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Jáchymov

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Sie begegnen sich zufällig: der Verleger und die Tänzerin. Er sucht Heilung im alten Kurhotel von Jáchymov und stößt dabei auf das Grauen dieses Ortes. Die Tänzerin beginnt ihm eine Geschichte zu erzählen, die sie ihr Leben lang begleitet hat. Es ist die Tragödie ihres Vaters. Als Eishockeytorwart der tschechoslowakischen Nationalmannschaft seit den 1930er Jahren ein Star, glaubte er, seine Erfolge würden ihn vor der Willkürherrschaft des kommunistischen Regimes schützen. Dann wurde er verhaftet. Man deportierte ihn unter anderem in die Arbeitslager von Jáchymov, einem Uranbergwerk in einem Tal des Erzgebirges. Nach fünf Jahren wird er amnestiert und als Todkranker entlassen. Seiner Familie bleibt nichts, als ihm beim langsamen Sterben zuzusehen. Die Tochter wird zur Chronistin einer ungewissen Erinnerung, der sie nicht mehr entkommen kann.

270 pages, Hardcover

First published January 1, 2011

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Josef Haslinger

22 books8 followers

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26 (32%)
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2 (2%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Peter.
401 reviews234 followers
November 26, 2022
Dies ist kein Roman, dies ist ein Denkmal. Ein Denkmal für Bohumil Modrý, den Torwart des tschechoslowakischen Weltmeisterteams im Eishockey von 1949. Nach dem Ende seiner Kariere geriet er zusammen mit seinen Teamkollegen in die Fänge des Staatssicherheitsdienstes. Man vermutete, dass er aus dem Land fliehen und auch andere dazu anhalten wollte. Dabei hatte er bei seinen internationalen Einsätzen mehr als genug Gelegenheit gehabt sich abzusetzen, entschied sich aber immer wieder für sein Heimatland. Seine Loyalität wurde ihm mit 15 (!) Jahre Haft gelohnt. Zwar wurde er nach 5 Jahren amnestiert, aber die Arbeit im Uranbergbau des titelgebenden Jáchymov (das ehemalige Joachimsthal) hat ihre Spuren hinterlassen. Im Alter von nur 47 Jahren starb er an Strahlenvergiftung.

Wir erfahren davon aus den Aufzeichnungen seiner Tochter. Josef Haslinger hat sich dafür entschieden, diese nicht direkt wiederzugeben, sondern aus dem Munde ihres fiktionalen Verlegers, der sich aus gesundheitlichen Gründen in Jáchymov aufhält. Dieser gelungene Schachzug hält er den Lesen bei der Stange, was bei Biographien eine Herausforderung ist. Lediglich die dem Erzähler angedichtete DDR-Vergangenheit, einschließlich Freikauf durch die BRD, passt nicht in die Erzählung. Wollte der Autor dem (österreichischem) Leser lehrmeisterlich auch noch diese Geschichte nahebringen? Interessanterweise hat er aber nicht den Bogen zur Wismut AG im Erzgebirge geschlagen, wo anfangs unter ähnlichen Bedingungen Uranerz abgebaut wurde, wenn auch nicht durch Häftlinge, sondern von durch die Sowjets arbeitsverpflichtete deutsche Bergleuten.

Jáchymov ist kein großer, aber ein notwendiger und mitfühlender Roman, der geschrieben werden musste Damit die Leute Europa verstehen lernen.
Profile Image for Great-O-Khan.
471 reviews129 followers
November 27, 2022
Knappe 3,5 Sterne, grosszügig auf 4 Sterne aufgerundet.

Der von Schmerzen geplagte Verleger Anselm Findeisen trifft in Jáchymov die Tochter des ehemaligen tschechoslowakischen Eishockey-Torwarts Bohumil Modrý. Diese beginnt die Geschichte ihres Vaters zu erzählen. Er fordert sie auf, die Geschichte aufzuschreiben. Das ist der Rahmen für die wahre Geschichte von Modrý. Der Verleger Findeisen lebt in Wien, kommt aber ursprünglich aus der DDR. Bohumil Modrý, war in einem Arbeitslager der Kommunisten in Jáchymov. Er musste Uranerz verladen. Nach seiner Freilassung 1955 fing wenige Jahre später sein langsames Sterben an Leukämie an.

