Saffron Savage musste acht Jahre lang die schlimmsten Dinge auf einem Zoo-Planeten ertragen. Weil ihr das Geld fehlte, um zu fliehen, musste sie die dreckigsten Arbeiten erledigen und ertragen, wie andere sie behandeln. Auch wenn sie alles versuchte, erlebte sie regelmäßig den unnötigen Tod von Tieren mit, weil selbst auf deren Wohl nicht geachtet wurde. Da erhält sie eine Chance: Das seltene, zweiköpfige Lama des Zoos ist viel Geld wert und ein Mafiaboss bietet ihr genau dieses an, wenn sie es ihm bringt. Doch als sie es stiehlt geht alles schief und sie landet plötzlich auf einem Schiff, auf dem sie sich als Tierschutz-Aktivistin ausgeben muss.
Als ich das Cover und den Klappentext gesehen habe, habe ich eine lustige Space Opera im Stil von „Per Anhalter durch die Galaxis“ erwartet. Auch wenn das Buch zeitweise tatsächlich ziemlich lustig war, fehlte definitiv der absurde Ton. Im Gegenteil, die Geschichte fokussierte sich recht stark auf ernste Themen, insbesondere auf Traumata. An sich fand ich das nicht schlimm, allerdings denke ich, dass das Buch vielleicht nicht ganz richtig vermarktet wurde.
Das Buch hatte richtig viel Potenzial! Saffrons Vergangenheit auf dem Zoo-Planeten hat sie verändert von dem Menschen, der sie war und der sie gerne wäre, zu jemandem, der alles in Kauf nimmt, um sich selbst zu retten. Sie wird in eine Gruppe von Raumfahrern geworfen und muss entscheiden, ob sie diesen vertraut und sich Hilfe sucht. Leider wurde vieles von diesem Potenzial einfach nicht umgesetzt. Insbesondere die Diskussion darum, dass Menschen manchmal kriminelle Dinge tun, weil sie keine andere Wahl haben, wird sehr schnell damit abgetan, dass doch jeder eine Wahl hätte. Die gesamte Hintergrundgeschichte von Saffron unterminiert diese Botschaft jedoch und ich fand sie generell auch zu simplistisch.
Auch die Exploration von Saffrons Trauma war nur bedingt gelungen. Vieles wurde sehr schnell abgetan oder von der Geschichte vergessen, wodurch ich das Gefühl hatte, dass hier bis zum Ende ein loser Faden übrigblieb.
Generell gut gefallen hat mir die Found Family auf dem Schiff. Die meisten Charaktere hatten andere Charakterzüge, als man sie vielleicht erwarten würde, wodurch die Situation trotz eines altbekannten Tropes doch frisch erschien.
Leider habe ich hier auch meinen größten Kritikpunkt zum ganzen Buch: Es gibt eine Frau in der Crew, die Pink liebt und blond ist. Dafür wird sie praktisch zu Saffrons schlimmster Feindin. Es gibt mehrere Männer im Buch, die sich sexistisch verhalten und viele davon werden, ohne Änderung ihres Verhaltens, am Ende als doch ganz nett dargestellt. Im Gegensatz wird diese Frau als unrettbar nervig und unfähig dargestellt. Ich habe das als sehr misogynistische Darstellung empfunden.
Ein weiterer Kritikpunkt für mich war, dass Saffron durchgehend als schlechter Mensch dargestellt und benannt wird und trotzdem viele Menschen eine Menge für sie tun und mit ihr befreundet sein wollen. Ich könnte dies verstehen, wenn sie aktiv eine Art Läuterung durchmachen würde, allerdings tut sie alles dafür, dass sie nicht gemocht wird. Die Charaktere scheinen dies zwar wahrzunehmen, aber nicht entsprechend zu handeln. Dafür gibt es nie eine Erklärung, was mich doch eher gestört hat.
Fazit:
Trotz großen Potenzials schaffte es „The Galactic Zookeeper’s Guide to Heists and Husbandry“ leider nicht, mich zu überzeugen. Neben verpassten Chancen für Charakterentwicklung gibt es auch unnötige sexistische Darstellungen von Charakteren.