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Ich träumte von einer Bestie

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Fleurs Welt ist das Internet. Dieser Ort bietet ihr im Gegensatz zur realen Welt Geborgenheit. Als Fleur die Wohnung ihrer verhassten französischen Großmutter erbt, wird sie mit ihrer ungeklärten Familiengeschichte konfrontiert. Auf den Spuren ihrer Ahnen reist Fleur nach Frankreich in die Auvergne. Dort stößt sie auf ein dunkles Geheimnis, das bis in die Zeit der Aufklärung zurückreicht. Dabei blickt sie auch einer Bestie ins Gesicht, die das Schicksal ihrer Familie seit Generationen überschattet. Nach dieser Begegnung wird Fleur für immer eine andere sein.

449 pages, Kindle Edition

First published September 26, 2023

6 people are currently reading
116 people want to read

About the author

Nina Blazon

58 books320 followers
Nina Blazon was born in Slovenia (the former Yugoslavia) in 1969. As a child growing up in the Bavarian town of Neu-Ulm, Nina enjoyed exploring the "forbidden" woods in search of dinosaurs, werewolves, and "monster deer" with the other children in town.

Given her taste for adventure and strange creatures, it is no surprise that Nina's favorite childhood books include the works of Astrid Lindgren (Pippi Longstocking) and The Neverending Story by Michael Ende. These books served as an inspiration to Nina as she began writing poetry and stage plays at the age of 13.

Despite a lack of encouragement from her parents, Nina pursued a work placement in journalism and began to further develop her craft. She credits the books of Theodore Sturgen as a major influence on her writing, and lives by her own advice of "Never forget your notebook!" as she often finds herself inspired by ordinary people doing everyday things.

In her novel The Pact of the Wolves (Spring 2008), Nina explores her fascination with secret societies, which she supplements with historic facts from a 17th-century German witch trial--two dark, mysterious topics that create an eerie backdrop for her cast of spellbinding characters.

Today Nina Blazon lives with her husband in Stuttgart, Germany--80 kilometers (50 miles) from the Black Forest. She enjoys traveling through Scandinavia, history, cinema, riding, and--undoubtedly--exploring the woods in search of dark creatures and bone-chilling adventures!

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Community Reviews

5 stars
45 (27%)
4 stars
82 (50%)
3 stars
23 (14%)
2 stars
12 (7%)
1 star
2 (1%)
Displaying 1 - 30 of 54 reviews
Profile Image for Ms. Smartarse.
699 reviews372 followers
March 13, 2024
Forensic data-specialist Fleur Martin spends her days rooting for secrets in damaged hard drives, and removing defunct social media accounts.Her nights are mostly dedicated to fighting wind mills online bullies, though she does occasionally brave a Tinder-date or two. Long-term commitment however, is nigh impossible with her refusal to reveal even the most innocuous of personal information about herself.

The death of her biological father sends a curious Fleur rooting through her long-buried past, as she tries to make sense of her mysterious grandmother. Unlike her usual gigs though, she can't just peek at things from behind a digital firewall, and is instead forced to handle the affairs in person.

hiding behind hedge

I have a somewhat problematic relationship with Internet privacy. On the one hand, I'm all for hiding everything from the Interwebs, but I'm also a sucker for any tiny bit of e-popularity I stumble on. Which is why I rather enjoyed contemplating Fleur's many privacy-related concerns, along with her vigilante shennanigans on the dark web.

The mystery however, was hella annoying to get through. The whole plot is permeated by this constant feeling of secrecy, that never seems to get revealed, regardless of how hard and deep the protagonist may dig. The weirdly frustrating thing is, that Fleur does actually stumble on a number of variously shocking family secrets, yet keeps hinting at even deeper and darker ones.

blindfolded car ride

Granted, all this may have been part of a convoluted misdirection strategy, but I felt like I wasn't given a real chance at formulating my own theories. Yet for all my frustrations, I never actually found it in me to outright dislike the story, thanks to the writing style.


That's the crazy thing about getting close to someone: you can love a smell, a mouth or a laugh despite not knowing them personally at all.

"Fleur is my actual name, but... I never use it online."
"Why? Are you an undercover cop?" he laughs contemptuously. That's another thing I didn't know about Simon.
"For various reasons," I reply. "Among others, professional ones, yes. It's frowned upon when employees have a personal social media presence."
Which was technically the exact opposite of the truth.


In the end, I can't say I was disappointed with either the resolution, the character development, nor even with the romantic subplot. But I also felt these 449 pages really intensely, wondering if I'd ever get through them all.

Score: 3.65/5 stars

If you like atmospheric reads, give this story a chance.
If you like slow-burning storytelling, grab this novel ASAP.
If, however, you're more plot-oriented and don't care too much about the writing style, this might not be the best book for you.

===============
ARC provided by Verlagsgruppe HarperCollins via NetGalley in exchange for an honest and fair review.
Profile Image for Letanna.
1,950 reviews60 followers
October 2, 2023
Ich muss gestehen, dass ich irgendwie gar keine Ahnung hatte, was mich hier bei den neuen Buch von Nina Blazon erwarten wird. Aber der Klappentext hat mich so angesprochen, dass ich es unbedingt lesen wollte.

Die Autorin hat sich für ihre Geschichte als Handlungsort Frankreich ausgesucht und zwar die Region Auvergne und befasst sich mit der Legende um die Bestie des Gévaudan. Hier werden historische Fakten geschickt mit Fiktion erzählt, was mich sehr gefesselt hat.

Die Handlung wird aus der Sicht von Fleurs erzählt. Sie ist sehr verschlossen und als Leser merkt man sofort, dass es da ein Geheimnis gibt, dass sie nicht preisgeben will. Als ihre französische Großmutter stirbt, tritt sie eine Reise in ihre Vergangenheit an.

Fleur ist auf jeden Fall ein toller Charakter, sie ist intelligent und kann auch taff sein, wenn es ein muss. Wir begleiten sie bei ihrer Ahnenforschung und gleichzeitig auch bei ihrer Selbstfindung, was ich sehr faszinierend und emotional fand.

Eigentlich bin ich ja eher ein Fantasy-Leser, aber trotzdem konnte mich dieses Buch, das tatsächlich ohne Fantasy auskommt, völlig in den Bann ziehen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung mit voller Punktzahl.
Profile Image for Gedankenlabor.
853 reviews124 followers
October 30, 2023
"Ich träumte von einer Bestie" von Nina Blazon hatte ich schon vor Erscheinen auf dem Schirm und empfand die Thematik rund um Fleur, die sich auf eine ganz besondere Spurensuche macht unheimlich interessant. Das Setting Frankreich und die alten Sagen und Mythen, der besondere Charme der Menschen war hier großartig eingebunden, wie ich finde. Auch Fleur war ein Charakter, den ich sehr greifbar empfand. Sie hat Ecken und Kanten, trifft nicht immer die richtigen Entscheidungen und muss selbst in sich einige Hürden überwinden. Sie entwickelt sich innerhalb der Geschichte und das fand ich wirklich toll mitzuerleben. Gleichzeitig ist ihre Spurensuche für mich unheimlich interessant gewesen und deckte doch mehr auf als man zu Beginn erwartet.
Für mein Empfinden hat Nina Blazon hier einen wirklich besonderen Roman über die Spurensuche der eigenen Wurzeln und gleichzeitig des sich selbst finden geschrieben. #leseempfehlung
Profile Image for faanielibri.
833 reviews62 followers
November 26, 2023
Mit ‚Ich träumte von einer Bestie‘ hat Nina Blazon wieder einen Roman für Erwachsene geschrieben. Ich finde es bewundernswert, wie man als Autorin den Spagat zwischen Jugend- und Erwachsenenliteratur schafft und beide Zielgruppen mit dem jeweiligen Erzählstil glücklich macht. Denn glücklich gemacht hat mich die Geschichte, die von dem Mythos um die Bestie von Gévaudan inspiriert ist. Dabei konnte ich am meisten in den Schauplatz eintauchen, denn das okzitanische und keltische Erbe der Auvergne hat mich unglaublich fasziniert und mich zu so mancher weitergehender Recherche animiert. Und ein neues Urlaubsziel beschert.
Wir folgen während der Geschichte der Datenforensikerin Fleur, die sich nach dem Tod ihres leiblichen Vaters mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen muss. Und ihrem Erbe. Ihr Weg führt sie dabei über Luxemburg in die Auvergne, wo sie recht bald auf den Mythos um die Bestie von Gévaudan stößt. Zu erwähnen ist hier, dass die Story nicht – wie so oft – auf zwei Zeitebenen erzählt wird. Das wir uns immer in der Gegenwart befinden, fand ich herrlich erfrischend. Natürlich werden die Ereignisse der Vergangenheit aufgearbeitet, und das in einer sehr lebendigen Art und Weise. Fleur selbst macht währenddessen eine tolle Entwicklung durch, die viel mit Akzeptanz, Selbstliebe und Lösen von einer Person zu tun hat, die man nicht mehr sein will. Dazu eine geheimnisvolle Familiengeschichte, ernste Themen (vor allem in Bezug auf Fleurs Talent bzgl. des Löschens von Daten im Internet), viel französisches Flair, Natur und auch ein bisschen Liebe.
Manche Rezensionen kritisieren übrigens, dass die Geschichte zu viel will. Dem kann ich aber nicht zustimmen. Ich fand selbst die Nebenhandlungsstränge, die es vielleicht nicht unbedingt gebraucht hätte, unglaublich bereichernd und haben der Story noch zusätzlich Menschlichkeit und Authentizität verliehen. Einen Fantasyanteil habe ich übrigens nicht erkannt. Vielleicht sehen diesen andere Leser*innen in Fleurs Träumen oder eben der Legende um die Bestie. Für mich ist es ein kurzweiliger und intensiver Roman über eine junge Frau, die sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit macht, um ihren Weg in die Zukunft zu finden.
Profile Image for Marie.
184 reviews14 followers
October 8, 2023
„ ,Na ja, solche Leute, die früher wegen ihres Aussehens auch im Zirkus aufgetreten sind, wurden halt [als Freaks] bezeichnet. […] Die Frau mit dem Bart, der Elefantenmensch, siamesische Zwillinge…´ ,Genau: früher! Kein Grund, sie heute so zu nennen!`“

