Asylon ist die letzte Stadt der Erde. Das einzige Bollwerk der Zivilisation, umgeben von endloser Wüste und hungrigen Heerscharen. Das jedenfalls denken ihre Bewohner. Torn ist Mitglied einer Spezialeinheit, die das Gleichgewicht zwischen den herrschenden Clans wahrt. Als dunkle Mächte seine Familie und sein Leben zu vernichten drohen, sieht er sich gezwungen, Asylons tödliche Außengrenze zu durch brechen. Doch das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt, wird alles infrage stellen, woran Torn je geglaubt hat.
Ich bin 1968 in Marburg zur Welt gekommen, wo sich meine Eltern beim Jurastudium kennengelernt haben. Mein Hauptberuf war mir also beidseitig in die Wiege gelegt. Tatsächlich waren Strafakten - meine Mutter war Richterin, mein Vater Staatsanwalt - häufig Tischgespräch, sodass ich mich schon als Teenager mit recht exotischen Fragestellungen konfrontiert sah. Zum Beispiel wie viel Schaden eine Schrotflinte in einem Gesicht verursachen kann, wenn sie aus einem Meter Entfernung abgefeuert wird. Ansonsten war meine Kindheit sehr beschaulich. Niedersächsische Kleinstadt, kirchliches Gymnasium, Theater-AG, Schülerkneipe. Die eine Disco, wo du die ganze Stadt triffst. Im Sommer schwimmen im Baggersee, Schlittschuhlaufen im Winter. Aber irgendwo in unserer Umgebung passierten sie ... diese bösen Geschichten, die dann irgendwann auf den Schreibtischen meiner Eltern landeten. Ich glaube David Lynch, der Regisseur von "Twin Peaks" hat einmal gesagt, der Cherry Pie, der in der Serie immer wieder auftaucht, sei eine Metapher für die Provinz, in der die Serie spielt: Einladend knusprig-glatte Oberfläche, aber darunter ein dunkler, schleimiger Sumpf. Auch wenn ich diesen verborgenen Orkus in meiner Kindheit nur im Spiegel der Akten meiner Eltern erkennen konnte, wusste ich, dass er irgendwo dort unter der sichtbaren Oberfläche kleinstädtischer Beschaulichkeit lauerte. Noch heute ertappe ich mich dabei, wie ich manchmal stehenbleibe, vor einem einsamen Haus vielleicht, und mich frage, ob sich darin das Böse verbirgt.
Inhalt: Asylon, die letzte richtige Stadt der Menschheit, in der die Menschen Zuflucht vor der unbarmherzigen Hitze und den hungerleidenden Menschen suchen, die es hinter der Grenze geben soll. Die Welt ist angeblich verkümmert durch Katastrophen und einem heftigen Klimawandel. Genau in dieser Stadt lebt Leveller Torn, dessen Aufgabe es ist, dass Gleichgewicht zwischen den Clans innerhalb der Stadt zu bewahren und so Unruhen in Asylon zu vermeiden. Er gehört einer Spezialeinheit, den Levellern an, die einen ebenso wichtigen Job, wie auch gefährlichen ausführen — was Torn am eigenen Leibe spüren muss. Denn als sein ungeborenes Kind plötzlich eine Totgeburt zu seien scheint und darauf seine Frau angeblich Selbstmord begeht und verschwindet, gerät Torns Leben ins Wanken. Allerdings kann er kaum ins Grübeln geraten, denn auch er scheint auf einmal ins Ziel der Lügen zu geraten und muss um sein eigenes Leben fürchten. Erst als sein Assistent Scooter und die Frau Saina immer mehr Indizien sammeln, schwankt Torns Bild von der rettenden Stadt Asylon. Was steckt wirklich hinter den Intrigen? Und was ist mit seiner Familie geschehen? Als Torn die Grenzen Asylons überschreitet merkt er schnell, dass etwas völlig anderes auf ihn wartet. Dennoch kann er seine Deckung nicht aufgeben, denn der Tod verfolgt ihn weiterhin gefräßiger denn je …
Meinung: „Asylon“ ist das Debüt des Autors Thomas Elbel und ist ein unglaublich spannender Thriller im Bereich der Dystopien, den sich jeder Dystopie-Fan nicht entgehen lassen sollte.
