass es im Leben genau so läuft. Mir ist auch klar, dass man den Hauptcharakter eines Buches nicht zwingend mögen muss. Ich konnte jedoch schlichtweg nicht nachvollziehen, warum Kinga keine Konsequenzen zieht, sich zwar im Grunde bei den Leser:innen auskotzt,sich jedoch am Ende von ihrer Familie alles gefallen lässt. Dazu kommt, das sie nicht nur nicht mochte, ich fand sie furchtbar unsympathisch und ich glaube nicht, dass es so gedacht war, dass man sie als Hauptfigur nicht ausstehen kann.
Ich werde mir den Folgeband dennoch anhören. Es ist ein lustiges Buch, gerade auch für alle, die Familienfeiern kennen oder Situationskomik und die eine andere Frustrationsschwelle besitzen als ich, wenn es um Hauptfiguren geht. Das Buch ist ein Muss für alle, die schon mal mit polnischen Großfamilien zu tun hatten.
----------------------------- ----------------------------- I listened to "Eat this now if you love me" as an audio book, which is very well read by the author herself. I am sure that I liked the book better because of the audio book than I would have if I had read it.
Bianca Nawrath plays with many Polish clichés. She has Polish roots herself and has certainly included one or two of her own experiences in the story. I know Polish family celebrations as a guest from abroad. I can only confirm much of what was described in the book. Although I felt very entertained, the book left me extremely frustrated because I simply could not understand why the main character, Kinga, doesn't just pack up her partner and move to a hotel or simply drive. Why does she put up with so much from her family, including obvious insults to her partner? He has to fight a lot for himself, which is triggered by his origin and religion with the Polish family. We also learn that his family is no better and speaks badly of Kinga in a language she doesn't understand. However, she has never articulated this to him. After all, her family tells him everything to his face and makes him feel that they think he is the wrong partner for Kinga.
I realise, of course, that this is exactly how it goes in life. I also realise that you don't necessarily have to like the main character of a book. However, I simply couldn't understand why Kinga didn't draw any consequences, why she basically threw up at the readers, but why she let her family put up with everything in the end. On top of that, I didn't just dislike her, I found her terribly unsympathetic and I don't think it was meant that you can't stand her as the main character.
I will still listen to the follow up volume though. It's a fun book, especially for anyone who knows family celebrations or situational comedy and who has a different threshold of frustration than I do when it comes to main characters. The book is a must for anyone who has ever had to deal with Polish extended families.
Hörbuch. Kurzweilig und leicht. Habe es vor den Weihnachtstagen gehört. Beim Geschenke einpacken und putzen. Genau für diesen Zweck hat das Buch seinen Zweck erfüllt. Manchmal habe ich nicht zugehört, konnte ohne Probleme später weiterhören. Die ernstere Bearbeitung der Themen wie Rassismus, Klassismus und Alkoholismus hat mir mehr zugesagt. Insgesamt war mir der Text nämlich zu flapsig und affektiert erzählt.
Mit so viel Humor und Feingefühl erzählt Bianca Nawrath die Geschichte von Kinga und Mahmut. Eine Geschichte über Identitätsfragen, Alkoholismus, Erwartungen, Kultur und Liebe. Die Figuren sind so sympathisch, authentisch und liebenswert, man merkt einfach, dass in ihnen viel tatsächlich Erlebtes stecken muss. Gerade in der aktuellen politischen Situation sollte mehr Aufmerksamkeit auf Gastarbeiter:innen und die 2. und 3. Generation gerichtet werden, denn ohne sie wäre Deutschland genauso wenig Deutschland wie ohne Müllers und Mayers 🌞🥒
Sehr nuancierte, manchmal romantisch-kitschige Geschichte über Familie, Herkunft, Migration und Rassismus. Besonders gefallen hat mir, wie die Familienmitglieder im besten Fall miteinander reden und sich langsam entwickeln.
Schrecklich platt. Zwei Personen mit Herkunftsfamilien aus Polen und der Türkei werden ein Paar und stellen d. PartnerIn der Familie vor. Ein gemeines Klischee reiht sich ans nächste. Richtig unangenehm. Soll wohl witzig gemeint sein. Den größten Charme machen hier das Cover und der Titel aus.
An sich eine schöne Geschichte mit einem interessanten Thema. Mich haben einige Momente an Erzählungen von polnischen Freunden erinnert und die Zitate zwischen den Kapiteln haben mir gut gefallen.
Anstatt zu lesen, habe ich das Hörbuch gehört, da es ja von der Autorin selbst gelesen wird. Leider haben mich besonders Emotionen in kritischen Momenten hier nicht gepackt, obwohl Bianca als Schauspielerin erfahren darin sein sollte.
Sauer aufgestoßen, und nur deshalb bei 3 Sternen, ist mir teilweise das Verhalten der Protagonistin, welches ich oft kindisch und unreflektiert fand (für ihr Alter). Das spiegelte sich ab und an auch beim Verlobten wider, was insgesamt die Beziehung recht unglaubwürdig gemacht hat. Mir ist es schleierhaft wie sich ein langjähriges Paar, das plant zu heiraten, wesentliche Gefühlslagen noch nicht offenbart hat.
Insgesamt würde ich das Buch dennoch empfehlen und auch irgendwann den zweiten Teil lesen/ hören.
Habe mich vom Cover verleiten lassen. Leider musste ich nach ca. 50 Seiten aufgeben. Die Sprache ist abgedroschen und die benutzen Metaphern wurden gefühlt schon tausende Male in der Popkultur verwendet bzw. Hören sich an wie der Text mittelmäßiger Instagramposts der 2010er jahre. Irgendwie fühlt sich alles unauthentisch, übertrieben und geklaut an. Das Thema an sich wäre spannend und hätte mich wirklich interessiert, wenn es der Leser:in nicht wie ein Holzpfahl alle zwei Sätze um die Ohren geknallt würde.
