Hamburg, 1907: Im Hafenkrankenhaus begegnet der Bakteriologe Carl-Jakob Melcher einem Schulfreund. Ludolf Harberg ist sehr angeschlagen durch die Schlafkrankheit. In seinen wachen Momenten erzählt er von seinen Erlebnissen in Ostafrika – von den Experimenten, die der Mediziner Robert Koch angeblich an Einheimischen unternommen hat. Bevor er Genaueres erzählen kann, stirbt Harberg. Für die Ärzte eine Folge seiner Krankheit, doch Carl-Jakob glaubt an Mord und beginnt zu ermitteln, ohne zu ahnen, dass es nicht der einzige Todesfall in seiner Nähe bleiben wird und dass auch er in Verdacht gerät...
Sehr lesenswert mit komplexer Handlung. Ich habe es genossen, über die medizinische/pharmazeutische Entwicklung zu lesen, obwohl ich sehr überrascht und verärgert über die Experimente war, die an Afrikanern in Afrika durchgeführt wurden ... Ich fand jedoch, dass die Charaktere nicht so genau definiert und in gewisser Weise ziemlich vorhersehbar waren, was ihre Reaktionen anbelangt. Daher die 4* Bewertung. Ich habe eine digitale Kopie dieses Romans von NetGalley erhalten und hinterlasse freiwillig eine ehrliche Bewertung.
„Tödlicher Schlaf“ von Christoph Elbern, habe ich als ebook mit 328 Seiten gelesen, die in 50 Kapitel eingeteilt sind. Hier ermittelt Carl-Jakob Melcher in seinem zweiten Fall. Erzählt wird aus Melchers Sicht. Zu Beginn wird Carl-Jakob Melcher mit einem Messer in der Hand, über eine tote Frau gebeugt, gefunden und von seinem Freund, Kriminalsekretär Martin Bucher, verhaftet. Noch weiß man nicht, wer die Frau ist. Im Weiteren geht es hauptsächlich um politische Ereignisse, wie den Kampf der Frauen um ihre Rechte, um ihre Bezahlung und Behandlung durch Männer. Sie schweigen, wenn sie belästigt, misshandelt und missbraucht werden, um ihren Job nicht zu verlieren. Wenn sie sich wehren, werden sie gekündigt oder sogar verhaftet. Mit Agatha ist eine interessante Frau in Tante Isoldes Haus geschneit. Eigentlich ist sie Opernsängerin in London und will in Hamburg wohl nun Karriere machen. Sie lernt die Frauenrechtlerin Emma Neumann kennen und organisiert Aktionen mit ihr. Carl-Jakob soll auf Agatha einwirken, damit Tante Isolde in ihren vornehmen Kreisen nicht in Verruf gerät. Auch in Bezug auf die Zustände in Ostafrika wird es sehr politisch. Die Einheimischen werden unterdrückt und das Land übernommen. Die Menschen werden für medizinische Experimente benutzt. Weit weg in Deutschland wird nur über die Erfolge berichtet und nicht über die Kollateralschäden dieser Experimente. Der eigentliche Fall um den Schulfreund Ludolf Harberg wird zunächst eher nebenbei erwähnt. Dieser bringt aus Afrika die Schlafkrankheit mit nach Hause. Er erzählt Carl-Jakob von seinen Erlebnissen mit dem Mediziner Robert Koch, der Experimente an den Einheimischen vornimmt. Genaueres kann er aber nicht mehr erzählen, denn er stirbt. Carl glaubt nicht an einen natürlichen Tod und beginnt zu ermitteln. Durch einige Verwicklungen gerät Melcher in eine Spirale aus verschiedenen Fällen, die er alle lösen muss, um am Ende den Mörder seines Schulfreundes zu finden. Carl-Jakob ist ein sympathischer Mann, friedliebend, anständig, zurückhaltend, der versucht, sich als politischen Diskussionen herauszuhalten. Manchmal würde ich ihn auch als feige bezeichnen. Er lässt sich schnell beschwatzen, etwas zu tun, was er eigentlich nicht will. Kommt aber gegen Tante Isolde oder auch Agatha nicht an. Er arbeitet als Bakteriologe am Tropeninstitut und geht in seinen