Ein klassischer Fall von "zwischen zwei und drei Sternen". Es war mehr als einfach nur "okay", aber trotz allem fand ich es schwierig zu lesen. Die Geschichten bauen Spannung auf und immer weiter auf, und enden dann ohne eine (für mich erkennbare) Pointe. Vielleicht hab ich einfach einen völlig anderen Humor als Herr Kaminer.
Es lässt sich jedoch nicht leugnen, dass alle Geschichten gut geschrieben sind und ich auch eigentlich alle gerne gelesen habe. Sie haben nur sehr abrupt geendet.
Thematisch reicht die Bandbreite von Geschichten über seine Kinder und ihren Schulbesuch über Abenteuer auf Lesereisen bis zur eigenen Kindheit in Russland. Aber erst, wenn er über etwas schreibt, dass ich hier grob mit "das System" betiteln möchte, erkennt man richtig, wie brillant seine Gedanken sind. Kurz und prägnant fasst er seine Kritik am Kapitalismus, am Elitismus und vielen anderen Dingen zusammen, und oft blieb mir nichts anderes zu tun, als erstaunt zuzustimmen und dabei auch noch über eine pointierte Formulierung zu grinsen.
Alles in allem war es nicht unangenehm zu lesen, wenn auch etwas anstrengend, und ca. 60% der Geschichten liefen für meinen Geschmack ins Leere. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass diese 60% mir komplett nicht gefallen hätten oder umsonst gewesen wären. Vielleicht nicht ganz nach meinem Geschmack, aber unleugbar mehr als "okay".