Die Raumfahrt unternimmt einen neuen Anlauf in die unendlichen Weiten, und unsere Instrumente schauen immer tiefer ins Weltall. Eine zentrale Frage, die uns dabei Sind wir allein im Universum? Wenn wir uns die ungeheure Größe des Weltalls und die riesige Vielzahl von Sternen und Planeten vor Augen halten, ist das Schweigen der Anderen kaum nachvollziehbar. Warum hören und sehen wir nichts von außerirdischen, intelligenten Zivilisationen und Kulturen, die nach Ansicht vieler Experten existieren müssen? Warum herrscht im Äther das große Schweigen?
Harald Lesch und Harald Zaun erzählen so unterhaltsam wie fundiert davon, was die Wissenschaft über Außerirdische weiß und wie sie dazu forscht, trennen Mythen von Fakten und beschäftigen sich mit den großen Fragen, die uns alle umtreiben, wenn wir über extraterrestrische Intelligenz Wie hochentwickelt sind diese fremden Lebensformen? Wie können wir sie mit Instrumenten aufspüren? Haben sie uns längst entdeckt und beobachten uns? Welche Rolle spielen wir in ihrem Weltbild und wie stark könnte ein Erstkontakt unser Weltbild erschüttern? Wie groß ist die Gefahr, dass sie aggressiv-expansiv sind und uns schaden wollen? Schweigen alle nur deshalb, um ihre kosmischen Überlebenschancen zu erhöhen?
Eine spannende Lesereise durch das Universum, zu unseren kosmischen Nachbarn und zu uns selbst.
Harald Lesch is a German physicist, astronomer, natural philosopher, author, television presenter, professor of physics at the Ludwig Maximilian University of Munich (LMU) and professor of natural philosophy at the Munich University of Philosophy. In the German speaking world, Lesch serves a similar role to that of Neil deGrasse Tyson, as a bridge between the scientific community and the public.
Viele von euch wissen es nicht, aber wenn mir mein Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften nicht gefallen hätte, wäre Physik meine zweite Wahl gewesen. Vor allem die Astrophysik hat es mir angetan und ich habe schon als Kind Dutzende Bücher über das Weltall verschlungen. Was für mich besonders spannend ist, ist das Phänomen, das in diesem Buch beschrieben wurde: Unser Universum ist unvorstellbar groß. So groß, dass ich es am liebsten als unendlich groß beschreiben würde, auch wenn das offensichtlich nicht stimmt. Aber trotz dieser unglaublichen Größe ist die Erde bisher der einzige Planet mit intelligentem Leben, den wir kennen. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, wie das denn bitte sein kann.
Die Autoren betrachten hier die Suche nach außerirdischem Leben aus verschiedenen Perspektiven. Sie sprechen über die Geschichte der Erforschung von Signalen, die eventuell von Aliens stammen könnten, erklären, was man überhaupt unter intelligentem Leben versteht und welche Voraussetzungen denn wahrscheinlich stimmen müssen, damit sich Leben auf einem Planeten entwickelt. Außerdem wird das Fermi-Paradoxon beschrieben (das streng genommen kein Paradoxon ist, wie uns hier erklärt wird) und diskutiert, ob es überhaupt eine gute Idee ist, Aliens auf uns aufmerksam zu machen, oder ob das vielleicht gefährlich für uns werden könnte.
Die Erklärungen erfolgen in einer Sprache, die für mich unterhaltsam und leicht verständlich war. Besonders schön fand ich, dass es die Autoren geschafft haben, hier auch Humor einzubauen - das ist ja bei Sachbüchern auch nicht selbstverständlich. Und durch diesen Humor schaffen es die beiden, auch noch weitere wichtige Themen aufzugreifen, nämlich die Klimakatastrophe, die sich aktuell entwickelt, aber auch die Gefahr, die uns durch Atomwaffen droht. Die Möglichkeit, dass wir uns durch unseren Leichtsinn und unseren Egoismus selbst vernichten werden, wird so sehr deutlich sichtbar und ich glaube, dass das eine sehr wichtige Message ist, die nicht oft genug erwähnt werden kann.
Mein Fazit? Sehr gut gelungenes Buch, durch das ich viel Neues über die Suche nach außerirdischem Leben lernen durfte.
Spannendes Buch, was Spaß macht zu lesen. Viel Hintergrundwissen über Astrophysik aber auch Exobiologie, ohne in schwurblerische Bahnen abzudriften. Harald Lesch bleibt stets realitätsnah, aber lässt sich gerne auch mal verleiten in phantastische Bahnen abzudriften, um kurz darauf wieder den Turn hin zur Realität zu schaffen.
Ich wünschte mir, Naturwissenschaftler würden aufhören, Geschichte schreiben zu wollen.
Die erste Hälfte des Buches ist gleich mal für die Tonne. Dort geht es mehr um die Geschichte von SETI usw als über das Fermi-Paradoxon. Aber anstatt als Naturwissenschaftler, die Physik dahinter zu erklären, beschränkt sich Lesch darauf im Plauderton, Buchseiten mit belanglosen Anektoten aus vergangener Zeit zu verschwenden.
