Kristine Bilkau schwimmt am liebsten im Meer rund um Bornholm und im heimatlichen Freibad. Ihr Vater fuhr einige Jahre lang zur See, blieb eng mit dem Hamburger Hafen verbunden und brachte ihr früh das Schwimmen bei. Seitdem verbringt Kristine Bilkau viel Zeit im Wasser. Diese Leidenschaft verbindet sie mit Millionen von Schwimmen ist gesund, macht den Kopf frei und hilft, unseren Platz in der Welt zu erkennen. Denn beim Schwimmen spüren und hören wir unseren Körper deutlicher, nehmen Raum und Natur intensiver wahr. Mit feiner sprachlicher Eleganz und ihrem unverwechselbaren Gefühl für Zwischentöne erzählt Kristine Bilkau in Wasserzeiten von Arten, Orten und Erfahrungen des Schwimmens sowie der Liebe zum Wasser.
Kristine Bilkau, born in 1974, studied History and Literature at Hamburg University and Tulane University, New Orleans. Her debut novel „Die Glücklichen" (The Happy Ones) about an urban family getting into the turmoils of financial crisis was awarded best debut novel of the year 2015 with the Klaus-Michael-Kühne-Preis and the Franz-Tumler-Literaturpreis, praised both by reviewers and readers, and translated into Dutch, French and Italian. Her second novel „Eine Liebe, in Gedanken" (A love in thoughts) came out in March 2018 telling a love story about a young couple in the early sixties trying to escape the constrictions and repression of german post-war society. Kristine Bilkau lives in Hamburg.
Kristine Bilkau, 1974 geboren, studierte Geschichte und Amerikanistik in Hamburg und New Orleans. Ihr erster Roman „Die Glücklichen“ fand ein begeistertes Medienecho, wurde 2015 mit dem Franz-Tumler-Preis, dem Klaus-Michael-Kühne-Preis und dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet und in mehrere Sprachen übersetzt. 2018 erschien ihr zweiter Roman, „Eine Liebe, in Gedanken". Sie lebt mit ihrer Familie in Hamburg.
Wann warst du das letzte Mal schwimmen? Als ich das Buch beendet habe, war ich einen Tag später im Freibad und bin 22 Bahnen (iykyk) geschwommen. Ich bin mir sehr sicher, das ich das nicht gemacht hätte, wenn ich nicht dieses kleine Büchlein gelesen hätte. Kristine Bilkau erzählt von ihren Gedanken an das Schwimmen. Dabei berichtet sie von persönlichen Erlebnissen und von Situationen, in denen sie die fast schon mechanisch ablaufenden Bewegungen im Wasser als besonders heilsam empfand. Neben ihren eigenen Eindrücken, streut sie eine Menge Fachwissen und Studien in die Kapitel. Besonders nachhaltig im Kopf geblieben ist mir der Part, dass es sich beim Schwimmen um ein großes Privileg handelt. Die Zahl der Kinder, die in der Grundschule in Deutschland schwimmen lernen, nimmt ab. Auch die Anzahl der Freibäder. Beim Lesen der Zeilen habe ich an meine Kindheit denken müssen, wie mein Opa mir im Spanienurlaub im kleinen Pool die Bewegungen beibrachte, die heute Routine sind. Erinnerungen, die mit größter Dankbarkeit verbunden sind. Kristine Bilkau gelingt es, ein Gefühl zu verschriftlichen und die eigene Beziehung zum Wasser neu zu denken. Sie inspiriert, bezieht sich auf andere Autor*innen, die ein ähnliches Thema behandelt haben und schafft dadurch ein äußert wunderbares und heilsames Werk. Mir hat es wirklich sehr gefallen, eine Ode ans Schwimmen 🩵🏊🏻♀️
Dieses Buch habe ich als Amateurschwimmerin so genossen. Spannend, wie Bilkau auch die Themen soziale Gerechtigkeit, Misogynie, Rassismus etc in den Kapiteln mit dem Schwimmen verbindet. Neben unserer geteilten Liebe für das Schwimmen, habe ich in diesem Buch auch über andere Themen einiges gelernt. Wunderbar. 💖
„Wasserzeiten“ ist Kristine Bilkaus ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Schwimmen. Sie teilt ihre Erfahrungen, ihr Glücksgefühl und Erlesenes über das Bewegen im Wasser. Die Orte des Geschehens sind vielfältig (von den Thermen der Römer über die Bucht im Meer bis zum Schwimmbad in Pandemiezeiten), und die Autorin liefert ihren Wunschzettel mit, an welchen Orten sie unbedingt mal ins Wasser steigen will. Kulturelle Aspekte stehen ganz individuellen Momenten gegenüber. „Das Schwimmen an diesem Ort ist mir stark in Erinnerung geblieben, vielleicht werde ich noch im hohen Alter - wer weiß, wenn ich womöglich nicht einmal mehr schwimmen kann -, an diese Ausflüge an die Felsenbucht, an die ersten Momente im Wasser, an dieses Hochgefühl denken.“ Und ohne Frage springt die Begeisterung für das kühle Nass von diesem Büchlein auf seine Leserschaft über.
