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Glitsch

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Pools, Plastikpalmen, Polarsonne: Léon Portmann durchquert auf einem Kreuzfahrtschiff die ganzjährig eisfreie Nordostpassage. Klimakatastrophentourismus mit Schlagerprogramm und Analogfisch auf der Speisekarte inklusive.

Eigentlich wollte seine Freundin Kathrin die Reise allein machen, doch er hat sich ungefragt angehängt. Dabei sind die Risse zwischen den beiden offenkundig. Als Kathrin spurlos verschwindet, macht Léon sich auf die Suche nach ihr. Er taucht immer tiefer in den Schiffsbauch ab und gerät unter Verdacht, ein blinder Passagier zu sein. Weder Kathrin noch er stehen auf der Bordliste. Nach der Beziehung erhält auch die Wirklichkeit Risse: Gibt es Kathrin überhaupt? Und was haben ein neuseeländischer Philosoph, obskure Internetforen und ein 15 Jahre altes Videospiel damit zu tun?

«Glitsch» ist der Trennungsroman zum Ende der Menschheit. Ein abgründiger Abgesang auf die Welt, wie wir sie zu kennen glauben, packend und klug in Szene gesetzt.

296 pages, Hardcover

Published March 13, 2023

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About the author

Adam Schwarz

10 books4 followers

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Community Reviews

5 stars
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2 stars
11 (14%)
1 star
3 (4%)
Displaying 1 - 12 of 12 reviews
Profile Image for Daniel.
75 reviews
February 17, 2025
Fiebertraumartige Ereignisse auf einem Kreuzfahrtschiff.

So sehr ich den Wahn genossen habe, so sehr hätte ich mehr gegen Ende etwas mehr Licht im Schaum des Experience Decks gewünscht.
Profile Image for Conny.
627 reviews87 followers
August 6, 2023
Das Eis schmilzt, der Verstand auch: Ein Kreuzfahrtschiff befährt – mittlerweile ganzjährig, da das Eis verschwunden ist – die Nordostpassage. Mit rechten Dingen geht es auf der Diamond allerdings nicht zu.

Für Léon Portmann nämlich tun sich Risse in der Realität auf. Ende zwanzig, noch immer Student, seit vier Jahren mit Kathrin liiert und trotzdem in seiner Jungs-WG verhaftend: der für die Generation der Millennials symptomatische Protagonist kriegt es nicht auf die Reihe. Eigentlich wollte seine Freundin diesen Urlaub alleine antreten, Léon hat sich mehr oder weniger ungefragt angehängt, obwohl er diese Art des Reisens gar nicht mag.

Und es kommt, wie es kommen muss: in der Enge der Kabine bricht die grosse Frage der Beziehung auf. Kind oder kein Kind? Léon verschwieg Kathrin bisher einen diesbezüglich nicht irrelevanten Fakt; doch bevor es zum Geständnis kommt, verschwindet Kathrin.

Es mag zunächst absurd erscheinen, auf einem ausgebuchten Kreuzfahrtschiff für ein paar Tage in Ruhe gelassen werden zu wollen. Doch Kathrin gelingt es. Sie kehrt nicht in die Kabine zurück, ist weder beim Frühstück anzutreffen noch auf dem Handy erreichbar. Léon bleibt allein zurück und widmet sich dem mitgebrachten Haschklumpen.

Ob das, was folgt, Wahn oder Wirklichkeit ist, ist schwer zu sagen. Kathrin bleibt so sehr verschwunden, als hätte es sie nie gegeben. Auch Léons berechtigte Existenz als Passagier scheint dem Schiffspersonal nicht mehr bekannt zu sein; im Gegenteil, sie beginnen ihm nachzustellen, als wäre er ein Eindringling. Immer weiter flüchtet er sich also hinein in den Schiffsbauch, weg von der metaphorischen wie wörtlichen Oberfläche.

Die Glitches in Léons Realität werden zum Programm. Man fragt sich, wo der Wahn begonnen hat: beim Verschwinden seiner Freundin, bei den Wahn- und Verschwörungsvorstellungen, die er daraufhin entwickelt? Oder hat er sich die ganze Beziehung überhaupt nur eingebildet?

Der grösste Glitch in dieser Geschichte ist mit Sicherheit der Mensch an sich. Die Nordostpassage ist mittlerweile ganzjähig eisfrei, manche Passagiere verbringen 365 Tage im Jahr auf dem Seeweg über Eurasien. Wie zu erwarten, haben sie in unserer Gegenwart nichts gelernt: anstatt einfach auf klimaschädlichen Konsum zu verzichten, landet Synthetikfleisch auf dem Teller. Die Meere sind leergefischt, aber auch die Makrele kann problemlos analogisiert werden. Und obendrauf kommt die schlichte Tatsache, dass die Handlung auf einem Kreuzfahrtschiff – einer der grössten CO2-Schleudern überhaupt – spielt.

