»Sollte das Leben nicht eigentlich genau so sein? Ohne Socken, mit Wind in den Haaren.«
Nach einem riesigen Streit mit ihrem Mann will Agnes nur noch weg. Ohne Plan geht sie los – zunächst ins Hotel, dann zu Fuß quer durch Hamburg, immer weiter, bis ins grüne Marschland der Elbe. Was, wenn sie einfach weiterliefe? Am Fluss entlang, bis nach Berlin. Ob das Gehen ihr Antworten schenkt? Vielleicht könnte sie herausfinden, wohin ihre beruflichen Träume verschwunden sind. Wo sie selbst eigentlich während all der Jahre des Kümmerns um Kinder, Haushalt und Familie geblieben ist. Und: ob ihre Ehe noch eine Chance verdient. Unter weitem Himmel wandert Agnes durch malerische Auen, begegnet Menschen und Möglichkeiten und geht Schritt für Schritt einer unerwarteten Zukunft entgegen.
Ein wundervoller Roman über die Liebe, das Glück des Alleinseins in der Natur und die Träume, die uns beflügeln
Ich habe mir aufgrund des Klappentextes etwas vorgestellt. Nachdem mir der Salzpfad nicht gut gefallen hat, weil mir die Autorin dieses biografischen Werkes nicht sympathisch war, hatte ich mir von Agnes erhofft, dass ich ihrem Weg lieber folgen mag, da sie eine fiktive Figur ist. Und dem war grundsätzlich auch so, Agnes war mir nicht unsympathisch, auch wenn sie ein Frauenbild verkörpert welches das komplette Gegenteil von mir selbst ist. Aber es war ganz interessant in das „Muttiversum“, wie sie es nennt einzutauchen. Vor allem auch ihren Ausbruch daraus mitzuerleben. Alle angesprochenen Faktoren sind nicht neu: Mental Load, unbezahlte Care Arbeit, die ganz sicher noch immer nicht herrschende Gleichstellung von Mann & Frau, ganz besonders was die gesellschaftlichen Erwartungen betrifft. Hier wurden Sie einfach noch einmal gut zusammengefasst und sehr beispielhaft aufgezeigt. Leider kam mir dabei die Wanderung selbst zu kurz und dass Agnes im Grunde auch nur wieder durch einen anderen Mann eine Entwicklung bei sich selbst anstößt, hat mir persönlich aufgestoßen. Kleine Begegnungen am Wegesrand hätte ich interessant gefunden. Aber ein Ehebruch war mir dann doch tot much und so hat Agnes schnell an Sympathie für mich verloren. Dafür mochte ich Ihre Kinder (speziell den Sohn und seinen Partner) sehr gerne und war extrem überrascht, dass wir zum einen auch die Sicht von Agnes Ehemann Tom, welcher zu Hause „zurückbleibt“ erfahren und dass mir diese mehr und mehr interessanter vorkam. Eine überraschende Wendung, aber nicht uninteressant :) Aber sicherlich auch Geschmacksache. Im Nachgang habe ich das Gefühl, dass Tom eine stärkere Entwicklung durchgemacht hat als Agnes. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass so eine Geschichte selten erzählt wird oder ich sie einfach noch nie aus Männersicht erlebt habe. Der Schreibstil war angenehm leicht, aber hier und da doch tiergehend und metaphorisch. Besonders gut haben mir die Landschaftsbeschreibungen in Norddeutschland entlang der Elbe gefallen. Davon hatte ich mir aber doch mehr erwartet. Das Ende kam für mich überraschend und 100%ig hat es mir nicht gefallen. Für alle Frauen, die sich auf dem „Mütter-Abstellgleis“ abgesetzt fühlen sicherlich eine sehr gute und wichtige Lektüre, um Denkanstöße zu geben! Da hier die Männersicht aber auch gut dargestellt wird, würde ich es an dieser Stelle aber eher den Männern empfehlen. Schließlich weiß mittlerweile doch jede Frau & Mutter ob ihrer Stellung in der Gesellschaft und wie viel Ausnutzung auch 2023 noch geschieht!
Mit ihrem Roman "Die wundersame Reise der Bienen" hat mich Katja Keweritsch letztes Jahr begeistern können. Mit "Agnes geht" hat die Autorin nun eine völlig andere Geschichte geschrieben.