Bei der Geschichte handelt es sich um die riesige Stadt Asylon, die als ziemlich verwinkelt und in die Höhe ragend beschrieben wird. Sie baut auf einer älteren Stadt auf, sodass es viele Ebenen gibt, von denen die meisten nicht einmal von den Sonnenstrahlen erreicht werden. Allein diese Beschreibungen lassen schon vermuten, welch ein gewaltiges Ausmaß Asylon annimmt und gerade diese Größe kommt richtig gut während des Romans rüber. Ich als Leser konnte mich überaus deutlich in die Stadt und in die Geschichte hineinversetzten. In dieser abgeschotteten Stadt lebt auch der Leveller Torn, der fest daran glaubt, dass es durch vielzählige Katastrophen keine bewohnbare Welt mehr außerhalb der Grenze von Asylon gibt. Sein Beruf als Leveller ist es zu töten, um das Gleichgewicht zwischen den vielen Clans durchweg zu gewähren. Dadurch, dass er eine Art geduldeter Killer ist, wird schnell klar, dass sein Job alles andere als ungefährlich ist. Gerade dies puscht schon zu Anfang, die eh schon spannende Geschichte um die Stadt der Zukunft.
Der Leser erhält durch verschiedene Perspektivenwechsel immer weitere Indizien dafür, dass etwas mit der Stadt nicht stimmen kann, sodass man richtig mit den beiden Hauptprotagonisten mitfiebert und auf eine Auflösung hofft. Bei dem zweiten Hauptprotagonisten handelt es sich um Saina, eine starke Frau, die nach dem Verschwinden und Tod ihrer Freundin aus Neugier weiter ermittelt und so schnell auch auf Torn stößt. Beide Charaktere haben mir gut gefallen und waren mir durchaus sympathisch. Mir haben vor allem die verschiedenen Perspektiven gefallen, denn erst so erhält der Leser ein Bild von Asylon und der sich lüftenden Intrige gegenüber den Bewohnern.
Weiterhin finde ich den Grundgedanken geradezu genial, was die tatsächliche Aufgabe von „Asylon“ betrifft. Diese will ich an dieser Stelle natürlich nicht aufdecken, aber ich kann verraten, dass diese Idee alles andere als abwegig für die Zukunft erscheint. Die Idee des Autors ist zwar nach einigen Seiten teils etwas vorhersehbar, aber dennoch äußerst spannend, da ich mir die Kapitel über hinweg, kein 100%ig Bild von der wahren Aufgabe der Stadt machen konnte.
Ein weiterer sehr toller Aspekt an „Asylon“ ist der Spannungsbogen. Dieser steigt stetig und enttäuscht den Leser keinesfalls. Lediglich das Ende kam mir persönlich etwas zu rasch, zu abrupt. Eventuell hätten ein paar mehr Seiten zum Schluss nicht geschadet, dennoch rundet das Ende sehr gut ab. Ich kann auf jeden Fall verraten, dass es eine andere Art von Happy End gibt, welches mich aber vollkommen zufrieden stellt.
Die Hauptcharakter, Tron und Saina, waren mir, wie vorher schon kurz erwähnt, ziemlich sympathisch. Dies liegt vor allem daran, dass beide Schwächen wie auch Stärken haben und trotz dieses düsteren Zukunftsszenarios äußert menschlich und realistisch wirken. Dies ist mir auch im Bezug zu den weiteren Charakteren aufgefallen, wobei ich wirklich eingestehen muss, dass „Asylon“ nichts für Weicheier ist. Die Geschichte ist rasant, blutig und alles andere als sanft. Einige Charaktere überleben nicht einmal das erste Drittel des Romans und andere werden spätestens zum Ende hin erstochen. Die Kämpfe sind blutig und durch Einbringung eines Serienmörder kann man sich schon recht gut ausmalen, dass es auch öfters mal recht perverse Tötungsmethoden gibt.
Ansonsten hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen, denn es handelt sich bei „Asylon“ um einen temporeichen Endzeitthriller, der unglaublich gut ausgearbeitet wurde. Die Charaktere, solange sie nicht sterben, erhalten Tiefgang, ebenso wie die Story an sich. Die Idee des Plots finde ich dazu ziemlich genial gewählt, weshalb die Geschichte überhaupt erst an Stärke gewinnt. Lediglich finde ich das Ende etwas zu kurz geraten, dennoch gelungen. „Asylon“ hat außerdem ein abgeschlossenes Ende, also fallen keine endlos langen Fortsetzungen an, was meinerseits sehr positiv auffällt, genauso wie die komplette Umsetzung, die alles andere als für sanfte Näschen bestimmt ist!
