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Normalhohe Null [German]

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Jeder Sturm bringt Veränderung In einer leer stehenden Villa an der Ostsee, an einer Steilküste, treffen sie aufeinander: die kühle Nora, Bauingenieurin mit Heimvergangenheit, spezialisiert auf Abrisse, und die überschwängliche Peggy, die Skulpturen aus dem errichtet, was das Meer anspült. In der ehemaligen Pension suchen sie Zuflucht, suchen ihre Zukunft. Doch die alte Villa widersetzt sich, die Steilküste bricht ab, immer näher kommt der Abgrund dem Haus, und ein paar höchst eigenwillige Gäste tauchen auf und bleiben. Notgedrungen raufen sich die beiden Frauen zusammen. Ihre Vergangenheit holt sie jedoch auch hier ein, und es stellt sich die Frage: Was gibt Halt im Leben? Und was ist eigentlich ein Zuhause?

272 pages, Hardcover

First published March 21, 2023

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Anna Warner

5 books

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Kathrin Olzog.
231 reviews17 followers
April 7, 2023
Eine selbstständige Bauingenieur für Rückbauten, eine gehörlose Sängerin, ein zerstreuter Professor, ein Kind, das nur barfuß läuft, eine vernebelte Künstlerin und eine Dogge. Sie alle treffen in der alten Villa am Meer aufeinander. Eigentlich soll sie abgerissen werden und so ziehen alle an einem Strang. Hat mir gut gefallen - flüssig und gut zu lesen und vergleichbar mit *Marianengraben* oder *Töchter*
Note: 2-
Profile Image for MsWatson.
146 reviews2 followers
May 29, 2025
Oh mein Gott, wie schön und berührend ist bitteschön „Normalhöhe Null“???? Es ist eine Geschichte über das Suchen nach Halt – im Leben, in der Vergangenheit und in einer langsam bröckelnden Villa an der Ostsee. Der Titel verweist auf einen nüchternen technischen Begriff: den Bezugspunkt für Höhenangaben im Bauwesen, das Meeresspiegelniveau. Und doch steckt darin bereits das zentrale Bild dieses Romans, nämlich die Suche nach der Basis, nach einem Ankerpunkt, nach Halt und nach dem Ankommen. Es ist so schön, ich kann es gar nicht oft genug sagen.
Im Zentrum der Geschichte begegnen uns zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: Nora, eine Bauingenieurin, die sich auf Rückbau, als auf Abriss-Arbeiten spezialisiert hat, und Peggy, eine eigenwillige Künstlerin, die sich auf die Bewerbung an der Kunsthochschule vorbereitet. Beide treffen in einer leerstehenden Villa an der bröckelnden Ostsee-Steilküste aufeinander – einem Ort, der den inneren Zustand der beiden sehr gut widerspiegelt. Was als nüchternes Abriss-Projekt beginnt, entwickelt sich zu einer sehr persönlichen Reise in die Abgründe verdrängter Erfahrungen, ins Hier und Jetzt, in die eigene Persönlichkeit und auch zu der Frage, wie die Protagonistinnen letzten Endes leben wollen und viel mehr: Was sie vom Leben wollen!
Anna Warner gelingt es auf bemerkenswerte Weise, das Haus und die umgebende Natur nicht nur als Kulisse zu basteln, sondern sie beinahe als eigenständige Figur quasi handeln zu lassen. Die Villa wirkt wie ein lebendiges Wesen, das seine Bewohner:innen beeinflusst, den Staub der Erinnerungen aufwirbelt und sich gegen Pläne zur Umgestaltung zur Wehr setzt. Es knarzt, bebt, schweigt – und bietet Raum für die Entwicklung der Personen, die sich dort treffen.
Während Nora versucht, mit einer Vergangenheit zurechtzukommen, die sie lieber mit dem Schutt der Abrissarbeiten am eigenen Leben verschütten würde, bringt Peggy mit ihrer unkonventionellen Art und ihrer emotionalen Direktheit Bewegung in Noras starre (Gefühls-)Strukturen. Aber auch Peggy ist nicht frei von Ballast: Ihre Kreativität speist sich aus Verlust und fehlender Anerkennung. Was sich zwischen den beiden Frauen entwickelt, ist keine einfache Freundschaft, keine plakative Annäherung – es ist ein vorsichtiges Abtasten der eigenen Grenzen, ein ständiges Mit- und Gegeneinander, ein sich aneinander Reiben. Und das Ganze ist sehr facettenreich und einfühlsam erzählt, so dass man sich so gut hineinversetzen kann. Weil man das in Teilen einfach selbst kennt.
Die Geschichte wird sehr ruhig, atmosphärisch und reichlich gefüllt mit feinen Beobachtungen erzählt. Warner schreibt immer passend zur jeweiligen Protagonistin. In Noras Handeln spielt viel Sachlichkeit mit, Peggys Sätze sind verspielt und man kann förmlich ihren Enthusiasmus in der Sprache spüren. Große Gesten wird man als Leser:in in diesem Roman nicht finden und das ist gut so. Denn gerade diese vielen kleinen, subtilen Momente zeigen so realitätsnah, was es heißt, (wieder) Vertrauen zu fassen – zu Menschen, zu einem Ort, zu sich selbst.
Für mich funktioniert der Roman übrigens auch auf deutlich mehr als nur auf einer Ebene. Er könnte als Porträt zweier Frauen gesehen werden, aber auch als Reflexion über das Bauen, Bewahren und Zerstören – sowohl im architektonischen als auch im persönlichen Sinne. Und dann kann man auch noch die Erkundung des Begriffs „Zuhause“ in diesem Roman beginnen, denn das Haus auf der Klippe ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Symbol für das prekäre Gleichgewicht, in dem sich viele Menschen bewegen, die keinen festen Platz in der Welt gefunden haben.
So, also „Normalhöhe Null“ ist ein stilles, emotionales und feinfühliges und auch streckenweise humorvolles Buch, aber absolut kein seichtes! Es behandelt große Fragen – nach Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und der positiven Macht der Gemeinschaft. Es erzählt davon, wie Begegnungen neue Wege öffnen können, selbst wenn alles um einen herum bröckelt. Und es zeigt, dass Heimat manchmal genau dort entsteht, wo man nicht gesucht hat.Für Leser:innen, die atmosphärische Geschichten mit Tiefe schätzen, ist dieses Buch eine absolut empfehlenswerte Lektüre, die durchaus dazu einlädt und inspiriert, das eigene Fundament einmal genauer zu betrachten und vielleicht auch noch mal neu zu justieren.
422 reviews4 followers
September 22, 2023
Zu sich kommen