Während ich das Buch gelesen habe, hat ich oft darüber nachgedacht, dass ich auch gerne mal wieder schwimmen gehen möchte. Es hat das Gefühl des Freiseins beim Schwimmen wirklich sehr schön beschrieben und ich freu mich schon auf das nächste Mal, wenn ich Zeit finde um ins Freibad zu gehen oder ans Meer zu fahren, um zu schwimmen.
Eine Sammlung von Gefühlen, Momenten, Sehnsuchtsorten, Notizen und allerlei Wissen rund ums Schwimmen und die Zeit im Wasser. Es liest sich manchmal fast wie ein Tagebuch, bei dem man der Autorin durch den Ausdruck ihrer Gefühle ganz nahe kommt. Sie schreibt über das Körpergefühl im Wasser, Schwimmbäder und Seen, Erinnerungen an das Schwimmen-lernen oder Erlebnisse während des Schwimmens. Eingestreut werden Fakten zum Eisbaden oder der kulturhistorischen Bedeutung des Schwimmens, dem Privileg, sich die Zeit nehmen oder es bezahlen zu können. Denn Schwimmen hat auch eine politische Komponente, sei es das Schwimmbadsterben aufgrund fehlender Finanzierung oder auch die drängende Wasserknappheit. Als für mich eher uninteressant empfand ich den Exkurs in weitere Literatur, die das Thema des Schwimmens beinhaltet. Insgesamt würde ich das Buch eher Leser*innen empfehlen, die eine bereits Affinität für‘s Wasser und das Schwimmen haben, denn man findet sich oft wieder in den Erlebnissen und Gedankengängen der Autorin.
Ein Lesebuch der besonderen Art – Anekdotisch, informativ, vielseitig
Zunächst einmal möchte ich die wunderschöne Gestaltung des Werkes „Wasserzeiten: Über das Schwimmen“ von Kristine Bilkau loben. Das Buch hat nicht nur ein schönes Format, sondern kommt wirklich sehr hochwertig daher. Aber auch inhaltlich ist das Büchlein wirklich eine Freude! Die einzelne Kapitel treffend in Wort zu fassen ist dabei gar nicht so einfach, da sich eine große Vielfalt auf den nur knapp 120 Seiten verbirgt. Die Autorin nähert sich in den verschiedenen Kapitel biografisch, historisch, aber auch gesellschaftspolitisch, sowie mit Einblicke in andere literarische Werke, einer ihrer Leidenschaften, nämlich dem Schwimmen. Besonders toll finde ich es dabei, dass alle Kapitel auch unabhängig voneinander gelesen werden können. So kann man das Buch immer wieder in die Hand nehmen und sich anregen lassen. Auch der Schreibstil gefiel mir ausgesprochen gut. Er passt zur hochwertigen Aufmachung und ist wie der Text auch zwar anspruchsvoll, aber dennoch gut lesbar. Beim Lesen kommen so ganz automatisch Bilder vom Schwimmen auf, aber auch die teils sehr besonderen Orte werden plastisch beschrieben. Darüber hinaus ist das Büchlein wirklich informativ, kurz und prägnant wird die Geschichte des Schwimmens skizziert und auch die politische Dimension treffend benannt. Alles in allem war „Wasserzeiten“ für mich ein echter Lesegenuss, welchen ich gerne weiterempfehlen mag! Ob als besonderes Geschenk oder für eigene bezaubernde Lesestunden, dieses Buch bleibt im Kopf und macht lange Freude.
