Erste Hälfte sehr gut & informativ - die Zweite der reinste Horror.
Im ersten Teil geht es viel um den Krieg in der Ukraine, mit kurzen, spannenden Einschüben zur Geschichte der Ukraine und der Sowjetunion. Dabei wird auch immer wieder die Wichtigkeit einer europäischen Verteidungsbereitschaft verdeutlich und der NATO-Zusammenhalt betont.
Auf diesen rundum gelungenen Teil (der wichtige Probleme und Herausforderungen anspricht) folgt plötzlich die zweite Hälfte des Buches, mit dem aus dem nichts kommenden Thema: Rassismus. Wobei vielmehr: Antirassismus. Es sei nämlich so, dass wir in Deutschland gar nicht so mit Rassismus zu käpfen hätten (lt. Autor ist ein Schwarzer oder jemand mit ausländisch klingendem Namen nur ganz wenig bspw. in der Jobsuche beeinträchtigt), sondern eher mit einer Benachteiligung von Weißen. Angeblich würden Linke gegen Weiße und deren unendliche Schuld aus Kolonialzeiten hetzen, was ich weder jemals erlebt noch gelesen hätte. Der zweite Teil hetzt gegen ‚Anti-Rassismus‘ in so einem Maße, dass jeder der gegen Rassismus wohl automatisch gegen Weiße sein muss. Würde gerne den zweiten Teil des Buchs vergessen. Schade.
Ich kann nur eines Raten: wer das Buch bis zu Hälfte gelesen hat, sollte es danach schnellstmöglich weglegen und nicht mehr aufmachen.