Über den Geisteszustand seines Protagonisten lässt einen Adam Schwarz derweil im Unklaren. Die zusätzliche Ebene eines in die Jahre gekommenen Computerspiels, in dem Léon gezielt nach einem bestimmten Glitch sucht, verwirrt mehr, als dass sie zur Aufklärung beitragen würde. Was bleibt, ist ein unterhaltsamer Roman, in dem die Endzeitstimmung fein eingewoben wird – dessen grosses Thema aber diffus bleibt.

Review erschienen bei phosphor-kultur.ch.
Profile Image for Electric.
627 reviews1 follower
November 29, 2023
Schönes Cover dass mir aber etwas mehr formale Glitchiness versprochen hat als die Story mit ihren Silent Hill Zitaten dann halten kann. Aber insgesamt natürlich eine schöne Metapher, die sich vorzüglich gefahrlos besichtigen lässt, so ein Kreuzfahrtschiff im eisfreien Ozean nördlich von Russland. Ich hätte mir mehr Backroom Horror und Wahnsinn erwartet, aber es war auch so in ausreichendem Maß verwirrend. 3.5 Sterne. 4.5 für Gamer die gern kiffen und noch nie Philip K. Dick gelesen haben.
Profile Image for Tutankhamun18.
1,419 reviews27 followers
October 8, 2023
//4.5 stars//

“«Du hast sie echt nicht mehr alle.» Ein seltsamer Ausdruck, dachte er, sie nicht mehr alle ha-ben. Als wäre die Wirklichkeit eine Sammlung aus Einzelstü-cken, und es würde reichen, eines davon zu verlieren, um auch das Ganze zu verlieren.”

Dieser Roman ist grossenteils sehr gut gelungen, kurzweiligs und schafft eine gute Balance zwischen Wortwahl, Satzstruktur und Narrativ.

“Ihm war, als ob die anderen Passagiere ihn fixierten, also köchelte er ein Instant-Lächeln auf und streckte die Brust durch. Dann klopfte er seinen Hippocampus nach einer passenden Anekdote ab. Ob sie wisse, dass die Menschheit die Milchstraße nie verlassen können werde? Selbst mit Lichtgeschwindigkeit nicht. Dafür dehne sich das Universum zu schnell aus. Die Menschheit sitze fest, sagte er, und dachte: Genau wie wir. Kathrin setzte das Glas an die schmalen Lippen, kippte den Kopf nach hinten und wischte sich den Mund trocken. Dann sagte sie, sie verstehe immer noch nicht, weshalb er überhaupt mitgekommen sei.”

Wir folgen Leon, der seiner Freundin gefolgt ist auf ein Cruise Schiff nach Japan. Doch schon bald nach der Abfahrt lernen wir dass er, obwohl sie schon 5 Jahre zusammen sind sie anlügt. Ihre Beziehung ist strapaziert, enthält unangesprochene Geheimnisse und fehlende Emotionale Intimität.

“Das ungezeugte Kind lag zwischen ihnen, wenn sie schlie-fen, es brüllte in der Nacht und riss ihn aus seinen Träumen.Es verhedderte sich in seinen Gedankenfäden und verdorrte ihm die Zunge.”

Klar wird, das er hierbei um einen Break Up Roman handelt. Leon scheint den Draht zur Realität jedoch etwas verloren zu haben, schon bald ist er von der Realität der anderen Gäste auf dem Schiff abgetrennt und entfremdet. Er begegnet verschiede Mitarbeiter, die ihm dazu bringen seine Realität weiter und weiter in Frage zu stellen. Es scheint als ist Leon’s Beziehung, wie auch das Spiel The Somber Prophecy “broken to the point of perfection” und “dead on arrival”. Wie viel sich dabei um Glitsches handelt, wie viel um das ganze Gras das Leon raucht und wie viel an seiner mental health, bleibt bis zum Ende offen. Dies ist ein introspektiver, abhanden gekommener Roman der alles in Frage stellt und nichts einfach hingibt. Das einzige sicher ist, dass es Leon nicht gut geht mit dem Ende dieser Beziehung, er fällt tiefer in die Risse, die “Glitsche” des Internets, schläft schlecht, raucht gras und bildet sich Sachen ein. Dieser Roman stellt die fragile Zeit eines Breakups mit einem Gefühl von Gefangen sein, ertappt werden und enttäuscht und alleine sein sehr gut dar. “Wenn es ihm nicht gelang, sie zu finden, gäbe es keine Geschichte ihres Zusammenseins mehr, sondern bloß eine Aneinanderreihung von Fragmenten und einzelnen Szenen, ohne dramatischen Bogen, der sie zusammenhielt.”