Dieses schön gestaltete Büchlein beinhaltet 12 Essays rund ums Schwimmen. Es werden die persönlichen Erfahrungen und Vorlieben der Autorin betreffend das Schwimmen wiedergegeben und Fakten geliefert über die Geschichte des Schwimmens, magische Orte in der Natur, an denen man schwimmen kann, die Geschichte öffentlicher Schwimmbäder, des Frauenschwimmens und über Filme und Literatur zum Schwimmen.
Besonders die persönlichen Erfahrungen der Autorin berühren durch die gefühlvolle Sprache, aber auch magische Orte des Schwimmens werden wunderbar poetisch beschrieben. Für Menschen, die das Element Wasser und das Schwimmen lieben, ein sehr empfehlenswertes Buch.
Angeregt durch die Lektüre habe ich mir eigene "Schwimmerlebnisse" in Erinnerung gerufen, die mich über mein ganzes Leben hinweg von Kindheit an bis heute ins "reife" Alter hinein begleitet haben. Das Schöne daran war, dass diese doch recht zahlreichen "Schwimmerlebnisse" mit meinen jeweiligen Lebensabschnitten verbunden sind und ich so, schon während der Lektüre, auf eine wohlige Zeitreise durch mein eigenes Leben "geschwommen" bin.
Das hat mir sehr gut gefallen und ich bin froh, dass dieses Büchlein durch eine Leserunde den Weg zu mir gefunden hat. Ich vergebe 5 Sterne.
In diesem kleinen aber feinen Büchlein erzählt Kristina Bilkau über ihre Liebe zum Wasser und zum Schwimmen und taucht dabei tief ein, in die Magie, die dieses Element seit jeher mit sich bringt. Dabei berichtet sie nicht nur eindrücklich und emotional von den Gefühlen, die das Wasser einem vermittelt, wie es Körper und Geist verändert und wie belebend es wirkt, sondern auch, dass das Schwimmen auch immer eine Lehre ist. Vom Neubeginn, dem Durchhalten, Weitermachen und auch vom sich selbst entdecken.
Aber auch die gesellschaftlichen Aspekte kommen nicht zu kurz: wer hat Zugang zu Wasser, wer kann es sich leisten, schwimmen zu lernen und hat den Zugang zur Verheißung, die es verspricht? Was sagt der Pool als Statussymbol über die Menschen aus und seit wann dürfen wir Frauen eigentlich am Schwimmsport teilnehmen?
Es sind Geschichten über das blaue Element, die Liebe hervorrufen, Sehnsucht nach dem Wasser auslösen und einen das Gefühl der Schwerelosigkeit vermitteln, die man auch an perfekten Tagen im Wasser fühlt. Am besten am See, Meer oder Freibad lesen und sich nach den Geschichten selbst in das kühle Nass stürzen und all diese wunderbaren Emotionen, die uns das Wasser geben kann, selbst zu spüren!
In "Wasserzeiten" geht Kristine Bilkau den einzigartigen Gefühlen nach, die das Schwimmen in uns Menschen auslösen kann. Diese Ode an das Schwimmen ist ein schönes Geschenk an alle Schwimmer*innen und an solche, die es gerne werden möchten. In ihre persönlichen Schwimmerfahrungen an besonderen und ganz alltäglichen Orten webt Bilkau Gedichte, Literatur und Filme ein, sodass es an weiteren Beschäftigungsmöglichkeiten mit dem Thema nicht mangelt. Diesen nicht allen nachgehen zu können, lässt ein leichtes Gefühl von Unzulänglichkeit zurück.
Dieses Buch spricht mir voll aus der Seele. Ich finde die Autorin beschreibt sehr gut, was ihr das Schwimmen bedeutet. Auch die aktuellen Fakten, was die Schließung vieler Bäder in Deutschland betrifft und die Stellungnahme der DLRG sind sehr interessant. Unbedingt empfehlenswert für alle, die das Schwimmen lieben.
Eine kleine Ode ans Schwimmen. Persönliche Gefühle und Erinnerungen mit Wissen aus Studien, über das Schwimmen an sich, was es mit uns macht, im Wasser zu sein, und was es mit Privilegien und Demokratie zu tu hat.