Forschungen auf, wenn da nicht immer die Ablenkungen wären. Seine Angebetete Margot arbeitet als Kinderärztin. Auch die anderen Charaktere waren sehr authentisch beschrieben und gut vorstellbar. Ebenso das standesgemäße Verhalten der oberen Gesellschaftsschichten. Wobei im Hause von Tante Isolde das Personal noch ganz gut behandelt wurde. Tante Isolde gehört zur Oberschicht, hat gut geerbt und ist sehr darauf bedacht, nicht in ihrem Ansehen geschmälert zu werden. Trotzdem ist sie hilfsbereit und gütig, wenn sie will. Agatha hat mir auch gut gefallen. Sie ist eine sehr starke und engagierte Person. Auch wenn sie Menschen gehörig auf den Zeiger gehen kann, setzt sie sich für ihre Ideen ein und kämpft um ihre eigenen und die Rechte anderer. Ich finde es immer interessant, über das Leben der Menschen in einer anderen Zeit zu lesen und noch interessanter, wie damals Morde aufgeklärt wurden. Im nächsten Teil ist Melcher vielleicht mit seiner Margot verheiratet. Darauf bin ich sehr gespannt, denn das wird sicher eine schwierige Beziehung. Er eher harmoniebedürftig und sie eine starke Frau, die sicher nicht ihre Arbeit aufgibt für Herd und Kinder. Das Cover hat mir auch bei diesem Buch wieder wunderbar gefallen.
Der Klappentext hat mich neugierig auf diesen Kriminalroman gemacht. Es handelt sich um den zweiten Krimi um den fiktiven Biologen Carl -Jakob Melcher und seinen besten Freund Martin Bucher. Die Bücher sind unabhängig voneinander zu lesen.
Durch den klaren und angenehmen Schreibstil des Autors bin ich schnell in diesem Krimi eingetaucht. Der Autor schickt mich auf eine spannende Zeitreise und versetzt mich problemlos in die erste Dekade des vorigen Jahrhunderts und lässt Hamburg mit seinem besonderen Flair auferstehen. Gut recherchiert und detailliert wird diese Zeit lebendig. Ich begleite C.J. , wie er von seinen Freunden genannt wird, durch Hamburg und blicke mit ihm in menschliche Abgründe. Ein Kolorit an liebenswerten und auch skurrilen Personen bereichern diesen Roman. Durch unerwartete Wendungen bleibt dieser Krimi durchweg spannend. Ich habe mich mit Carl-Jakob gut unterhalten gefühlt und lese gerne mehr von diesem Autor.
Fazit: Fiktiver und informativer historischer Krimi, gute Unterhaltung ist hier garantiert.
Vielen Dank an NetGalley und den Aufbau-Verlag zur freundlichen Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Hamburg 1907
Dieses Hörbuch ist bei Aufbau-Audio erschienen.
Der Klappentext hat mich neugierig auf diesen Kriminalroman gemacht. Es handelt sich um den zweiten Krimi um den fiktiven Biologen Carl -Jakob Melcher und seinen besten Freund Martin Bucher.
Dieser Krimi wird von Jens Hartwig intoniert und durch seine angenehme Stimme kann ich ihm hier gut zuhören. Eine gute Wahl vom Verlag. Da es sich hier um eine ungekürzte Lesung handelt, tauche ich mit Buch in der Hand und Kopfhörer tief in diesen spannenden Krimi ein. Ich werde problemlos nach Hamburg in die erste Dekade des vorigen Jahrhunderts versetzt und so wird Hamburg mit seinem besonderen Flair lebendig. Gut recherchiert und detailliert erlebe ich dieses Hörbuch.
Ich begleite C.J. , wie er von seinen Freunden genannt wird, durch Hamburg und blicke mit ihm in menschliche Abgründe. Ein Kolorit an liebenswerten und auch skurrilen Personen bereichern diesen Roman. Durch unerwartete Wendungen bleibt dieser Krimi durchweg spannend. Ich habe mich mit Carl-Jakob gut unterhalten gefühlt und höre und lese gerne mehr von diesem Sprecher und vom Autor.
