Vielleicht haben ja einige von euch meinen Booktalk auf Instagram mitbekommen, den ich vor einigen Tagen gepostet habe. Ich hatte ja einiges an Redebedarf und wem diese Story zu lang war, kann es gerne hier noch mal in Kurzfassung durchlesen. Ansonsten ist alles in meinen Highlights unter @chapteraway auf Instagram abgespeichert.
Ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Der Stil von Dark Academia hat es mir in der letzten Zeit sehr angetan und ich liebe Internatsgeschichten mit vollem Herzen. Nur habe ich hier leider nicht diesen Vibe dahinter gespürt. Doch fangen wir erst einmal mit den positiven Aspekten an.
Sarah zählt für mich zu den besten Autor:innen Deutschlands und sie hat sich mit ihrem Namen in der Buchwelt auch alle Ehre gemacht. Zurecht. Deswegen hatte ich auch keinerlei Probleme mit dem Lesen. Der Schreibstil war flüssig und sehr angenehm und man konnte nur so durch die Seiten fliegen. Ich habe dieses Buch in kürzester Zeit gelesen und ich habe keine einzige Seite übersprungen, oder nicht sorgfältig gelesen, sondern einfach, weil es so locker weg ging.
Die Idee, dass die Protagonistin ihren Vater in der Zeit ihres Aufenthaltes sehen will war eine spannende Idee, deren Umsetzung mich leider enttäuscht hat. Auch die Liebesgeschichte zwischen Henry und Emma war schön, aber nicht so schön, wie sie eigentlich hätte sein können.
Es fing schon gleich am Anfang an. Emma ist am Flughafen, trifft auf Henry, der der netteste Mensch der Welt ist und verknallt sich natürlich Hals über Kopf in ihn. Doch gleich bei der Landung in UK bekommt sie es mit, dass er eine Freundin hat. Und das finde ich schwierig. Wenn man ganz genau weiß, dass der Protagonist eine Freundin hat am Anfang, am Ende aber Emma und Henry zusammen kommen werden, muss irgendwas passieren. Grace ist eine so unfassbar nette Person - fast schon zu nett, wenn man bedenkt, was ihr alles angetan wird mental. Henry betrügt Sie jedenfalls nicht physisch. Er küsst Emma nicht, er hat nur ein einziges Mal neben ihr geschlafen (das ist vielleicht eine graue Zone, aber ich sag einfach Mal das es in Ordnung geht), aber er hat sich in sie verliebt, während er noch mit Grace zusammen war. Und das wusste er. Und anstatt mit ihr zu reden und die drei Jahre Beziehung zu retten, schließt er damit ab und lässt sie gehen. Ich meine, Neuanfänge sind gut und wichtig, aber die Moral die hiermit weitergegeben wird ist...du kannst deine Freundin mental betrügen und mit jemanden anderen zusammen sein, solange du dich von der Person trennst, wenn ihr ins körperliche wollt. Und das finde ich falsch. Das soll kein Vorwurf an die Autorin sein, das ist mir selbst erst aufgefallen, als es andere Blogger angesprochen haben. Doch je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer wurde es mir.
Sie ganze Geschichte mit dem "drogennehmenden" Lehrer, der sie hasst, weil ihr Vater für seinen Schmerz verantwortlich ist, hätte auch irgendwie präsenter sein können. Am Ende war es bloß nur ein Gespräch. Auch die ganze Sache mit dem Vater. Sie will ihn unbedingt kennenlernen, trifft ihn, er ist super blöd zu ihr und dann am Ende ist er doch wieder nett? Also dafür, dass es ihr ZIEL in UK war, war mir das etwas zu wenig.
Es gibt so viel, worüber ich reden möchte. Das Alter der Protagonisten ist 16-18. Sie sind somit noch nicht erwachsen, aber erwachsen genug, um eben solche Themen, wie Sexualität und etc. zu behandeln. Wenn ich mich daran zurückerinnere, wie ich mit 17 war, war ich nicht auf so einem Level, wie die beiden hier. Und nicht, weil ich besonders unreif war, ich war sehr reif für mein Alter, aber die beiden haben teilweise Züge von 25+. Sie stellen sich ihren Problemen und versuchen diese zu lösen und ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass das so realistisch ist. Vor allem, wenn man bedenkt, was dort eigentlich alles geschieht (Vaterverlust, Tod der Schwester, etc.) Und wenn die Protagonisten die ganze Zeit so reif gewesen wären, dann wäre das halt einfach deren Charakter. Nur waren sie dann an manchen Stellen einfach wieder super unreif. Ich habe keine wirkliche Entwicklung erkennen können.
Ich glaube ich komme einfach zum Ende und fasse alles noch einmal zusammen. Ich mochte das Buch. Wirklich. Die Idee und alles drum herum finde ich klasse. Auch die Mühe, die sich der Verlag gemacht hat. Nur finde ich, dass das Buch wirklich viele Kleinigkeiten hat, die mich stören. Die mögen rein subjektiv sein, denn rein literarisch ist das Buch top, aber es hat mich gestört, dass ich leider zugeben muss, dass ich schon bessere Bücher aus dem Verlag gelesen habe. Das ist nicht schlimm, aber ich wollte einfach nur sagen, dass es nicht dieses Must Have ist, von dem alle reden. Ein sehr schönes Buch für zwischendurch ist das Buch aber allemal.