Fleur, die Protagonistin in Nina Blazons Roman „Ich träumte von einer Bestie“, ist Datenforensikerin und setzt sich mit Herzblut für diejenigen ein, die heute als freaks im Internet gehandelt werden. Ehrenamtlich versucht sie, Pädophilen das Handwerk zu legen und jungen Mädchen beizustehen, deren Nacktbilder ins Internet gelangen. Als ihr leiblicher Vater stirbt, zu dem die junge Frau schon seit der Kindheit keinen Kontakt mehr hat, geht ein unerwartetes Erbe in Luxemburg mit der Todesnachricht einher. Überredet von Bruder Max macht Fleur sich auf den Weg ins Nachbarland und von dort bald weiter nach Frankreich. Denn im Nachlass ihres Vaters findet sich die Ahnenforschungsergebnisse ihrer Großmutter und einen Hinweis auf einen Diebstahl einer Reliquie.

Der Leser begleitet Fleur bei ihren Recherchen im Ausland und taucht bald ein in eine sagenumwobene Welt rund um die Wolfsbestie in der Auvergne. Ein Werwolf oder eine Wolfsbestie soll dort für Angst und Schrecken gesorgt haben. Die Gräfin, die zur Jagd auf die Bestie bließ, ist möglicherweise eine ferne Verwandet von Fleur. Während der Recherchen lernt der Leser Fleur immer besser kennen. Die Figur wirkt anfangs sperrig, unfreundlich und unsympathisch, in ihrer kühlen Überlegtheit aber auch faszinierend. Je mehr man über ihre Geschichte erfährt, desto mehr Verständnis bringt man für die Protagonistin auf. Die ein oder andere geschickt gestreute Information führt zu einer überraschenden Wendung am Ende des Romans.

Obwohl „Ich träumte von einer Bestie“ eine ganz andere Geschichte erzählt, als jene, die ich beim Lesen des Klappentextes vermutet habe, habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Ob einige Nebenhandlungen wie die Trennung von Fleurs Bruder von seiner Jugendliebe oder die Ermittlungen ihres Stiefvaters hier tatsächlich relevant sind, sei einmal dahingestellt. Insgesamt hat Nina Blazon mit diesem Roman den historisch belegten Stoff rund um die Bestie in der Auvergne gelungen literarische aufgearbeitet und dabei gezeigt, dass sie nicht nur Kinder- und Jugendliteratur überzeugend schreiben kann. Besonders überzeugt hat mich das unterschwellige Plädoyer, dass Andersartigkeit und Abnormalität keinen Unterhaltunsgeffekt hat und man sich daher zweimal fragen sollte, Bilder vermeintlicher freaks im Netz zu teilen.
Profile Image for Kadyofbooks.
343 reviews4 followers
January 2, 2024
Erneut ein Buch von Nina Blazon, das mir sehr gut gefallen hat! Der dritte Erwachsenenroman und gleichzeitig das 33. Buch, das ich von Nina Blazon gelesen habe.
Fleurs Geschichte hat mich mitgenommen und fasziniert. Auch fand ich es super, dass hier erneut der Mythos um die Bestie im Gévaudan aufgegriffen wird. Das hat Nina Blazon bereits mit ihrem historischen Jugendroman Wolfszeit getan und nun erneut in diesem Erwachsenenroman. Hier bildet der Mythos allerdings den historischen Hintergrund der aktuellen Lebens- und Familiengeschichte von Fleur - oder auch nicht? Denn Fleur versucht ihre Familiengeschichte nachzuvollziehen und Geheimnisse, die von ihrer Großmutter und ihrem Vater lange gehütet wurden, aufzudecken. Dass sie dies tut, um endlich mit ihrer eigenen Vergangenheit abzuschließen fand ich überzeugend und hat mich fasziniert.
Profile Image for Annika.
69 reviews
October 3, 2023
Nina Blazon schafft es wie keine andere Spannung aufzubauen, lebendige und emotional tiefgreifende Charaktere zu erschaffen, Fäden zu spinnen und Fährten zu legen, die ganz am Ende ein rundes Bild ergeben, bei dem sich nur noch sagen lässt: Genauso! Genauso müssen Bücher sein.
Profile Image for Flavia Maltritz.
256 reviews5 followers
October 21, 2023
​Darum geht’s:
Die junge Datenforensikerin Fleur flüchtet sich am liebsten in ihre Arbeit und findet im Internet den gewünschten Abstand zur realen Welt. Als ihr biologischer Vater verstirbt und sie somit das Erbe ihrer verhassten Großmutter antreten soll, muss sie ihr Schneckenhaus verlassen und sich der Vergangenheit ihrer Familie stellen – erst widerwillig, aber dann entfachen einige geheimnisvolle Details Fleurs Neugier und sie macht sich auf, ihrer Familiengeschichte in der französischen Auvergne auf den Grund zu gehen. Dort angekommen, wird Fleur auch immer wieder mit der Legende rund um die Bestie von Gévaudan konfrontiert und sie erkennt, dass sie auch sich selbst zuliebe herausfinden muss, ob es eine Verbindung ihrer Ahnen mit diesem Mythos gegeben hat.

So fand ich’s:
Aufgrund des Klappentextes und auch angesichts von Nina Blazons früheren Büchern hatte ich mit einer Fantasy-Geschichte gerechnet. Doch dann entwickelte sich der Plot in eine für mich sehr überraschende Richtung. Enttäuscht war ich jedoch nicht – ganz im Gegenteil!

Zu Beginn lernt der Leser Fleur recht intensiv kennen. Man merkt schnell, dass sie ein ganz besonderer Mensch mit einer sehr zarten und verletzlichen Seele ist, die ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. Dennoch konnte ich ihr Verhalten nicht immer nachvollziehen und hoffte, dass der Verlauf der Geschichte mir dafür Erklärungen liefern würde.

Auch die anderen Figuren wirkten auf mich sehr real. Die Autorin hat jedenfalls die Charaktereigenschaften sehr eindrücklich ausgearbeitet, so dass ich mir die wichtigsten Personen nicht nur bildlich vorstellen konnte, sondern deren Wesenszüge quasi gespürt habe. Hierzu hat bestimmt auch der intensive Erzählstil dazu beigetragen. Ich habe zumindest immer wenn ich das Buch zur Hand genommen hatte, alles um mich herum vergessen können.

Die Autorin geizt nicht mit Details und Informationen. Dadurch bin ich kurzzeitig etwas hibbelig geworden, weil ich unbedingt dem Geheimnis auf die Spur kommen wollte. Ich musste mich an der Stelle also noch etwas gedulden. Und trotzdem kam bei mir keine Langeweile auf.

Außerdem zeugen diese zahlreichen Einzelheiten von einer sehr intensiven und fundierten Recherchearbeit. Auch die Beschreibungen der Landschaften ließen viele Bilder in meinen Gedanken entstehen.

Wie bereits erwähnt, hatte ich mich auf ein Fantasy-Buch eingestellt und wurde dann von der Richtung, die die Geschichte eingeschlagen hat, sehr überrascht. Doch es hat sich definitiv gelohnt dranzubleiben. Denn Nina Blazon hat hier eine ganz besondere und originelle Mischung aus modernen Figuren, aufwühlender Familiengeschichte und Mythologie geschaffen, die mich sehr gefesselt hat.

Der Auflösung bin ich selbst nur ein Quäntchen nahegekommen und wurde auch hier nochmals von der Autorin überrascht. Rückblickend ist auch alles in sich schlüssig und meine Fragen, die sich im Verlaufe der Lektüre entwickelt hatten, wurden alle beantwortet.