Warum muss ich von jeder Party, auf die Frank Drake ging, wissen? Warum ist es wichtig, was Jane Fonda getragen hat? (Ein sehr freizügiges Netzkleid). Warum erfahren wir, ob die geladenen Damen an einem Event in Panama etwas zu warm hatten? (Ja).
Liebe Naturwissenschaftler: WAS geschehen war, ist für sich nie spannend oder relevant. WARUM etwas geschieht hingegen schon. Aber das würde ein Erklären des Kontextes voraussetzen. Was natürlich viel schwieriger ist, als einfach ein paar Trivialitäten aufzuschreiben. Beschänkt euch doch bitte auf dass, was ihr könnt, und weswegen die Leute eure Bücher kaufen: Naturwissenschaft.
3,5 Ein Buch, das um einen negativen Umstand kreist: wieso haben wir noch keinen Beweis für die Existenz von Außeridischen gefunden? Ihre Existenz ist doch sehr wahrscheinlich, es müsste sie sogar in einem Radius von 100 Lichtjahren geben, folgt man plausiblen Schätzungen. Interessant war für mich die Geschichte der Suche nach Außerirdischen im Kosmos, die ab 1962 mit Radioteleskopen erfolgt. Die Drake'sche Formel spielt eine Rolle, aber auch das so genanne Fermi-Paradoxon, das eigentlich keines ist. SETI, SETA und Projekt Ozma. Superzivilisationen heißt es deshalb, weil es am wahrscheinlichsten ist. dass wir zuerst auf eine weit höher entwickelte Zivilisation stoßen werden. Ungefähr gleiche Entwicklungstufe von Aliens ist bei den zeitlichen und räumlichen Abständen unwahrscheinlich. Dieser eher unspektakuläre Umstand, die großen Abstände im Universum, wird auch angesprochen. Aber eher dramatische wie die Angst vor einem Erstkontakt, oder eine planetare Katastrophe bei den Außerirdischen. Die Autoren plädieren angesichts der Risiken eines Erstkontakts dafür, erst mal nur zu horchen, auch wenn andere Zivilisationen dieselben Befürchtungen haben. Wir Menschen sollten vielleicht auch froh sein, denn wir bieten im Moment kein gutes Bild ab, sollten wir nur beobachtete werden. Auch das kann ein Grund sein, warum die Sterne schweigen. Es gibt also viel mehr Gründe für die Stille als für den Lärm. Im Grunde ist das Interesse, die Überzeugung von Esistenz anderer intelligenter Lebewesen im All auch verifizieren zu wollen, einfach zu gering. Das sieht man ja auf der Erde: Viele sind überzeugt von der Existenz anderer Intelligenzen im All, und das reicht ihnen völlig. Regierungen ist das nicht wichtig genug, um kontinuierlich Geld für die Suche auszugeben. Nur sehr wenige wollen es wirklich wissen. Und noch weniger sehen der Kommunikation mit ihnen hoffnungsfroh entgegen. Ein gut lesbares Buch, das mich als SF-Leser auch gefallen hat, weil Beispiele aus der SF-Literatur und -Film eine Rolle gespielt hat. Man erkennt, wie Wissenschaft und Kunst sich gegenseitig inspirieren.
Die vielen möglichen Erklärungen sind ja nett dargelegt (wenn auch weithin bekannt), aber wirklich interessant wäre es geworden, wenn die Autoren physikalische Hintergründe erläutert und die unterschiedlichen Szenarien auch kritisch hinsichtlich ihrer jeweiligen Plausibilitäten beleuchtet hätten. Ganz simples Beispiel: wie stark sind die Signale denn, die wir im Alltag ohnehin ausstrahlen (elektromagnetisch, biochemisch, Licht in der Nacht etc) im galaktischen Kontext - und welche Technik wäre nötig um sie zu detektieren? Antworten auf diese Fragen würden ja maßgeblich beeinflussen, ob man sich als aufstrebende Zivilisation im Weltall überhaupt verstecken KANN.
Schon Stephen Hawking empfahl: „Schaut nicht zu euren Füßen, sondern rauf zu den Sternen!"
Allen, die von Sternen, Galaxien, dem Universum und der Frage nach weiteren Bewohnern fasziniert sind, sei dieses kurzweilige Buch empfohlen. Es fast die vergangenen Versuche der Menschheit, Leben im Weltall zu finden übersichtlich zusammen. Aber vor allem wartet es mit diversen dazu Theorien auf, die einem Knoten ins Gehirn drehen. Fantastisch.
Unglaublich interessantes Buch. In der ersten Hälfte geht es eher um die Geschichte, wie es dazu kam, dass man SETI gegründet hat und welche Experimente unternommen wurden, um außerirdisches Leben zu finden oder einzufangen. In der zweiten Hälfte wird dann die Frage des Titels erörtert. Und dabei habe ich so viele neue Denkansätze gefunden und interessante Erkenntnisse gewonnen. Ich fand es unglaublich interessant. Der Schreibstil war einfach und erinnerte immer zu Beginn der Kapitel an Geschichten. Es wurde sehr bildlich erzählt. Das hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht, mir hätten auch die harten Fakten gereicht, aber es war eine schöne Auflockerung zwischendurch. Das Buch gibt einen wirklich guten Überblick über das Thema ohne sich zu tief in der Theorie zu verlieren.