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Bergleuchten

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Das Tor zum Süden.

Göschenen, 1872: Helene begleitet ihren Vater oft auf seinen Fahrten über den gefährlichen Gotthardpass. Als ein Tunnel durch den Berg gebaut werden soll, fürchten die Fuhrhalter um ihre Existenz, die Bergarbeiter aus Italien sind Anfeindungen ausgesetzt. Auch wenn ihre Eltern dem Mineur Piero ein Zimmer auf ihrem Hof anbieten, weiß Helene, dass sie eine Verbindung zu dem temperamentvollen Italiener niemals billigen würden – und doch geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als es im Tunnel immer häufiger zu schweren Unfällen kommt, muss sie schon bald um Pieros Leben bangen ... 

Die epische Geschichte eines kühnen Bauvorhabens und einer Liebe, die nicht sein durfte.

481 pages, Kindle Edition

First published June 19, 2023

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About the author

Karin Seemayer

18 books3 followers

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Displaying 1 - 30 of 40 reviews
Profile Image for Havers.
902 reviews21 followers
August 2, 2023
Jede/r, der auf der A2 durch die Schweiz in Richtung Italien fährt, ist mit Sicherheit schon einmal in Göschenen vor dem Gotthardtunnel im Stau gestanden. Aber kaum jemand kennt die Geschichte dieses kühnen Jahrhundertbauwerks, dessen Bau 1872 begonnen und 1882 für den Verkehr freigegeben wurde und das199 Arbeiter das Leben kostete.

Diese Wissenslücke schließt Karin Seemayer mit „Bergleuchten“, einem historischen Roman, der auf unterhaltsame Weise Fakten vermittelt, die sie zwecks der besseren Lesbarkeit mit einer bittersüßen Liebesgeschichte zwischen Helene, Tochter eines Fuhrmanns aus Göschenen, und Piero, dem italienischen Mineur, verknüpft.

Über weite Strecken ist das auch gelungen, auch wenn mit fortschreitender Handlung die Lovestory immer mehr Raum einnimmt und die Beschreibungen der Probleme, ganz gleich ob technischer oder zwischenmenschlicher Art, die sich beim Bau des Tunnels ergeben, leider nur noch Nebensache sind. Aber, und das muss man der Autorin zugutehalten, es ist ihr gelungen, insbesondere den Tunnelbau für Laien sehr interessant und verständlich zu beschreiben. Und natürlich sind auch die Veränderungen im Dorfleben, die sich peu à peu mit der Ankunft der italienischen Arbeiter einschleichen, ein Thema. Einerseits gibt es massive Vorurteile gegenüber den Fremden, andererseits schleicht sich mit zunehmender Dauer der Bauarbeiten auch Verständnis für diese Männer ein, die fernab ihrer Familien unter gefährlichen Bedingungen tagtäglich ihr Leben riskieren.

Vielleicht denkt ihr daran, wenn ihr beim nächsten Mal auf dem Weg nach Italien seid und durch den Gotthardtunnel fahrt.
Profile Image for Bine.
808 reviews111 followers
December 17, 2023
4,5 Sterne
Das war eine sehr schöne Geschichte, die mich von vorne bis hinten gefangen nehmen konnte. Es dauert etwas, bis sie zur Liebesgeschichte wird, aber bis dahin lernt man viel über das Leben in der Region, das Fuhrwerkerhandwerk und das Dorf und seine Familien darin. Das ist alles wirklich sehr spannend geschildert, ich hätte mir anfangs nicht vorstellen können, das mich Bergbau-Themen interessieren würden, aber es so interessant, dass ich mich schon bald auf Wikipedia wiedergefunden habe, um weiter zu recherchieren. Es werden auch viele historische und technische Details mit aufgenommen, ohne den Zauber der Geschichte zu stören. Gleichzeitig habe ich sehr mit Piero und Helene mitgefiebert. Teilweise war es auch sehr schmerzhaft. An sich gab es keine großen Überraschungen, aber weil die Geschichte so gut gemacht war, hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen! Die Ereignisse gehen ganz natürlich ineinander über, die Handlung fließt regelrecht und auch die Perspektivwechsel fühlen sich vollkommen natürlich an. Nur aus dem Grund, weil ich das Buch nicht nochmal lesen würde, gebe ich keine 5 Sterne. Sonst finde ich es ganz toll gelungen und sehr empfehlenswert!
Profile Image for Annina.
410 reviews86 followers
August 6, 2025
Karin Seemayer hat intensiv recherchiert und erzählt die Geschichte des Baus des Gotthardtunnels in den 1880er Jahren.

Als Schweizerin ist der Gotthardtunnel der Inbegriff für das Tor in den Süden. Etliche Mal fuhren wir mitten in der Nacht los, um Stau zu vermeiden (denkste), immer gross war die Vorfreude durch DEN Tunnel zu fahren, wir hielten die Luft an und hatten unter uns Geschwistern immer den Kampf, wer am längsten durchhält. Bei den stundenlangen Staus stiegen wir oftmals aus, vertraten die Beine und picknickten auf der Fahrbahn. Immer mit dem Ziel in die Wärme zu kommen und zu wissen, hinter dem Gotthard ist das Meer ganz nahe.

Karin Seemayers Erzählung ist sehr spannend und gibt einen tollen Einblick in die erschwerliche Arbeit der Tunnelbauer. Toll insbesondere, da sie im Nachwort erklärt, dass alle Ereignisse tatsächlich so passierten, dank der guten Dokumentation während des Baus war ihr diese Aufarbeitung der Geschehnisse möglich.

Irgendwann driftet es immer mehr in eine Liebesgeschichte ab. Für mich wurde es etwas zu kitschig und ich wäre gerne beim sachlichen Teil geblieben. Daher den Sterne-Abzug. Ansonsten aber toll geschrieben und informativ.
Profile Image for paperlove.
1,308 reviews87 followers
April 1, 2024
Ich muss vorab zugeben, dass ich vermutlich nie zu diesem Hörbuch gegriffen hätte, wenn ich nicht selbst aus der Schweiz kommen würde und die Handlung an einem Ort spielt, der mir bekannt ist. Ohne diesen Umstand, hätte mich die Inhaltsangabe vermutlich nicht genügend angesprochen, dass mich für die Geschichte interessiert hätte - auch deshalb, weil ich sonst andere Genres lese.

Das Buch spielt im 19. Jahrhundert in dem kleinen Bergdorf Göschenen, in dem der Bau des heute sehr bekannten Gotthardtunnels angekündigt und durchgeführt wird. Dies jedoch sehr zum Ärger der Dorfbewohner:innen, die gegen eine so grosse Veränderung ihres angestammten Heimatdorfes sind. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass einige der Bewohner als sogenannte Fuhrmänner tätig sind und Lieferungen über den Gotthardpass machen. Dieses Angebot wird jedoch nicht mehr benötigt, wenn der Tunnel fertiggestellt ist, sodass sie um ihren Job fürchten.
Der Widerstand der traditionellen Schweizer führt schliesslich dazu, dass sie auch den neuen Mineuren, die zum grossen Teil aus Italien stammen, eher feindselig gegenüber gestellt sind. Man will weder den Tunnel, noch die Leute, die diesen Tunnel bauen. Doch der Fortschritt lässt sich nicht aufhalten und so müssen sich die Göschener wohl oder übel mit der neuen Situation arrangieren...

