Abdul K. Chahin versteht es als seine Aufgabe, Zuschauer*innen, Leser*innen und Zuhörer*innen seine Lebensrealität näherzubringen. Er möchte aufklären - und zwar ohne mulmiges Gefühl oder schlechtes Gewissen, sondern mit insgesamt 19 tiefgehenden Texten und effektvollem Spoken Word. Mit dabei ist immer mal wieder Alman-Klischee-Kumpel Dirk, der allerlei Tresenhalbwahrheiten von sich gibt. Zuckerbrot und Peitsche eben. Call him The Brown Otto von Bismarck! Deswegen ist er Künstler geworden. Beim Poetry Slam erreicht er sein Publikum und Menschen, denen er im Alltag wahrscheinlich nicht begegnen würde. Chahins Texte leben von seiner eigenen mutmachenden Überzeugung, dass Menschen lernen können, ihre rassistischen Verhaltensmuster abzulegen. Er selbst hat schließlich auch gelernt, zu gendern.
Die Gedenk-Texte sind berührend und informativ. Die witzigen Texte waren z.T. cringe (Ehe = Knast, haha – Abdul, du bist doch zu jung, um Boomer zu sein) und würden wahrscheinlich performt besser funktionieren. Empfehle, lieber seine politischen Kurz-Videos auf Insta zu schauen (@abdulchahin) oder seine Podcasts Nymphe und Söhne sowie Brennpunkt zu hören.