Ihr neuer Roman erzählt die Geschichte einer Ehekrise. Es geht um Wut, Selbstfindung, Rollenklischees und Mental Load. Agnes hat nach ihrem Biologie-Studium geheiratet und ihre Kinder bekommen. Sie blieb zuhause, während sie ihrem Mann Tom den Rücken stärkte und seine Karriere unterstützte. Zusätzlich arbeitet sie gemeinsam mit ihrer Freundin an einem sozialen Projekt für Kinder und Jugendliche, welches ihre Freundin leitet. Während sich Tom als Arzt immer mehr profiliert und sogar eine Auszeichnung erhält, fühlt sich Agnes immer mehr als Anhängsel. Beim Event zu Toms Ehrung kommt es zwischen den Beiden zum Eklat. Agnes flüchtet in ein Hotel und beschließt zu streiken. Sie fühlt sich von ihrer Familie weder geschätzt, noch als ebenbürtig angenommen, nachdem sie wegen ihrer Familie zurückgesteckt und ihren Traum "ad acta" gelegt hat. Sie beschließt aus diesem Hamsterrad auszubrechen und über den ihr vorgeschlagen Job als Biologin in Berlin nachzudenken. Das gelingt ihr am besten, wenn sie geht. Und so macht sich Agnes auf und geht quer durch Hamburg und entlang der Elbe bis nach Berlin. Auf ihrem Weg begegnet sie verschiedenen Menschen, zu denen sie mehr oder weniger intensive Kontakte hat. Dabei wird ihr bewusst, wie unglücklich sie mit ihrem Leben, ihrem Körper und ihrem Dasein als unbezahlte Familienmanagerin ist. Sie sehnt sich nach Anerkennung, Glück und Zufriedenheit.
Die Geschichte lässt sich, wie schon "Die wundersame Reise der Bienen", wunderbar lesen. Die landschaftlichen Beschreibungen sind sehr bildhaft. Die Landschaft, die Katja Keweritsch beschreibt, war für mich als Österreicherin ungewohnt. Doch die lebendige Darstellung und die zusätzlich gezeigten Fotos bei der Leserunde konnten mir wahre Bilder im Kopf zaubern. Besonders gut beschreibt die Autorin jedoch die Gefühle und Emotionen der Figuren. Sie werden sehr authentisch dargestellt. Immer wieder konnte ich die verschiedenen Gefühlsregungen tatsächlich spüren und miterleben.
Gut gefallen hat mir auch, dass Katja Keweritsch nicht nur aus der Sicht von Agnes erzählt, sondern auch aus der von Tom. Es dauert etwas, bis er bemerkt, was seine Frau eigentlich leistet und wie nebeneinander sie alle bereits gelebt haben. Jeder in der Familie nimmt ihre Arbeit als selbstverständlich hin. Ist ja im wirklichen Leben genauso und macht nachdenklich. Man fragt sich unwillkürlich, wie viel Mental Load man sich aufhalsen möchte...
Trotzdem war ich nicht mit allen Verhaltensweisen der beiden Protagonisten im Einklang. Es gab so einige Dinge, die ich weder bei Agnes, noch bei Tom gutheißen wollte. Auch empfand ich die Entwicklung bei Agnes nicht ganz so stark, wie erwartet. Das Ende ist jedoch stimmig und lässt genug Raum für eigene Gedanken.
Am Ende des Buches gibt es ein kleines Literaturverzeichnis zu den Themen Mental Load, Mutterschaft, Körperwahrnhmung und Gleichberechtigung.
Fazit: Für mich konnte der zweite Roman der Autorin leider nicht an "Die wundersame Reise der Bienen" anschließen. Das Thema ist jedoch ein sehr wichtiges und zeigt auf, wie es größtenteils noch immer abläuft und man als Frau viel zu viel auferlegt bekommt. Man zerreibt sich oftmals zwischen Beruf, Haushalt, Garten und anderen Dingen, die alle als selbstverständlich angesehen werden. Mit "Agnes geht" zeigt die Autorin auf, dass man seine Träume leben sollte.
Hm.. ich weiß nicht so recht. Eigentlich hat das Buch vieles, was ich mag: Hauptfiguren, die nicht mehr 20somethings, sondern eher 40somethings sind. Eine Wanderung durch Norddeutschland - aber das ist schon der erste Punkt, der nicht so war, wie ich es erwartet hatte. Ja, ok, da hätte frau durch die Rezis schon drauf kommen können - aber die Wanderung ist nur am Rand Thema, hauptsächlich geht es ums "in Bewegung kommen" einer Frau, die sich im "Muttiversum" so gar nicht mehr wohlfühlt. Vielleicht ist sie mir auch nicht sonderlich nah gekommen, die Agnes, weil ich eben nicht Mutter bin und diese Hausfrauen-Abstellgleis-Situation selbst nicht erlebt habe. Ich fand auch gut, dass die Kapitel abwechselnd aus Agnes' Sicht und aus der ihres Mannes Tom erzählt werden, so dass der nicht nur als der "Böse" dasteht. Ob ich diversen Begegnungen unterwegs jetzt so dringend gebraucht hätte - ich weiß nicht, fand ich teilweise etwas too much. Das Thema Body Positivity kommt vor, aber nur am Rande, das hätte mir jetzt besser gefallen, wenn's da mehr gegeben hätte.
War also ganz ok und nett zu lesen, das große Highlight war's für mich aber nicht, es gibt solide 3 von 5 Sternen.