Die erste Hälfte des Buches beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Tunnelbau und dem Unmut, der dies vor allem bei Fuhrhalter Franz auslöst und wie er damit umgeht. Abgesehen davon, bleibt die erste Buchhälfte eher ohne grosse Ereignisse.
Ab der Mitte des Buches wandelt sich die Handlung dann in eine Liebesgeschichte zwischen Franz' Tochter Helene und dem italienischstämmigen Mineur Piero. Aufgrund der Feindseligkeit, der die Göschener gegenüber den Italienern haben, halten Helene und Piero ihre aufkeimende Liebe geheim, bis es zu einer verhängnisvollen Liebesnacht zwischen den beiden kommt, deren Konsequenzen sich nicht länger geheim halten lässt: Helene ist schwanger.
Die Ereignisse überschlagen sich daraufhin und während Piero vorübergehend aus dem Land flüchten muss, muss sich Helene überlegen, wie sie ihre Ehre als nicht verheiratete, schwangere Frau retten kann, damit ihr nicht das Kind weggenommen wird, wie es einer anderen Dorfbewohnerin passiert ist...

Ich war anfangs etwas erstaunt darüber, dass die Story eine Wendung in eine ziemlich klischeehafte Liebesgeschichte durchmacht, denn dadurch ist das Thema rund um den Gotthardtunnel fast gänzlich in den Hintergrund gerückt worden, was ich nicht erwartet hätte. Obwohl diese verbotene Liebe schon sehr kitschig war, war ich doch etwas neugierig, wie das Schicksal der beiden Turteltäubchen ausgehen würde - und das geschieht auf sehr auf konstruierte Art und Weise.
Etwas schade fand ich, dass der Tunnelbau eigentlich gar keine wesentliche Rolle eingenommen hat, nachdem einige Göschener anfangs sehr dagegen waren. Aber eigentlich diente dieser Hintergrund wohl nur dazu, dass sich Helene und Piero kennenlernen konnten - mehr nicht.

Die Erzählerin, Sandra Hutter hat mir ganz gut gefallen, da sie die Dialoge der Schweizer Charaktere in einem Schweizer Hochdeutsch spricht, das dem Ganzen mehr Authentizität verliehen hat.
Die Charaktere dagegen waren mir fast alle eher unsympathisch, denn sie haben sich irgendwie alle gleich angefühlt: Distanziert und griesgrämig. Ich weiss allerdings nicht genau, ob das an der Buchvorlage lag und die einzelnen Personen einfach zu wenig ausgearbeitet worden sind, oder ob es an der Sprecherin lag, die alle Charaktere beim Vorlesen ähnlich miesepetrig hat wirken lassen. Aber so richtig ans Herz gewachsen ist mir bis zum Schluss bedauerlicherweise keine der Personen aus dem Buch.

Fazit:
Bergleuchten war eine interessante Lese- bzw. Hörerfahrung für mich, da ich selten Bücher aus diesem Genre lese. Etwas schade fand ich, dass der Bau des Gotthardtunnels letztendlich nur eine ungeordnete Rolle spielt und viel eher die Geschichte einer verbotenen Liebe erzählt wird, die ziemlich konstruiert und klischeehaft verläuft. Da hat die Inhaltsangabe bei mir zu etwas falschen Erwartungen gefühlt. Alles in allem war es aber eine kurzweilige Erzählung, die man sich nebenbei her mal anhören kann. Drei durchschnittliche Sterne gibt es deshalb von mir.
Profile Image for Carolin.
488 reviews101 followers
Read
September 12, 2023
Abgebrochen, da immer vorhersehbarer, nur nicht für die Romanfiguren 🙄
Profile Image for Sabine.
139 reviews
December 11, 2023
Das Interessante: Die Geschichte der Umsetzung eines der größten Bauprojekte,des Gotthardtunnels.Das (Liebes)-Drama darin mutet irgendwie zu old school und vorhersehbar an .
Profile Image for Flavia Maltritz.
256 reviews5 followers
August 2, 2023
Darum geht’s:
Göschenen, 1872: Als der Bau des Gotthardtunnels geplant wurde, stand das beschauliche Dorf am Fuße des Gotthardmassivs bereits Kopf. Es gab viele kritische Stimmen und gar Missmut unter den Einwohnern gegen das ambitionierte Projekt. Viele fürchteten um Ihre Existenz und auch die Sorge vor den fremden Arbeitern, die erwartet wurden, war groß. Auch der Fuhrhalter Franz Herger war zwiegespalten. Doch er war bereit, sich mit der Situation zu arrangieren und das Beste draus zu machen. Seine Tochter Helene stand dem Ganzen ebenfalls offen und mit wachem Interesse gegenüber. Als sie den temperamentvollen, italienischen Mineur Piero kennenlernt, verändert sich so einiges in ihrem Leben. Sie verliebt sich in ihn. Doch ihre Familie ist gegen diese Verbindung.

So fand ich’s:
Kleine Anmerkung vorneweg: Ich habe dieses Buch abwechslungsweise gelesen und gehört. Es war eine Art Experiment, das mit „Bergleuchten“ besonders gut geklappt hat. Die beiden Medien haben sich wunderbar ergänzt.

Wenn man heutzutage in einem Schweizer Bergkanton aufwächst, sind die Fahrten durch die Bergtunnels selbstverständlich, da sie so manches Tal mit der „Außenwelt“ verbinden – also aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Ich muss gestehen, dass ich daher bis jetzt nicht so viele Gedanken über die Entstehung dieser Bauwerke nachgedacht hatte. Umso spannender war es für mich, in Karin Seemayers „Bergleuchten“ einzutauchen. Und wie ich das konnte!

Die Autorin nimmt die Leser hier auf eine eindrückliche und gleichzeitig auch unterhaltsame Zeitreise mit zu den Anfängen eines der ambitioniertesten Bauwerke Europas der damaligen Zeit. Man spürt auf jeder Seite, wieviel Herzblut Karin Seemayer in diese Geschichte gesteckt hat und vor allem auch wieviel akribische und fundierte Recherchearbeit hinter diesem Buch steckt.

Der Erzählstil empfand ich als sehr angenehm und der Wechsel zwischen der Geschichte um Helene und Piero und den geschichtlichen Ereignissen rund um den Tunnelbau sind für mich perfekt aufeinander abgestimmt. Die Beschreibungen von Land und Leute sind sehr lebendig und bildlich, so dass ich mir stets alles gut vorstellen konnte. Und selbst die technischen Details, die ich sonst in Büchern gerne Mal überfliege, sind hier sehr informativ und gleichzeitig spannend in die Geschichte verpackt.

Meiner Meinung nach hat die Autorin auch den Charakter der Bergler sehr gut hinbekommen. Man spürt beim Lesen förmlich die Atmosphäre der rauen Bergwelt. Dieses besondere Flair hat übrigens auch die Erzählerin des Hörbuchs, Sophie Hutter, perfekt hinbekommen. Sie ist selbst Schweizerin und spricht die direkte Rede mit dem typischen Schweizer Akzent. Das vermittelt zusätzlich einen Touch von Lokalkolorit und mir persönlich gab es ein heimatliches Gefühl.

„Bergleuchten“ war und ist für mich ein richtiges Lesehighlight. Auch der Titel ist meiner Meinung nach perfekt gewählt. Einerseits wird im Buch das “Bergleuchten”, das es so nur in den Bergen gibt, wunderschön beschrieben. Es erzählt aber auch vom Leuchten in den Herzen der Bergler, die hier zwar nicht immer nur positiv wegkommen. Aber die meisten von ihnen sind trotz der rauen Schale Menschen mit dem Herzen am rechten Fleck.

Es wundert also bestimmt niemanden, dass es von mir eine absolute Leseempfehlung gibt. Meiner Meinung nach ein Muss für alle, die historische Romane lieben.
1,408 reviews7 followers
July 21, 2023
Sehr interessante Geschichte zum Bau des Gotthardtunnel

Covertext:
Göschenen, 1872: Helene begleitet ihren Vater oft auf seinen Fahrten über den gefährlichen Gotthardpass. Als ein Tunnel durch den Berg gebaut werden soll, fürchten die Fuhrhalter um ihre Existenz, die Bergarbeiter aus Italien sind Anfeindungen ausgesetzt. Auch wenn ihre Eltern dem Mineur Piero ein Zimmer auf ihrem Hof anbieten, weiß Helene, dass sie eine Verbindung zu dem temperamentvollen Italiener niemals billigen würden und doch geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als es im Tunnel immer häufiger zu schweren Unfällen kommt, muss sie schon bald um Pieros Leben bangen ...