Eigentlich ist Kinga eine starke, selbstbewusste Frau, im Großen und Ganzen im Reinen mit sich selbst. Geboren in Polen und aufgewachsen im Märkischen Viertel in Berlin, seit ihre damals 25-jährigen Eltern mit ihrer 3-jährigen Tochter auf der Suche nach einem besseren Leben und einer besseren Zukunft aus Polen ausgewandert sind. Inzwischen wohnt Kinga nicht mehr dort, kehrt aber für regelmäßige Besuche bei ihren Eltern und ihrer jüngeren Schwester zurück in die Platte, die sich nach wie vor mehr nach Heimat anfühlt als das Land, in dem sie geboren wurde. In Mahmut hat Kinga einen wundervollen Partner gefunden, mit dem sie seit Jahren nicht nur die Wohnung, sondern auch ihr Leben und ihre Weltansichten teilt. Inzwischen sind die beiden sogar verlobt. Es könnte so schön sein, oder? Wäre da nicht dieses eine, kleine, äußert relevante Detail mit enormer potenzieller Zerstörungskraft: Kingas Eltern wissen nach wie vor nichts von Mahmuts Existenz. Warum? Weil Mahmut Türke ist und Kinga weiß, dass ihre Eltern diesen Umstand nicht akzeptieren werden. Schließlich wollen sie nur das Beste für ihre Töchter. Und das bedeutet: Einen Mann, der deutsch oder polnisch zu sein hat. Nur eben definitiv nicht türkisch. Als sich Kinga endlich dazu überwindet, ihren Eltern von Mahmuts Existenz zu erzählen – die Verlobung wird lieber mal verschwiegen, das wäre dann doch zu viel auf einmal für ihre konservativen Eltern – kommt, was kommen musste: Sie sind nicht begeistert. Beschließen: »Den werden wir schon irgendwie wieder los.« Und für diesen Zweck offenbart sich auch schon der bestmögliche Anlass: Die Familie ist zur Hochzeit von Kingas Cousine Marta nach Polen eingeladen. Kurzerhand soll Mahmut mit, denn mit vereinten polnischen Familienkräften sollte diese Phase schneller vorbei sein als man »Borschtsch« sagen kann. Kinga und Mahmut fügen sich in ihr Schicksal, eine Wahl bleibt ihnen sowieso ja nicht. Und so beginnen ein paar Tage in Polen, die nicht nur für Kinga und Mahmut zu einer Gedulds- und Zerreißprobe werden.
Was für ein wunderbares Buch! Von Anfang an hatte ich Kinga und Mahmut in mein Herz geschlossen und mit den beiden mit gefiebert, mit gehofft und mit gelitten. »Iss das jetzt, wenn du mich liebst« bietet so viel, erzählt so viele Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden, und am Ende eine einzige sind: Die Geschichte einer Familie. Kinga, die selbstbewusste junge Frau, die sich gleichzeitig und ohne es zu merken so sehr nach der Akzeptanz ihrer Familie sehnt. Für die sich Polen nicht mehr wie Zuhause anfühlt, die durch ihre Deutschheit aneckt und für Unverständnis sorgt bei der polnischen Verwandtschaft. Die eben nicht so perfekt ist wie Cousine Marta. Mahmut, der versucht, einen Platz in einer Familie zu finden, die ihn nur aufgrund seiner Herkunft ablehnt und ausschließt. Kingas Eltern, die nur das Beste für ihre Kinder wollen und dabei den Bogen immer wieder überspannen. Die selbst gefangen sind zwischen zwei Welten, zwischen Polen und Deutschland, das eine Heimat, das andere aber auch. Für das eine Land zu polnisch, für das andere Land nicht mehr polnisch genug. Die ihr Leben verbracht haben mit der Gratwanderung aus Anpassung und Festhalten an der eigenen Kultur. Die feststecken ohne einen Ausweg zu sehen und zu sehr festhalten – an ihren Kindern, ihren Ansichten, einer überholten, oft auch übergriffigen und nicht mehr funktionierenden Familiendynamik. Eine Familiendynamik, die immer wieder durch Rückblicke in Kingas Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter klarer wird, nachvollziehbarer, zerrissener. Am Ende geht es genau darum: Um Menschen, die erst sich selbst finden müssen, um wieder als Familie zueinander finden zu können. Und um das kulturelle Erbe, um die Feinheiten und Unterschiede unterschiedlicher Kulturen und die Brücken zwischen ihnen, die manchmal so groß sind und manchmal viel kleiner, als es den Anschein hat. Denn am Ende vereint alle eins: Familie. Es geht um Verständnis, um Liebe, um die Kraft, den Schein abzulegen und die Wahrheit zu akzeptieren. Keine Familie ist perfekt. Keine Familie muss perfekt sein. Doch sie muss ehrlich zu einander sein und sich einlassen auf das Neue. Muss zulassen, sich zu verändern und zu wachsen. Muss bereit sein, das Glück und das Leben jedes einzelnen Mitglieds zu achten und zu unterstützen. Muss da sein, wenn's darauf ankommt.
»Iss das jetzt, wenn du mich liebst« ist ein feinfühliger, leichter, leiser, bewegender und gleichzeitig auch unterhaltsamer Roman, der mich so oft zum Schmunzeln gebracht hat. Lest ihn, er ist es wert!