Ein Buch genau zur richtigen Zeit. Erwartet hatte ich ein Buch über das Wandern, das Ausbrechen, die Sinnfragen. Dass es aber so deep wird und die Belastungen von Müttern aufzeigt und was diese aus einer Ehe machen kann, hat mich voll erwischt. Themen, die aktuell viele in meinem Umfeld und auch mich stark betreffen. So war ich beschwingt ob der tollen Landschaftsbilder, die die Autorin mir in den Kopf malte. Gleichzeitig war ich aber wütend auf das Patriarchat und den Mangel an Empathie, der Agnes entgegen gebracht wurde. Nun habe ich große Lust loszugehen und den Kopf frei zu kriegen! Es war herrlich, Agnes zu begleiten, diese Reise hat mir sehr gefallen! Zeitweise wirkte die Erzählung etwas farblos, die Charaktere hätten etwas mehr Schliff benötigt, um richtig mit ihnen warm zu werden. Dennoch klare Leseempfehlung von mir!
Nach einem großen Streit mit ihrem Ehemann Tom verlässt Agnes kurzerhand die gemeinsame Wohnung – und geht. Zunächst ins nächste Hotel, dann in die nächste Stadt und dann immer weiter, bis sie sich ihrer Wünsche endlich im Klaren ist. Ich hatte gedacht, dass es im Buch eher um eine Pilgerreise geht – doch das ist es nicht, vielmehr ein „in Bewegung kommen“ – im eigentlichen als auch im übertragenen Sinne. Es gibt auf Agnes Reise viele Begegnungen, viele Landschaftsbeschreibungen und vor allem auch viele Innenansichten. Daneben gibt es aber auch eine Erzählperspektive aus Sicht ihres Ehemanns, wie er zu Hause zurechtkommt und wie auch er sich seine Gedanken macht – und zusammen entsteht so ein schönes Wechselspiel mit tollen Einsichten auf beiden Seiten. Agnes hat Biologie studiert, dann aber ihre Karriere zu Gunsten ihrer Familie zurückgestellt. Jahrelang hat sie sich um Haus und Familie gekümmert, die Kinder von A nach B gefahren, ihrem als Arzt erfolgreichen Ehemann Tom den Rücken freigehalten; und für alle ist das zur Selbstverständlichkeit geworden. Erst ein Streit zwischen Agnes und Tom lässt sie das aber erkennen – und während des Gehens wird Agnes sich ihrer selbst wieder bewusst. Und entdeckt die selbstbewusste Frau mit eigenen Wünschen wieder. Ich mochte Agnes, und vor allem mochte ich ihre Entwicklung – sie dabei zu begleiten, hat wirklich Spaß gemacht. Gefallen hat mir dabei vor allem, dass sie sehr authentisch ist – mit all ihren Gedanken, Wünschen und Zweifeln – und ihren schmerzenden Füßen und blutenden Blasen. Nicht so überzeugend fand ich ihre Begegnungen und insbesondere nicht die schnelle Nähe, die sich aus ihnen ergibt – das konnte ich so gar nicht verstehen oder nachvollziehen, auch wenn es für Agnes wichtige Ereignisse waren.
Auch Tom ist eine gut gestaltete Figur – kommt er zunächst als erfolgreicher und durchaus auch arroganter Ehemann rüber, hat er in der Zeit, in der Agnes nicht zuhause ist, einige Erkenntnisse – und auch entwickelt sich in eine Richtung, die mir gut gefallen hat. War er mir zunächst unsympathisch, hat er im Laufe der Geschichte doch einige Sympathiepunkte sammeln können.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und trotz der schweren Themen schwingt immer eine Menge Optimismus mit. Gefallen haben mir auch die Landschaftsbeschreibungen, die nie Überhand genommen haben, mir aber ein Gefühl für die Umgebung geben konnten.
Es passiert eine Menge während Agnes Reise – nicht nur bei ihr, auch bei ihrer Familie; und natürlich bin ich von einem guten Ende ausgegangen. Es ist dann aber doch ganz anders gekommen, und so hat mich die Autorin auch überrascht, glaubhaft fand ich das Ende aber leider nicht.
Auch wenn mich der Schluss nicht überzeugt hat, habe ich das Buch sehr gerne gelesen und viele Situationen gut spüren können. Ich mochte die Gedanken, die Agnes sich macht und habe einige Male auch inngehalten und selber reflektiert. Am Ende hatte ich ein wohliges Gefühl im Bauch und habe das Buch mit einem Lächeln auf den Lippen zugeschlagen.
Mein Fazit Ein inspirierendes Buch, das auch selber zum Nachdenken anregt, das aber auch gut unterhält – insbesondere die Atmosphäre, die durch den freundlichen und angenehmen Schreibstil entsteht, hat mir gut gefallen. Agnes zu begleiten, kann ich daher nur empfehlen.