Haslinger traf 1988 die Tochter von Bohumil Modrý. Blanka Modrý ist Tänzerin und Schauspielerin und spielte in einem Stück von Haslinger mit. Haslinger wollte allerdings nicht nur die Geschichte ihres Vaters in einem Doku-Roman erzählen. Er hat den Blick aus der Gegenwart durch eine Rahmenhandlung ergänzt. Die Rahmenhandlung ist für mich aber leider überfrachtet. Darüber hinaus lenkt diese in Teilen vom Kern der Handlung ab. So dauert es z.B. 50 Seiten, bis das erste Mal ernsthaft von Bohumil Modrý die Rede ist.

Trotz dieser Mängel ist "Jáchymov" aufgrund der schriftstellerischen Fähigkeiten von Josef Haslinger ein durchaus lesenswertes Buch. Ohne dieses Buch hätte ich vermutlich nie von Bohumil Modrý gehört. Es spricht für Haslingers Fähigkeiten, dass jemand wie ich, der wenig Ahnung von Eishockey hat, sich auf einmal dafür interessiert.
Profile Image for Babette Ernst.
349 reviews82 followers
November 28, 2022
Der Autor Josef Haslinger lernte eines Tages die Tochter des ehemaligen tschechoslowakischen Eishockeytorwarts Bohumil Modrý kennen, die ihm die Geschichte ihres Vaters von Erfolg über Verhaftung, Zwangsarbeit und Tod erzählte. Dazu recherchierte er umfangreich, um aus diesem wertvollen Material einen Roman zu schaffen.

Es ist ungeheuer wichtig, von solchen Ereignissen zu erzählen, sich vor Augen zu führen, was Menschen einander antun können, welche Verhältnisse Willkür begünstigen und wie wichtig eine Gewaltenteilung und eine unabhängige Justiz in einer Demokratie sind.

Das Buch ist dort am stärksten, wo es eher einem Bericht gleicht, die Ereignisse mehr geschildert als erzählt werden, wobei einzelne Passagen gerade im ersten Drittel des Buches, genauso gut im Internet zu recherchieren waren. Aber die detaillierten Beschreibungen der Ereignisse, des Prozesses und der Zustände in den Haftanstalten waren erschütternd, aber unbedingt lesenswert. Gut fand ich die Einordnung in den historischen Kontext, die Erwähnung, dass die Zwangsarbeit in Jáchymov (früher St. Joachimsthal) durchaus keine Erfindung der Tschechen war, sondern schon von den Deutschen praktiziert wurde, die sowjetische Kriegsgefangene hier arbeiten ließen. Das Buch verzichtet auf eine konkrete Anklage und hat diese auch gar nicht nötig, die Leser können sich selbst ein Bild der Zusammenhänge machen und Schlüsse ziehen.

