Irgendwo am Rande der Welt und doch mitten in Europa träumen Menschen von der Liebe und der Freiheit. Esther Kinsky erzählt die betörende Geschichte eines drückend heißen Sommers und einer tragisch scheiternden Liebe, dort, wo sich im Rhythmus der Jahreszeiten alles ändert und doch gleich bleibt. Üdülő, eine Feriensiedlung am Fluss, wird alljährlich zum Zufluchtsort vor der unerträglichen Hitze. Es ist der Ort der Sehnsucht, der Linderung verspricht und Träume von Liebe und Freiheit weckt. Für jeden hat Üdülö eine andere Bedeutung; als jedoch eine Frau aus der Fremde sich dort ihren Traum von einem anderen Leben erfüllen will, kommt Verwirrung in den Wellenschlag des Ewiggleichen. Der Refrain eines Volkslieds, "Eile nicht in die Fremde", geht ihr nicht mehr aus dem Kopf - und doch überhört sie die Warnung. Esther Kinsky führt mit "Sommerfrische", ihrem virtuosen ersten Roman, den Leser auf eine Reise, die ihn verändert zurücklässt. Ihre zarte und reiche Sprache wird zum Auge und zur Haut des Lesers, der die drückende Hitze, die Trägheit des Dorfs zu sehen und zu fühlen glaubt. Das Fremde hat im ewiggleichen Rhythmus der Jahreszeiten keine Chance, es wird von der nächsten jahreszeitlichen Flut hinweggeschwemmt.
Esther Kinsky, geboren 1956, hat Slawistik und Anglistik in Bonn und Toronto studiert. Sie arbeitet als Übersetzerin aus dem Polnischen, Englischen und Russischen. Ihr übersetzerisches Oeuvre umfasst u. a. Werke von Ida Fink, Hanna Krall, Ryszard Krysnicki, Aleksander Wat, Joseph O'Connor und Jane Smiley.
Kinksy lebt in Berlin. 2009 wurde sie mit dem Paul-Celan-Preis ausgezeichnet und 2011 erhielt sie den Karl-Dedecius-Preis.
Summer means beaches, beer, flirtations, rowdiness. For people in northern climates, the brevity of summer puts people who are in a rush to celebrate on a collision course with nature—with sand, water, heat, bugs, snakes, sudden storms. Esther Kinsky’s novel Summer Resort is a condensed story of one very hot summer at an üdülő, or a resort, on an unnamed river in Hungary. The book, which has no real main character, is reminiscent of paintings by Pieter Bruegel the Elder, providing a macro view of the village, as if seen from a drone drifting overhead, replete with brief stories that convey the joys and irritations that comprise daily life.
The world that Kinsky gives us in Summer Resort is stylized, as if it were a world in miniature, housed in a terrarium. Some of the people that live in or are drawn to the üdülő have cartoony names, like the Kozak Boys, the Onion Men, Microphone Man, Ruthwoman (whose real name is Éva), and a group known as the Englishmen, who drown in “the sea of alien incomprehensible, unknowable words.” And then there is the New Woman, another foreigner, who steals Antal from his wife, an act that ends in tragedy. The village where everything takes place is decaying, its former economy shuttered. Its glorious past, when the sugar beet factory was still in operation. But all this is gone now. Instead the village is full of weeds and decaying buildings. There are wild dogs on the loose and perhaps a few too many bars. “Nothing was as it used to be, they said.”
Summer Resort is a lyrical book filled with startlingly fresh imagery.
3.5 stars, This short, folkloric tale of one very hot, dry summer in a Hungarian town and the nearby summer site is filled with tragicomic characters and bursting with some of the most striking and delightful wordplay. An attentiveness to nature that will later be explored to stunning effect in Kinsky’s masterful River, is apparent here. This is a more playful exercise, yet tight and contained.
Ein Buch für die heißesten Tage des Jahres. Mit jeder Zeile spürt man die flirrende Hitze, die die Protagonist:innen sich im „üdülö“ am Fluss erträglicher machen. An Esther Kinskys Stil muss man sich zunächst etwas gewöhnen, doch dann entfaltet er einen eigenen, ruhigen Lesetakt. Ehe man es sich versieht, sind die 120 Seiten ausgelesen – und der Sommer hoffentlich noch nicht vorbei.