Fazit: Fiktiver und informativer historischer Krimi, gute Unterhaltung ist hier garantiert.
Vielen Dank an NetGalley und Aufbau-Audio zur freundlichen Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.
Im Buch" Tödlicher Schlaf" zeigt der Autor auf ganz wundervolle Art und Weise , dass Hamburg im Jahre 1907. Hauptcharakter Carl – Jakob Melcher ist Bakteriologe und hat von daher eine völlig andere ermittelnde Sicht auf seinen Freund, der mit der Schlafkrankheit im Sterben liegt. Zudem geht es um brisante Dokumente. In diesem Buch gibt es zwei Handlungsstränge, die parallel erzählt werden. Einmal der vermeintliche Mord an Melchers Freund und dann geschieht ein weiterer Mord. Diese beiden Mordfälle werden sehr unaufgeregt erzählt und mitunter recht amüsant ausgeschmückt. Wobei es weniger um die Ermittlungsarbeit an sich geht, dieser Punkt ergibt sich quasi im Vorbeigehen, sondern vielmehr um die damalige Lebens – und Denkweise der Menschen. Als es noch spürbare Klassenunterschiede gab, und die feinen Herrschaften andere für sich schuften ließen. Eine Zeit, in der Frauen auf Heim und Herd und Kindererziehung reduziert waren. All diese Lebensart ist so wunderbar beschrieben, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich ein farbenfrohes wunderbares Geschichtsbuch gefallen. Ein wenig schade fand ich es, dass mehr Wichtigkeit auf die Lebensumstände gelegt wurde, als auf die Kriminalhandlung, doch der so lebendig und elendig beschriebene Gefängnisaufenthalt hat alles wieder wett gemacht. Viele bunt beschriebene Nebenprotagonisten verleihen diesem Buch eine ausgesprochen angenehme Lebendigkeit und lassen einen nur so durch die Seiten fliegen.
Fazit : Klare Leseempfehlung im Genre historischer Kriminalroman.
Zum Inhalt:: Der alte Schulfreund Harberg von Bakteriologe Melcher ist von der Schlafkrankheit schwer angeschlagen. In den wenigen wachen Momenten erzählt er von den Erlebnissen in Afrika, wo Robert Koch angeblich Experiment an Einheimischen vorgenommen hat. Bevor er genaueres erzählen kann, stirbt er jedoch. Melcher glaubt nicht an eine natürlich Ursache und beginnt zu ermitteln und Harberg wird nicht der letzte Todesfall bleiben. Meine Meinung: Das war ein guter historischer Krimi, der einerseits einen spannenden Fall erzählt, aber auch die damalige Zeit, zu mindestens gefühlt, glaubhaft darstellt. Ich hatte das Hörbuch und ich fand das Buch auch gut gelesen. Die Stimme war sehr gut anzuhören. Die Story wurde gut erzählt und hat mir gefallen. Fazit: Guter historischer Krimi
Der zweite Band dieser historischen Krimireihe hat mir deutlich besser gefallen als Teil eins. Das liegt vor allem daran, dass ich die Erzählweise aus der Perspektive von Carl-Jakob Melcher diesmal deutlich zugänglicher, weniger beobachtend und insgesamt viel spannender fand. Diesmal wird CJ in einen Fall verstrickt, bei dem die Schlafkrankheit und die Forschungen Robert Kochs in Afrika eine große Rolle spielen. Zudem wird CJ selbst zu einem Verdächtigen, als er am Schauplatz eines Mordes aufgegriffen wird. Die Handlung ist voller verzwickter Wendungen und um die rätselhaften Vorkommnisse aufzuklären, muss CJ sich so einiges einfallen lassen. Dabei macht er trotz der ihm eigenen etwas naiven Art einen deutlich reiferen Eindruck, und nur dank seiner Hartnäckigkeit kann das dunkle Rätsel am Ende aufgelöst werden. Fazit: in dieser spannenden Fortsetzung ist Carl-Jakob Melcher zu einem durchaus fähigen und einfallsreichen Ermittler - wenn auch erneut wider Willen - herangereift.