Die Rahmenhandlung, die die Begegnung des Autors mit der Tochter des Eishockeytorwarts fiktionalisiert, und einen an Morbus Bechterew erkrankten Verleger nach Jáchymov zur Kur mit Radonbädern schickt, der dort eine Tänzerin kennenlernt, die ihm, der in den 1970er Jahren aus der DDR emigrierte, aus dem Leben ihres Vaters erzählt, war für mich weniger gut gelungen. Die Tänzerin fasst Vertrauen, da auch er unter Justizwillkür gelitten hatte. Das Ganze wäre wahrscheinlich möglich gewesen, aber war hier zu sehr Mittel zum Zweck. Gerade Die DDR-Vergangenheit des Verlegers wurde zu kurz abgehandelt, obwohl sie einen eigenen Roman wert gewesen wäre, und erhält dadurch etwas klischeehaftes. Trotzdem hält die Rahmenhandlung die Spannung, es liest sich schnell und hält eine Fülle von Informationen wie nebenbei parat.
Fazit: Ein wichtiges und informatives Buch, das aus meiner Sicht keine literarische Meisterleistung ist.
1,004 reviews4 followers
November 11, 2019
Naprawdę świetna książka. Dla miłośników powieści historycznych jest to naprawdę świetna lektura. Natrafiłem na nią całkiem przez przypadek. Sklep internetowy w którym kupuję czeskojęzyczne audiobooki miał wyprzedaż na część swojego asotrymentu. Przeglądając właśnie te okazyjne audiobooki natrafiłem właśnie na tą pozycję. W zasadzie jest to książka napisana przez austryjackiego pisarza. Ale ze względu na temat który porusza jest to mocno czeska książka.
Jachymow, Joachimtahl to miejścowość w Krusznych Horach. Musiałem sprawdzić jak to pasmo górskie nazywa się po polsku. Po niemiecku to Erzgebierge. Po polsku to po prostu Rudawy. Jachymow, albo Joachmitahler to miejscowość która na stałe wpisała się we współczesną historię świata. To właśnie tej miejscowości Amerykanie zawdzięczają nazwę swojej waluty, Dolar. Nazwa amerykańskiegopieniądza dolar, czy też nawet polska nazwa starej monety talar, właśnie wzięły swój początek od Jachymowa czy też raczej niemieckojęzycznej nazwie tej miejscowości Joachimstahler. W średniowieczu włanie w tej miejscowości w Rudawach wydobywano srebro oraz bito srebrne monety. Już wtedy zaczęto je przysłowiowo nazywać „Thalerami”. A ponieważ monety z Joachymowskiego srebra miały dość dobrą reputację, upowszechniły się w całej Europie nazwa szybko upowszechniła się w całej Europie. „Tahler”, można na polski można przetłumaczyć jako „dolina”.
Jednak nie talar, czy też średniowieczna historia jest tematem tej książki. Autor podjął się tematu bardziej współczesnego. Jachymov pod koniec lat 40tych oraz w latach 50tych był miejscem stalinowskich obozów koncentracyjnych, łagrów utworzonych przez komunistyczne władze Czechosłowacji na wzór radziecki. W Jachymowskich łagrach więziono nawet około 10 tysięcy więźniów politycznych. Jachymov wybrano jako miejsce do utworzeniach łagrów również ze względu na swoje położenie oraz na sutowce mineralne znajdujące się w górach Rudawach. Tych surowców znajduje się sporo w Rudawach. Nie tylko chodzi o srebro. Tym surowcem bardzo porządanym przez władze komunistyczne, przez Związek Radziecki oraz samego Stalina był uran. Pod koniec lat 40tych Związek Radziecki desperacko potrzebował uranu w celu wybudowania bomby atomowej. W Jachym oraz później tam więzieni więźniowie polityczni mieli tego pecha, że właśnie ruda uranu ukryta w Rudawach była wysokiej jakości i świetnie się nadawała do budowy radzieckiej bomby atomowej.
Zawartość pierwiastków radioaktywnych w rudach ukrytych w okolicach Jachymowa doceniła również sama Maria Curie, która kilkadziesiąt lat wcześniej przed komunistami sama odwiedziała Jachymow i w celach badawczych zaopratywała się w tej miejscowości w radioaktywną rudę dzięki której później w swoim laboratorium odkryła rad. Jachymow dzięki naszej noblistce również wpisał się w karty historii świata.
Ale powróćmy do czasu tuż po Drugiej Wojnie Światowej. Czechosłowacja po zakończeniu wojny mogła jeszcze przez kilka lat cieszyć się demokracją i wolnością. Dopiero w 1948 roku komuniści przejęli w tym kraju władzę, szybko i zdecydowanie zaczęli wprowadzać na wzór stalinowski dyktaturę. W tym czasie ofiarami dyktatury koministycznej padali najróżniejśi ludzie. Niestety komuniści nie szczędzili nikogo, nawet czołowych sportowców, mistrzów świata.