Der Schreibstil des Autors ist durchweg flüssig und schnell zu lesen. Mir haben die Beschreibungen immer wieder sehr gut gefallen, ebenso wie verschiedenen Perspektivenwechsel. Der Autor vermittelt die knallharte Realität in Asylon und beschönigt weder Tod noch perfide Mörder.
Das Cover lässt meiner Meinung nach wenig von der Stadt Asylon erahnen. Einerseits erweckt das Cover so eine gewisse Spannung, anderseits wirkt es ziemlich steril und langweilig. Es passt zwar zum Thema, ich hätte mir jedoch mehr gewünscht. Wahrscheinlich wäre auch eine Hardcover Variante hier überlegenswert gewesen, denn der Roman zerknickt durch die Seitenzahl leider recht schnell.
Fazit: „Asylon“ ist ein brisanter Endzeitthriller und ein ebenso gutes Debüt des Autors Thomas Elbel. Die Geschichte ist knallhart, temporeich und fördert nach und nach immer weitere Intrigen an die Oberfläche. Die Geschichte lässt erahnen, wie es in ferner Zukunft vielleicht wirklich einmal abgehen könnte. 5 Sterne, trotzt klitzekleiner Kritik!
Westküste der USA in einer nicht allzu fernen Zukunft. Die Welt wie wir sie kennen ist während des Surge, einer Klimakatastrophe ungeahnten Außmaßes, untergegangen. Außerhalb der Stadt gibt es nichts als Wüste und hungernde Migrantenscharen, die die Stadt überschwemmen würden, wären da nicht die tödlichen Grenzanlagen, die die Stadt beschützen. Nur warum findet Leveller Torn dann eine Tote in der Todeszone, die die Stadt verlassen wollte?
Eine oberflächliche Recherche ist der Tod eines Werkes, und das trifft bei diesem Roman zu. Auch wenn es sich um einen Zukunftsroman, eine Dystophie handelt, gelten doch weiterhin bekannte Regeln unserer Welt und man spürt das ganze Buch über, dass hier nur an der Oberfläche gekratzt wird, jedoch nichts wirklich in tiefere Ebenen durchdacht ist. Diese Stadt/Welt wirkt wie eine Kulissenstadt für Film und Fernsehen mit schönen Hausfronten und Leere hinter den Türen. Dabei hätte es so viele Möglichkeiten gegen mit dieser Geschichte ethische Fragen zu stellen, die sich geradezu aufdrängen. Hier wurde viel Potential verschenkt und man entschied sich für seichte Unterhaltung. Mehrere Ebenen Stadt übereinander gebaut mit großen Lücken (Voids) dazwischen, ob das so statisch funktioniert, da habe ich meine Bedenken. Auch wie der Vitamin D Mangel bei nicht vorhandenem Sonnenlicht bekämpft wird ist nicht ansatzweise hinterfragt. Die beschriebene Gesellschaftsstruktur, ist bestenfalls als fragmentarisch zu bezeichnen. Man lebt irgendwie mehr schlecht als Recht seit über 15 Jahren und kaum einer scheint mit dem anderen wirklich zu reden. Es gibt weder Schulen noch wirklich viele geregelte Arbeiten (außer Polizei, Strippen, Kellnern, Handel, öffentliche Verwaltung oder Gesundheitswesen) denen man nachgehen kann. Wie Nahrungsmittel produziert werden, woher Wasser und Strom kommen, alles bleibt unklar. Das hat zwar in diesem Falle einen Grund, der sich dadurch jedoch bereits in den ersten 100 Seiten verrät und somit keinerlei Spannung aufkommen lässt. Der Leser weiß somit bereits recht bald etwas, was die Protagonisten 300 weitere Seiten eher zufällig herausfinden, während sie eher planlos den Tod einer Frau aufklären wollen. Dieser Zustand wird auch nicht gerade dadurch verbessert, dass der Autor Hinweise mit den Zaunpfahl über den Text verstreut, die schon recht früh nahezu den kompletten Handlungsstrang vorwegnehmen. Der vorhersehbare Plot zieht sich zäh über die Seiten, das Ende ist Großteils vorhersehbar und erinnert an eine Mischung aus „Dark City“ und „Fortress“.
