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»Was wollt ihr denn noch alles?!« Zahlen, Fakten und Absurditäten über unsere ach-so-tolle Gleichberechtigung

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Bestsellerautorin Alexandra Zykunov trägt in ihrem neuen Buch unbekannte, absurde, aber leider sehr reale Zahlen, Studien und Unmöglichkeiten zusammen, die schmerzvoll aufzeigen, wo Frauen benachteiligt werden und wodurch ihr Leben anstrengender, ärmer und im Zweifelsfall lebensgefährlicher wird. Auch heute noch. Oder wussten Sie, dass Algorithmen Frauen automatisch kleinere Kredite gewähren? Dass die Energiekrise die Preise für weibliche Produkte höher steigen ließ als für männliche? Und war Ihnen klar, dass deutsche Gesetze Väter daran hindern, Kindkranktage zu nehmen? Nein? Dann sollten Sie dieses Buch lesen.

In ihrem unnachahmlich wütend-witzigen Ton schreibt Alexandra Zykunov das Anti-Male-Gaze-Buch, das uns allen gefehlt hat. Das Patriarchat ist wohl noch nicht ganz am Ende – aber der Kampf ist eröffnet!

305 pages, Kindle Edition

First published November 30, 2023

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About the author

Alexandra Zykunov

7 books25 followers

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1 star
2 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 38 reviews
Profile Image for Elena.
1,043 reviews417 followers
February 3, 2024
Alexandra Zykunov hat es mit ihrem neuen Sachbuch "»Was wollt ihr denn noch alles?!«: Zahlen, Fakten und Absurditäten über unsere ach-so-tolle Gleichberechtigung" Mal wieder geschafft, mich über viele, viele Lesestunden hinweg vor Wut kochen zu lassen. Die Autorin streckt in ihrem Buch die Gleichberechtigungs-Fühler in die verschiedensten Richtungen aus: Digitalisierung, Algorithmen, Berufswelt & Bezahlung, Stadtplanung, Carearbeit, Gesundheitswesen. Breit gefächert serviert sie uns Daten und Studien dazu, was in Deutschland in Sachen Gleichberechtigung (immer noch) falsch läuft - wusstet ihr zum Beispiel, dass Wikipedia überwiegend von Autoren kuratiert und mit Artikeln gefüllt wird, weshalb es für berühmte Frauen ungleich schwerer ist, in der größten digitalen Enzyklopädie überhaupt stattzufinden? Oder dass Krebsdiagnosen bei Frauen rund 2,5 Jahre später gestellt werden als bei Männern? War euch bewusst, dass sowohl Männer als auch Frauen es tatsächlich "fair" finden, wenn Männer bei gleicher Qualifikation 8 % mehr Geld verdienen als Frauen? Wie steht es um die Tatsache, dass Eltern ihren Söhnen durchschnittlich 11 % mehr Taschengeld auszahlen als ihren Töchtern? Das sind nur einige der vielen Fakten, die schmerzhaft bewusst machen, dass Frauen auch heute noch ungleich behandelt werden. Alexandra Zykunov betrachtet dabei zudem immer wieder, wie sich diese Diskriminierung und Benachteiligung noch verstärkt, wenn Menschen mehrfach marginalisiert sind.

Ich habe mich eigentlich für sehr gut informiert in Sachen Gleichberechtigung gehalten, Alexandra Zykunov hat mir in ihrem unnachahmlichen witzig-wütenden Ton aber einmal mehr bewiesen, dass sich die Tentakel des Patriarchats wirklich in jeden unserer Lebensbereiche ausbreiten. Sie belässt es jedoch nicht nur bei der Benennung der zahlreichen Probleme, sondern zeigt auch, dass und wie es in anderen Ländern besser läuft, wenn sich die Politik den verschiedenen Problemfeldern annimmt. Bitte unbedingt lesen!
Profile Image for Cassandra.
342 reviews29 followers
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December 22, 2023
Frauen haben eine 32% höhere Wahrscheinlichkeit, bei einer Operation zu sterben, wenn sie von einem männlichen Arzt operiert werden. In den meisten deutschen Bundesländern wird in der gymnasialen Oberstufe kein einziges Buch einer weiblichen deutschen Autorin durchgenommen. Sobald Frauen in eine bestimmte Branche strömen, sinkt das Ansehen und die Gehälter dieser Branche automatisch (Entwertungsthese). Laut einer UN-Studie hegen fast 90% der gesamten Weltbevölkerung Vorurteile gegenüber Frauen, wenn es um Führung Jobs oder Geld geht...

