Kurz-Meinung:
Dieses Buch sollte mich aus einem Lesetief herausholen. Susan Coppula ist ja Susan Carroll und das ist meine absolute Lieblingsschriftstellerin im Bereich historische Liebesromane. Tja, leider was das ganze sehr, sehr enttäuschend.
Bis zur Hälfte war es ganz okay, aber sehr langatmig und zwischen den beiden Hauptcharakteren wollte nicht so recht Stimmung aufkommen. Normalerweise schreibt die Autorin sehr humorvoll und locker, aber hier kam einfach nichts in Gange. Man hatte das Gefühl sie baut ganz langsam zu der großen Szene hin, wo dann endlich auch Jaufre einsieht, dass er Melysann liebt. Außerdem hatte ich im Netz gelesen, dass man durchhalten soll, da es dann ab Seite 150 (als ab der Hälfte) endlich richtig losgehen soll und die großen Gefühle aufkommen. Was mich dann ab Seite 150 erwartet war mehr als enttäuschend und ich stand kurz davor das Buch an die Wand zu werfen. Plötzlich wurde nämlich von einem auf den anderen Moment von der normalen Erzählweise auf eine Art Zusammenfassung umgeschwenkt und das von 9 Monaten in denen jede Menge passiert ist, wofür ich eigentlich so einen Roman lese. Vorallem wie nun beide endlich zusammengekommen sind und was die Beweggründe dafür waren. Aber nein nichts!!! Plötzlich wurde einem eine kurze Zusammenfassung gegeben, was passiert ist und jetzt befindet man sich plötzlich bereits an der Stelle wo Melysann ein Kind von ihm kriegt. Ich habe allen ernstes nochmal zurückgeblättert weil ich dachte mir fehlt hier ein ganzes Kapitel. Eben waren sie noch wie zwei Fremde auf der Falkenjagd und haben sich arg gestritten (ich dachte schon sie wird nun von der Burg flüchten) und dann wird auf einmal gesagt, dass sie nun schwanger ist, weil Jaufre sich plötzlich nach de Jagd entschieden hat sie in die Liebe einzuführen und sie zur rechtmäßigen Frau zu nehmen. Es wurde aber nie klar warum???? Boah, ich bin immer noch so wütend.
Wegen der Hinweise im Netzt das nun aber doch noch schöne Szenen kämen, las ich weiter. Leider wurde nichts besser. Jaufre scheint das Kind (Tochter) und seine Frau zu hassen. Es wird zwar ganz deutlich gemacht, dass er innerlich anders empfindet, beim Umgang mit den beiden ist er aber einfach unglaublich abweisend und ungehobelt. So was will ich nicht in einem Liebesroman lesen. Ich bin so maßlos enttäuscht. Da hätte ich lieber noch das langatmige Tempo vom Anfang gehabt, als so was.
Die Wortwahl im Buch war ebenfalls oft für mich unpassend. Mit der recht derben und ungehobelten Art wie die Männer selbst gehobenen Standes hier reden, könnte man noch akzeptieren, da wir uns im Mittelalter befanden. Dann benutzen die Leute aber auch ständig Wörter wie 'okay' oder Redewendungen wie 'alte Kamellen' oder es tritt gar ein Weihnachtsmann auf. Das War dann doch schon mehr als unpassend.
Ganz zum Ende hin wurde ich noch mit ein paar wenigen schönen Szenen vor allem zwischen Vater und Tochter beglückt, aber das konnte es dann auch nicht mehr für mich retten.
Leider muss ich daher sagen, dass ich das Buch nicht empfehlen kann. Das tut mir in der Seele weh, da ich die Schriftstellerin sonst schon fast vergöttere.
Meine Wertung:
2,6 von 5 Sternen