Unterwegs ins Die packende Afghanistan-Reportage vom ausgezeichneten Kriegsreporter - mit 16-seitigem Bildteil
»Die Taliban haben über ihr Kampfethos und ihre Kontrollbesessenheit hinaus keine konkreten Vorstellungen. Afghanistan ist eine Art Nordkorea mit Bart und Höflichkeitsanspruch, aber ohne Plan.« Christoph ReuterSeit zwanzig Jahren berichtet SPIEGEL-Korrespondent Christoph Reuter aus Afghanistan, kaum ein anderer Reporter kennt das Land so gut wie er. Reuter war bis Mitte Juli 2021 in Kabul, kam nach der Machtübernahme der Taliban zurück, blieb als die westlichen Helfer, Soldaten und Journalisten überstürzt abflogen. Mehr Er beschloss, bis in Regionen zu reisen, in die Landesfremde mitunter seit Jahrzehnten keinen Fuß setzen durften. Die Geschichten, die er mitgebracht hat, erzählen von dramatischen Veränderungen, von überforderten Taliban und Menschen, die alles verloren haben und ihr Land trotzdem nicht aufgeben wollen.
Sehr tolle Einblicke in ein Land, das man sonst oft nicht so detailliert und facettenreich erleben kann. Allerdings ist der Schreibstil, mit vielen, sich auf den Satzanfang beziehenden Nebensätzen, bei denen man oft nicht mehr versteht, worauf sie überhaupt hinauslaufen, teils anstrengend und der Leser muss, diese für einen einseitigen Spiegelartikel schön formulierten, aber für ein 300 seitiges Buch oftmals verkomplizierenden Schachtelsätze wiederholt lesen, um den Gedankengang des Autors, der durchaus auch in der Lage ist schön und gleichzeitig verständlich zu schreiben, nachvollziehen zu können.
Ein sehr interessantes Buch, was einen ganz anderen Blickwinkel auf Afghanistan wirkt. 'Ein Roadtrip' trifft dieses Buch sehr gut. Manchmal war ich mir nicht ganz sicher, ob dieser Blickwinkel, diese Schreibweise diesem Thema gerecht wird. Aber: es liest sich gut, ist packend geschrieben und ich habe viel neues gelernt!