Fazit: Schade. Eine gute Idee, die leider durch ungenaue Recherche und Kleinigkeiten, welche die Handlung vorhersehbar machen mittelmäßig wird. Hätte man hier und da einige Worte ausgewechselt oder gestrichen und einige wenige Nebensätze gelöscht, wäre das nicht so offensichtlich gewesen und man hätte einige Überraschungsmomente generieren können. So jedoch ist der Rosamunde Pilcher Effekt (nach 5 min Film 85 min Handlung vorhersagen), stark ausgeprägt. Auch die Danksagung hinterlässt einen schalen Nachgeschmack, wenn da drinnen steht, dass man sich nur an einen absehbaren Trend drangehängt hat und das Ganze auch noch eine Auftragsarbeit war.
"Asylon" ist extrem spannend. Am ersten Abend konnte ich es nach etwa 30 Seiten noch weglegen, am zweiten Abend nahm mich die Geschichte so gefangen, dass ich es bis zum Ende lesen musste - ein sehr cleveres und schönes Ende, nach dem ich befreit aufatmete.
Die zugrundeliegende Idee ist genial ausgedacht und konsequent umgesetzt.
Die Stadt selbst ist faszinierend und sehr plastisch beschrieben, aber viele der Bewohner sind mir zu klischeehaft. Sie wirken wie aus einem Jackie-Chan-Film.
Wenn ich so ein Buch lese, möchte ich anschliessend das leicht gruselige Gefühl haben, dass alles tatsächlich mal so passieren könnte. Hier gibt es aber zwei Punkte, die ich nicht verstehe. Deshalb bleibt das unbefriedigende Gefühl, dass das diese Geschichte so nicht möglich ist.
Vielleicht hätte man ihr mehr Zeit geben müssen, ich hätte auch nichts dagegen gehabt, wenn sie auf zwei oder drei Bände ausgedehnt worden wäre. Der Stil des Autors gefällt mir gut, er liest sich flott und flüssig, da hätten es gerne mehr Seiten sein dürfen.
Dieses Buch würde ich nur mit leichten Einschränkungen weiterempfehlen, aber ich hoffe auf mehr Bücher von Thomas Elbel.
Eine Dystopie, die durch Spannung und rasanten Plot überzeugt!
Asylon
Klappentext:
"Asylon ist die letzte Stadt der Erde. Das einzige Bollwerk der Zivilisation, umgeben von endloser Wüste und hungrigen Heerscharen. Das jedenfalls denken ihre Bewohner. Torn ist Mitglied einer Spezialeinheit, die das Gleichgewicht zwischen den herrschenden Clans wahrt. Als dunkle Mächte seine Familie und sein Leben zu vernichten drohen, sieht er sich gezwungen, Asylons tödliche Außengrenze zu durchbrechen. Doch das Geheimnis, das sich dahinter verbirgt, wird alles infrage stellen, woran Torn je geglaubt hat."
Zum Autor:
"Thomas Elbel, geboren 1968, ausgewachsen in Hildesheim, studierte Jura in Göttingen und Atlanta, USA. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Siamkatern in Berlin, wo er sich auch promoviert und in den vergangenen zehn Jahren in verschiedenen juristischen Berufen gearbeitet hat, bis er im Jahre 2011 eine Berufungauf eine Fachhochschuleprofessur erhielt. Weiteres zum Autor: www.asylon.de
(Aus: Asylon, Informationen zum Autor)
Zum Roman: Asylon wird als die letzte Stadt der Welt proklamiert, die einzige Zufluchtsstätte der Menschheit, die ein Überleben garantiert, nachdem eine Klimakatastrophe, genannt Surge, die Welt in Schutt und Asche legte. Wer nicht wie die Hunger leidenden außerhalb des Grenzschutzes verdammt sein will, ist in den Mauern Asylons sicher. Doch was ist, wenn alles, woran man je geglaubt und worin man seine Existenz begründet hat gar nicht der Wahrheit entspricht? Innerhalb kürzester Zeit sieht sich Torn, Masterleveller Asylons, eben jenem Schicksal ergeben, sodass er alles in Frage stellen muss, woran er je geglaubt hat...
Fazit:
Asylon zeigt in erschreckender Klarheit ein Szenario, mit welchem man in der realen Welt am liebsten nicht konfrontiert werden möchte. Klassische Dystopienelemente, rasant erzählt und absolut brutale Wahrheitskonfrontation heben diese Roman aus dem Mainstream heraus.