Obwohl „Agnes geht“ mich gut unterhalten hat, konnte der neue Roman leider nicht mit Keweritschs „Die Reise der Bienen“ mithalten. Agnes läuft einfach los, nachdem sie sich mit ihrem Mann Tom gestritten hat. Erst planlos, dann raus aus Hamburg mit Berlin als Ziel. Beim Gehen beginnt das Gedankenkarussell: Scheitert ihre Ehe gerade bzw. schon länger? Wer ist sie eigentlich als Person und was haben Kinder/Haushalt/Familie mit dieser Person und ihren (beruflichen) Träumen gemacht? Wie will sie weitermachen? „… Liebe, das Glück des Alleinseins in der Natur und die Träume, die uns beflügeln“ – all das verspricht „Agnes geht“. Mental Load, Mutterschaft, Körperwahrnehmung, Gleichberechtigung, etc. werden thematisiert und größtenteils gut dargestellt. Allerdings fehlte mir irgendwas; der Roman wirkte irgendwie unfertig. Ich hatte das Gefühl, dass Agnes und Tom nie versuchen, wirklich zu kommunizieren. Das ist zwar sicher die Realität vieler Paare, aber definitiv unbefriedigend. Auch das „Glück des Alleinseins“ geht eher unter, den Agnes trifft auf ihrem Weg einen anderen Mann, beginnt eine Affäre und ist eigentlich nie so richtig allein, sondern hat dadurch Probleme mit gleich zwei Männern. Kein Elternteil versucht, die sicher beängstigende Situation den beiden Kindern zu erklären – mit Sicherheit auch realistisch, aber was ist die Message? Dadurch blieb irgendwie alles in der Luft hängen. Beabsichtigt oder nicht - genial ist die Darstellung von Toms Verhalten, als er plötzlich für Kinder, Haushalt & Familie verantwortlich ist. Er versucht nicht mal, es mit seinem Job zu vereinbaren, sondern nimmt direkt Urlaub. Care Arbeit, die für Agnes – wie für sehr viele Frauen – Alltag ist, hat nach wie vor keine Priorität für ihn. Stattdessen macht er Dinge, die ihm Freude bereiten, sonst aber zu kurz kommen. Das erinnerte mich an die Elternzeitpläne eines gewissen Politikers (Bücher schreiben, promovieren, jagen, fischen, imkern). Zwar gibt es eine Art Happy End, das Ehepaar geht Kompromisse ein, aber hat Tom je wirklich Agnes‘ Problem verstanden?
Ein Herzensbuch Schon als ich dieses Buch in die Hand genommen habe, war ich begeistert. Es fühlt sich gut an – irgendwie ökologisch war das Erste, was mir dazu einfiel. Das Cover ist schlicht und schnörkellos, es passt einfach perfekt zur Geschichte und zu Agnes als weiblicher Hauptfigur. Die Innenseiten haben mich total überrascht und ich finde sie wunderschön. Sie bilden optisch einen tollen Kontrast zum Außenumschlag. Und gleich mit der Einleitung auf der Innenseite hatte mich die Autorin: „Mir ist aufgefallen, dass sich meist früher als erwartet die Frage stellt, was zur Hölle eigentlich in der zweiten Hälfte des Lebens passieren soll.“ Bis hierher war die Lebensreise der meisten von uns irgendwie total voll gepackt, Ausbildung, Studium, Karriere, Kinder, Urlaube … Und dann die 40. Alles darf noch einmal neu überdacht werden. Aber was packe ich nur in die nächsten 40 Jahre? Was ist mit mir? Wo bin ich all diese Jahre abgeblieben? Genau diese Fragen stellt sich Agnes, wird förmlich hineingeworfen in ihre Suche nach sich selbst – und das von einem Moment, in dem sie noch dachte, ihre Welt sei perfekt, auf den anderen. Agnes macht es anders als viele andere. Sie wälzt keine Selbsthilfebücher und sie geht auch nicht in Selbsthilfegruppen oder zur Paartherapie, sie läuft einfach los. Ohne Equipment und zuerst sogar ohne Ziel. Agnes geht, wie es der Titel des Buches so schön sagt. Und das tut sie, ohne Wenn und Aber.
Katja Keweritsch hat eine wirklich unglaublich schöne Art, sich auszudrücken. Ich tue das nicht oft, aber hier habe ich mir einen Textmarker in Silber zur Hand genommen und meine Lieblingssätze angestrichen. Nicht nur für die Leserunde, an der ich auf Lovelybooks teilgenommen habe, sondern vor allem für mich.
Passend dazu hat „Agnes geht“ einen ganz tollen ersten Satz – by the war: Ich liebe tolle erste Sätze: „Der Tag, an dem Agnes in die Schule einbrach, war ein Donnerstag.“ Und Donnerstage, erfahren wir, sind etwas Besonderes für Agnes. Sie heißen sogar anders als die Donnerstage gewöhnlicher Leute, nämlich Don, ne? Stag.