„Bergleuchten“ ist der neue Historische Roman von Karin Seemayer.
Die Autorin hat mich schon mit vielen Historischen Romanen begeistert.
Dabei schwimmt sie nicht mit dem Mainstream sondern findet immer eine Nische mit einem interessanten Thema.
Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Karin Seemayer entführt ihre Leser*innen mit ihrer Geschichte nach Göschen in der Schweiz.
Die Geschichte beginnt 1872 mit dem Bau des Gotthardtunnel.
Der Bauunternehmer Louis Favre wurde von der Gotthardbahn-Gesellschaft mit dem Bau beauftragt.
Nicht überall fand das Vorhaben Anklang, es gab einige Gegner.
Die Fuhrhalter, die bisher die Fuhren über den gefährlichen Gotthardpass transportiert haben fürchten um ihre Existenz.
So auch der Fuhrunternehmer Franz Herger. Er sieht aber auch eine Chance darin, den schließlich muss das Baumaterial zur Baustelle transportiert werden.
Dabei begleitet ihn oft seine Tochter Helene.
Der Bau beginnt gleichzeitig in Göschen und in Airolo.
Die Arbeiter kommen vorwiegend aus Italien.
Die italienischen Arbeiter werden von den Schweizer Bürgern nicht gerne gesehen und sind Anfeindungen ausgesetzt.
Franz Herger bietet trotz allem dem Mineur Piero ein Zimmer auf dem Hof an.
Der temperamentvolle Italiener erobert schnell das Herz von Helene.
So dürfen sich die Leser*innen in der zweiten Hälfte des Buchs auf eine Liebesgeschichte freuen.

Karin Seemayer hat sympathische Charaktere ins Leben gerufen.
Besonders Helene ist mir schnell ans Herz gewachsen.
Die Informationen zum Bau des Gotthardtunnel werden auf eine unterhaltsame Art und weise vermittelt.
Ich fand es sehr interessant zu lesen wie beschwerlich die Arbeiten zu dieser Zeit waren. Viele Bauarbeiter mussten ihr Leben lassen.
Der Schreibstil von Karin Seemayer ist leicht verständlich und fließend zu lesen.
Ich wurde sehr schnell wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Profile Image for Gitti.
1,170 reviews
July 18, 2023
Göschenen ist ein kleines Dorf auf der Schweizer Seite des Gotthards. Hier lebt Helene mit ihren Eltern, der Vater ist Fuhrhalter und sie unterstützt ihn dabei. Als dann ein Tunnel gebaut werden soll, ist das Dorf gespalten. Die Fuhrhalter werden durch den Tunnel arbeitslos, was tun also.

Helenes Vater beschließt die Aufträge zu nutzen und sich das Geschäft nicht entgehen zu lassen, die Zukunft wird schon zeigen was danach kommt und verhindern kann er den Bau eh nicht. So transportiert er Materialien und nimmt einen der Arbeiter bei sich auf.

Piero ist Mineur und manchmal ein wenig aufsässig. Er lässt sich die schlechten Arbeitsbedingungen nicht immer gefallen und macht auch mal den Mund auf. Als er dann Helene näher kommt stellt sich die Frage, ob es eine Zukunft für die beiden geben kann.

Karin Seemayer schildert in ihrem Buch nicht nur den Bau des Tunnels. Die Veränderung von Göschenen ist auch ein großes Thema. Was macht es mit einem Dorf, wenn plötzlich hunderte Fremde dort leben, die in diesem Fall ja auch aus Italien kamen und eine eigene Kultur mitgebracht haben.

Wir erleben so die acht Jahre, die der Bau des Tunnels gedauert hat hautnah mit. Die Arbeitsbedingungen sind mehr als schlecht, Der Umgang mit dem damals neuen Dynamit führt zu mehreren Unfällen. Es gibt immer wieder Tote, durch Explosionen, Einbrüche und auch Krankheiten. Göschenen wächst, es ziehen viele Arbeiter mit ihren Familien zu, Geschäfte, Wirtshäuser und Hotels werden gebaut. Und es kommt zu Spannungen zwischen den Einheimischen und den Zugewanderten.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Ich hatte Göschenen bildlich vor Augen und konnte mich gut in die Charaktere einfühlen. Die Mischung aus Liebesgeschichte und dem Tunnelbau fand ich gut ausgewogen und passend, da sich hier auch die Vorurteile und die gesellschaftlichen Hürden gezeigt haben.

Die Geschichte lies sich gut lesen und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Ich kann das Buch daher nur empfehlen, vor allem auch, weil es mal einen Teil der Geschichte zeigt, über den noch nicht so viel geschrieben wurde.
Profile Image for Sabine.
771 reviews20 followers
July 6, 2023
In diesem historischen Roman geht es um den Bau des Gotthard-Tunnels, der nach 10 Jahren im Jahr 1882 fertiggestellt und eingeweiht wurde. Die Autorin hat dieses Thema mit einer Liebesgeschichte verknüpft und so einen unterhaltsamen, aber auch lehrreichen Roman geschaffen.

Die Geschichte spielt vorwiegend in Göschenen, einem kleinen Dorf auf Schweizer Seite. Hier - genauso wie in Airolo, einem kleinen Ort auf der Gegenseite des Gotthard-Passes - startet der Bau des Gotthard-Tunnels unter der Leitung von Louis Favre. Nicht alle sind von dem Vorhaben überzeugt, denn nicht nur führt der Bau viele italienische Arbeiter in die kleinen Dörfer und verändert so das Leben der dort Ansässigen, auch der Bau selber ist mit Gefahren gespickt. Franz Herger ist Fuhrmann und fürchtet zwar, dass der Tunnel seinen Job kosten wird, weil ihn dann niemand mehr braucht, um Waren über den Berg zu transportieren, andrerseits sieht er in der Baustelle auch seine Chance, denn auch Baumaterialen müssen transportiert werden, und dafür werden Fuhrmänner gebraucht. Seine Tochter Helene ist ihm eine große Hilfe, doch leider wird sie als Frau den Betrieb nicht übernehmen können. Doch den ihr zugedachten Ehemann liebt sie nicht, dafür aber schlägt ihr Herz höher, wenn sie Piero trifft, ein bei der Familie wohnender italienischen Mineur, der extra für den Bau des Gotthard-Tunnels gekommen ist. Doch die Italiener und so auch er sind im Dorf nicht gerne gesehen.

Ich habe diese Geschichte gerne gelesen, auch wenn im zweiten Teil die Liebesgeschichte mehr Raum einnimmt, als ich gedacht hätte. Die zehn Jahre des Tunnelbaus hat die Autorin toll beschrieben, und da der Fokus aber immer auf den Menschen liegt, wird es nie zu technisch.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Helene, eine junge Frau, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Sie ist anpackend und patent, lässt sich von damals geltenden Konventionen nicht so schnell unterkriegen und kämpft für ihre Überzeugung. Der Tunnelbau bringt für die Menschen viele Probleme mit sich. Interessant fand ich, dass schon damals Migranten ausgegrenzt wurden, denn die für Favre arbeitenden Italiener waren im Dorf nicht gerne gesehen – vieles wurde ihnen in die Schuhe geschoben und viele Vorurteile geschürt – dabei hatten sie mit den schrecklichen Arbeitsumständen zu kämpfen, und nicht jeder hat den Bau auch überlebt. Es gab Krankheiten und Unfälle, immer wieder Explosionen und eine ganze Menge Tote. Das alles gerät schnell in Vergessenheit, wenn man heute durch den Tunnel fährt. Die Autorin hat dabei sehr gut recherchiert und die zehn Jahre des Baus in einzelne Kapitel gefasst. Ich fand die technischen, aber sehr verständlichen Beschreibungen des Tunnelbaus sehr interessant, man muss aber keine Angst haben, dass sich die Autorin hier verloren hat. Ganz im Gegenteil – gerade im zweiten Teil steht die Liebesgeschichte weit mehr im Vordergrund, und der Tunnelbau bietet nur noch die Rahmengeschichte.