"Was ist denn nun das sicherste Gefängnis? - fragte Pinocchio schließlich. Sputano drehte sich zu ihm um und grinste. "Das Gefängnis, dessen Insassen nicht wissen, dass sie gefangen sind, mein Sohn."
Der Roman hält sich nicht mit einer Einleitung auf. Die Erzählung beginnt direkt im Prolog, der die Ausgangssituation einleitet: Die Leiche von Sainas bester Freundin Lynn wird auf der Grenze von Torn, dem derzeitigen Masterleveller, gefunden. Alles lässt darauf schließen, dass Lynn nicht, wie zuerst erwartet, von außen in die Stadt wollte - sondern aus ihr hinaus.
Rätselraten und Neugierde gehen der rasanten Handlung voraus. In dem Bemühen, herauszufinden, was wirklich geschah, stößt Saina den kleinen Stein, der alles zum Rollen bringt, an. Torn indes ist nicht nur in diese Geschichte involviert, sondern sieht sich noch weit größeren Problemen gegenüber, die seine gesamte Existenzgrundlage vernichten.
Während des gesamten geschichtlichen Verlaufs würde man meinen, dass die Protatonisten nicht nur der Hoffnungslosigkeit und den Widrigkeiten des Bösen eimherfallen - doch genau dies ist der Fall. Schonungslos werden sie regelrecht malträtiert, auseinander genommen und gerade so körperlich und mental wieder zusammengeflickt, um nur ja dem nächsten Konflikt ins Auge sehen zu können.
Die Stränge der Einzelhandlungen ziehen sich nur langsam zusammen. Der Leser wird somit auf Spannung gehalten und dem Wissensdurst ergeben, denn die (gesamte) Auflösung des Geheimnisses um Asylon lässt einiges auf sich warten. Meiner Meinung nach hätten einige Einzelstränge eher zusammenlaufen können, bzw. wenn sie zusammenliefen, trennten sie sich leider allzu schnell wieder. Auch die Begriffsstutzigkeit Torns und Sanias habe ich manchmal nicht nachvollziehen können. Die absolute Selbstfixierung auf die eigenen Probleme verhindert die Zusammenarbeit und fördert nicht gerade dazu, klaren Kopf zu bewahren.
Dass Torn nur minimal um seine Frau und seinen Sohn trauert, empfinde ich irgendwie als verstörend. Ebenso, dass Nebencharaktere wie Sputano, einer der Clanführer, und Scooter, Kumpel und Arbeitskollege Torns, der durchaus eine wichtige Rolle im Gesamtgeschehniss einnimmt, irgendwann einfach von der Bildfläche verschwinden und nie mehr gesehen werden, war durchaus schade. Diese Nebencharaktere bieten eine Menge Potenzial, dass leider nur aufgegriffen wird, wenn es den Handlungsverlauf vorantreiben soll.
Der Schreibstil des Autors gefällt mir sehr gut. Relativ klar strukturiert und auf den Punkt gebracht. Die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der Charaktere spiegelt sich in der Art und Weise des Geschriebenen sehr gut wieder.
Zum Ende des Romans hin dachte ich mir, wie der Autor wohl in den letzten verbliebenen zwanzig Seiten alles wieder geradebiegen will. Die Antwort lautet: Gar nicht. Zumindest nicht so, wie wir uns ein Happy End vorstellen. Wie er selbst sagt:
"Großes Kopfschmerzen hat mir vor allem das Ende bereitet. Mein Erstentwurf erschien mir, als die Zeit kam ihn zu konkretisieren, zu versöhnlich und undramatisch." (Thomas Elbel)
Das genaue Gegenteil erwartet den Leser also, denn ich empfand zuerst tatsächlich Skepsis, kann mich im Nachhinein allerdings sehr gut mit dem Ende zufrieden geben, obwohl mir doch die gewisse Abrundung im Gesamtgeschehniss irgendwie fehlt.
Insgesamt gesehen ein wirklich empfehlenswerter Roman, den man trotz einiger Kritikpunkte weiterempfehlen kann! Spannung und ein flotter Plot machen die kleinen Mängel relativ nichtig, sodass man im Großen und Ganzen auf jeden Fall froh ist, es gelesen zu haben. Pluspunkt: Kein langweiliges Happy End, sondern eines, dass im Kopf des Lesers nachhallt und zum Nachdenken anregt. 4/5 Sternen von mir!
