Vom Kaiserschnitt bis zur Hausgeburt zeigt Nora Imlau das gesamte Spektrum des Gebärens. Einfühlsam geht sie dabei auf die Emotionen der Mutter ein und hilft mit großer Fachkenntnis, das einzigartige Erlebnis vorzubereiten, zu verstehen und auch schwierige Geburtserlebnisse zu verarbeiten. Wertfrei und achtsam zeigt sie, wie der Balanceakt gelingen kann, sich gut auf die Geburt vorzubereiten und gleichzeitig innerlich offen dafür zu bleiben, dass auch alles ganz anders kommen kann als geplant. Ehrlich und sensibel geschrieben, eignet sich das Buch für Schwangere ebenso wie für frischgebackene Mamas, die sich noch einmal mit dem Erlebten auseinandersetzen möchten.
Ok so informativ und undogmatisch hab ich mir ein Buch über Geburt, das kurz Davor und Danach vorgestellt. Unbedingt die Neuauflage lesen - Stichwort queere Perspektive kommt zu Wort usw usw...
Themen wie Schwangerschaft, Familie und Liebe sind zeitlos und so beliebt, dass einen das Buchangebot dazu schnell überwältigt. Wirklich gute, lesenswerte Literatur zu finden, ist gar nicht so einfach. Vielleicht hat mich gerade deshalb „Das Geburtsbuch“ so überzeugt. Es beginnt zwar mit dem Thema Geburtsplan, doch schnell wird klar, dass es hier nicht um Checklisten geht, sondern um eine strukturierte, einfühlsame Begleitung durch Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit danach.
Die Autorin, Journalistin und vierfache Mutter, erklärt verschiedene Geburtswege und nimmt dabei viele Unsicherheiten ernst. Vaginale Geburt, geplanter und ungeplanter Kaiserschnitt oder auch Hypnobirthing werden verständlich erläutert, inklusive ihrer jeweiligen Vor- und Nachteile. Hypnobirthing ist beispielsweise ein guter Ansatz, der eine positive Einstellung zur Geburt fördert (z. B. Wehen = „Wellen“, Trance-Auslöser durch Berührung des Partners), unter starken Schmerzen ist die Umsetzung jedoch nicht immer möglich. Auch medizinische Eingriffe wie etwa eine Saugglockengeburt werden sachlich eingeordnet.
Sehr hilfreich sind die vielen kleinen Hinweise aus der Praxis. Etwa der Tipp, bei Wehen ein warmes Bad zu nehmen: Hören die Wehen darin auf, waren es vermutlich noch keine echten. Oder der Rat, bei einer Wassergeburt (ab der 36. SSW möglich) nicht sofort in die Wanne zu steigen, sondern erst abzuwarten, bis die Wehen wirklich regelmäßig sind.
Besonders gut gefallen hat mir, dass immer wieder Geburtsberichte anderer Frauen auftauchen. Diese persönlichen Geschichten holen einen aus der Theorie zurück ins echte Leben – mit all seinen Überraschungen, Hoffnungen und manchmal auch Umwegen. Auch unangenehme und oft tabuisierte Themen wie Fehlgeburt oder T*tgeburt werden angesprochen. Die Autorin lässt betroffene Frauen zu Wort kommen und zeigt, wie sie mit diesen Erfahrungen umgegangen sind.
Das Buch macht Mut, ohne etwas zu beschönigen. Es nimmt zum Beispiel die Angst vor einem Kaiserschnitt und möglichen operativen Eingriffen und zeigt zugleich, dass belastende oder traumatische Geburtserfahrungen oft mit mangelnder Kommunikation und fehlenden Informationen zusammenhängen. Eines wird dabei sehr deutlich: Eine Geburt lässt sich nur begrenzt planen. Es gibt nicht den einen richtigen Weg.
In der neuen Ausgabe erweitert Nora Imlau den Blick zudem um wichtige Diversity-Perspektiven. Sie bezieht Erfahrungen von queeren und BIPoC-Familien ein und macht sichtbar, dass Schwangerschaft und Geburt für unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche gesellschaftliche Bedingungen mit sich bringen.
„Das Geburtsbuch“ ist weniger ein Handbuch zur perfekten Geburt als ein Buch über Vertrauen: in den eigenen Körper, in informierte Entscheidungen und in die Vielfalt möglicher Wege.
📌 Buch- und Methodentipps aus „Das Geburtsbuch“
📚 Bücher:
• „Was wird es denn? Ein Kind!“ – Ravna Marin Siever Für Eltern, die bindungs- und bedürfnisorientiert erziehen möchten, spielt die Selbstbestimmung des Kindes eine zentrale Rolle. Dazu gehört auch, auf starre Geschlechterstereotype zu verzichten und dem Kind Raum zu geben, seine eigene (Geschlechts-)Identität frei zu entwickeln. • „Hypnobirthing: Der natürliche Weg zu einer sicheren, sanften und leichten Geburt“ – Marie F. Mongan Ein Klassiker der mentalen Geburtsvorbereitung. Atemtechniken, Visualisierungen und tiefe Entspannung sollen helfen, die Geburt ruhiger und selbstbestimmter zu erleben. • Besser: „Die friedliche Geburt“ – Kristin Graf Ein moderner deutscher Ansatz der mentalen Geburtsvorbereitung. Das Konzept arbeitet stark mit Meditationen, Affirmationen und mentalem Training. • „Autogene Geburt“ – Tatje Bartig-Prang Verbindet autogenes Training mit Geburtsvorbereitung. Ziel ist es, über Entspannungsübungen Vertrauen in den eigenen Körper zu entwickeln und Stress während der Geburt zu reduzieren.
🤱 Methoden:
• Stillberatung (z.B. von Tabea Laue, Instagram: @stillen_babyschlaf) Professionelle Stillberaterinnen können besonders in den ersten Wochen nach der Geburt helfen, etwa bei Stillproblemen, Schmerzen oder Unsicherheiten.
• Babyheilbad / Mutter-Kind-Heilbad nach Brigitte Meissner Ein begleitetes Bindungsbad, bei dem das Baby zunächst im warmen Wasser entspannt und anschließend intensiv Haut-zu-Haut-Kontakt mit der Mutter erlebt. Ziel ist es, Stress oder Belastungen rund um Schwangerschaft und Geburt, etwa durch eine schwierige Geburt, medizinische Eingriffe oder frühe Trennungen (Frühgeburt), sanft aufzufangen. Das Ritual kann helfen, Bindung zu stärken, Babys zu beruhigen und manchmal auch Stillprobleme zu verbessern.
Ein ganz wunderbares Buch, welches ich jeder schwangeren Person nur ans Herz legen kann. Nora Imlau verwendet eine sehr einfühlsame, sachliche und keine wertende Sprache. Jede Geburt ist genau so gut und richtig wie sie ist! Egal ob es eine spontane vaginale Geburt oder ein Kaiserschnitt ist. Das eine wird nicht als "normaler" oder "besser" als das andere gewertet. Das Buch bietet insgesamt viele wertvolle Informationen und ich bin froh darüber gestolpert zu sein und es gelesen zu haben.
Mein Geburtsvorbereitungskurs war okay - daher war das Buch für mich auch genau richtig. Hat wunderbar alle Lücken gefüllt und ich mochte die Art, wie es erzählt wurde. Passendes Buch für alle "Anfänger". :D
Ein sehr informatives und einfühlsames Buch über die verschiedensten Arten der Geburt mit Respekt vor unterschiedlichen Methoden, Meinungen und Glaubenssätzen.