“Wenn er wenigstens hätte sagen können, was er sich davon erhoffte, sie zu finden. Closure vielleicht. Einen Knoten, um die einzelnen Fäden ihrer Geschichte davon abzuhalten, vollkommen auszufransen, auch wenn sie vorüber war. Kathrin könnte er verlieren, auch wenn ihm der Gedanke schwer wie eine Kanonenkugel im Bauch lag. Ihre Beziehung war vermutlich nicht mehr zu retten. Aber selbst wenn ihre Geschichte nun endete, wollte er der Co-Autor dieses Endes bleiben. Indem Kathrin sich ohne Ankündigung aus dem Spiel genommen hatte, hatte sie die Partie zwischen ihnen jäh unterbrochen, ihn allein vor dem Spielbrett zurückgelassen, lauter Regeln im Kopf, ohne jedwede Möglichkeit, zum nächsten Zug zu gelangen.”

Was mir auch gefiel, ist dass die Klimakrise im ganzen Roman den Hintergrund gestaltet: “Léon trat zum Waschbecken, drehte den Kaltwasserhahn auf und schrubbte sich das entsalzte Arktiswasser ins Gesicht. Sperrte den Mund auf und trank gierig vom Strahl. Die Flüssigkeit schmeckte schal und chlorig. Dann schloss er die Augen und stützte sich auf das Wasch-becken, sodass seine Stirn den Spiegel berührte. Er war angenehm kühl. Léon dachte daran, den Kopf in den Spiegel einzutauchen und auf die andere Seite zu wechseln, in eine spiegelverkehrte Welt, eine gemäßigtere, bessere. Die Sonne wäre schwächer, die Arktis noch voll mit Eisbergen, und zwischen den Menschen gäbe es keine Gräben. Er stellte sich vor, wie er auf einen Eisberg kletterte und sich vom Wind die Hirnwindungen entstauben ließ. Morgen wäre bestimmt alles wieder so wie vorher, und wenn nicht, dann würden sie sich wenigstens trennen, ein für alle Mal, mitten auf dem Polarkreis. Alles war besser als diese lähmende Unklarheit. Dann müsste er sich auch nicht mehr von Schiffsmitarbeitenden belehren lassen. Die hatten doch alle keine Ahnung.”

Das Ende war komisch, aber findet sich gut in der Gedankensweise von Leon wieder und daher mochte ich es eigentlich ganz gut.
Profile Image for Nouvel Diamant.
545 reviews14 followers
December 26, 2023
Auf Seite 175 ist folgende Zusammenfassung & Rezension versteckt:

"Der Konsens schien zu sein, dass Salarius' Bücher von einem Troll geschrieben worden waren, der seine Leserschaft verwirren wollte, irgendeinem im Keller hausenden neckbeard, der sich einen Spass daraus machte, die ohnehin schon vor sich hin taumelnde Welt ausserhalb seines Lochs noch weiter zu verwirren."

Ausserdem hat es viel zu viele Tippfehler in diesem Roman - ein bisschen peinlich für den Korrektor Tobias Weskamp und den renommierten Zytglogge Verlag...