Narracja książki zbudowana jest w dość ciekawy sposób. Akcja rozpoczyna się w czasach współczesnych. Poznajemy austryjackiego wydawcę książek, który mając problemy zdrowotne zostaje przez swojego wiedeńskiego lekarza wysłany do sanatorium właśnie do współczesnego czeskiego Jachymowa. Tam przypadkowo natrafia na tajemniczą kobietę, która poznaje troche bliżej. Zaczyna mu ona opowiadać historię swojej rodziny. Ojciec ów kobiety był bramkarzem przedwojennej oraz powojennej czechosłowackiej reprezentacji hokejowej która kilkukrotnie została mistrzem świata, również dwukrotnie po zakończeniu Drugiej Wojny Światowej.
Część książki to oczywiście fikcja literacka, ale postać czechosłowackiego geniusza bramkarskiego Bohumila Modrego jest autentyczna. Czechosłowacja stała się pod koniec lat 30tych światową potęgą hokejową i właśnie Bohumil Modry był czołowym jej zawodnikiem. Był wtedy najlepszym bramkarzem hokejowym na świecie. Po zakończeniu wojny miał możliwość grania w reprezentacji, utrzymywał świetną formę, wraz z wieloma hokejistami z którymi grał jeszcze przed wojną.
Niestety popularność, liczne wyjazdy na zawody sportowe w zachodniej Europie, liczne kontakty z ludźmi z zachodniej Europy oraz z Amerykanami i Kanadyjczykami były mocno nie na rękę komunistom, wręcz były uznawane za coś wrogiego i niebezpiecznego. Niestety Bohumil Modry wraz z kilkoma kolegami z reprezentacji został skazany w politycznym procesie pokazowym na kilkanaście lat ciężkich prac w łagrze i w ten sposób właśnie trafił do Jachymowa.
Dzięki książce właśnie poznajemy losy Bohumila Modrego, jego tragedię życiową. Autor wykonał kawał dobrej roboty. Książka jest napisana w świetny sposób. Dodam również, że została świetnie nagrana w formie audiobooka przez świetnego lektora oraz w bardzo przyjemnej muzycznej oprawie.
Koniecznie muszę pojechać i odwiedzić Jachymov. To bardzo ciekawe miejsce historyczne, oprócz historii powstania dolara jest to też miejsce dość tragiczne gdzie sporo ludzi straciło zdrowie i zycie poprzez niewolniczą pracę w komunistycznych łagrach. Nie byłem świadomy tego na jak wielką skale komunistyczny reżim w Czechosłowacji stworzył system łagrów. Z książki można sporo się dowiedzieć o mało znanych faktach powojennej historii Czechosłowacji.
Profile Image for Frank.
596 reviews125 followers
November 20, 2022
Die drei Sterne gelten dem "Gesamteindruck" eines handwerklich schlecht gemachten "Romans" (?), dem man über weite Strecken trotzdem gespannt folgt. Allerdings schieben sich die fesselnden Passagen doch ein wenig zusammen, denn die weitschweifige, im Wikipedia- Stil verfasste "Geschichte des tschechischen Eishockey" hätte der Lektor bis auf die Passagen, die für das Verständnis des Stellenwerts dieser Sportart in Tschechien und der Slowakei und der Rolle des Protagonisten darin unabdingbar sind, gnadenlos streichen können. Auch die vielen abgerissenen Erzählstränge sind ärgerlich. So mögen Anselms Erlebnisse in Rumänien und die Rolle, die eine Anhängerin der IV. Internationale dabei spielt, die Wiki- Story aufgelockert und um andere Aspekte bereichert haben, aber über die den DDR- Philister (Anselmus aus Hoffmanns "Topf"?) verstörende Auffassung sexueller Freiheit und die sich daraus ergebenden Missverständnisse hätte man vielleicht gerne mehr gewusst. Das spielt aber im weiteren Verlauf keine Rolle mehr und damit bleibt die Frage, was es dann hier zu suchen hat.
Die DDR- Biografie des Verlegers Anselm, der anfangs die Mauer gut fand, hätte das Potential gehabt, ein wenig Irritation in die ansonsten ungetrübte Heldengeschichte zu bringen. Da der endlich in den Westen abgeschobene Anselm, warum muss der morbus bechterew haben?, damit allerdings nur dem heute üblichen Gut- Böse- Schema in der Literatur noch ein bisschen Böses vom Bruderland der CSSR hinzufügt, bleibt diese Chance zu Differenzierungen, dem Aufzeigen von Verstrickungen, womöglich dem Stellen der Schuldfrage an einen Unschuldig- Schuldigen, vertan. Man muss auch kein "Tollpatsch" im Sinne des Hoffmannschen Anselmus sein, um in Wien in ein Auto zu laufen (wie der andere in den Karren des Apfelweibschens), und wenn die Tochter, deren Erzählung sich - an sich nicht ungekonnt - mit der Rahmenerzählung um ihren Verleger vermischt, als Tänzerin nicht dem romantischen Motiv des Kunstvoll- Zarten und Verletzlichen folgen soll, dann erschließt sich mir die Bedeutung dieses Berufs nicht. Bis auf eine Stelle, in der erwähnt wird, dass sie ihrem Vater vortanzt, spielt das Tanzen keine Rolle und an sich hätte sie auch Tellerwäscherin sein können.