Ein weiteres Highlight dieses Buches ist für mich – natürlich – die Elbe und die herrliche Landschaft drumherum. Ich liebe die Elbe. Ich bin in Dresden geboren und aufgewachsen. Immer in fußläufiger Entfernung von der Elbe, egal, wo ich in Dresden gewohnt habe, nie weiter weg als ein paar Minuten per Fuß oder Fahrrad. Inzwischen wohne ich nicht mehr an der Elbe und nicht mehr in Sachsen, aber alle meine positiven Erinnerungen an diesen wundervollen Fluss kommen wieder in mir hoch, wenn ich lese, wie Agnes an der Elbe entlangläuft. Und zwar an Stellen, an denen ich noch nie war. Man kann also sagen, dass ich die Elbe noch einmal neu für mich entdecke, denn Katja Keweritschs Beschreibungen der Landschaft sind sehr bildlich und alles, was Agnes unterwegs begegnet, ist deutlich fühlbar.
Was mir richtig gut gefällt, ist, dass wir im Laufe der Geschichte auch mehr von Agnes’ Mann Tom und seiner Sicht auf die Dinge erfahren. In Agnes’ Abwesenheit lernt er seine Frau erst richtig kennen, auch wenn ihm dies anfänglich nicht bewusst ist und er sich eher über sie ärgert, weil sie eben nicht da ist, um den Kühlschrank zu füllen, die Kinder herumzukutschieren, den Tisch zu decken, den Geschirrspüler einzuräumen, Kuchen zu backen und was auch immer sonst er bislang als selbstverständlich angesehen hat. Ich glaube tatsächlich, dass Männer all das, was wir Frauen so ganz nebenbei erledigen, um allen um uns herum ein schönes Leben zu ermöglichen, gar nicht wahrnehmen. Und das ist gar nicht böse gemeint, es passiert einfach, während sie ihr Männerding durchziehen. Schwierig ist nur, dass wir Frauen ja auch männlich agieren, Geld verdienen, Karriere machen oder eben nicht, und ganz nebenbei noch die Familie managen.
Doch dieses Buch ist keine Anklage an altes Rollenverhalten, hier geht es vor allem um die leisen Momente, die sich zurück ins Leben schleichen, sobald das ewige Einerlei des Alltags endlich einmal durchbrochen wurde. Es geht auch darum, mit seinem Körper in Frieden zu sein, zu sich selbst zu stehen und zu dem, was einen als Mann oder als Frau ausmacht. Es geht darum, zu erkennen, wie das Bedürfnis nach Sicherheit einem dabei im Wege stehen kann, man selbst zu sein und das zu tun, wovon man einst geträumt hat.
Dieser Roman ist so tiefgehend und so berührend, dass ich ihn gern meinen Freundinnen schenken werde – und vielleicht sogar einigen Männern, die ihn gern lesen würden. Dieser Roman beleuchtet nicht nur das Dasein von uns Frauen um die 40, denen das Leben und ihr Körper abhandengekommen zu sein scheinen, weil sie unbewusst Rollenbildern gefolgt sind, die längst überholt sind. Es ist in der Tat ein Buch für beide Geschlechter. Denn die Männer, die in diesem Roman eine größere Rolle spielen, sind keine egoistischen Arschlöcher – das ganze Gegenteil ist der Fall. Sie sind so willig und besonders und scheitern gerade deswegen immer wieder an dem, was für sie wichtig und stimmig ist. Ebenso wie ihre Frauen und Kinder. Das macht diese Geschichte für Frauen als auch Männer so lesenswert. Ihnen allen wünsche ich eine schöne Lesezeit, während sie mit verklärtem Blick und offenem Herzen gemeinsam mit Agnes am schönsten Fluss der Welt – der Elbe – entlangwandern und sich nach Herzenslust selbst reflektieren.
Wenn es mehr als 5 Sterne zu vergeben gäbe, hier wären sie angebracht. Ein Herzensbuch, wie ich finde.
>>Sollte das Leben nicht eigentlich genau so sein? Ohne Socken, mit Wind in den Haaren. <<
Nach einem riesigen Streit mit ihrem Mann will Agnes nur noch weg. Ohne Plan geht sie los - zunächst ins Hotel, dann zu Fuß quer durch Hamburg, immer weiter, bis ins grüne Marschland der Elbe. Was, wenn sie einfach weiterliefe? Am Fluss entlang, bis nach Berlin. Ob das Gehen ihr Antworten schenkt? Vielleicht könnte sie herausfinden, wohin ihre beruflichen Träume verschwunden sind. Wo sie selbst eigentlich während all der Jahre des Kümmerns um Kinder, Haushalt und Familie geblieben ist. Und: ob ihre Ehe noch eine Chance verdient. Unter weitem Himmel wandert Agnes durch malerische Auen, begegnet Menschen und Möglichkeiten und geht Schritt für Schritt einer unerwarteten Zukunft entgegen.
