Zum Inhalt verweise ich auf den Klappentext oder ggf Leseprobe
"Ein irischer Buchladen zum Verlieben" von Liv hat mich ja schon begeistert und ich war jetzt sehr gespannt auf die Reise nach Schottland...Was soll ich sagen...mit Emmys und Seans Geschichte hat sie nochmal alles getoppt! Leider kann ich nur 5 Sterne vergeben, die Geschichte hätte definitiv mehr verdient!
Die Geschichte wird abwechselnd aus Emmys und Seans Sicht in der ICH-Form erzählt.
Livs Schreibstil ist einfach nur traumhaft. So federleicht, so warm und lebendig, flüssig und vor allem sehr sehr bildlich. Ich hatte ein irres Kopfkino und das Gefühl mit in Glendoon zu sein, die Weberei zu sehen, die Umgebung, grade den Steinkreis, aber auch das weiße Heidekraut...so viele kleine Details, dazu das Mystische rund um die Sagenwelt machen die Geschichte lebendig und authentisch, ohne sie in die Länge zu ziehen.
Die Emotionen springen sofort über und wenn man am Anfang zusammen mit Emmy geflucht hat, hüllt einen der Zauber Schottlands bei Emmys Ankunft dort zusammen mit ihr ein. Sie wirbeln einen durch die Geschichte, streicheln einen, wärmen und man leidet, lacht mit beiden mit und zwischendurch hatte ich Tränen in den Augen, vor allem als Angus im Vordergrund steht. Zwischendurch hatte ich einfach auch Gänsehaut von den vielen Emotionen her, es ist einfach eine berührende Geschichte.
Der Humor kommt hier wahrlich nicht zu kurz, ich hab stellenweise solche Lachflashs gehabt. Die Dialoge sind teilweise so göttlich, aber auch die Situationskomik ist genial.
Die Handlung ist sehr gut durchdacht, authentisch und nachvollziehbar. Sie kommt gänzlich ohne Drama aus und vor allem auch ohne jegliche Erotik, was hier auch den Zauber der Geschichte zerstört hätte. Hier geht es um Vertrauen, um Pflichtgefühl, um Ängste, um die Familie und das Heimat da ist, wo die Lieben sind und kein Ort oder Objekt. Die Funken fliegen in Tornadoart hin und her und es wird romantisch. Man spürt beim Lesen diese innige Verbindung zwischen Emmy und Sean und dieses Gefühl der Seelenverwandtschaft. Es könnte alles so schön sein...wäre da nicht Emmys schlechtes Gewissen...
Emmy kommt mit der festen Absicht nach Schottland, die Weberei aufzukaufen...Emmy ist einfach nur bezaubernd, ich hab sie vom ersten Moment an ins Herz geschlossen. Sie ist bodenständig, sympathisch, frech und lustig und hat das Herz am rechten Fleck und hasst Lügen...Doch hat sie nicht mit einem stattlichen Highlander und ihren Gefühlen gerechnet....Sie kommt das erste Mal zur Ruhe und fängt an über ihr Leben und ihre Träume nachzudenken...Doch ist alles nicht so einfach, denn die Karriere ist für Emmy uninteressant...sie muss sich zwischen Pflichtgefühl und Herz entscheiden und so vergeht Tag um Tag und Emmy rutscht immer tiefer in die Lügengeschichte, die sie verabscheut und verpasst den richtigen Moment für die Wahrheit...Denn mittlerweile liebt sie nicht nur Sean, sondern das komplette Dorf Glendoon hat sie verzaubert...
Erst eine fällige Aussprache unter Tränen und einem, ich nenne es mal Missverständniss, kann sie endlich befreit aufatmen und ihrem Herzen folgen...Doch hat sie die Rechnung ohne Chadwick gemacht...Denn der geht über Leichen...oder besser über Emmys Herz...
Sean gefiel mir sehr gut. Er ist ein liebevoller, romantischer und bodenständiger Mensch, der für seine Familie seine Karriere "opfert". Seine Gefühle trägt er auf der Zunge und verewigt sie in Bildern. Da rauscht plötzlich Emmy in sein Leben und stellt es auf den Kopf...Doch spürt er auch, dass etwas an Emmy nagt...Das Liebesgeständnis ging mir echt ans Herz und da hatte ich wirklich Herzchen in den Augen...Doch ist seine Liebe stark genug für die Lüge? Verletzter Stolz und verletzte Gefühle lassen einen dann auch mal was unüberlegtes tun...und erst Alisons Standpauke und die Anfeuerung seines Vaters rütteln ihn endlich wach...
Die Charaktere sind wunderschön ausgearbeitet. Sie haben Tiefe, sind authentisch und greifbar. Ich hab hier jeden Einzelnen (ok, Chadwick und Mr. Baldwin ausgenommen...) ins Herz geschlossen. Sie sind so sympathisch und liebenswert. Was ich hier auch sehr schön ausgearbeitet fand, war, die Dorfgemeinschaft. Das Miteinander und das jeder für jeden da ist und keiner fallengelassen wird. Auch wie herzlich Emmy aufgenommen wird und wie sie sich so selbstverständlich in die Dorfgemeinschaft einfügt. Wie oben schon erwähnt, ging mir hier grade Angus sehr nahe.
Doch auch Alison und Harris sind einfach so genial und haben für etliche Lacher gesorgt.
Seans Eltern sind einfach bezaubernd. Vor allem sein Vater, der plötzlich richtig aufblüht.
Mein Highlight war allerdings gegen Ende die Aktion mit dem Bus...Ich hab Tränen gelacht...aber auch Seans Aktion mit seinem Auto hat für Lachflashs gesorgt...
Das Ende hat mich einfach so richtig seufzen lassen und einfach glücklich gemacht. Mir gefiel auch, wie die Beiden ihre Ideen umsetzen und wie Karriere und Familie funktionieren kann. Und wiedereinmal zeigt sich, dass Ehrlichkeit und Vertrauen das Wichtigste in einer Beziehung bzw generell im Leben sind.
Ganz klare Leseempfehlung ❤️