So konnte ich das Buch äußerst zufrieden nach packenden Lesestunden zuklappen und empfehle es jedem Lesebegeisterten sehr gerne weiter.​
Profile Image for Gordon Ambos.
Author 4 books79 followers
August 13, 2024
abgebrochen bei 57%

Normalerweise bewerte ich keine Bücher, die ich nicht komplett beendet habe, aber ich kann nicht mehr. Nachdem die ersten 30% wirklich cool und interessant waren, plätschert es nur noch vor sich hin. Es wird viel geredet, viel spekuliert, aber wirklich etwas Gehaltvolles passiert nicht. Dieses Buch schläfert mich regelrecht ein.
Es ist so schade, weil ich die Bücher von Nina Blazon eigentlich immer mag, aber dieses hat mich einfach verloren.
Profile Image for Doris.
36 reviews
March 10, 2025
Gut geschrieben, die Themen haben mir sehr gut gefallen und wurden sehr gut zusammengewebt. Ab der Hälfte allerdings sehr langatmig, ein paar Schleifen zu viel. Die Männergeschichten hätte ich nicht gebraucht. Ich mochte auch nicht, dass relevante Dinge der Handlung erfunden wurden, zum Beispiel ihre Krankheit (ist im Nachwort zu lesen).
This entire review has been hidden because of spoilers.
159 reviews
October 18, 2023
Fleur arbeitet als IT’lerin und säubert das Netz u.a. von Rachepornos. Ihre Dates findet sie via Tinder, das Internet ist ihre Welt. Als sie erfährt, dass ihr leiblicher (französischer) Vater verstorben ist, und dass sie als Erbin eingesetzt wurde, obwohl sie diesen Teil der Familiengeschichte am liebsten vergessen würde, reist sie via Luxemburg nach Frankreich, obwohl ihr geliebter Stiefvater und ihre resolute Mutter dagegen sind. Einzig ihr jüngerer Bruder, der sein FSJ zwecks Selbstfindung gar nicht erst antritt, unterstützt seine Schwester & fährt mit ihr über die Grenze.
In Frankreich muss sich die junge Frau ihrer traumatischen Vergangenheit stellen und sie stößt auf ein Geheimnis, dass es zu erforschen gilt …
Die Legende um die Bestie des Gévaudan, der zwischen 1764 und 1767 etwa 100 Menschen unter ungeklärten Umständen zum Opfer fielen, hat mich schon immer fasziniert, der französische Kinokracher „Pakt der Wölfe“ /«Le pacte des loups » aus dem Jahre 2001 gehört zu meinen Lieblingsfilmen. Da ich „Totenbraut“ von Nina Blazon gern gelesen habe, ist auch „Ich träumte von einer Bestie“ sofort auf meine Leseliste gewandert, der Roman ist jedoch nur auf dem ersten Blick ein Fantasy - Schmöker. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin sehr viel recherchiert hat, und ich finde, dass man bei der Lektüre viel lernt, insofern ist es mehr als „schnöde“ Unterhaltung, die Nina Blazon bietet. Nina Blazon tangiert mit ihrer Geschichte aktuelle gesellschaftliche Debatten, ohne allzu „woke“ zu werden. Der gesellschaftskritische Ansatz gefiel mir sehr gut. Ich mochte auch die kulturgeschichtliche Dimension des Romans, auch frankophile und frankophone Leser kommen hier auf ihre Kosten, über das code-switching habe ich mich sehr gefreut, die historischen Besonderheiten Okzitaniens werden auch angesprochen, sehr viele Informationen werden unheimlich leichtfüßig in den Text integriert. Toll ist auch die kleine Märchenkunde, die en passant angesprochen wird. Den Anfang fand ich sehr spannend, ein ruhiger Erzählfluss ist insgesamt vorherrschend. Ungeduldige werden vielleicht einwenden, dass die Geschichte sich zieht wie Kaugummi. Diesen Eindruck hatte ich nicht, da ich stets wissen wollte, wie die Geschichte enden wird, obwohl sich meine ursprüngliche Annahme, Fleur sei eine unzuverlässige Erzählerin, nicht wirklich bestätigt hat. Obwohl ich die Charakterisierung der handelnden Personen im Roman insgesamt spannend fand, war die Protagonistin für mich als Figur nicht ganz stimmig, auch wenn die persönliche Entwicklung Fleurs geschildert wird. Ein bisschen verwundert war ich auch über die Wiederholungen, ich habe schon beim ersten Lesen kapiert, dass die keltischen Feen nicht lieblich, sondern kämpferisch und kratzbürstig sind, die Autorin hätte es nicht mehr als einmal schreiben müssen. Fleurs Stiefvater ist ein ehemaliger Polizist, der ihr aus der Ferne hilft, das Rätsel rund um die Familie zu lösen, und mir war nicht ganz klar, wie dazu die Hauptstadt Sri Lankas – „Colombo“ – passt, die zwei Mal im Text genannt wird, genannt wird auch „Columbo“ (Peter Falk), was Sinn macht. Gegen Ende ist vom „Waschbären – Lock“ statt von einem Look die Rede. Die Autorin hat sich beim Verfassen der Geschichte erkennbar Gedanken gemacht, daher hat der Roman eigentlich ein tadelloses Korrektorat verdient, schließlich wurde er nicht im Selbstverlag publiziert. Die Landschaftsschilderungen und die Beschreibungen von sakralen Objekten sind ganz klasse, ich habe während der Lektüre richtig Lust bekommen, an die Orte zu reisen, die Nina Blazon im Buch beschreibt, auch wenn ich mit manchen Thesen und Ansätzen, die sie literarisch im Buch verarbeitet, nicht konform gehe.
Fazit: Trotz der genannten Schwächen empfehle ich „Ich träumte von einer Bestie“ zur Lektüre, ich habe das E-Book gerne gelesen.
Profile Image for Winniehex.
1,227 reviews8 followers
November 15, 2023
In "Ich träumte von einer Bestie" entführt uns Nina Blazon in die faszinierende Welt von Fleur, einer Datenforensikerin, die im Internet Geborgenheit findet. Als sie die Wohnung ihrer französischen Großmutter erbt, wird sie mit ihrer Familiengeschichte konfrontiert und begibt sich auf eine Reise nach Frankreich, um ein dunkles Geheimnis aufzudecken, das bis in die Zeit der Aufklärung zurückreicht.

Die Protagonistin, Fleur, engagiert sich leidenschaftlich für diejenigen, die im Internet als "freaks" gelten, und setzt sich ehrenamtlich gegen Pädophilie ein. Nach dem Tod ihres leiblichen Vaters erbt sie unerwartet und begibt sich auf die Suche nach ihren Wurzeln, was sie nach Frankreich führt. Dabei stößt sie auf historische Fakten, insbesondere die Tötungsfälle der "Bestie von Gévaudan", die die Autorin geschickt in die Handlung einwebt.

Die Handlung nimmt Fahrt auf, als Fleur den attraktiven Polizisten Tomé trifft, der ihr bei der Suche nach einem gestohlenen Reliquiar hilft. Die Dynamik zwischen den Charakteren, insbesondere Fleurs Halbbruder Max, verleiht der Geschichte Tiefe. Die Darstellung der dysfunktionalen Familiendynamik, geprägt von Schweigen und Leugnen, zeigt sich als gelungener Aspekt, der die Handlung bereichert.

Allerdings geraten Fleurs Nachforschungen in Frankreich an manchen Stellen in die Länge, wodurch die Spannung nachlässt. Einige Passagen erscheinen weniger zielführend und könnten straffer gestaltet sein. Dennoch beeindruckt die Autorin durch die geschickte Integration historischer Fakten und die Darstellung der realen "Bestie von Gévaudan", was der Handlung Authentizität verleiht.

"Ich träumte von einer Bestie" ist somit eine fesselnde Mischung aus Familiendrama, historischer Recherche und Mystery-Elementen, die den Leser in die Welt von Fleur entführt und dabei geschickt die Verbindung zu realen historischen Ereignissen herstellt.
Profile Image for Darcys_Lesestuebchen.
381 reviews2 followers
December 6, 2023
Fleurs Welt ist das Internet und die sich bietende Anonymität. Nähe und Offenheit schrecken sie ab, sie ist eher für sich. Ihr Job als Datenforensikerin biete ihr im Gegensatz zur realen Welt Sichterheit und Geborgenheit. Als ihr Vater stirbt und sie die Wohnung ihrer verhassten französischen Großmutter erbt, muss sie nach Frankreich reisen und sich ihrer Familiengeschichte stellen, welche mehr als ein dunkles Geheimnis für sie bereithält und sie für immer verändert.

Meine Meinung:
Nina Blazon hatte ich bereits in meiner Jugend mal versucht, bin aber mit ihrem Stil damals nie ganz warm geworden. Aber nachdem ich die Leseprobe zu "Ich träumte von einer Bestie" las und mich beinahe augenblicklich in die Geschichte verliebte, wollte ich es noch einmal unbedingt versuchen, denn schließlich hat sich auch mein Lesegeschmack in den letzten Jahren verändert und ich freute mich sehr darauf.

Das lag auch dem Cover, was ich wunderschön und absolut treffend finde. Es ist schlicht und doch auch voller kleiner Details, die es hervorheben. Das Gesicht der Person ist durch die Blumen beinahe schon unkenntlich gemacht worden und einzig ein Auge sticht klar hevor. Der dunkelblaue Hintergrund bekräftigt den ersten Eindruck.

