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Der Fluch des Imperiums. Die Ukraine, Polen und der Irrweg in der russischen Geschichte

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Russlands imperiale Vergangenheit ist der Schlüssel, um Putins Überfall auf die Ukraine und seine anitwestlichen Obsessionen zu verstehen. Der renommierte Osteuropa-Historiker Martin Schulze Wessel stellt den Krieg in den langen Kontext der russischen Expansion nach Westen und beschreibt, wie das Ausgreifen in die Ukraine und die Teilung Polens seit dem 18. Jahrhundert einen Irrweg in der russischen Geschichte begründeten, der als "Fluch des Imperiums" bist heute fortwirkt. Dabei zeigt er, wie eine fatale Ideenwelt entstehen konnte, die noch im 21. Jahrhundert in den Köpfen der Moskauer Führung spukt. Deutschlland hat sich nach 1945 von seinem Fluch des Imperiums befreit und sich in Richtung Westen geöffnet. Russland steht dieser Weg noch bevor.

352 pages, Kindle Edition

First published March 16, 2023

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Martin Schulze Wessel

24 books4 followers

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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for Norman Weiss.
Author 19 books72 followers
December 31, 2023
Hochinteressant und überwiegend gut lesbar. Die wissenschaftliche Transkription des Kyrillischen ist erstaunlich wenig hilfreich, wenn man kein Russisch kann, weil die Bedeutung der lateinischen Buchstaben mit ergänzenden Zeichen nicht evident ist.
Daß die Gegenwartsabalyse knapp ausfällt und den Lesern das Schlüsseziehen überläßt, ist etwa enttäuschend, aber aus der Historikerperspektive nachvollziehbar.
Profile Image for Nikolai.
55 reviews8 followers
April 7, 2023
Eine spannende Art der Geschichtsschreibung des russischen Imperialismus, die anhand der Beziehung und der nationalen Genese von Polen und der Ukraine erzählt wird. Wer die Geschichte der Ukraine kennt, weiß, dass auch die Ukraine als moderner Staat ein Produkt der wechselseitigen Beziehung und der gleichzeitigen Abgrenzung zu Russland und Polen ist. Nicht erst seit Snyders "Bloodlands", aber spätestens mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ist uns die Relevanz Osteuropas für die gesamteuropäische Sicherheit klar geworden. Wessels Buch ist auch schon deswegen höchst aktuell, weil es zeigt, wie die russische Politik in Osteuropa seit 200+ Jahren von einem "imperialen Fluch" befangen ist - in dessen Logik auch die neuen (alten) territorialen Ansprüche seit 2008 (Georgien) und 2014 (Ukraine) verstanden werden müssen. Insbesondere die polnische Perspektive hat mein Bild bereichert, auch hier gilt es aus deutscher Sicht historisch viel nachzuholen und nachzuschlagen.
Profile Image for Wandaviolett.
471 reviews66 followers
July 6, 2023
Kopflastig. Unterkühlt. Weitausholend.
Kurzmeinung: Hochschulprofessoren müssen sich mehr anstrengen, wenn sie nicht an der Uni Seminare abhalten, sondern fürs breite Publikum schreiben.
Der Autor dröselt die gesamte Geschichte Russlands auf, zwar (fast) immer im Hinblick auf Russlands imperiale Ansprüche, aber manches Mal ist dieser Zusammenhang nur immanent, nicht offensichtlich! Warum interpretiert der Autor nicht zwischendurch und macht dadurch seinen Standpunkt klar, seinen Fokus scharf?
Ob es die Zaren waren oder die Sowjetunion, die russischen autokratischen (wechselnden) Regierungen Moskaus sahen ihre Sicherheitsinteressen nur dann gewahrt, wenn sie ihre Nachbarstaaten unter die Knute nahmen. Die Sowjetunion besteht/bestand aus vielerlei angegliederten Staaten mit russischer oder russischähnlicher Ethnie, Russland bezeichnet nur das Kernland selber; das im Prinzip groß genug wäre und prosperieren könnte, wenn sich die Regierung auf innere Angelegenheiten konzentrieren würde. Aber Russland will eine Hegemonialmacht bleiben und hat, aus diversen Gründen, seine Ansprüche darauf „das benachbarte Ausland“ in irgendeiner Weise unter die russischen Flügel zu nehmen, niemals aufgegeben.
Besonders Polen hatte unter der russischen Vormacht-Vorrang-Ideologie zu leiden. Dreimal wurde es geteilt und zerstückelt und unter der „Heiligen Allianz“, bestehend aus Russland, Preußen und Österreich aufgeteilt. Die Außenpolitik Moskaus richtete sich lange Zeit daraufhin aus, mit Deutschland bzw. seinen Rechtsvorgängern gemeinsame Sache im Ostblock zu machen. Und heute noch, sagt der Autor, richtet sich die deutsche Politik lieber auf Moskau aus als zum Beispiel eine enge Zusammenarbeit mit Kiew und anderen Regierungen im slawischen Raum ins Visier zu nehmen und russische Interessen (weitgehend) unberücksichtigt zu lassen.
Die Rolle Litauens, Schwedens und Polens vom 17. bis zum 20. Jahrhundert wird ins Zentrum des Textes gerückt. Deren Rolle im 19. Und 20. Jahrhundert ist bestimmt den meisten Lesern nicht präsent. Diese Staaten haben ein enormes Interesse daran, nicht wieder in den Einflussbereich Moskaus zu geraten; zu blutig haben sie für ihre Unabhängigkeit bezahlt.