Piero ist ebenfalls ein sympathischer Charakter, er hat ein großes Herz und sticht mit seinen Gedanken und Handlungen aus der Menge der Bauarbeiter raus. Aber auch er ist nicht einfach immer nur gut – sein Jähzorn hat ihm schon viel Ärger eingebracht, zum Glück aber hat er daraus auch seine Lehren gezogen.

Es gibt noch viele weitere Figuren, die allesamt gut gestaltet sind und das Dörfchen Göschenen mit ihren unterschiedlichen Charakteren und Gesichtern Leben einhaucht – da gibt es Griesgrame und Neider, genauso aber Wohlgesinnte und Hilfsbereite. Dazu kommt, dass die Autorin einen tollen Schreibstil hat und durch Beschreibungen viele Bilder in meinem Kopf schaffen konnte. Dabei kann sie sowohl die Landschaft als auch das Dorf selber so gut darstellen, dass ich mich als Teil gefühlt habe. Es gibt viele Bilder, die die Atmosphäre sehr gut einfangen - egal, ob es die Natur oder eben das Dorfleben ist.

Das Ende stimmt zwar versöhnlich, mir aber war es dann doch zu viel des Guten. Insgesamt habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen und bin gerne in die Schweizer Berg- und Dorfwelt eingetaucht.

Mein Fazit
Ausgangspunkt de Geschichte ist der Bau des Gotthard-Tunnels, ein Thema, das mich sehr begeistern konnte. In der zweiten Hälfte tritt dann zunehmend eine Liebesgeschichte in den Vordergrund, und gerade das Ende ist nicht nur versöhnlich, sondern etwas zu gut gemeint. Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen, weil der Schreibstil einnehmend und voller Gefühl ist und durch die tollen Beschreibungen viele Bilder in meinem Kopf entstanden sind. Das Buch empfehle ich daher auf jeden Fall gerne weiter.
Profile Image for LeserinLu.
330 reviews39 followers
June 18, 2023
„Bergleuchten“ von Karin Seemayer ist ein Roman, der mich von Anfang bis Ende gut unterhalten hat. So sehr, dass ich ihn innerhalb eines Wochenendes in einem Rutsch durchgelesen habe. Die Geschichte rund um Helene, der Tochter eines Fuhrunternehmers, und Piero, einem Bergbauarbeiter aus Italien, war abwechslungsreich und spannend. Das Setting, das durch den Bau des Gotthardtunnels bestimmt ist, verleiht der Handlung zusätzliche Tiefe und Spannung.

Besonders gut fand ich, wie die Autorin historische Ereignisse in die Geschichte einfließen lässt. Durch die Beschäftigung mit dem Tunnelbau erfährt man viel über die historische Geschichte des Tunnels und bekommt einen Einblick in die damaligen Herausforderungen und Schwierigkeiten. Es ist offensichtlich, dass die Autorin gründliche Recherchen angestellt hat, um den historischen Hintergrund authentisch darzustellen.

Einzig die gelegentlichen Tippfehler haben meinen Lesefluss gestört. Es kam vor, dass einzelne Worte fehlten oder vertauscht wurden. Das war zwar keine gravierende Einschränkung, aber es hätte den Lesegenuss verbessert, wenn diese Fehler nicht aufgetreten wären.

Die Charakterentwicklung von Helene hat mir gut gefallen. Obwohl es gelegentlich in Richtung Kitsch tendierte, wurde sie insgesamt als selbstbewusste und eigenständige Frau dargestellt.
Profile Image for Naomi.
234 reviews3 followers
May 5, 2024
Eine Hommage an die Erbauung des Gotthard Tunnels - parallel erzählt zu einer grossartigen Liebesgeschichten und dem Leben anno 1870
218 reviews
July 9, 2023
In ihrem Roman,, Bergleuchten " nimmt die Autorin Karin Seemayer den Leser mit ins Jahr 1872 nach Göschenen. Innerhalb von 10 Jahren will die Gotthardbahngesellschaft unter der Leitung von Loius Favre einen 17 km langen Tunnel durch das Massiv bauen. Ein Bauwerk, welches in den anliegenden Dörfern nicht nur mit Freude, sondern auch mit viel Argwohn und Unmut betrachtet wird.
Um Waren von Nord nach Süd über den Pass zu transportieren, nehmen Fuhrhalter mit Pferd und Wagen bei fast jeder Wetterlage die engen Wege, die sich über das Massiv schlängeln. Anstrengend und nicht ungefährlich sind diese Fahrten. Doch sie sichern das Auskommen einiger Familien. Auch Franz Herger aus Göschenen verdient damit sein Geld. Seine Tochter Helene ist häufig mit dabei und übernimmt so manches Mal eine Tour alleine, obwohl es als Frau unüblich war.
Als der Bau des Tunnels beginnt , übernimmt er Aufträge für die Gesellschaft. Andere Fuhrhalter sind nicht dazu bereit und hoffen, daß er nie fertig wird, weil sie um ihre Existenz fürchten. Der beschauliche Ort füllt sich alsbald mit Arbeitern, es werden immer mehr. Von den Hunderten an Männern sind die meisten aus Italien. Sie bringen häufig ihre Familien und somit ihre Sitten und Traditionen mit . Alleinstehende machen den Mädchen und jungen Frauen schöne Augen. Diese Verbindungen sind unter den Einheimischen nicht gern gesehen. Bedeutet es doch Konkurrenz für die Burschen der Dörfer. Der Wohnraum für die Arbeiter ist knapp, daher vermieten viele ein Zimmer auf ihren Höfen. Auch bei Familie Herger zieht ein Mineur ein. Helene und der attraktive Piero verstehen sich auf Anhieb gut. Es liegt ein Knistern in der Luft. Doch eine Verbindung zwischen ihnen würden Franz und seine Frau Anna niemals gut heißen.
Karin Seemayer hat mit ihrer bildgewaltigen und atmosphärischen Darstellung in einem sehr flüssigen und lebendigen Schreibstil eine äußerst gelungene Darstellung des historischen Ereignisses mit einer fiktiven Geschichte verknüpft. Sie hat die Bauarbeiten und die Verhältnisse im Ort so authentisch dargestellt, daß ich eine genaue Vorstellung der Schwierigkeiten und der Härte des Verhältnisse der vielen Menschen im Ort hatte. Die Sorgen und Nöte, die Bedenken der Einheimischen, aber auch die Neugierde der Menschen auf das Neue war jederzeit zu spüren. Die Protagonisten mit all ihren Ecken und Kanten sind realistisch beschrieben, die meisten , wie Helene, Paula , Peter und Piero , habe ich schnell in s Herz geschlossen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Freuden , Wünsche, Träume und Sorgen. In ihre Gedanken und Gefühle konnte ich mich jederzeit gut hineinversetzen. Die Umgebung ist wunderschön und authentisch beschrieben. Mit Helene und Piero habe ich die Berge bewundert und mich an der schönen Natur erfreut.
Von der ersten Seite an hat mich diese Geschichte gefesselt und das Buch ließ sich nur schwer aus der Hand legen. Die Seiten flogen nur so dahin, wollte ich doch unbedingt wissen, wie es auf der Baustelle und zwischen Helene und Piero weitergeht. Werden sie eines Tages ihre Träume erfüllen?
Karin Seemayer hat eine absolut grandiose Erzählung um den eindrucksvollen Bau des Gotthardtunnels erschaffen. Lebendig geschildert und hervorragend recherchiert.
Wenn ich das nächste Mal durch diesen Tunnel fahre, werde ich mit nochmal mehr Ehrfurcht vor dieser gewaltigen Leistung hunderter Männer unter schwersten Bedingungen gedenken.
17 km , die den Norden mit dem Süden verbinden.
Von ganzem Herzen empfehle ich dieses grandiose Buch allen Liebhabern historischer Geschichten über ein historisches Bsuwerk verwoben mit einer gefühlvollen, bitter-süßen Liebesgeschichte weiter. Genauso hat es wirklich sein können.
Profile Image for Barbara.
86 reviews2 followers
December 4, 2023
Geschichte, die zu Herzen geht