Meine Meinung
Es ist der erste Roman, den ich von der Autorin lese und mir gefallen ihr Schreibstil und wie sie die Dinge auf den Punkt bringt. Agnes geht und an diesem Punkt bin ich voll bei der Protagonistin. Ihr Mann Tom, ein erfolgreicher Arzt, bekommt eine Auszeichnung und Agnes erscheint underdressed auf der Veranstaltung, weil sie es schlichtweg nicht gewusst hat. Sie ist wütend und enttäuscht und braucht etwas Abstand. Nach der Nacht im Hotel begibt sie sich auf ihre Reise entlang der Elbe. Hier hinterfragt sie sich selber, ihr Leben, das sie bis dato glücklich geführt hat. Wir durchlaufen mit Agnes sämtliche Stationen der Befreiung und erleben auch alle Reaktionen ihrer Familie. Ihr Mann ist entsetzt und versteht die Welt nicht mehr, ihre Kinder hoffen einfach, dass die Mutter bald wieder daheim ist und es genauso weitergeht, wie es immer war. Interessant sind die Wegbegleiter, die sie unterwegs trifft und die Gedanken, die sie während der Zeit begleiten.
Katja Keweritsch fängt das klassische Rollenverhalten ein und macht deutlich, welche Verantwortung und Belastung auf die Ehefrau und Mutter lastet. Und es zeigt auch, in welchem Dilemma man als Frau steckt, wenn man seinen Beruf zugunsten der Familie aufgibt. Die Autorin beschreibt hier mit Humor und Ernsthaftigkeit, wie man seinen Weg findet aus diesem Konflikt. Und die landschaftlichen Beschreibungen laden zum Träumen ein. Außerdem erfahren wir aus beiden Sichtweisen, wie schnell Missverständnisse entstehen und wie man damit umgeht.
Fazit
Agnes geht von Katja Keweritsch hat mir viel Freude gemacht beim Lesen und hält die Gedanken noch in Aufruhr. Es zeigt sich wieder einmal, was Worte für eine Macht haben und wie schnell Missverständnisse entstehen. Ich lege das Buch nicht nur Frauen ans Herz, nein, auch die Männer sollten sich mit Agnes geht befassen. Von mir gibt es 5 🐥🐥🐥🐥🐥 und eine große Leseempfehlung.
Wenn nichts mehr geht, hilft gehen – Geschichte einer Wanderung voller Einsichten
Kennt ihr das auch? Ihr habt Erwartungen wie eine Geschichte sein sollte und dann kommt es im Buch plötzlich so ganz anders. Genau so erging es mir mit der Handlung des Romans „Agnes geht“ von Katja Keweritsch. Gerade deshalb fällt mir die Bewertung des Werks auch etwas schwer. Denn bis etwa zur Hälfte des Buchs, war ich absolut begeistert und hätte ganz klar 5 Sterne vergeben. Dann allerdings traf Hauptprotagonistin Agnes zunehmend Entscheidungen, welche mich zunächst irritierten und mich irgendwann schlussendlich innerlich von ihr entfernten. Zunächst möchte ich aber auf die positiven Dinge zu sprechen kommen, welche mir äußerst gut gefielen. Der Schreibstil etwa liest sich sehr angenehm und sorgt auf jeden Fall für den Zauber der Geschichte. So entstehen einzigartige Beschreibungen der Natur rund um die Elblandschaft und auch die detaillierten Szenen des Wanderns, gefielen mir richtig gut. Die Charakterzeichnungen aller Figuren sind individuell, authentisch und in der Summe wirklich gelungen. Und auch das Ende erschien mir schlussendlich stimmig. Trotzdem bleibt für mich eine gewisse Dissonanz zurück, denn wie zum Beispiel mit dem Thema Betrug im Buch umgegangen wurde, gefiel mir definitiv nicht. Außerdem häufen sich für meinen Geschmack etwas zu viele gesellschaftskritische Themen, welche allerdings teils nur dezent anklingen. Meine größte Schwierigkeit hatte ich aber ab einem gewissen Punkt mit Hauptprotagonistin Agnes. Anfangs war sie mir so sympathisch und ihre Befreiung in Form der Wanderung habe ich sehr gefeiert. Anstatt sich dann aber weiterhin auf sich und ihre Wünsche zu konzentrieren, lässt sie sich zunehmend von anderen Personen vereinnahmen. Und so verlor die Geschichte in ihrer Gesamtheit, meiner Meinung nach an Kraft. Dennoch handelt es sich um einen starken Roman, voller wichtiger Themen und einer packenden Handlung. Insgesamt vergebe ich immer noch gute 3 ½ Sterne, welche ich auf 4 aufrunde.
Unterhaltsamer Roman über das Rollenklischee der tüchtigen Hausfrau!