Und auch die Geschichte konnte mich anfangs sehr begeistern. Ich liebte die beinahe schon kühle Atmosphäre, die gerade dann umso mehr unter die Haut ging, weil sie gleichzeitig auch so viele Emotionen offenbarte. Die Autorin blancierte geschick mit dem Schicksal ihrer Hauptfigur und man fragte sie die meiste Zeit, wer denn nun Fleur wirklich war, die im Internet unter unzähligen Nicknames auftrat und selbst Menschen im realen Leben nicht immer ihren richtigen Namen sagte.

Ich fand es zunächst sehr spannend, sie auf ihrem Weg zu begleiten und fühlte ihre Emotionen, als wären es meine eigenen. Ihre Wut, ihr Unglauben und ihre Verwirrung waren die meiste Zeit nachvollziehbar und auch ihre Ablehnung und ihren Hass auf die französische Seite ihrer DNA waren verständlich. Mich schockierte es, was sie als Kind erleben musste und nachdem man erfuhr, was mir ihr geschehen ist, verstand man viele ihrer Gefühle noch besser. Die Reise in die Vergangenheit, die nicht nur ihre gegenwärtige Familiengeschichte umschloss, sondern auch weit in die Geschichte zurückging, zu den Angriffen der Bestie und sogar noch davor, waren absolut packend und interessant.

Aber leider verlor mich das Buch auch immer wieder. Denn abseits von ihrer Suche und der Entdeckung der Geheimnisse kamen viele Längen vor und es las sich recht zäh. Einige Elemente wurden unnötig in die Länge gezogen oder regten einfach nicht mein Interesse an. Sei es ihre Bekanntschaft mit Tomé, die melodramatische Art ihre Bruders Max, der beinahe klammernd wirkte oder ihre Arbeit als Hackerin, die leider im Sande verlief. Grundlegend war es interessant, wurde aber einfach zu wirr mitienander kombiniert und langweilte eher. Nur zum Schluss fand es zu alter Stärke zurück und überzeugte noch etwas in den letzten Zeilen.

Mit den Charakteren wurde ich nur bedingt warm. Anfangs mochte ich sie wirklich sehr, weil sie mich sehr neugierig auf ihre jeweiligen Leben und Schicksale machten, aber diese Begeisterung legte sich dann auch. Ich fand sie dann doch etwas anstrengend und haderte vor allem mit einigen Nebenfiguren. Sie wirkten alle recht feindselig und hart und das irritierte mich irgendwie.

Fleur mochte ich am meisten, weil ich gewisse Züge von ihr auch bei mir wiederfand und ihre Angst vor Nähe und Offenheit verstehen konnte. Allerdings fand ich sie manchmal auch etwas egoistisch und unüberlegt, bwz. reagierte sie nicht mit klarem Kopf.

Ihren Bruder Max fand ich etwas anstrengend, weil er sich melodramtisch und theatralisch verhielt und unangenehm werden konnte, wenn es nicht nach seinem Willen ging. Einzig der Stiefvater überzeugte mich durch seine ruhige und verständnisvolle Art.

Der Stil gefiel mir besser als damals, weil er gerade durch diese gewisse Kühle und das Verträumte überzeugte, aber sich manchmal auch recht zäh und wirr las. Vieles wurde in die Länge gezogen und konnte mich nicht mehr fesseln. Aber ich mochte die poetische Note, die sich durch das ganze Buch zog.

Fazit:
Es war einen Versuch wert und ich fand das Buch grundlegend auch sehr spannend und interessant, aber abseits von den Nachforschungen über ihre Ahnen und die Bestie konnte es mich leider kaum überzeugen. Ich wurde mit den Charakteren nicht wirklich warm und fand einige recht anstrengend. Der Stil gefiel mir noch am ehesten, auch wenn er sich zeitweilig recht langatmig und wirr las, aber ich liebte die poetische und malerische Art.


2 reviews
November 3, 2023
Wenn es eines im literarischen Sektor gibt dem ich nicht widerstehen kann, dann sind es Adaptionen von Märchen und Legenden. Für Erwachsene, möchte ich betonen, also auch gerne düster und tiefgehend. In der Vergangenheit habe ich bereits einige sehr gute Beispiele davon kennen gelernt, wie beispielsweise die Bücher von Daniela Winterfeld, Christina Henry oder Madeline Miller. Ich liebe es mich so richtig in diese Geschichten fallen zu lassen, mich hinwegzuträumen. Meistens haben sie mystische Anklänge oder gehen in den Bereich der Fantasy, einfach der Tatsache geschuldet dass auch Märchen und Legenden meistens einen nicht zu vernachlässigenden übersinnlichen Einschlag haben.
Das war es also, womit ich auch bei diesem Roman zuerst gerechnet hatte. Dies kann ich auf jeden Fall schon einmal entkräften: Der Roman gehört für mich keinesfalls in das Genre der Fantasy. Obgleich die Autorin sich einige Dinge ausgedacht hat die so nicht existieren, wie sie im Nachwort erklärt, bleiben diese fiktionalen Fakten doch immer ausgerichtet an real existierenden Gegebenheiten. Ich muss zugeben, ganz zu Anfang mochte ich die Protagonistin Fleur nicht leiden. Sie war spröde, bärbeißig und verschlossen und ich bekam keinen rechten Zugang zu ihr. Überhaupt waren die ersten Seiten des Romans für mich eher holprig, wirkten typisch betulich deutsch, wenn auch sprachlich von Beginn an sehr schön zu lesen.
Aber dann, so nach 50 Seiten, packte es mich. Als im Laufe des Romans auch immer mehr von Fleurs Hintergrund offenbar wurde, machte ich meinen Frieden mit ihrer Art, die im Nachhinein für mich nachvollziehbar wurde und ziemlich gut dazu passte. Ebenso die Art ihrer Familie, bei denen mir zu Anfang nur Bruder und Stiefvater sympathisch waren. Was die äußere Form angeht, so hatte ich einen Roman erwartet wie ich ihn bei solchen Themen kenne: Auf zwei Zeitebenen erzählt. Unter uns, das empfinde ich langsam als wirklich zu Tode geritten, es entlockt mir nur noch ein Schnarchen. Ich hüpfte innerlich vor Freude als ich erkannte, dass die Autorin hier komplett darauf verzichtet- obgleich wir uns natürlich mit der Vergangenheit beschäftigen, uns der Legende von Gévaudan immer weiter annähern, ist die Handlung doch die ganze Zeit in der Gegenwart angesiedelt, was mir SEHR gut gefiel. Und überraschenderweise gelingt es Nina Blazon trotzdem, die Vergangenheit lebendig werden zu lassen.
Wer wirklich mal ein bißchen Frankreich fühlen will, ist hier gut aufgehoben. Immer wieder werden französische Ortschaften beschrieben, Charaktere erschlossen und die französische Sprache eingestreut. Aber immer wirkte es organisch, nie bemüht oder überhöht, und: Es liest sich, als würde die Autorin die Landschaft des Gévaudan genau kennen. Ich weiß nicht, ob sie dorthin gereist ist, aber ich könnte es mir gut vorstellen, so plastisch ist die Beschreibung, und, wichtig für mich: Der Flair. In dieser Hinsicht war der Roman wie ein Kurzurlaub für mich. Die Handlung selbst entfaltet sich wie eine hübsche Blume, wie es auch Fleur tut, die im Laufe der Geschichte immer mehr über sich selbst herausfindet und ihre eigentlichen Wurzeln erkennt.
Wenn ich herausstellen müsste was mir in einem Roman am allerwichtigsten ist, so wäre das die Charakterentwicklung. Nichts fesselt mich so sehr wie Charaktere die einen Weg gehen und dabei glaubhaft begleitet werden. Das war es, was ich hier fand: Glaubhafte Charaktere, nachvollziehbare Motive, Entwicklung.
Für mich war dieser Roman ein absolutes Highlight, ja, das muss ich wirklich sagen. Nachdem ich die ersten paar Seiten hinter mir hatte ließ er mich nicht mehr los, bis ich ihn zuschlug. Ich könnte mir sogar vorstellen ihn nochmal zu lesen, was ich sonst nie tue. Ich spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus und vergebe die Maximalpunktzahl. Und natürlich werde ich die Autorin weiter im Auge behalten und hoffe innigst, dass es bald wieder etwas von ihr zu lesen geben wird, das so ein Feuerwerk in meinem Kopf entfacht.
Profile Image for Oneofthefoxes.
746 reviews24 followers
October 8, 2023
Eher 4,5 Sterne