Seit Generationen gehört einer der ältesten Fuhrgeschäfte in Göschenen dem Fuhrhalter Franz Herger. Er transportiert die Waren über den gefährlichen Gotthardpass, seine Tochter Helene begleitet ihn bei den Touren gern. Als Franz über den Bau des Gotthardtunnels erfährt, erklärt er sich bereit die Baumaterialien für die Baugesellschaft zu transportieren. Obwohl er mit seiner Entscheidung den Groll den anderen Fuhrhalter auf sich zieht, vergrößert er sein Geschäft und übernimmt die Transporte für die Baufirma. Auch das hochexplosive Dynamit gehört zu den Materialien, die Franz Herger für den Tunnelbau nach Göschenen bringt.
Viele italienische Arbeiter kommen nach Göschenen, neue Geschäfte entstehen, Hotels und Unterkünfte für die Arbeiter wurden gebaut, der Ort wächst. Der Mineur Piero Caretti aus Piemont mietet ein Zimmer bei der Familie Herger, was nicht nur dem Vater Franz missfällt. Doch Helene verliebt sich in Piero und achtet nicht auf die Warnungen ihrer Eltern.

Der historische Roman „Bergleuchten“ erzählt die Geschichte des Gotthardtunnels, deren Bau im Jahre 1872 begann. Die Bauarbeiten wurden unter schwersten Bedingungen durchgeführt; lediglich mit Hilfe der Bohrmaschinen gruben die Mineure zuerst das Loch im Gotthardberg aus, kämpften ständig mit diversen technischen Schwierigkeiten. Dann kamen die Krankheiten, medizinische Versorgung war unzureichend, viele Arbeiter starben. Auch der Lohn für diese schwere Arbeit war miserabel.
Kein Wunder, dass es schließlich zum Arbeiterstreik kam. Dieses Ereignis wurde ausführlich in dem Roman beschrieben, denn auch Piero war daran beteiligt.

Parallel zu der Baugeschichte erzählt Karin Seemayer über die Liebe zwischen Helene und Piero. Diese Beziehung wurde weder von Helenes Eltern noch von der Dorfgemeinschaft gebilligt. Letztendlich mussten die beiden einen hohen Preis für ihre Gefühle bezahlen.

Sehr interessant stellt die Autorin das Leben in dem zuerst kleinen Bergdorf dar; erzählt über den arbeitsreichen Alltag der Familien, über die Rolle der Frau in der Familie, über die damals geltenden Gesetze, die vor allem die Rechte der Frau sehr einschränkten. Wunderschön beschreibt sie die Natur und die stolzen unnahbaren Berge, die mit ihrer Schönheit bezaubern.

Bei dieser Lektüre habe ich das EBook gelesen und gleichzeitig dem Hörbuch gelauscht. Das Hörbuch, bei dem Aufbau Audio Verlag erschienen ist, wurde wunderbar von der Schweizer Schauspielerin Sophie Hutter vorgelesen. Mit ihrer klaren, empathischen Stimme ließ sie mich in die spannende Geschichte eintauchen. So zog vor meinem inneren Auge die wunderschöne, majestätische Bergwelt durch, sowie die duftenden Bergwiesen mit vielfältigen Pflanzen, die auch als Heilmittel damals dienten. Ich konnte die Gefühle der Menschen hautnah nachempfinden und den Geräuschen der schweren Arbeit im Tunnel zuhören.

Die tragische Liebesgeschichte der Protagonisten und auch die schwerem Frauenschicksale in der damaligen Zeit haben mich sehr berührt; es sind die Vorkommnisse, die unwillkürlich auf die Tränendrüse drücken.

FAZIT: eine lehrreiche, lesenswerte Geschichte! Ein unterhaltsames Hörbuch, dem ich gerne gelauscht habe. Beide Ausgaben des Buches sind absolut empfehlenswert!
212 reviews
August 17, 2023
sehr unterhaltsamer historischer Roman
"Bergleuchten" von Karin Seemayer ist ein Buch das mich bestens unterhalten hat. Viel historisches Wissen vom Bau des Gotthardtunnels kombiniert mit einer Liebesgeschichte, macht diesen historischen Roman, der Ende des 19.Jahrhunderts in einem kleinen schweizer Dorf namens Göschenen spielt,zu einem absoluten Lesevergnügen.

Helene, die Protagonistin dieses Romans, lebt als Tochter eines Fuhrhalters in dem kleinen Dorf Göschenen. Als von dort aus ein Tunnel durch den Gotthardtunnel gesprengt werden soll, ist die Dorfgemeinschaft gespalten. Viele Fuhrleute bangen um ihre Existens, die Fortschrittlichen innerhabl des Dorfes wittern aber andere Einkommensquellen, denn es kommen mehr als 100 italienische Fremdarbeiter in die Stadt, die untergebracht und verköstigt werden müssen. Auch auf dem Hof, auf dem Helene wohnt, zieht ein italienischer Mineur namens Pietro ein. Pietro und Helene kommen sich im Laufe der Zeit näher, doch diese Beziehung steht unter keinem guten Stern.

Mir hat es sehr gefallen, wie in diesem Buch die Veränderungen in dem kleinen Dorf Göschenen beschrieben wurde mit den Schwierigkeiten, die so eine Veränderung in einem Bergdorf mit sich bringt. Auch fiel mir auf, dass die Skepsis und die Vorbehalte gegen Fremde sich wohl nie verändern. Alles was man nicht kennt, wirkt bedrohlich und wird erst einmal angelehnt. Beziehungen zwischen Dorfbewohnern und Fremdarbeitern werden abgelehnt und es kommt zu Auseinandersetzungen zwischen den Menschen. Ja. ja Toleranz ist und bleibt ein schwieriges Thema, nicht nur damals, sondern auch heute sind diese Tendenzen immer wieder zu beobachten.
Viel Wissenswertes über den Tunnelbau erfährt der Leser auch, auch unter welch schwierigen Arbeitsbedingungen die Leute damals arbeiten mussten, die dann auch die ersten Streiks zu Folge hatten. Also alles Themen, die man auch etwas abgewandelt in die Gegenwart übertragen könnte.