Klar, in Jachymow kreuzen sich Lebenswege symbolisch, indem das Radon, das den einen tötete, dem anderen wenigstens Linderung verschafft. Ja, ich hab's bemerkt, und nun ist es auch wieder gut. Träumt Anselm/ Anselmus (Haslinger?) vom "goldenen", ewige Harmonie unter den Geschöpfen versprechenden "Topf"? In den Träumen der Tochter jedenfalls nimmt der Vater, den sie nicht festhalten kann, verschiedene Gestalten an, um sich dann doch immer wieder in den kranken Mann zurück zu verwandeln, der er vorher war. Nur dem kommunistischen Minister fällt jedes Mal ein weiterer Orden von der Brust - mag sein, er nähert sich so dem Menschen wieder an, der er einmal war bzw. unter der Larve des WOH (weitere Orden hinten- DDR- Witz über die Ordensbrüste sowjetischer Offiziere) immer noch ist...
Jenseits dieser literarisch- kompositorischen Schwächen (vielleicht habe ich den Sinn des Ganzen auch bloß nicht begriffen?) geht es immerhin um dieses Menschliche, wobei die Frage nicht durch den heldenhaft- menschlich und damit konturlos bleibenden Helden aufgeworfen wird, sondern sich in der Negation all dessen stellt, was man gemeinhin mit dem Mensch- Sein verbindet. Wie so oft bleibt das Gute blass, während sich das Böse farbenprächtig vor den Augen und Sinnen des Lesers entfaltet. Wer denkt sich aus, einen Menschen drei Tage lang ohne Nahrung und Pause im Kreis laufen zu lassen? Wie überlebt man ein Kellerloch, in dem es bis zu minus 10 Grad kalt sein konnte (steht im Text) und in dem man weder stehen noch wirklich sitzen oder gar liegen konnte? Die Kraft des Guten bleibt abstrakt, während man sich seine Qualen vorstellen kann. Kann man aber verstehen, wie jemand einem Gefangenen eine Gasmaske aufsetzt, um dann den Luftschlauch abzuklemmen und dem so Gequälten in seiner Todesangst zuzusehen? Wir erfahren von den Tätern nur, dass sie selbst zum Abzählen der Gefangenen zu dumm waren. Nun ja... Trotzdem der "Roman" genannte, aber über weite Teile non-fiktionale Text hier einerseits nichts über die Biografie oder die Motive der Mörder zu berichten weiß, was schon interessant gewesen wäre, ist es andererseits auch wieder gut, dass Haslinger erst gar keine Erklärung versucht. Somit wird der Leser/ wird die Leserin auf sich selbst zurück geworfen und muss die unabweisliche Frage nach dem "Warum?" selbst zu beantworten versuchen. Es ist nicht die schlechteste Literatur, die eine große Frage aufwirft, um die Antwort (oder doch das Nachdenken als Stachel im sonst selbstzufriedenen Da- Sein) dem Leser/ der Leserin zu überlassen. In dieser Weise aufgestachelt zu sein, erklärt wohl den Reiz der Lektüre, die - von den beschriebenen Eishockey- Passagen mal abgesehen - im Ganzen nie langweilig wird und dazu drängt, den Fortgang der Geschichte und das Ende nun auch erfahren zu wollen. Das Ende kommt dann abrupt, denn an Anselm - der nun wohl wieder zum Spießer à la Anselmus im Eingang des "Topf" wird - ist nichts Erzählenswertes mehr dran, weshalb es ihn eigentlich auch nicht gebraucht hätte. Die große Frage ist gestellt und nun bleibt es an uns, eine Antwort darauf zu versuchen, warum Menschen immer wieder anderen Menschen "Un?Menschliches" antun. Ja, warum? Wer diese Art Fragen mag, dem sei das Buch trotz seiner Unzulänglichkeiten zur Lektüre empfohlen.
Profile Image for Michal Hybášek.
11 reviews
February 11, 2021
Příběh Bohumila Modrého byl velmi smutný a líbí se mi jeho zachycení. Bohužel kniha se mi jako celek příliš nelíbila - ostatní dějové linky nebyly až tak zajímavé a místy to bylo matoucí
6 reviews
January 16, 2025
Asi sem čekal od této knihy více... Ale je to vlastně pohled z venku další příběh co kolem toho se točí...
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Jana.
10 reviews6 followers
November 15, 2013
This book was too complicated to me. Indeed, it might have been for my language skills as I read it in German original. But also, there are several narrative perspectives and timelines intertwined.
I expected a different story. I thought it would be about Bohumil Modrý and his fate. Yet the book is about his daughter, Blanka Modrá, and her childhood- and teenage- perception of having her father imprisoned and consequently seriously ill. The genre is "doku-fiction", so the whole story about Blanka is probably not true. But writing love-letters to own father is just too much to me. Moreover, the character of the storyteller is quite unnecessary.
I definitely agree that people shoud know about this story (it's not that well known in the Czech Rep), but the story actually starts around page 200.
Also, one might have problems understanding some issues in the book, if not familiar with cultural background of german-speaking countries.
Not to be too mean, I am glad that I read this book and I recommend ice hockey fans to read it.