Wer hier einen rasanten, actiongeladenen Fantasy-Roman erwartet, hat das falsche Buch zur Hand genommen. Nina Blazon erzählt ihre Geschichte in leisen, ruhigen, melancholischen Tönen und Farben. Dadurch wirkt das Ganze manchmal sehr verlangsamt und ich gebe auch zu, das ich etwas brauchte, um mich nicht nur in die Geschichte zu finden, sondern auch mit ihr warm zu werden.
So richtig wusste ich nämlich nicht, was mir die Autorin genau erzählen will.
Nina Blazon gehört zu meinen Lieblingsautorinnen, es ist also schon so, das mir der Schreibstil sofort gefiel und ich in gewisser Weise auch schnell in die Geschichte eingetaucht bin. Trotzdem war es an manchen Stellen sperrig und "Ich träumte von einer Bestie" hat sich ein bisschen gesträubt. Doch wenn man sich auf die Art der Erzählweise einlässt und akzeptiert, kann man auch diese Langsamkeit genießen. So ging es mir zumindest. Keine überschwängliche Spannung bis zur letzten Seite, aber trotzdem die Suche nach einem Familiengeheimnis, nach Spuren der sogenannten Bestie von Gévaudan, aber auch nach den Spuren in Fleurs Leben. Fleur blieb mir auf gewisse Weise seltsam fremd. Auch dann, als ich immer mehr über sie erfahren habe. Das passt einerseits zu ihrer Zurückhaltung gegenüber Menschen im allgemeinen, ihrem Misstrauen und der Angst, zu viel preis zu geben. Manchmal hat mich aber dann ihre Entwicklung gegenüber bestimmten Figuren nicht überzeugt, weil ich finde, da sie zu einer andren Figur eine glaubwürdigere Verbindung aufgebaut hatte. Generell hat es mich denke ich ein klein wenig gestört, das so auf Teufel komm heraus, eine romantische Entwicklung eingebaut wurde. Das passte für mich persönlich nicht so richtig zu Fleur, aber auch nicht so wirklich in die Handlung.
Dafür mochte ich viele andere Teile so so gerne. Vor allem die Atmosphäre, die so Düster daherkommt an einigen Stellen, ohne deprimierend zu sein. Im Gegenteil, ich habe sie in mir aufgesogen und so genossen, das es zu all den geheimnissen passt, die Fleur aufdecken möchte. Dabei ist sie vor allem auch auf der Suche nach der Verbindung zu dem Teil ihrer Familie, der sie selbst eher abgelehnt hat. Ich mochte das Geflecht als Figuren, das Blazon hier um Fleur herum entspinnt und obwohl man über manche nur wenig erfährt, wirkten sie alle so lebendigt und glaubwürdig. Ich hatte die Ganze Zeit das Gefühl wirklich mit vor Ort zu sein und selbst Fleur zu sein. Nicht nur eine Beobachterin. Und ja, das ist passiert obwohl ich ihr nicht nahe kommen konnte . Ich denke das lag eben an den Beschreibungen der Orte, meinem eigenen Interesse an den Hintergründen der Mythen rund um die Bestie von Gévaudan, die auch gerade deshalb so spannend sind, weil man nicht genau weiß, was damals wirklich dahinter steckte.
Das Ende lässt mich ehrlicherweise auch nicht so hundertprozentig zufrieden zurück. Ich denke ich hätte mir einfach eine andere Entwicklung gewünscht, manche Fragen sind mir zu offen geblieben. Anderes hätte noch mehr beleuchtet werden können. Beziehungen fand ich teilweise etwas unglaubwürdig aufgebaut bzw. abgebrochen. Trotzdem, insgesamt hat mir der Roman ein wohliges Gefühl beschert, obwohl ich ihn nicht als Wohlfühllektüre bezeichnen würde.
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October 5, 2023
Fleur Martin wirkt wie eine Person auf der Flucht; sie hat einiges zu verheimlichen und zu überschminken. Dass eine freiberufliche Datenforensikerin das Internet frei von jeglichen Fotos und persönlichen Informationen halten will, wundert nicht. Fleurs Alltag sind digitale Nachlässe, die Beseitigung peinlicher Inhalte und das Aufspüren verborgener Vermögenswerte. Aktuell berät sie gerade die Familie der jugendlichen Jenny, die offenbar Opfer von Internet-Grooming wurde.

Als Fleurs Vater Maurice stirbt und sie die museumsähnliche Wohnung ihrer Großmutter im belgischen Echternach erbt, sieht sich die 33-Jährige unerwartet mit ihrer Herkunft und ihrem französischen Anteil konfrontiert. An Großmutter Margots Wohnung voller Familienporträts hegt Fleur düsterste Erinnerungen, in denen sie bestraft, verhöhnt und eingesperrt wurde. Ihre Flucht mit der Mutter aus Frankreich vor einem erbitterten Sorgerechtsstreit mit Maurice verdrängt Nina Blazons Icherzählerin bis heute am liebsten und tröstet sich mit ihrer neuen Patchwork-Familie samt Bonusvater und jüngerem Bruder.

Margots Nachlass wurde in ihrer Wohnung offensichtlich vorsortiert, so dass Fleur zügig die entscheidenden Fragen stellen kann: Welche Adelstitel und Werte hatte Margot vergeblich versucht einzuklagen, wer ist in Saugues in der Auvergne begraben - und warum behauptete Maurice stets, einziges Kind zu sein? Eine Kladde mit Briefentwürfen Margots führt Fleur in die Auvergne, wo sie sich mit ihrer möglichen Abstammung von der Familie d’Apcher konfrontiert sieht. Eine Familie, die über „ihre“ Bauern schalten und walten konnte, wie sie beliebte; und in der seinerzeit Männer alle Frauen und Mädchen qua Adelstitel als Besitz betrachteten.

Düstere Gemäuer und ein im Ort bis heute gepflegter Werwolf-Mythos treffen auf Fleurs wiederkehrende Alpträume um Wald, Wölfe und Jäger. In Märchen, die sie beschäftigen, lauert das Böse stets im Wald. Während zuhause in Deutschland Fleurs Stiefvater als pensionierter Kriminalbeamter im klassischen Stil ihre Ermittlungsergebnisse an eine Pinntafel heftet, deckt sie auf, dass Margot mit ihrer Recherche offenbar mitten in eine Auseinandersetzung zweier Parteien geplatzt war, die jede den Werwolf-Mythos vermarkten wollten.

Fazit
Auf Fleurs Spuren in der Auvergne legt Nina Blazon komplexe Zusammenhänge wie Hexenringe aus, die jede eine eigene Geschichte erzählen könnten. Vatersuche-Herkunft-Jagd nach Unterlagen, Narben-Trauma-Epigenetik-Flucht, Wald-Jagd-Waffen, Märchen-Wolfsmythos-Hunde, Religion-Macht-Manipulation. Im Mittelteil mäandern die Handlungsfäden m. A. zu stark auseinander, werden jedoch zu einem überzeugenden Schluss verknüpft. „Ich träumte von der Bestie“ konnte mich in erster Linie durch die vielschichtige Figur der Fleur anhaltend fesseln, krimireife Ermittlungen, historischer Hintergrund und der Schauplatz in der Auvergne trugen ebenso zu meiner Faszination bei.
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December 12, 2023
auf Spurensuche in der Vergangenheit

Die Datenforensikerin Fleur, deren Leben aus Angst besteht, flüchtet sich mit ihrer Arbeit vor der Wirklichkeit und dem Interagieren mit anderen Menschen.
Sie hat eine große Narbe an der Schläfe; und man kann sich gut in sie hineinversetzen und ihre Furcht vor anderen Menschen verstehen, denn man weiß ja, wie Kinder andere Kinder aufgrund solcher Dinge mobben. Und solche Erlebnisse aus der Kindheit prägen.
Leider wird sehr, sehr lange nicht erwähnt, warum und woher sie diese Narbe hat, und was es damit auf sich hat. Klar, für den Lauf der Geschichte konnte dieses Geheimnis erst sehr spät gelüftet werden, doch ich mag es gar nicht, wenn man über so wichtige Details im Dunkeln gelassen wird und alles immer nur kurz erwähnt wird.
Die Erklärung dazu hat mich dann überrascht, und noch weitere Geheimnisse aus Fleurs Vergangenheit, die immer wieder nur angedeutet werden, decken sich auf.

Als Fleur vom Tod ihres leiblichen Vaters erfährt, zu dem sie schon lange keinen Kontakt mehr hatte, macht sie sich auf den Weg nach Frankreich, die Heimat ihrer Großmutter, um der bisher verschwiegenen und unaufgeklärten Familiengeschichte väterlicherseits auf die Spur zu kommen. Und sie macht große Entdeckungen! Es ist wunderbar und emotional, Fleurs Wege zu verfolgen.
Vor allem, als sie dann in der Auvergne landet, die man gedanklich wunderschön vor Augen hat, wo sie auf die Bestien-Sage stößt, die dort überall zelebriert wird. Hat diese Sage etwas mit ihrer Abstammung zu tun?

Man verfolgt Fleur gespannt bei ihren Recherchen; bekommt Gänsehaut, wenn man über die Wolfs-Bestien-Legende liest; und ist atemlos, wenn sie Tomé oder Pierre gegenübersteht.
Auch dieser romantische Teil gefällt mir gut; und ebenso der kriminalistische, wenn man bei der Suche nach Details und dem Zusammenfügen der Puzzleteilchen dabei ist.
Sehr schön war, dass Fleur immer stärker geworden ist und sich emotional rasant weiterentwickelt hat.

Leider gibt es immer wieder mal kleine Längen; und dass eben die Geschichte um Fleurs Narbe so lange ein Geheimnis bleibt, ebenso wie das schlechte Verhältnis zu ihrem Vater-was eigentlich überhaupt nicht richtig aufgeklärt wird- haben mich gestört.
Erwähnen muss ich auch die leider wirklich sehr kleine Schrift, die das Lesen zu keinem Genuss macht. Deshalb habe ich auch 3x so lange gebraucht wie normalerweise. Schade, denn die Geschichte selbst ist toll!