Im weitesten Sinne hat mich diese Erzählung an 'Schilten' von Hermann Burger erinnert - welche ich wärmstens zur Lektüre empfehlen würde.
Profile Image for Estrelas.
944 reviews
December 18, 2023
Léon begibt sich mit seiner Freundin auf eine Kreuzfahrt. Als Kathrin verschwindet, häufen sich seltsame Ereignisse, die den Protagonisten während seiner Suche nach ihr beschäftigen.
Die Zeit, in der diese Geschichte angesiedelt ist, liegt wohl ein paar Jahre in der Zukunft, denn die Figuren sind sich der Zerstörung des Klimas bewusst, zu den Mahlzeiten wird zuvor Tierisches als Analog-Variante gereicht. Die detailreiche Darstellung lässt das Schiffsleben lebendig erscheinen; der Blick hinter die Kulissen offenbart ein fragwürdiges Mehrklassensystem, das Gäste jeglicher Couleur anziehen soll.
Mir gefällt, mit welchen sprachlichen Bildern der Autor Atmosphäre erzeugt. „Entweder hing alles zusammen wie die Bestandteile einer perfekt schnurrenden Maschine - oder die Welt zerfiel in lauter disparate Einzelteile, in Zahnräder, die nicht ineinandergriffen, einen widersprüchlichen Programmiercode, der immer dieselbe Schlaufen erzeugte.“
Das entstandene Rätsel zog mich in seinen Bann und hat mich mitfiebern lassen. Gerade die Analogie zu einem Fehler in einem Computerspiel hätte verschiedene Auflösungen zugelassen. Doch an diesem Punkt wurden meine Erwartungen nicht erfüllt, das Ende war für mich unbefriedigend.
Profile Image for Anja Nicolaus.
253 reviews7 followers
October 27, 2023
Das Kreuzfahrt-Schiff als Allegorie auf unsre Gesellschaft: die Menschheit ignoriert die Klimakrise bzw. passt sich ihr an. Die Fahrt führt nicht mehr durchs Mittelmeer oder die Karibik, sondern durchs Polarmeer, wo angenehme Temperaturen herrschen. Kleine Hinweise auf Klimaflüchtlinge, verhungerte Eisbären und verschwundene Fische lassen erahnen, wie es um den Planeten steht.
Auf dem Schiff gibt es verschiedene Gesellschaftsschichten: die spassorientierten Oberdecks und die Arbeiterklasse unten im Schiffsbauch.
Léon, ein ewiger Loser, meandert zwischen den beiden Welten. Offiziell ist er mit seiner älteren/grösseren/reicheren/erfolgreicheren Partnerin auf Kreuzfahrt, doch diese verschwindet spurlos und nach und nach verschwinden auch sämtliche Beweise, dass sie jemals existiert hat. Und auch Léon droht langsam zu verschwinden, erst unter Deck, später in den schwurbligen Theorien einer Endzeitsekte und in der Welt eines Onlinegames, in welches er flüchtet.
Der Roman ist schwer fassbar, lässt viel Interpretationsspielraum und übt eine grosse Faszination aus!

(Was sehr genervt hat: diese Erstausgabe wurde lausigst lektoriert, und auf den knapp 300 Seiten befinden sich mindestens ein Duzend Fehler wie Wortwiederholungen, usw.)
23 reviews
February 25, 2024
Ich wusste es eigentlich bereits: Kreuzfahrtreisen sind nichts für mich.
Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
October 4, 2023
Was habe ich mir gemerkt?
Unglückliche Beziehung,
Sekte rund um das Verschwinden des Menschen aus der Welt - zurück ins Meer ist die Selbstmörderdevise,
der Mensch, der die Natur schädigt und sich verschossen soll,
das Ganze in einer krimihaften "ich suche meine verschollene Freundin" Geschichte verpackt
die Enge des Kreuzfahrtschiffes
die Problematik einer Beziehung, wenn die Eltern der "Braut" den "Bräutigam" so gar nicht akzeptieren können, einflussreich aus dem Geldadel außerdem kommen
und ein ganz offener Schluss - mit wem kommt er zusammen?

Ob das reicht für den Schweizer Buchpreis?
Profile Image for Joey.
80 reviews
January 25, 2024
Hatte mit dem Schreibstil ein paar Bedenken und war vielleicht ein bisschen zu lange verwirrt um was es eigentlich überhaupt in diesem Buch geht, aber es ist wirklich sehr spannend geschrieben und packt einem bis zum Schluss. Dieses Buch lässt einen mit wirklich interessanten philosophischen Fragen und ich liebe wie die verschiedenen Themen, vor allem die Video-Spiele und Glitsche, in der grössen Allegorie hineinpassen.
154 reviews
December 7, 2023
Das Cover hat mich direkt angesprochen - sieht echt sehr cool aus - und auch der Klappentext klang vielversprechend. Doch ich wurde ziemlich enttäuscht. Der Anfang war noch halbwegs okay, aber der Rest der Geschichte zog sich unglaublich.
Leider war der Schreibstil überhaupt nichts für mich und dann waren auch noch sehr viele Rechtschreibfehler in dem Buch - Schweinwerfer - die sollen aber in der nächsten Auflage behoben werden.
Das gesamte Buch liest sich als würde man der Hauptperson dabei zuschauen wie sie den Verstand verliert und am Ende wird auch vieles (oder sogar alles?) offen gelassen. Ein paar Sachen, über die man nachdenken könnte, sind auch noch in dem Buch versteckt - aber so, dass man sie auch einfach ignorieren kann.
Dadurch, dass es in dem ganzen Buch eigentlich nur um eine Person geht, die aber weder besonders interessant ist, noch interessante Sachen macht, zieht sich die Geschichte unglaublich. Hätte ich das Buch nicht als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt bekommen, hätte ich es wahrscheinlich abgebrochen.
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