Der Kommentar:
Erst auf den allerletzten paar Seiten geht der Autor direkt auf sein Thema und die Gegenwart ein. Diese paar Seiten sind sehr aufschlussreich und der Grund, warum ich das Buch lesen wollte. Mich vorher durch die gesamte Geschichte Russlands quälen zu müssen, ging aus dem Titel nicht hervor. Sicherlich braucht man ein gewisses Vorwissen, um zu verstehen, warum Russland/Moskau so vehement darum ringt – vielleicht bis zur Selbstaufgabe, - die Ukraine „heim ins Reich zu holen“. Paradox ist es, wie rassistisch und faschistisch das Denken in Russland ist; auch der Bürger, nicht nur der Regierung, in einem Land, das doch seine Kriege damit begründet, Antifaschistisches zu bekämpfen. Großrussen sind die Herrenmenschen; Kleinrussen stehen darunter, weitere nachfolgende Rangordnungen. Erinnert an den Nationalsozialismus.

Der Stil
Der Stil dieses Buchs hat mir indes nicht besonders zugesagt; er ist einerseits hochschulpofstyle, obwohl durch diverse Relativsätze Bemühen erkennbar ist, verständlich zu schreiben, andererseits unterkühlt und weit ausholend. Interpretation wagt der Autor erst am Ende. Und das ist zu spät. Warum nicht den Seminarton verlassen? Warum nur faktenlastig, warum so wenig Standpunkt?
Was mir niemand erklärt, ist, wie sich die Russen denn von den Ukrainern unterscheiden. Ja, die Sprache. Aber inwieweit ist es eine andere Kultur? Keiner der sich mit dem Konflikt Russland/Welt beschäftigt, hat mir dies bisher erklärt.
Was besonders negativ zu Buche schlägt, ist das eigensinnige Beharren des Autors darauf, jeden Eigennamen, ob Ort oder Person mit den Akzenten und Satzsymbolen des Ursprungslandes zu schreiben; so erkennt man oft sogar bekannte Personen der Zeitgeschichte kaum mehr oder hätten Sie gewusst, dass Chruščev identisch mit Chruschtschow ist und man Oles Hončar als Oles Hontschar bei uns in den Lexika findet? Einzelne kann man erraten; aber es gibt eine Unzahl an Personen- und Ortsnamen - mit der Zeit wird das "Erraten- und Entziffernmüssen" von Orts- und Personennamen wirklich mühsam.
Ich verstehe das Anliegen: Respekt. Aber wo bleibt der Respekt vor der deutschen Leserschaft, der man einen sowie so schon nicht leicht zugänglichen Text weiterhin erschwert? Sollen denn Menschen in Deutschland sämtliche Sonderzeichen aller Alphabete in der Welt beherrschen? Wüsstest ihr, was zum Bespiel Frankreich und die Türkei aus einheimischen Namen machen, werte Autoren, würdet ihr diesen Unsinn alsbald wieder lassen! Ärger!

Fazit: Den Zusammenhang, Schweden, Litauen, Polen, Ukraine kannte ich nicht. Ich habe also etwas gelernt. Aber mehr noch habe ich mich geärgert. Über Unnötiges Erschweren der Lektüre. Gendern habe ich noch gar nicht erwähnt, und das nicht einmal konsequent, sondern beliebig. Ergibt insgesamt wegen des Fachwissens des Autors noch gute 3 Punkte.

Verlag: C.H. Beck, 2023
Kategorie. Sachbuch. Geschichte.

7 reviews
October 22, 2023
Es ist genau das was es Ankündigt und ist auch nicht kompliziert geschrieben. Eine Analyse der Verbindungen zwischen der Ukraine Russland Polen und ein paar anderen Staaten. Im wesentlichen geht es aber über die Beziehung der beiden Staaten Seit Peter dem Großen.
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