Gothic Horror mit einem Architekturjournalisten als Hauptfigur? Ein Geisterhaus im Neuenburgersee? Viel zu selten liest man in der Schweizer Literaturszene solche Sätze, zu selten wagen sich Autor:innen an schauererregende Geschichten. Schön, hat das Mirko Beetschen mit seinem Roman «Das Haus der Architektin» getan. Noch besser, ist dieser sehr gelungen.
Logischerweise beginnt die Erzählung mit hoffnungsvoller Grundlage: Ein Journalist erhält die Möglichkeit, das nicht zugängliche und mythenumrankte Haus «Les Espoirs» der verstorbenen Architektin Marie-Yolande Rabaut zu besuchen. Sofort stellt er sich vor, wie er dem Gebäude die Geheimnisse der Vergangenheit entlocken und mit seiner Reportage die Gesellschaft entzücken kann.