Agnes ist eine 40 jährige Frau und Mutter von zwei Teenagern. Sie ist mit einem erfolgreichen Arzt verheiratet und natürlich liegt der ganze Haushalt in ihren Händen. Sie tut alles für ihre Familie und bemerkt nicht, wie sehr sie ihre eigenen Bedürfnisse verdrängt. Bis es zu einem großen Streit mit ihrem Mann Tom kommt und sie einfach nicht mehr so weiter machen kann. Deshalb kommt ihr der Einfall, eine Wanderung von Hamburg nach Berlin entlang der Elbe zu machen.
Das Buch ist wunderschön gestaltet. Das Cover passt perfekt zum Inhalt und sogar die Innenseiten haben ein schönes Blumenmuster. Ich habe es geliebt, das Buch immer wieder durchzublättern beim Lesen! Den Schreibstil der Autorin kannte ich bereits aus ihrem anderen Buch "Die wundersame Reise der Bienen" und war auch hier wieder begeistert. Sie schreibt mit Humor, aber auch gefühlvoll. Dieser Roman hat mich sehr gefesselt, ich habe mit Agnes bis zum Schluss mitgefiebert und das Ende war für mich überhaupt nicht vorhersehbar!
Ich bin begeistert, wie Katja Keweritsch dieses wichtige Thema der Rollenklischees in einen unterhaltsamen und tiefgründigen Roman verpackt hat. Agnes und Tom waren in ihren festgefahrenen Gedanken gefangen und haben nicht gemerkt, wie beide immer unglücklicher werden. Hier wird sehr gut dargestellt, wie wichtig Kommunikation in einer Ehe und Unterstützung des Partners bei der Erfüllung der Bedürfnisse und Träume sind. Es wird gezeigt, dass die Arbeit im Haushalt mehr wertgeschätzt werden muss und dass die typischen Rollenbilder veraltet sind!
Nicht zu vergessen, ist die traumhafte Natur in der Agnes wandert und die sympathischen Menschen, denen sie begegnet. Dieses Buch verdient mehr als 5 Sterne, denn es regt zum Nachdenken an und ich bin gespannt auf weitere Bücher von Katja Keweritsch!
Eine einschneidende Reise an der Elbe entlang, immer Richtung Zukunft! Ein wunderschönes Buch, welches es mühelos geschafft hat, mich in seinen Bann zu ziehen. Durch die ausführlichen Naturbeschreibungen fühlt man sich, als wäre man hautnah bei dieser ganz besonderen Reise mit dabei. Doch nicht immer kann alles schön sein, und immer wieder werden die Charaktere von ihren Sorgen eingeholt, welche nie ganz verschwinden wollen. Doch das Buch setzt sich wirklich toll mit diesem ,,gefangen sein“ im Alltag und dem Drang zur Freiheit auseinander. Wir begegnen vielen spannenden Charakteren und lernen einige besonders lieben. Außerdem verfolgen wir einen vielschichtigen Wandel, ausgehend von einem Alltag mit starrem Blick in die Zukunft, über das Auf bröseln der Vergangenheit hin zum Genießen der Gegenwart. Mir hat die Geschichte wirklich ausgesprochen gut gefallen, auch wenn ich ehrlich sagen muss, dass ich zwischendrin nicht ganz sicher war, ob ich es gut finde, in welche Richtung die Handlung sich entwickelt. Im Nachhinein bin ich tatsächlich froh darüber, dass das Buch mich herausgefordert hat und ich über ein, zwei Sachen nochmal genauer reflektieren konnte. Hier wird man auf jeden Fall auch zum Nachdenken über sich selbst, aber auch über festgefahrene Verhaltensmuster in unserer Gesellschaft angeregt. Ein Buch, was mich wirklich tiefergehend beeindruckt hat und wahrscheinlich auch noch
Dieses Buch ist eine Reise wert - denn Agnes wandert der Elbe entlang bis nach Berlin. Ob sie ihr Ziel erreicht? Mir hat die Geschichte rund um Agnes und ihren Mann Tom. Es wird abwechselnd aus beiden Seiten berichtet, was mir sehr gut gefallen hat. Die Entwicklung von Agnes, aber umsomehr von Tom hat mir sehr gut gefallen. Ich war am mitfiebern, wohin die Reise der beiden geht - bei Agnes wortwörtlich. Es werden viele Themen aufgegriffen, die jede Frau früher oder später mal betrifft das fand ich ultra spannend.
Für mich war ein bisschen der Killer, das es von mir aus gesehen 2 Nebenprotas hatte, wo ich nicht wirklich einen Zugang finden konnte. Der Eine wurde auch von Agnes nicht gemocht, und so fand ich ihn wie überflüssig in der ganzen Story. Der andere bzw. die Story dazu fand ich gut, aber ich hätte bevorzugt, dass Agnes diesen Weg zu sich selber, ohne irgenjemanden gegangen wäre.
Insgesamt hat mir aber die Reise sehr gut gefallen, ein angenehmer Schreibstil und ein wirklich gutes, aktuelles Thema. Vor allem Tom hat mich begeistert, ich empfinde ihn und seine Wandlung wirklich bemerkenswert und sehr gut beschrieben.