Fun fact: the Czech translation got an Award for the worst translation 2012.
Profile Image for Joerg.
122 reviews5 followers
January 4, 2017
Im dokufiktionalen Stil wird hier die wahre Begebenheit eines tschechischen Eishockey-Stars erzählt, der in die Mühlen der Diktatur des Tschechischen Kommunismus nach 1948 gerät. Dass der Kommunismus hinter dem Eisernen Vorhang kein Paradies war, war mir nach ersten Besuchen in der CZ nach 1989 klar, die Tristesse und das Verwahrloste erinnerte an die 3. Welt. Dass das KP-System aber dermassen barbarisch war und auch in der CZ wahrhafter Stalinistischer Terror herrschte, der mittels Uranmienen-GULAGS die NAZI-KZs quasi fortführte, war mir vor diesem Buch nicht bewusst. Klement Gottwald begehrte sich als kleiner Stalin/Kim Jong-un und ließ auch jüdische Parteikollegen nach Schauprozessen hinrichten.
Es herrschte eher das Bild der CZ als gemütliches Tante Jolesch/Schwejk/Kafka/Rilke, Bier und Knödelland vor, mit Wäldern und Burgen wie aus den Märchenbüchern und die Glückseligkeit der tschechischen Kinderserien und Filme der 70er. Als Hobbyeishockeyspieler und der Geschichte Postkakaniens Interessierter ein toller Stoff und gut umgesetzt!
Profile Image for Dymbula.
1,060 reviews38 followers
May 1, 2014
Rozporuplná knížka. Čtení na Noci literatury mě nalákalo a knížku jsem koupil hned na místě. Těšil jsem se, roky plynuly, recenze dost odstrašující. Kniha získala i jakousi cenu za nejblbější překlad, či co. Je to bohužel tak. Překlad je pitomý, věty nepřehledné, souvětí kostrbatě hrbatá. Některá zvláště krkolomná sdělení musím přečíst několikrát. Těžko říct, za co může překlad a jak to vyzní v originále. Příběh by mohl být i zajímavý, ale v téhle podobě mě neuchvátil. Budu velkorysý - za všechno může překladatelka... autor asi ne.
Knížku už nikdy číst znova nebudu a tak ji v knihovně ani nechci. Časem ji někomu daruji. Ale komu?
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