Erlebniserzählung 2.Klasse. Daran musste ich beim lesen des Buches denken. Extrem simpel gestrickte Zeitgenossen ohne emotionale und charakterliche Tiefen. Auf jeden Seite „grinst“ eine Figur, egal ob es passt oder nicht.Kein Lächeln, kein Schmunzeln, nur grinsen. So flach ist auch das Buch, die Story in Händen eines ordentlichen Schriftstellers hätte was hergegeben
Wer mich kennt, weiß, dass Dystopie zu meinen Lieblingsgenres zählt. Begriffe wie „Endzeit“ oder „Im Jahre 21xx“ erregen sofort meine Aufmerksamkeit. Genauso war es auch bei diesem Buch, denn der erste Satz der Beschreibung hat genau diesen Effekt hervorgerufen: Muss ich lesen! Und ich bin froh, diesem Reiz nachgegangen zu sein, denn war Thomas Elbel dem Leser hier präsentiert ist feinste dystopische Action und Thrill.
„Asylon“ ist das Debüt des deutschen Autors. Die meisten Dystopien erscheinen von amerikanischen Autoren, aber Thomas Elbel zeigt hier eindeutig, dass die deutschen Autoren da mithalten können! Der Roman beginnt gleich mit einer brutalen Szene, sodass der Leser direkt weiß: Dies ist keine „Liebes“-Dystopie. Anhand der Mienen, der Tötungen und der Clans und Spezialeinheiten ist sofort klar, dass knallharter Stoff folgen wird. Ich habe den Roman daher schon recht weit zu Beginn für ein Buch für Männer empfunden. Dies soll nicht bedeuten, dass es keine Lektüre für Frauen ist, allerdings sind Themen wie Militär, Waffen und Geheimbünde schon eher von männlichem Interesse. An diesem Punkt habe ich auch den ersten großen Unterschied zu den anderen Dystopien entdeckt, die ich bisher gelesen habe: Wir finden hier einen männlichen Protagonisten vor, Torn, was absolut in das Klima des Romans passt. Alle dystopischen Romane, die ich bisher kenne, haben weibliche Hauptfiguren. Torn ist mir von Anfang an sehr sympathisch und sein Leben zog mich direkt in den Lesebann. Er ist stark und selbstbewusst, was er allerdings erleben muss, grenzt stark an die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit. Sein Schicksal und die daraus resultierende Story haben mich mitgenommen, sodass ich mich voll in der Story aufgehoben gefühlt habe. Die Beschreibungen der Stadt Asylon wirken sehr bedrückend und erdrückend. Aufgeschichtet sind die Wohnungen und Zimmer der Bewohner dieser Stadt, womit ich anfangs Vorstellungsprobleme hatte. Wer aber das Nachwort des Autors liest und nach den erwähnten Beispielen googelt findet klasse Bilder zur Verdeutlichung. Diese Enge und Eingedrücktheit der Stadt war ebenfalls ein neuer Aspekt, der mir sehr gut gefallen hat.
Da man mit den 450 Seiten ordentlich Lesestoff hat, sind mir die Charaktere auch mit der Zeit ziemlich ans Herz gewachsen. Bei dem ein oder anderen taten daher Geschehnisse und Ereignisse mehr weh, als bei anderen, denn Gut und Böse kristallisiert sich recht schnell heraus. Thomas Elbel hat seine Charaktere gut von einander abgegrenzt und jedem eine Persönlichkeit gegeben, sodass Sympathie und Abneigung schnell gegeben waren. „Asylon“ ist voll von Actionszenen, es fließt einiges an Blut und es gibt ein Haufen von brutalen und ziemlich blutigen Szenen, welche selbst mir als hartgesottener Thriller- und Horrorleser einen kalten Schauder erleben ließen. Kopfkino war beim Lesen eh immer angesagt, was absolut für den tollen Schreibstil des Autors passt. Ich hatte kaum Folgeschwierigkeiten, obwohl doch einige Personen in der Handlung einspielen. Bildlich ist der Schreibstil allemal, sodass „Asylon“ nicht nur ein Buch, sondern auch eine Verfilmung in meinem Kopf war.
Wie ihr merkt, ich bin begeistert! Ich kann dieses Buch jedem Dystopie, aber vor allem auch Action- und Thrillerliebhaber wärmstens empfehlen. Thomas Elbel zeigt hier, was deutsche Autoren können und dass Dystopie kein amerikanisches Genre ist! Weiter so!