Fazit:
Ein beeindruckender Roman über eine deutsch-französische Familiengeschichte einer Protagonistin, die sich emotional richtig toll weiterentwickelt; und über die faszinierende Bestien-Sage in Frankreich.
Author 2 books4 followers
October 24, 2023
Wie die Vergangenheit ganze Generationen beeinflusst

Ich bin bei der Autorin sehr voreingenommen, da Nina Blazon und ihre Geschichten meine Kindheit und Jugend geprägt haben. Daher kann ich an kaum eines ihrer Bücher für Erwachsene vorbei.

Auch "Ich träumte von einer Bestie" konnte mich sofort mit seinem Schreibstil begeistern. Dieser ist malerisch, verträumt und so wunderbar bildlich. Eigentlich ist Gegenwarts-Literatur per se nicht mein Lieblingsgenre, aber der Schreibstil und die Art, wie die Autorin dem Ganzen Leben einhaucht, haben mich an das Buch gefesselt.

Ich bin auch ein großer Fan der Protagonisten. Fleur ist keine stereotypische Hauptfigur, sondern hat einige Ecken und Kanten und lernt sich im Verlauf der Geschichte nicht nur selbst immer besser kennen, sondern wächst auch über sich hinaus. Es hat Spaß gemacht, mit ihr gemeinsam dem ein oder anderen die Stirn zu bieten. Sie ist niemand, der schnell klein beigibt oder der Dinge schön redet. Und sie lässt sich auch nicht gerne blenden. Dazu kommen die Nebencharaktere, die zumindest auf mich ebenso erfrischend einzigartig wirkten. Ihre Familie wirkt verdammt sympathisch (was ich bei vielen Romanen eher nicht empfinde) und dazu verdammt normal. Ihr kleiner Bruder Max hat seine eigene, kleine Nebengeschichte und ist wirklich ein gutherziger junger Mann. Ihren Stiefvater hätte man selbst gerne in seinem Leben, ebenso wie ihre Mutter. Später kommen weitere Nebencharaktere hinzu, allen voran Tomé und Pierre. Beide sind recht unterschiedlich und halten sich bedeckt. Man lernt sie nach und nach besser kennen.

Inhaltlich begibt sich Fleur auf die Suche ihrer Ahnen und ihrer Familiengeschichte, um sich selbst besser kennenzulernen. Dabei strandet sie in Frankreich und verwickelt ihre eigene Vergangenheit in die Legende der Bestie. Die Geschichte entfaltet sich mit jeder Seite mehr, auch wenn erst auf den letzten hundert Seiten zum Vorschein kommt, was hier unter der Oberfläche brodelt. Aufmerksame LeserInnen ahnen es vielleicht schon auf den ersten Seiten, rückblickend machten für mich manche Reaktionen und Gespräche auf jeden Fall mehr Sinn. Im Mittelteil zieht sich das Erzähltempo ein wenig, aber ich kann nicht sagen, dass irgendeine Stelle hätte gestrichen werden müssen, denn alles zusammen und insbesondere in der Kombination mit Blazons toller Sprache ergibt ein rundes Gesamtbild. Auch die Wahl des Covers, das Einweben von Vergleichen zu Märchen und der Titel haben mich beeindruckt. Klare Leseempfehlung!
Profile Image for Lottie.
174 reviews1 follower
September 26, 2023
Ich liebe den Schreibstil von Nina Blazon und habe bereits viele Fantasybücher von der Autorin gelesen. Daher war ich wahnsinnig gespannt auf ihr neues Werk. „Ich träumte von einer Bestie“ ist mein erster Roman von Nina Blazon. Die Autorin entführt den Leser in den Süden der Auvergne, wo die Bestie des Gévaudan von 1964 bis 1967 ihr Unwesen trieb. Noch heute rätselt die Wissenschaft über das wahre Wesen dieses todbringenden Untiers.

Eine Erbschaft führt Fleur nach Frankreich. Dort trifft sie auf den attraktiven Polizisten Tomé, der ihr dabei helfen soll, mehr über den Diebstahl eines Reliquiars herauszufinden. Fleurs verstorbene Großmutter war einem ungeklärten Familiengeheimnis auf der Spur, bevor ihr das Reliquiar gestohlen wurde. Fleur und Tomé schließen einen Pakt. Er hilft ihr bei der Suche nach dem Familienerbstück und Fleur gibt ihm im Gegenzug alle Informationen zu ihren Ahnen, die zur Zeit des Bestienfalls in der Region Gévaudan gelebt haben.

Auch in diesem Werk punktet die Autorin wieder mit einem bildhaften Schreibstil, der direkt Bilder im Kopf entstehen lässt. Nina Blazon hat die Gabe, den Leser sofort in ihren Geschichten eintauchen zu lassen. Bereits der Einstieg in das Buch ist rätselhaft und spannend. Fleur leidet unter geheimnisvollen Albträumen und versucht in der realen Welt möglichst unsichtbar zu bleiben. Man fragt sich unweigerlich, warum sie sich vor der Welt verbergen möchte. Dadurch baut die Autorin geschickt Spannung auf.

In Frankreich angekommen begleitet der Leser Fleur bei der Erforschung ihrer Ahnen. Dabei kommt sie dem Bestienfall immer näher, den Tomé um jeden Preis lösen möchte. Doch welche Verbindung haben Fleurs Vorfahren zu der Bestie des Gévaudan? „Fürchte nicht die Wölfe. Fürchte die Jäger.“ Zitat aus „Ich träumte von einer Bestie“ von Nina Blazon, Seite 226. Doch nicht nur die Vergangenheit birgt Geheimnisse. Auch in der Gegenwart wird vieles verschwiegen. Max ist zwar Fleurs Halbbruder, doch das frühere Leben seiner Schwester und seiner Mutter ist tabu. Niemand spricht darüber, doch nun wird es Zeit, die Tore der Vergangenheit zu öffnen.

„Ich träumte von einer Bestie“ ist ein spannender Roman, der den Leser auf die Spur eines längst vergangenen Kriminalfalles führt. Nina Blazon verknüpft in diesem Werk geschickt historische Fakten mit Fiktion. Die von der Autorin erschaffene Mischung aus Ahnenforschung, Kriminalfall und Familiengeheimnissen hat mir trotz kleinerer Längen sehr gut gefallen.
Profile Image for F.M. Winkel.
Author 2 books2 followers
January 15, 2024
Bevor ich den Roman gelesen habe, dachte ich an eine Märchenadaption á la Beauty & The Beast. Stattdessen überrascht die Autorin durch an reale Begebenheiten und französische Legenden anknüpfende Realerzählung. Der Roman beginnt fast sachlich-analytisch, was mit der IT-Tätigkeit der Protagonistin zusammenhängt. Dennoch konnte mich die Geschichte vor allem sprachlich von Anfang an für sich gewinnen, wie ich es von der Autorin gewohnt bin. Ich fühlte mich bildlich nach Frankreich versetzt und konnte mir alles super vorstellen als würde ich einen Film vor meinem inneren Auge sehen. Fleurs anfängliche verschlossene Art war für mich absolut verständlich, vor allem nach Beenden des Romans. Während sich die ersten Seiten noch nicht so ganz ins große Ganze einbetten ließen, packte mich der Verlauf der Handlung zunehmend. Ihre Recherche bzgl. ihrer Vergangenheit im Zusammenhang mit der augenscheinlichen Bestie waren unheimlich spannend, sodass es zwischendrin etwas von einem historischen Detektivroman hatte. Besonders wuchs mir der Bruder ans Herz, der einfach immer wieder eine ordentliche Portion Sonnenschein unter die Seiten mischte. Auch die Liebesgeschichte konnte mich vollends überzeugen, wenngleich ich hier zugegebenermaßen auf das falsche Pferd gesetzt habe. Glaubhafte, authentische, individuelle Charaktere statt stereotypischen Figuren machten gleichzeitig alle und niemanden verdächtig. Neben der fesselnden Backgroundstory stand für mich vor allem die Personenentwicklung Fleurs im Zentrum. Die Entfaltung von einer verschlossenen, objektiven, misstrauischen Analytikerin zu einer Frau, die zu 100 % hinter sich, ihren Werten und ihrer Ansicht steht, war großartig herausgearbeitet und sorgte dafür, dass man Fleur mehr und mehr liebgewann. Etwas in den Hintergrund rückte jedoch die Vater-Tochter-Beziehung, um die es ursprünglich ging: Fleur lernte sehr viel über ihre weit zurückliegenden Familienverhältnisse, über die direkte Ahnenlinie aus der letzten Generation schweben für mich als Leserin jedoch nach wie vor Fragezeichen. Alles in allem konnte mich der Roman bis auf winzige Kritikpunkte voll und ganz überzeugen, sodass ich gerne eine Leseempfehlung mit 4 ⭐ ausspreche.
 
