Der Geruch von Kunstnebel und Schweiß, dröhnende Bässe und besetzte Häuser – ein angepasstes bürgerliches Leben war für Bey, Bassistin einer Avantgarde-Punkband, früher undenkbar gewesen. Nach der Geburt ihres Sohnes wohnt sie jetzt am Rand von Amsterdam, umgeben von gutsituierten Eltern ohne spätjugendliche Exzesse. Als ein kalkweißes Kuvert sie erreicht, gerät ihr Alltag aus dem Ihr Ex-Freund Iggy ist gestorben. Bey fährt zur Beerdigung nach Berlin, wo sie in Iggys Nachlass eine Tonaufnahme findet, die sie an den Umständen seines Todes zweifeln lässt. Ihre Nachforschungen stoßen auf Widerstand beim Rest der Alt-Punks, und als Karina, ihre verschollen geglaubte Erzfeindin, auftaucht, beginnt ein atemloser Wettlauf um alte Datenträger. Eine ungeheuerliche Wahrheit kommt ans Licht, die alles ins Wanken bringt, woran Bey und ihre Punk-Clique jemals geglaubt haben. PUNKED führt in dunkle Kellerclubs der Neunziger und geheime Hackersalons der Zweitausender, streift durch gentrifizierte Stadtlandschaften in Hannover, Berlin und Amsterdam und dringt vor ins schwarze Herz einer lebendigen Subkultur. Yasmin Sibai lässt eine Utopie implodieren und setzt ihre Protagonistin auf die Spur eines Kriminalfalls, der neues Licht auf ihre Punk-Vergangenheit wirft.
Ein gut gemachtes Buch. Ein bisschen weniger Punk Nostalgie dafür etwas mehr Ausleuchtung der zentralen Figur „Karina“ hätte gut getan. Aber wirklich beachtlich für ein Erstlingswerk.
Bey hat die 80er und 90er Jahre in der Punkszene verbracht und in einer Punktband gespielt. Heute lebt Bey mit Partner und Kind in einer gutbürgerlichen Gegend in Amsterdam und das wilde unangepasste Leben ist nur noch eine Erinnerung. Da reist die Nachricht des Todes ihres Exfreunds Iggy Bey aus ihrem längst nicht idyllischen Familienleben. Sie fährt zur Beerdigung und schon bald wird ihr klar, dass hinter Iggys Tod, einer angeblichen OD, sehr viel mehr steckt und ihre Ermittlungen führen sie in die Punkszene der vergangenen Jahrzehnte zurück...
Das Buch hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Irgendwie habe ich von dem Buch mehr erwartet, auch wenn ich es unter dem Strich gerne gelesen habe. Es war eine durchschnittliche Kriminalgeschichte mit etwas Subkultur hineingemischt. Mir war schnell klar, was nun eigentlich das große Geheimnis, dass Iggys und seine Freunde gehütet haben, war. Wobei das vielleicht auch gewollt war. Im letzten Drittel kam dann aber auch bei mir noch Spannung auf.
Auf den letzten Seiten des Buches befindet sich außerdem ein recht ansprechende Punk Playlist.
Ich kenne mich in der Punkszene nicht wirklich aus, daher fand ich es umso interessanter. Nichtsdestotrotz hat mich die Verbindung zwischen diesem krassen Thema und Punk sehr verstört. WTF?
Hier sollte definitiv auch eine Triggerwarnung für rituellen Kindesmissbrauch ausgesprochen werden. Harter Tobak. Spannend. Aber ich wurde mit Fragen zurückgelassen… Ihren Schreibstil fand ich mega gut.
Ich glaube wer in der Szene unterwegs ist wird es entweder lieben oder hassen?!