Ich fand die Schilderungen in diesem Dorf und die Figuren sehr gut beschrieben und kann dieses Buch wirklich nur weiterempfehlen. Es ist jetzt keine hohe Literatur, aber ein sehr unterhalsames Buch über die damalige Zeit.
Profile Image for Peachy_bookdreams.
143 reviews3 followers
August 9, 2023
Inhalt: In Bergleuchten geht es um den Bau des Gotthard Tunnel in Göschenen der 1872 zwischen Schweiz und Italien begonnenen hat. Die Fuhrhalter aus Göschenen fürchten um ihre Existenz, da durch den Gotthard Tunnelbau die Lieferung nun zukünftig von der Eisenbahn übernommen werden soll. Doch der Bau des Tunnels fordert viel Material und auch Unterkünfte für die Italiener, die am Bau mit wirken. Auch Helene Heger, deren Familie eine Fuhrhalterei betreibt, hilft ihren Vater Franz, als er einen Exklusivvertrag mit Luis Favre unterzeichnet und durch die vielen Lieferungen schon komplett erschöpft ist. Neuste Sprengtechnik mit Dynamit machen die Lieferungen immer gefährlicher. Und als Helenes Familie dem Italiener Piero ein Zimmer auf dem Hof anbieten, bahnen sich bei Helene Gefühle für ihn an, sehr zum Missfallen ihrer Familie. Doch Piero muss schon bald bei einem Unfall um sein Leben kämpfen.

Fazit: Bergleuchten spielt um ein wahres historisches Ereignis mit einer fiktionalen Liebesgeschichte. Die Geschichte wird informativ, spannend und interessant geschildert, ich habe mich vorher noch nie mit dem Gotthard Tunnelbau beschäftigt und habe einiges durch das Buch gelernt. Auch den Perspektiven wechsel zwischen Helene und Piero fand ich fantastisch. Ich habe das Buch gelesen, sowohl das Hörbuch nebenbei gehört und ich muss an dieser Stelle einmal sagen, was für eine großartige Sprecherin Sophia Hutter ist. Man konnte so richtig in die Geschichte eintauchen, mit dem Schweizerdeutschen Dialekt und ihrem wundervollen Erzählstil. Ich war schon lange nicht mehr so gefesselt von einem Erzählstil wie in diesem Hörbuch.Das Buch und das Hörbuch sind eine absolute Empfehlung für jeden Fan von historischen Romanen.
1,292 reviews2 followers
September 19, 2023
Ich lese sehr gerne und viele historische Romane. Meist handeln diese im 20. Jahrhundert in Deutschland. Dieses Buch ist vom Thema her ganz anders, denn es geht um den Bau des berühmten Gotthardtunnels! Ich hatte darüber bisher noch nie gelesen und hatte deshalb ein paar richtig interessante Lesestunden!

Inhaltlich geht es ins Jahr 1872 nach Göschenen. Helene begleitet ihren Vater oft auf seinen Fahrten über den gefährlichen Gotthardpass. Als ein Tunnel durch den Berg gebaut werden soll, fürchten die Fuhrhalter um ihre Existenz, die Bergarbeiter aus Italien sind Anfeindungen ausgesetzt. Auch wenn ihre Eltern dem Mineur Piero ein Zimmer auf ihrem Hof anbieten, weiß Helene, dass sie eine Verbindung zu dem temperamentvollen Italiener niemals billigen würden – und doch geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als es im Tunnel immer häufiger zu schweren Unfällen kommt, muss sie schon bald um Pieros Leben bangen.

Der Schreibstil war sehr leicht und flüssig zu lesen, da sind die Seiten, trotz der Dicke des Buches, nur so dahin geflogen! Die Autorin hat es verstanden die Bergwelt, das Leben der Einheimischen und der italienischen Arbeiter sehr bildhaft zu beschreiben. Sie thematisiert die Probleme und Ängste der Menschen damals, aber auch die Hoffnung und Freude die der Bau des Tunnels geweckt hat!

Die Protagonisten handelten glaubhaft und nachvollziehbar, die Liebesgeschichte war sehr zart in die Handlung eingebettet und ich hatte gerade Helene schnell ins Herz geschlossen. Ich fand das Thema wie der Tunnel gegraben wurde und welche Schwierigkeiten das gab, sehr spannend und interessant und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und die volle Punktzahl.
Profile Image for Elke.
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June 22, 2023
Bergleuchten erzählt die spannende Geschichte vom Bau des Gotthardtunnels - von den Anfängen bis zur Fertigstellung und mit allen Fehlschlägen und Erfolgen dazwischen. Eingebettet ist diese faszinierende Geschichtsstunde, die sehr detailgetreu an den Fakten bleibt, in die Geschichte von Helene, die mit ihrer Familie in Göschenen wohnt und hautnah dabei ist. Ihr Vater hat ein Fuhrunternehmen, und obwohl mit der Bau des Gotthardtunnels das Aus für seinen Beruf bedeuten wird, entschliesst er sich für die Baufirma zu arbeiten und Baumaterial zu transportieren. Mit dem Zustrom Hunderter italienischer Arbeiter wächst das beschauliche Göschenen rasant an, was nicht nur Geld, sondern vor allem auch jede Menge Unmut und Feindseligkeit gegenüber dem 'italienischen Pack' in den Ort bringt. Doch es gibt auch Leute, die den Arbeitern wohlgesinnt sind, und als Helene den Arbeiter Piero kennenlernt, ist es um ihr Herz geschehen. Es entwickelt sich eine tragische Liebesgeschichte, die allen Widerständen zum Trotz ihren Weg findet.
Besonders gut gefallen hat mir, dass es bei der Handlung zuallererst immer um den Tunnelbau ging und die Liebesgeschichte keine kleine, aber doch nur eine zweite Geige spielte. Was heute selbstverständlich scheint - in kürzester Zeit die Alpen zu durchqueren - war damals fast unvorstellbar und ein revolutionärer Meilenstein. Ein Sachbuch zu dem Thema hätte ich sicherlich nie gelesen, aber so spannend und mitreissend verpackt habe ich gerne an dieser faszinierenden , informativen Geschichtsstunde teilgenommen. Fazit: ein Highlight, das aus dem aktuell überbordenden Angebot historischer Romane heraussticht.
Profile Image for Lena.
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June 22, 2023
Ein schöner historischer Roman!

In diesem Roman geht es um den Bau des Gotthardtunnels in der Schweiz und um eine Liebe in dieser anstrengenden Zeit. Als Schweiz-Fan habe ich mich sehr darauf gefreut. Meine Erwartungen wurden gehalten.

Das wunderschöne Cover mit den Bergen und Farben passt perfekt zu der Geschichte.

Der Schreibstil ist locker, detailreich und die Sprache passt zu der damaligen Zeit. Die Protagonisten haben mir sehr gefallen. Helene und Piero sind sympathisch und intelligent. Ich habe das Leben der beiden gerne verfolgt. Auch die anderen Charaktere waren interessant, jedoch blieben diese eher oberflächlich. Manchmal fehlten mir tiefere Emotionen.

Die Geschichte um den Gotthardtunnel war sehr gut recherchiert und ich hatte eine gute Vorstellung von den Geschehnissen durch die bildliche Darstellung. Die Landschaft ist einfach atemberaubend schön. Die Reaktionen der Bewohner auf diesen großen Bau waren sehr unterschiedlich und es war spannend, das Verhalten darauf mitzuerleben. Im Nachwort erwähnt die Autorin noch einige Fakten. Ich bin immer noch begeistert, dass ein so langer Tunnel durch die Berge gebaut werden konnte.

Das Buch würde ich allen empfehlen, die Berge und die Schweiz lieben. Aber auch für Fans von historischen Liebesromanen ist es ein gelungenes Buch!
Profile Image for lesemama.
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September 20, 2023
Zum Buch:

1882 fährt die erste Eisenbahn durch den Gottharttunnel. Der Bau hat zehn Jahre gedauert und den Bewohnern des kleinen Ortes Göschenen einiges abverlangt. Vor allem den Fuhrwerkbetreibern, die bis dahin ihren Verdienst mit der Fracht über den Pass hatten. So auch die Familie Herger, deren Tochter Helene den Betrieb nicht übernehmen kann, da sie eine Frau ist. Als sie sich auch noch in einen der Tunnelarbeiter verliebt, wird es für sie immer schwerer.