Die letzte Stadt nach einer großen Naturkatastrophe. Jede Nationalität hat sich ihre eigene Nische geschaffen. Es herrscht das Gesetz des Stärkeren, nur überwacht durch eine kleine Spezialeinheit. Torn gehört dieser Spezialeinheit an und hofft bald zu deren Anführer zu werden, als er zu einem Fall gerufen wird, bei dem eine Person versucht hat die Schutzmauer zu überwinden, um nach Asylon zu kommen und dabei ihr Leben verlor. Doch bevor sich sein Verdacht es könne sich vielmehr um einen Ausbruch als um einen Einbruch handeln, erhärten kann, trifft er auf seinen erklärten Erzfeind Rygor, der ihm das Zepter aus der Hand nimmt. Das Gefühl das Asylon nicht das zu sein scheint, wonach es aussieht, erhärtet sich immer mehr, vor allem als Saina, die Freundin der Toten am Grenzstreifen, sich in die Ermittlungen einmischt. Und schon bald befinden sich beide in einem Strudel aus Geheimnissen und Gewalt, aus dem es nur einen Ausweg zu geben scheint, nämlich die Welt vor den Toren Asylons. Ein toller Debütroman, der einen gefangen nimmt, sobald man die erste Seite liest. Zwischen den Seiten entsteht eine Stadt die wild wuchert wie ein Krebsgeschwür, mit verwinkelten Gassen, unterirdischen Wohnungen und unkontrolliertem Wachstum, wie geschaffen für Gewalt, Elend und Machtkämpfe. Gekrönt wird die Geschichte mit einem Psychopathen, der sich nicht hinter einem Hannibal Lector verstecken muss, ebenso grausam unbarmherzig und unmenschlich genial. Die Liebesgeschichte zwischen Saina und Torn zeichnet sich etwas schwerfällig ab, was ihr aber nicht den Wind aus den Segeln nimmt, sondern eher die zarten Bande unterstreicht, die zwischen den beiden entstehen und die Widrigkeiten gegen die sie ankämpfen muss. Ich fand die Geschichte einfach mitreißend und ich flog durch die Seiten angetrieben von nur einem Wunsch, zu wissen wie es weitergeht. Und das Ende war ebenso überraschend und ungewöhnlich wie Asylon selbst, eine Dystopie die keine ist und ein Happy End ohne Kitsch, denn Kitsch ist in Asylon einfach fehl am Platz, da geht es um das nackte Überleben.
Leveller Torn wacht mit seinen Kollegen der Kampftruppe über das Gleichgewicht der Stadt Asylon. Ein einfacher Job ist das nicht, denn hierher hat sich die Zivilisation nach einer Katastrophe zurückgezogen. Auf kleinstem Raum sind unzählige heruntergekommene Wohnungen entstanden, die bis tief in den Untergrund reichen. Kein Sonnenstrahl dringt durch die Außenhülle bis zum Boden. Riesige Schächte trennen die Gebäude und es herrschen Gewalt und Korruption. Doch nicht nur innerhalb der Stadt muss das Chaos unter Kontrolle gehalten werden. Als Torn eines Tages eine Leiche im Minenfeld vor der Grenze entdeckt, gerät sein Weltbild etwas aus den Fugen. Plötzlich ist das dunkelste Loch in Asylon ein Paradies gegen die Verschwörung, in der er bis zum Hals zu stecken scheint.
Dystopie meets Thriller - so könnte man das Debut von Thomas Elbel wohl am besten beschreiben. Es ist kein typischer Endzeitroman voller Einsamkeit und Verzweiflung. Asylon ist reich bevölkert und bietet Platz für eine Menge Schicksale. Der Autor nutzt dieses Potential in einem angenehm lockeren Schreibstil aus und erschafft einen Thriller, der überraschen kann. Leider bleibt bei dem Tempo die Tiefe der Charaktere etwas auf der Strecke. Mehr Emotionen hätten es für mich stellenweise sein dürfen. Doch wer actionreiche Bücher mag, wird durchaus andere Qualitäten des Romans entdecken. Besonders gelungen finde ich die bizarren Horrorelemente, hier ist Gänsehaut vorprogrammiert.
Mit dem Ende fühlte ich mich sehr wohl und ein ansprechendes Nachwort rundet das Buch ab. Insgesamt also ein gelunger Erstling. Ich bin schon sehr gespannt, welche Ideen Thomas Elbel künftig noch zu Papier bringen wird.