166 reviews1 follower
October 22, 2023
Fleur versteckt sich und ihre wilde Seite. Sie hat schlimmes in der Vergangenheit erlebt und das tief in sich begraben. Das kann sie gut, denn sie weiß, wie man Dinge wieder ausgräbt, vor allem im Internet. Als ihr leiblicher Vater stirbt, wird sie mit ihrem Erbe konfrontiert, wohinter viel mehr steckt, als schreckliche Erinnerungen und verdrängte Traumata. Auf der Suche nach Antworten reist sie nach Frankreich und findet nicht nur die Geschichte ihrer Familie, sondern auch zu sich selbst.
„Ich träumte von einer Bestie“ von Nina Blazon war ein aufregender Ritt von der ersten bis zur letzten Seite. Nina Blazon weiß, wie man Geschichten erzählt. Kein Wunder, sie hat viel Erfahrung und nutzte sie, um diesen wahnsinnig komplexen Roman zu schreiben. Ich bin immer noch beeindruckt, weil ich mich trotz momentaner Leseflaute, Fleur und ihrer Suche nicht entziehen konnte. Sie ist für mich ebenso lebendig geworden ist, wie all die anderen Charaktere. Nina Blazon beherzigt ‚show, don´t tell‘ exzellent, so erweckt sie Fleur auf eine Weise zum Leben, wie ich es selten gelesen haben. Zwar konnte ich ihre Angst vor dem Wald und vor Wölfen nicht wirklich nachvollziehen, da es für mich keinen schöneren Ort und keine schöneren Tiere gibt, trotzdem ist diese im Gesamtbild schlüssig und ich konnte mich in Fleur als Person sehr gut hineinversetzen.
Nina Blazon verbindet Moderne mit Vergangenheit, und Märchen, oder besser gesagt die Wirklichkeit hinter den Märchen, spielen eine zentrale Rolle. Sie führt ihre Leser*innen auf eine Reise in ein anderes Land, in eine andere Zeit und behält doch immer einen Fuss im Hier und Jetzt, was mir sehr gut gefallen hat. Auch stilistische muss sich Nina Blazon nicht verstecken. Sie baut gezielte Metaphern ein und wählt gekonnt die richtigen Szenen aus.
Ich freue mich sehr, eine so tolle Autorin gefunden zu haben und ich habe zwar noch keines ihrer anderen Bücher gelesen, aber ich glaube, da ist für Jede*n etwas dabei.
174 reviews
September 24, 2023
"Ich träumte von einer Bestie" von Nina Blazon ist ein außergewöhnlicher Roman, der mich von Anfang bis Ende in seinen Bann gezogen hat. Ursprünglich erwartete ich eine Fantasy-Geschichte, wurde jedoch angenehm überrascht, dass es sich vielmehr um einen Roman handelt, der sich auf die Protagonistin Fleur und ihre Suche nach ihrer eigenen Vergangenheit konzentriert.

Fleur ist eine äußerst faszinierende Hauptfigur, die mir von Anfang an sehr sympathisch war. Ihr Beruf als Datenforensikerin verleiht der Geschichte eine spannende und unkonventionelle Note. Ihre Intelligenz und Entschlossenheit haben mich tief beeindruckt, und ich konnte mich gut in ihre Gedanken und Emotionen hineinversetzen.

Die Charaktere Antoine und Pierre haben in mir von Anfang an gemischte Gefühle ausgelöst. Antoine war mir unsympathisch, und auch Pierre sorgte für einige Probleme, was dazu beitrug, die Spannung in der Geschichte aufrechtzuerhalten.

Im Gegensatz dazu fand ich Fleurs Bruder Max äußerst sympathisch, und ich habe es genossen, seine Rolle in der Geschichte zu verfolgen, ganz zu schweigen von Fleurs liebevollem Stiefvater und ihrer Mutter, die ebenfalls als Charaktere sehr gut ausgearbeitet waren.

Die Thematik des Romans ist äußerst ungewöhnlich und hat mich fasziniert. Die Art und Weise, wie die Geschichte sich entfaltet und schließlich aufgelöst wird, hat mich wirklich überrascht. Nina Blazon hat einen großartigen Job gemacht, die Leser in die Geschichte hineinzuziehen und sie bis zum Schluss zu fesseln.

Insgesamt war "Ich träumte von einer Bestie" ein bemerkenswertes Leseerlebnis. Ich gebe dem Buch vier Sterne, da es mich mit seiner spannenden Handlung, den interessanten Charakteren und der unerwarteten Auflösung begeistert hat. Zwischendurch waren mir die 450 Seiten aber etwas lang. Ich kann es jedem empfehlen, der nach einer einzigartigen Leseerfahrung sucht.
Profile Image for Maria.
631 reviews14 followers
October 5, 2023
In den letzten Jahren habe ich viele Bücher der Autorin Nina Blazon gelesen, unter anderem auch eines meiner Allt-time-Favourites 'Liebten Wir'. Daher hat die Autorin bei mir von vorherein einen Stein im Brett und es ist klar, dass ich dieses Buch auch lesen musste.
Blazon versteht es eigenwillige Protagonist:innen mit Ecken und Kanten zu schaffen. In diesem Fall Fleur, die auf den ersten Blick spröde und verschlossen, im Verlaufe des Buches immer weicher und verletzlicher wirkt. Vor allem diese zaghafte Charakterentwicklung hat mir in diesem Buch besonders gefallen.
Dabei ist die eigentliche Handlung des Buches nicht sonderlich schnell oder mit vielen Spannungselementen versehen. Aufgrund eines Erbfalls ist Protagonistin Fleur gezwungen sich mit ihrer Familiengeschichte auseinander zu setzen. Eine persönliche Historie, die lange Zeit verschwiegen wurde. Nach und nach kommen Einzelheiten zu Tage. Dabei spielt die mir bis dato unbekannte Bestie des Gévaudan eine maßgebliche Rolle. Diese französische Mythe hat mich auch über das Buch hinaus interessiert.
Das Setting ist somit größtenteils in der Gegenwart (oder in Fleurs Träumen), dennoch sind immer wieder histotrische Elemente von elementarer Bedeutung.
Insgesamt finde ich den Spannungsaufbau des Buches gelungen, wenngleich nicht jede Seite vor Spannung trieft. Auch die Charakterdarstellung von Protagonistin Fleur sagt mir zu. Sie ist eine sehr vielschichtige Frau, deren Traumata man als Leser:in erst nach und nach entblättert und verstehen kann. Die Nebencharaktere sind mir beinahe zu schwach und unscheinbar gezeichnet, ich hätte mir gewünscht sie mir ein wenig besser greifen zu können.
Sprachlich konnte mich dieses Buch auf ganzer Länge abholen. Mir gefällt der Schreibstil Blazons sehr, ich kann diesen sehr gut und flüssig lesen.
15 reviews
October 1, 2023
Stimmungsreicher Genre-Mix mit Längen

Liebesroman, Historienroman, Kriminalliteratur, Coming of Age-Stories - (zu) viel auf einmal. Fleur Martin ist Datenforensikerin. Doch vor allen hat sie Geheimnisse - und eine und ihr unbekannte Familienvergangenheit. Wir folgen Fleur - die Geschichte wird komplett aus der Ich-Perspektive Fluss erzählt – auf 400 Seiten bei ihrer Suche nach ihren Familienwurzeln in Frankeich. Angestoßen durch das Erbe des verhassten Vaters stößt Fleur auf Ungereimtheiten und vor allem auf eine Suche nach sich selbst.

Im Fokus stehen dabei die Bestienmorde um 1764 - die Bestie des Gevaudan. Was haben Fleurs Vorfahren damit zu tun? Und was Fleurs Alpträume, in denen immer wieder ein Jäger im Wald auf der Jagd nach ihr ist? Doch eigentlich ist die Aufklärung der Geschichte eher Plot für zwei Coming of Age-Stories: Jene von Flers Bruder Max, und vor allen Fleurs eigene. Als Datenforensikerin lebte sie bislang zurückgezogen und scheu - in Frankreich gerät sie zwischen zwei Männer, eine Liebesgeschichte entwickelt sich. Es geht ums Abkoppeln von der eigenen Mutter, darum den eigenen Weg zu finden – und sich in der Realität auf andere Menschen einzulassen.

Leider leidet die Bestienstory etwas unter der Vielfalt der Themen. Man merkt, dass die Autorin sonst vor allem Jugendbücher schreibt - stellenweise liest es sich wie ein Mix aus Liebesroman und Jugendroman, bei dem Fantasyanteile mit Märchenhintergründe ersetzt werden. Der Roman wird dadurch etwas langatmig - was schade ist, denn die Story wie auch der Einstieg in das Bad bieten viel, und die Autorin schafft es sprachlich sehr gut, eine stimmungsvolle Umgebung zu gestalten. Hier hätten breite Zielgruppen erreicht werden können.
1,292 reviews2 followers
July 22, 2024
Fleurs Leben ist das Internet. Hier hat die kühle Datenforensikerin alles im Griff und findet im Gegensatz zur realen Welt Halt und Geborgenheit. Als Fleur die Wohnung der verhassten französischen Großmutter erbt, muss sie ihre sichere Festung verlassen und wird mit ihrer ungeklärten Familiengeschichte konfrontiert. Auf den Spuren ihrer Ahnen reist Fleur nach Frankreich, in die Auvergne. Hier ist das Erbe der keltischen Stämme Galliens noch lebendig. Zwischen den Vulkanen des Puy en Velay und den Granitbergen der Margeride stößt sie auf ein dunkles Geheimnis, das bis in die Zeit der Aufklärung zurückreicht. Dabei blickt sie auch einer Bestie ins Gesicht, die das Schicksal ihrer Familie seit Generationen überschattet. Nach dieser Begegnung wird Fleur für immer eine andere sein.