Meine Meinung:

Ich mag historische Romane, die auf einer wahren Begebenheit aufbauen. Und dieser ist sehr gut erzählt. Man erfährt, neben der wirklich schönen Liebesgeschichte, auch viel über den Bau des Tunnels, über die Begebenheiten vor Ort. Wie gef��hrlich es war, wie mühselig, wie es, wie so oft, auf dem Rücken der Arbeiter ausgetragen wurde. Aber auch wie viel sich zum Glück geändert hat. Sei es nur am Bespiel Helene, die die Firma ihres Vaters nicht weiterführen darf, weil sie ein Mädchen ist. Oder wie feindselig mache Bewohner den "Fremden" gegenüber waren oder auch dem Vorschrift, den man ja eh nicht aufhalten kann. Sehr authentisch, aber auch unterhaltsam erzählt. Mir hat es jedenfalls sehr gut gefallen, auch wenn es manchmal seine Längen hatte.
Wer es gerne historisch mag, kann es gut lesen. Ich fand es toll.
Profile Image for Franzi.
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June 5, 2023
Das Buch hat mir insgesamt ganz gut gefallen.
Am interessantesten fand ich dabei den historischen Hintergrund, vor dem die Geschichte spielt. Der Gotthardtunnel und seine Entstehung sind ein tolles Setting. Und es ist der Autorin auch gut gelungen, die Entstehung dieses Bauwerks in die Story einzubinden, ohne den Leser mit allzu vielen Details zu langweilen. Die Beschreibungen der Orte, der Berge und Wiesen fand ich sehr gelungen. Ich konnte mir mühelos die Bergwiesen und das Bergpanorama vorstellen.
Auch die Darstellung der Dorfbewohner war für dieses Buch gut ausgearbeitet. Ja, den Figuren fehlt es hier und da ein wenig an Tiefe. Dafür sind die Dorfbewohner mit ihren unterschiedlichen Facetten, die kulturellen Umstände der damaligen Zeit und auch die sozialen Gepflogenheiten sehr schön beschrieben. Es fällt sehr leicht sich vorzustellen, wie sich dieses beschauliche Örtchen von den Arbeiten und Arbeitern regelrecht überrannt gefüllt haben muss.
Die Liebesgeschichte zwischen Helene und Pierro war wirklich schön und hat die Geschichte für mich abgerundet.

Insgesamt ein angenehm leicht zu lesendes Buch, dem an einigen Stellen ein kleines bisschen mehr Dramatik doch ganz gut getan hätte, das ich aber trotzdem sehr gerne gelesen habe, weil das Gesamtpaket einfach stimmig ist.
Profile Image for Karola.
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June 6, 2023
Ein Lesevergnügen für mich!
Viele historische Fakten rund um den Bau des 17 Kilometer langen Gotthardtunnels über acht Jahre von 1872 bis 1880sind hier detail-getreu in Romanform angenehm lesbar verpackt, inkludiert sogar eine Liebesgeschichte zwischen einer Schweizerin aus Göschenen und einem stark angefeindeten Italiener. Die technische Entwicklung in Bezug auf druckluftbetriebene Bohrmaschinen als auch diverse Sprengstoffmaterialien – ob nun Schwarzpulver oder das sehr explosive Dynamit - damit wird der Arbeitsalltag der im Tunnel arbeitenden Trupps auch in seiner Gefährlichkeit sehr anschaulich. Diese Arbeitsbedingungen unter Zeitdruck, Hitze, Staub, Lärm, Enge, Gestank, schlechter Hygiene und mangelhafter Unterbringung und Ernährung sprechen für sich. Entsprechend hoch war die Todesrate. Insgesamt war es natürlich eine große Meisterleistung der damaligen Ingenieur- und Vermessungstechnik – das perlt klar aus dem Inhalt überzeugend lebhaft heraus. Die Existenz von Genießverhören in der damaligen Schweiz ist neu für mich. Über das Auftreten des »Tunnelwurms« - Ancylostoma duodenale – und seine medizinische Bekämpfung konnte ich leider keine weiteren Informationen finden. Ein sehr interessanter historischer Lesestoff.
Profile Image for Astrid.
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June 11, 2023
Historisches Lesevergnügen
Das Buch beschreibt über den Zeitraum von 1872-1882 den Bau des Gotthard Tunnel und die erste Durchfahrt. Dieses epochale Bauvorhaben wurde von Karin Seemayer historisch toll recherchiert. Die wichtigsten Personen hat sie für ihren Roman übernommen und auch nochmal im Anhang aufgeführt. Dort findet man auch ein Glossar, das die Begriffe aus dem Tunnelbau erläutert.
Man bekommt in dem Buch eine Vorstellung davon, was es überhaupt bedeutet hat, so ein Bauvorhaben zu starten. Unter welchen Umständen die Arbeiter gelebt und gearbeitet haben. Auch die Auswirkungen durch die vielen fremden Menschen in den betroffenen Dörfern wurden nicht vergessen. Auch wenn die Einheimischen mit am Bau verdient haben, so blieb doch immer eine Fremdenfeindlichkeit und Angst um die Arbeitsplätze.
Eingebettet in die Geschichte um den Bau des Tunnels hat Karin Seemayer die Liebesgeschichte zwischen Helene, der Tochter eines Fuhrhalters und Piero, einem italienischen Arbeiter. Die beiden haben mit den gesellschaftlichen Sitten dieser Zeit zu kämpfen und den Vorurteilen gegenüber den italienischen Arbeitern. Die Liebesgeschichte ist gut erzählt und rundet den historischen Kontext ab.
Mir hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich empfehle es gerne weiter.
Profile Image for Anne Dietrich.
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June 11, 2023
Tunnelbau und Liebe

Ich lese gerne historische Romane und liebe es, wenn ich Neues über vergangene Zeiten erfahren kann. In diesem Roman hat Karin Seemayer interessante Informationen über den Bau des Gotthardtunnels zusammen getragen und diese mit einer Liebesgeschichte verwoben.

Mit dem Bau des Tunnels wurde 1872 begonnen und durch die instabilen Gesteinsschichten kam es zu großen technischen Schwierigkeiten, die eine Bedrohung für die Arbeiter darstellte. Die Arbeitsbedingen sind aus heutiger Sicht unvorstellbar.
Die Fuhrleute fürchten wegen dem Bau des Tunnels um ihre Arbeit, wollen diesen verhindern und es kommt zu Anfeindungen gegenüber den Bergarbeitern aus Italien. Unter ihnen ist auch Piero ein Mineur aus dem Piemont. Helene, die ihren Vater oft bei seinen Fahrten über den Gotthardpass begleitet, verliebt sich in den Italiener, dem ihre Eltern ein Zimmer angeboten haben. Dennoch ist ihr klar, dass diese ihre Liebe nicht akzeptieren werden.