Die in der Nähe von Hamburg lebende Autorin Anna Warner hat die Nähe zum Meer in ihren Text einfließen lassen auf eine wunderbare Art und Weise. Es geht um eine Villa an der Ostsee, die unbändige Natur und Menschen, die es an diesen Ort zieht. Unter anderem zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Nora, ein Heimkind, nun Bauingenieuren mit Spezialgebiet Abriss ist eher distanziert. Peggy, offenes Herz, künstlerische Ader, ist genau das Gegenteil. Dann noch ein wirrer Professor, ein großer Hund sowie ein Kind ohne Schuhe. Alle treffen sie hier aufeinander und sind doch sehr mit sich selbst beschäftig und doch wollen sie die Villa vor dem Abbruch retten, der gemeinsame Nenner. Denn die Steilküste bricht ab und macht die Villa zu einem gefährlichen Ort.
Der Schreibstil ist bewusst und die Worte genau gewählt. Aus meiner Sicht gut geschrieben, aber es hat mich nicht ganz so doll mitgerissen wie ich es mir gewünscht hätte, auch wenn die Autorin Themenfelder anrührt, die auch mich interessieren, wie: Was macht einen Ort zu einem Zuhause? Wo fühlt man sich geborgen und was bedeutet Heimat für jeden individuell?
Fazit: Für Menschen, die Suchen und auch Finden wollen.
Profile Image for Elisa.
161 reviews3 followers
November 2, 2023
Stilistisch ein bisschen anstrengend, aber schönes Setting und nettes Konzept. Sprachlich könnte man noch mehr Stimmung rausholen, auch die Figuren wirken ein wenig platt.

Lohnt sich allerdings trotzdem, ich hatte meine Freude beim Lesen.
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