Der Schreibstil ist wirklich sehr schön bildhaft und lebendig, ich hatte die Orte und die Landschaft der Auvergne in Frankreich wunderbar vor meinen Augen. Sehr mitreißend und interessant wird die spannende Suche auf den Spuren in die Vergangenheit beschrieben und die Familiengeschichte die so nebülos daherkommt regt dazu an mehr über vergangene Zeiten und Schicksale herauszufinden. Ich fand es wirklich sehr schön und berührend geschrieben wie Fleur immer mehr nach ihren Wurzeln sucht und was diese geheimnisvolle Sage damit zutun hat.

Fleur ist eine sehr sympathische Frau, mit der ich sehr gut mitfiebern konnte und immer gehofft habe, dass sie Antworten finden wird. Dabei fand ich vorallem diese spannende Wolfssage sehr interessant zu lesen. Im Buch gab es zwar die ein-oder andere kleine Länge, aber insgesamt hat mir die Geschichte wirklich sehr gefallen und ich hatte teilweise sogar eine kleine Gänsehaut.

Fazit: Eine wirklich tolle Geschichte, die Spaß macht zu verfolgen.
Profile Image for SalMar.
325 reviews1 follower
October 11, 2023
Volltreffer

Ein Tod in der Familie zwingt die Datenforensikerin Fleur, sich ihrer Vergangenheit zu stellen. Die Spurensuche nach einer Legende rund um eine Bestie führt sie dabei bis nach Frankreich.
Ich habe bereits einige Bücher von Nina Blazon gelesen und meiner Erfahrung nach kann sie praktisch über jedes beliebige Thema schreiben und mich damit begeistern. Wüsste ich das nicht, hätte das Cover allerdings wenig Interesse bei mir geweckt.
Meine Erwartungen wurden allerdings noch übertroffen, denn die Geschichte birgt inhaltlich so viel mehr als der Klappentext verspricht. Der klang für mich schon sehr interessant, aber im Verlauf der Geschichte gab es Wendungen um Wendungen, die in meinen Augen sogar das Genre des Buchs leicht veränderten. Im Grunde war die Story ganz anders als gedacht, aber tatsächlich noch viel besser als erwartet.
Es steht außerdem ohne Zweifel, dass die Autorin einfach toll schreiben kann – insbesondere ihre besonderen Charaktere. Vor allem die Protagonistin Fleur ist mir sehr ans Herz gewachsen. Auf jeden Fall passiert rein gar nichts nach Schema F, und das tat richtig gut. Daneben merkt man ganz deutlich, wie viel Zeit Frau Blazon in ihre Hintergrundrecherchen investiert hat – und dadurch macht es gleich doppelt so viel Spaß, in die Materie einzutauchen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass dieses Buch ein ganz wunderbares, einzigartiges Leseerlebnis war, so dass ich es allen, die nur ansatzweise neugierig sind, ausnahmslos empfehlen kann. Ich für meinen Teil bin schon jetzt gespannt, mit was für einem Thema mich die Autorin das nächste Mal begeistern wird.
Profile Image for Jasi.
470 reviews31 followers
October 18, 2023
In dem Buch geht es um Fleur, einer jungen Frau, die in ihrer Arbeit als Computerforensikerin aufgeht und gerade dabei ist, langsam in ihrem Leben Fuß zu fassen. Dann erfährt sie plötzlich, dass ihr Vater, zu dem sie lange Zeit keinen Kontakt mehr hatte, verstorben ist. Als sie sich aufmacht, um die Erbschaft abzuwickeln, sieht sie sich erneut mit ihrer verdrängten Vergangenheit konfrontiert.

Das elegante und kreative Cover sowie der extravagante Titel haben mich sehr neugierig auf die Geschichte gemacht und spiegeln auch den melodischen Schreibstil der Autorin wieder. Ich habe schon einige Bücher von Nina Blazon gelesen und bin immer wieder begeistert von ihrem Stil.

Etwas weniger begeistern konnte mich leider der Inhalt. Die Grundstory ist spannend, doch so richtig erreichen kann mich die Handlung nicht. Irgendwie erschien mir vieles konstruiert und die Ideen, die das Buch zu Beginn eröffnete, wanderten ins Leere. Gerade die Arbeit als Hackerin fand ich spannend, das verliert sich jedoch mehr und mehr. Auch die Geschichte um die sagenumwobenen Bestie von Gevaudan ist nicht das, was ich mir erhofft hatte. Dabei hatten die Personen viel Potential, besonders Fleur. Ihre schroffe Art und ihre abgrenzende Aura war mir direkt sympathisch, wenngleich es dadurch auch schwer war, ihr näher zu kommen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch Stärken und Schwächen hat. Zum einen war ich hin und weg, zum anderen konnte mich jedoch die Handlung nicht immer voll und ganz fesseln. Daher vergebe ich solide 3 Sterne und freue mich darauf, wenn mich Nina Blazons nächstes Buch wieder mehr abholt.
Profile Image for Karina.
236 reviews2 followers
November 19, 2023
Das war ein richtig schönes Leseerlebnis das mir die Autorin @Nina Blazon mit Ihrem Roman 'Ich träumte von einer Bestie' beschert hat.
Die CoverLiebe hat sowieso schon gleich am Anfang voll eingeschlagen, es ist einfach so so hübsch gestaltet.
Irgendwie war das Buch ganz anders als ich es mir vorgestellt habe, aber es hat meine Erwartung sogar übertroffen.
Der Roman handelt von der Datenforensikerin Fleur, ihren Schatten der Vergangenheit und Gegenwart.
Als der leibliche Vater von Fleur stirbt und sie das Haus Ihrer Großmutter erbt, macht sie sich auf um das Erbe zu sichten und trifft auf soviele Hinweise und Geheimnisse als Sie erwartet hatte.
Um endlich mit sich selbst ins reine kommen zu können, fährt Fleur mit Ihrem klapprigen Lada nach Frankreich und stürzt sich in die Recherche um ein Familiengeheimnis.
Viele Menschen begleiten Sie dabei auf ihrem Weg und nicht alle sind von Ihrer Suche begeistert.
Ich mochte so ziemlich alle Personen die in dem Buch vorkommen. Angefangen mit Fleur die ich durch ihre Liebe zu alten Märchen auf der einen Seite und ihre Umgang mit den modernen Medien auf der anderen Seite so interessant und auch geheimnisvoll fand. Ihr Bruder Max ist ja eh ein Herzchen und Ihre Eltern waren mir genauso sympathisch.
Die zwei Männer Pierre und Tomè, die in Ihr Leben treten, fand ich gut gewählt und ebenso alle anderen Nebendarsteller drumherum.
Das Setting ist toll und die Sprache beschreibt alles sehr schön und bildhaft. Obwohl das Buch recht dick ist, kam bei mir zu keiner Zeit Langeweile auf und auch das Ende hat mir gut gefallen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung 🙂
859 reviews7 followers
December 7, 2023
Bücher von Nina Blazon lese ich ausgesprochen gerne. Durch ihren besonderen Schreibstil sind sie jedes Mal ein Erlebnis und bieten intensiven Lesespaß. Aus diesem Grund war dieses Buch für mich ein echtes Lesemuss, auch wenn ich mit "Ich träumte von einer Bestie" etwas außerhalb meiner gewohnten Fantasyschiene unterwegs war.

Die Geschichte bietet dabei geheimnisvolle Elemente, die sich mit den Geheimnissen um die Bestie des Gévaudan vermischen sowie eine Familiengeschichte, die sich mit romantischen und emotionalen Facetten vereinen. Hier kommen wirklich jede Menge Bereiche zusammen, die das Buch so besonders werden lassen. Ich habe jeden Moment davon genossen.

Dies liegt auch an der Hauptprotagonistin Fleur, welche so herrlich unkonventionell ist. Durch ihre besondere Art wird die Geschichte noch einmal mehr aufgewertet. In Kombination mit den anderen Charakteren ergibt sich hier eine tolle Gemeinschaft, in die man als Leser nur allzu gerne eintaucht.

Auch die verschiedenen Handlungsorte mit ihrer Geschichte haben es mir angetan. Im Laufe der Handlung kann man so viel erfahren, dass sich hier eine wirklich atmosphärisch dichte und ausgesprochen gut recherchierte Geschichte ergibt, die mir wirklich alles gegeben hat, was ich mir von einem guten Buch wünsche.

Die Geheimnisse, die im Laufe der Handlung zutage treten, werden zum Ende hin so gut wie alle aufgelöst. Ein bisschen Fantasie bleibt dem Leser noch überlassen, was ich in diesem Fall sehr gut finde.

Fazit: Ein wunderbarer Schmöker, der zum Nachdenken anregt und mit seinem Schreibstil für eine außergewöhnliche Unterhaltung sorgt.
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