Neben den historischen Hintergrundinformationen und der Liebesgeschichte um Helene und Piero haben mir hier die Beschreibung der Natur und das Panorama der Berge gut gefallen. Der Autorin ist die Mischung aus Fakten und Unterhaltung gut gelungen.
18 reviews
July 5, 2023
Vom Zauber des Gotthardmassivs
Ich habe mich sehr auf die Lektüre dieses Buchs gefreut. Als Kind hörte ich viele Geschichten rund um den Gotthard und vor allem der Bau des Gotthard- und anderer Tunnel haben eine große Faszination auf mich ausgeübt. Mineure waren Helden meiner Kindheit.
Wir sind im Jahr 1872 zu Beginn des Tunnelbaus am Nordportal in Göschenen. Neben Landwirtschaft leben die Menschen als Fuhrleute und transportieren mit ihren Pferdegespannen Güter über die Gotthard-Passstraße nach Airolo in den Süden. Der Bau des Tunnels löst viele Existenzängste unter der Bevölkerung aus. Es eröffnen sich aber auch viele neue Möglichkeiten.
Tausende Arbeiter strömen ins Tal und benötigen Wohnraum. Viele stammen aus Italien und bringen ihre eigenen „Gebräuche und lockere Sitten“ mit, was bei der einheimischen Bevölkerung nicht nur auf Freude stößt.
Helene Herger ist die Tochter eines Fuhrmanns, der für Louis Favre, den leitenden Bauunternehmer des Gotthardtunnels, Baumaterialien und Dynamit aus Altdorf nach Göschenen hoch transportiert.
Jede Familie, die kann, vermietet einzelne Zimmer oder Schlafplätze an Arbeiter. So auch Helenes Familie. Im Hause Herger zieht der Mineur Piero.
Helene lernt ihn besser kennen und verliebt sich in ihn. Doch diese Liebe wird von Helenes Vater nicht geduldet.
Neben der Liebesgeschichte erfährt man in diesem Roman viel über die Probleme beim Bau des Tunnels, über die schweren Bedingungen, unter denen die Arbeiten gelitten haben und von vielen Todesopfern, die der Bau kostete. Ich hatte mehrfach Gänsehaut bei der Lektüre und konnte sehr schön in die Bergwelt eintauchen.
Von mir erhält der Roman 5 Sterne.

Profile Image for _ich. lese_.
849 reviews2 followers
September 4, 2023
1872 war es für die Fuhrhalter nicht einfach. Die Fahrten über den Pass brachten einige Risiken mit sich. Trotzdem fuhr Helene gerne mit ihrem Vater mit, auch wenn sie ein Mädchen ist.
Als dann die Arbeiten für den Gottharttunnel begannen, fürchteten die Fuhrhalter um ihre Existenz und wollten mit den Arbeitern, die hauptsächlich aus Italien kamen, nichts zu tun haben. Trotzdem beherbergten die Eltern von Helene den Mineur Piero. Aber eine Beziehung zu dem Italiener würde ihre Eltern niemals befürworten.


Ich lese im Moment sehr gerne historisches und so hat mich auch dieset Roman, vor allem nachdem ich den Gottharttunnel selbst durchfahren hatte, sehr interessiert. Es mag historisch nicht alles einwandfrei sein, vieles ist auch künstlerische Freiheit, aber mich hat sie Geschichte von Helene und Piero sehr gut unterhalten können. Eine spannende, berührende Geschichte mit einigen sehr interessanten Details über den Tunnelbau. Meiner Meinung nach sehr gut recherchiert, es war alles glaubhaft und schlüssig erzählt. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich habe es gerne gelesen.
Profile Image for Danielle.
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June 30, 2023
Als Schweizerin ist es schön ein Hörbuch zu hören, wo die Schweizer Sprecherin, Sophie Hutter, perfekt uns Schweizer und unser - zum Teil etwas eigenes - Hochdeutsch wiedergibt. Dadurch entsteht ein schöner Wechsel zwischen dem allgemeinen Erzählstrang und den einzelnen Charakteren.

Die geschichtlichen Hintergründe werden gut wiedergegeben und ermöglichen es sich in diese Zeit zurückzuversetzen. Auch wird klar wie tragisch der Bau des Gotthardtunnels war und zeigt auf, wie wenig Wertschätzung den Gastarbeitern vielerorts entgegengebracht wurde. Die Liebesgeschichte gliedert sich perfekt in die geschichtliche Umgebung ein und zeigt auf wie in dieser Zeit Ehen geschlossen und mit Schicksalen umgegangen wurde. Trotzdem zeigt sich, dass die Frauen und Gastarbeiter trotz ihren Rollen in der Gesellschaft für sich einstehen konnten.

Das Hörbuch kann ich daher allen empfehlen, die einen Faible für Schweizer Geschichte mit einer Liebesgeschichte haben.

Ich habe das Hörbuch als Rezensionsexemplar von NeGalley und Aufbau Audio erhalten. Herzlichen Dank.
Profile Image for Sophie.
22 reviews
June 30, 2023
Liebe auf Umwege:
Der historische Roman „Bergleuchten“ von Karin Seemayer ist hervorragend geschrieben. Sie schreibt sehr bildhaft. Ich konnte mir die Landschaft, den Tunnel und die Menschen sehr gut vorstellen. Das Cover passt sehr gut zu dem geschriebenen Worten.
Das Buch hat alle Emotionen hervorgeholt. Ich war traurig, fühlte Wut und habe mich mit und für die Menschen gefreut.
Helene Herger und Piero Caretti sind beide sehr gut geschrieben. Die Geschichten haben sich jeweils parallel abgespielt. Es gab einige Zeitsprünge, die für das Buch notwendig waren.
Karin Seemayer hat sehr gut für ihr Buch recherchiert. Am Ende des Buches gibt es konkrete Informationen über den Tunnelbau. Damalige wichtige Person wurden getreu wiedergegeben und am Ende erneut genannt, zudem wurden die jeweiligen Tätigkeiten der Personen mit angegeben.
Das Buch kann sehr schnell gelesen werden (wenn man am Buch bleibt). Sehr gerne empfehle ich „Bergleuchten“ an all die Menschen, die historische Bücher lieben, die auf eine Gefühlsachterbahn aus sind und die gerne über die Liebe andere Menschen lesen.
Profile Image for Patricia.
376 reviews1 follower
April 30, 2024
Wer in Süddeutschland lebt kommt nicht drumherum mindestens 1x im Leben oder am besten direkt jedes Jahr mit Zug oder Auto durch den Gotthard zu sausen um anschließend im sonnigen Tessin bzw. Italien anzukommen. Und während dieser Lektüre habe ich mehrfach direkt Lust bekommen, den Koffer zu packen und abzudüsen. ☀️

Ich habe noch nicht viele Romane gelesen, die in der Schweiz spielen. Und einer, der sich um den Bau des Gotthardtunnels sowieso noch nicht. Das technische spielt dabei nur eine Nebenrolle. Es geht viel mehr darum, was sich in dem kleinen Dorf Göschenen Dorf zugetragen haben könnte als vor rund 140 Jahren hunderte von Bergarbeiter in das Dorf einfielen und damit direkt auch ein kleiner Wirtschaftsaufschwung stattfand. Aber nicht jeder Dorfbewohner war erfreut darüber. Und so erzählt dieser Roman von erfreulichen und traurigen Schicksalen der Dorfbewohner und Arbeiter. Und eine Liebesgeschichte darf natürlich auch nicht fehlen! 😊

Ich konnte den Roman nicht aus der Hand legen. Eine klare Leseempfehlung von mir für alle, denn in dem Roman ist von allem was dabei.
729 reviews4 followers
February 2, 2025
Hörbuch/Audio book A novel about the building of the Gotthard Tunnel. (I traveled through the pass this summer, so thought it may be interesting.) Story based on fact concerning the tunnel combined with a love story of Piero and Helene. I loved the speaker who could use high German, and Swiss and Italian accents.

Das Tor zum Süden.

Göschenen, 1872: Helene begleitet ihren Vater oft auf seinen Fahrten über den gefährlichen Gotthardpass. Als ein Tunnel durch den Berg gebaut werden soll, fürchten die Fuhrhalter um ihre Existenz, die Bergarbeiter aus Italien sind Anfeindungen ausgesetzt. Auch wenn ihre Eltern dem Mineur Piero ein Zimmer auf ihrem Hof anbieten, weiß Helene, dass sie eine Verbindung zu dem temperamentvollen Italiener niemals billigen würden - und doch geht er ihr nicht mehr aus dem Kopf. Als es im Tunnel immer häufiger zu schweren Unfällen kommt, muss sie schon bald um Pieros Leben bangen.

Die epische Geschichte eines kühnen Bauvorhabens und einer Liebe, die nicht sein durfte.
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