Ein absolutes auf und ab der Gefühlswelt. Auf dem Weg an der Elbe vorbei begleiten wir Agnes durch Ihre Gedankenwelt. Das Buch thematisiert unfassbar viele wichtige Themen. Ich als Leser konnte Agnes Gefühle an vielen Stellen total nachvollziehen und nachempfinden. Was ich auch besonders fand ist, dass das Buch auch die Sichtweise von Ihrem Ehemann Tom geschildert hat, so dass man auch seine Ängste und Struggle verstehen konnte.
Man merkt anhand der Thematik, dass es schwer ist alte Muster abzulegen und sich außerhalb seiner Komfortzone bewegen und genau das konnte ich nachempfinden. Es gibt keinen genauen Plan oder eine Anleitung, wie das Leben zu laufen hat. Wichtig ist es, zusammen zu halten und füreinander da zu sein und das ist ein großes und wichtiges Thema in diesem Buch!
Die Geschichte und die Reise von Agnes haben mir sehr gut gefallen und mich an der einen oder anderen Stelle zum nachdenken gebracht aber mich auch stutzig gemacht hat. Ich empfehle das Buch jedem, der gerne über den Alltag nachdenkt und offen für die Gefühlswelt ist.
Da mich der Vorgängerroman der Autorin – „Die wundersame Reise der Bienen“ – schon absolut positiv überrascht und sehr sehr gut gefallen hat, habe ich mich wahnsinnig auf „Agnes geht“ gefreut.
Das Cover ist wieder ähnlich gestaltet und gefällt mir sehr gut. Der Klappentext liest sich sehr gut und verspricht eine Geschichte, mit der man sich identifizieren kann.
Die Geschichte ist auch wieder richtig gut. Es geht um Selbstfindung, Gleichberechtigung, das (Nicht-)-Verstanden-Werden und den Alltagstrott innerhalb einer Familie. Auch der Schreibstil ist gewohnt flüssig und das Buch lässt sich sehr gut lesen.
Nach einem heftigen Streit mit ihrem Mann flüchtet Agnes die Nacht über in ein Hotel. Zu aufgewühlt von den Ereignissen, kann Agnes es einfach nicht über sich bringen, nach Hause zu gehen und so weiter zu machen wie bisher. Also beschließt sie kurzerhand von Hamburg die Elbe entlang nach Berlin zu gehen. Dort wartet ein Jobangebot auf sie. Auf ihrer Reise begegnet Agnes den unterschiedlichsten Menschen und merkt, wie sie sich plötzlich einfach wieder frei fühlt und wie unglücklich und eingeengt sie sich die Jahre zuvor wirklich gefühlt hat. In der Zwischenzeit muss ihr Ehemann Tom in Hamburg den Alltag mit den Kindern meistern. Zuvor bis spät abends in der Arbeit muss er plötzlich andere Prioritäten setzen und gerät somit selbst ins Grübeln.
Das Thema, das in „Agnes geht“ behandelt wird ist absolut nah und erzählt vom Ausbruch einer Mutter. Einer Mutter, die eben nicht nur Mutter und Ehefrau ist, sondern eben auch noch eine Frau, eine eigenständige Frau mit Wünschen und Bedürfnissen. Eine Frau, die den Vollzeitjob „Familie“ übernimmt, unbezahlt und ohne jegliche Anerkennung. Gefangen in ihren eigenen Gedanken und absolut unverstanden. Teilweise findet man sich selbst in Agnes durchaus wieder und überdenkt möglicherweise eigene Gewohnheiten und Ansichten nochmal neu.
Es ist ja immer leicht zu sagen „du arbeitest ja nicht, du bist den ganzen Tag zu Hause“. Doch! Man arbeitet schon. Die Kinder zu versorgen und gleichzeitig den Haushalt zu schmeißen ist ein Knochenjob, dem viel mehr Anerkennung zuteil werden sollte.
Ich habe dieses Buch wirklich genossen! Bereits das Buch von Keweritsch über die Reise der Bienen war großartig und dieses ist es auf seine ganz eigenen Weise. Keweritsch zeigt deutlich was gesellschaftlich von Frauen oder erwartet wird, wenn sie Kinder bekommen und kritisiert dies mithilfe von Agnes, die sich auf den Weg macht, um sich selbst zu finden. Absolute Empfehlung! (Ebenso die Bücher, die Keweritsch hinten auflistet)
Wenn im Leben vieles zu viel wird, helfen manchmal nur Mutti-Bücher vom Grabbeltisch. „Agnes geht“ ist sicherlich kein Meisterwerk, nicht lebensverändernd, kein Buchpreis-Material. Muss es aber auch nicht. Stattdessen kann man beim Lesen wunderbar den Kopf ausschalten, sich ein wenig in der Beschreibung der Elblandschaft verlieren – und am Ende sogar die ein oder andere Lebensweisheit mitnehmen: Wenn nichts mehr geht, geht gehen.