Maine, the Pine Tree State—a land of vast forests, a rugged coastline…and monsters! Bigfoot has long roamed around the state from the south all the way to the northern border. Sea serpents lurk along the state’s coast, and small-town legends abound from the Durham gorilla to the Turner Beast. But there’s more—strange canids, lake monsters, black panthers, and the ghostly white Specter Moose! Welcome to Monsters of the Pine Tree State.
Monsters of the Pine Tree State von David Weatherly fügt sich nahtlos in die Reihe ein und zeigt eindrucksvoll, warum auch vermeintlich „ruhige“ US-Bundesstaaten folkloristisch viel zu bieten haben. Maine ist kein Staat, den man automatisch mit Monstern oder Kryptiden verbindet – und genau darin liegt die Stärke dieses Buches. Weatherly versucht nicht, dem Bundesstaat spektakuläre Schrecken aufzuzwingen, sondern arbeitet heraus, was sich organisch aus Landschaft, Geschichte und Lebensrealität ergibt.
Besonders überzeugend ist, dass die Auswahl der Wesen Sinn ergibt: Maine ist stark vom Wasser geprägt, und entsprechend nehmen Seeschlangen, Flusswesen und andere maritime Erscheinungen viel Raum ein. Figuren wie Cassie oder Wessie wirken nicht konstruiert, sondern wie natürliche Produkte einer Region, die vom Meer, von Flüssen und von Nebel lebt. Gerade Wessie sticht dabei positiv hervor – als ein Wesen, das nicht bedrohlich, sondern fast sympathisch erzählt wird. Dass Weatherly auch solche freundlich oder neutral wahrgenommenen Gestalten einbezieht, hebt das Buch wohltuend von vielen reinen „Monsterkompendien“ ab.
Generell zeichnet sich Weatherlys Ansatz dadurch aus, dass er verschiedene Blickwinkel nebeneinander stehen lässt. Indigene Überlieferungen, Siedlerberichte, Zeitungsartikel und moderne Sichtungen werden nicht gegeneinander ausgespielt oder spekulativ zugespitzt. Die Geschichten dürfen für sich selbst sprechen – so widersprüchlich, fragmentarisch oder unaufgelöst sie auch sein mögen. Das fühlt sich ehrlich an und spiegelt gut wider, wie Folklore tatsächlich funktioniert: nicht als geschlossenes System, sondern als Sammlung von Erfahrungen, Deutungen und Erzähltraditionen.
Sehr gelungen ist auch der respektvolle Einbezug der Perspektiven der Native Americans. Diese werden nicht als exotisches Horror-Element instrumentalisiert, sondern als eigenständige, zeitlich tiefe Stimmen kenntlich gemacht. Zusammen mit den zurückhaltend eingesetzten, stimmungsvollen Illustrationen entsteht ein ruhiges, atmosphärisches Gesamtbild, das unterstützt, ohne zu dominieren.
Vier Sterne erhält das Buch, weil es bewusst leise bleibt und dadurch vielleicht weniger ikonische Figuren bietet als andere Bände der Reihe – was jedoch eher eine Konsequenz des behandelten Staates als ein wirklicher Mangel ist. Monsters of the Pine Tree State zeigt eindrucksvoll, dass Folklore nicht laut, brutal oder medial präsent sein muss, um faszinierend zu sein. Gerade in dieser Zurückhaltung liegt der besondere Reiz des Buches.
Bigfoot and water monsters galore, as expected. Not very many mystery reptiles, also to be expected from Maine. But plenty of wolf creatures, some odd alls like a goatman, and the Specter Moose kept things lively in another great book in this series.