Bestsellerautorin Alexandra Zykunov trägt in ihrem neuen Buch absurde, aber leider sehr reale Zahlen und Studien zusammen, die schmerzvoll aufzeigen, wo Frauen benachteiligt werden und wodurch ihr Leben anstrengender, ärmer und im Zweifelsfall lebensgefährlicher wird. Auch heute noch. Dank an die Autorin für die umfassende Recherche, die garantiert dutzende Nerven gekostet hat.
Profile Image for Tina.
474 reviews44 followers
February 13, 2024
Unheimlich wichtiges Thema, leider in der Umsetzung für mich dieses Mal nicht so gelungen.

Der Sprachstil ist gewöhnungsbedürftig. Die Autorin versucht beispielsweise, ihre Wut in geschriebener Sprache darzustellen und hat mich in diesem Buch mehr gestört, als im ersten Buch. Beispielsweise "Sorry aber da gibt es keine adäquate Reaktion, außer tief Luft zu holen und zu brüllen. Drei Stunden am Stück. Mit brennenden Fackeln in den Fäusten. Tanzend. Auf dem Grab des Patriarchats." (S. 198). Ja, die Ungerechtigkeiten machen mich auch wütend aber das ist too much. So Sätze wie "aber Alex nun stell dich doch nicht so an", in denen die Autorin auf Widerworte in einer hypothetischen Diskussion antwortet, haben mich ebenfalls mehr aus dem Lesefluss gerissen, als ich sie inhaltlich bereichernd fand.

Größter Schwachpunkt für mich war zudem, dass sich einige Inhalte vom ersten Buch wiederholt haben (zum Beispiel wie wenig Literatur im Lehrplan von Frauen stammt, die Kennzahlen zur Elternzeit, die Tatsache, dass Mädchen von Anfang an ein fürsorgliches Bild vermittelt wird, Jungs jedoch nicht etc.).

Ich finde es unbestreitbar wichtig, dass über die zahlreichen Ungerechtigkeiten gesprochen wird und hoffentlich irgendwann eine auch nur annähernd "echte" Gleichstellung erreicht wird. Aber leider habe ich aus diesem Buch keinen so großen Mehrwert an neuen Infos gezogen, wie aus dem ersten Buch.

Daher 3,0 Sterne.
Profile Image for Simone.
281 reviews64 followers
October 4, 2025
DNF @ 72%

Das Thema und der Inhalt haben mich total abgeholt. Wie man sich vorstellen kann auch unheimlich aufgeregt und zugleich überhaupt nicht überrascht.
Leider habe ich es bei 72% abgebrochen. Ich habe es als Hörbuch angefangen und musste mich wirklich durchkämpfen, konnte aber einfach nicht mehr.
Die Autorin liest selbst und wird (logischerweise) immer wieder frustriert/wütend und lässt dies sehr stark das Vorlesen beeinflussen, was es einfach schwer macht insgesamt 10 Stunden zuzuhören.

Trotzdem empfehle ich das Buch jedem, und besonders Männer sollten anfangen sich mit der Materie auseinandersetzen!
Profile Image for Fabienne die Lesemaus.
139 reviews
March 19, 2025
Dieses Buch ist nicht nur gut geschrieben, sondern auch unglaublich wichtig. Alexandra Zykunov verbindet fundierte Fakten mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus, was das Lesen gleichermaßen unterhaltsam und frustrierend macht – denn ja, dieses Buch macht wütend. Und das zu Recht.

Die Themen, die sie anspricht, gehen uns alle etwas an: von mental Load über die unsichtbare Arbeit von Frauen bis hin zu strukturellen Ungleichheiten, die immer noch als „Einzelfälle“ abgetan werden. Dabei schafft sie es, sowohl Menschen, die sich gerade erst mit Feminismus auseinandersetzen, als auch diejenigen, die sich schon länger damit beschäftigen, zum Nachdenken (und Aufregen) zu bringen.

Eine klare Leseempfehlung – nicht nur für Feminist*innen, sondern für alle, die sich mit der Realität der vermeintlichen Gleichberechtigung auseinandersetzen wollen.
Profile Image for Andreas Hänisch.
61 reviews2 followers
December 10, 2023
Eine gute Einführung in das Thema, wie das Patriarchat Frauen benachteiligt. Viele Themen werden angeschnitten und auch mit Zahlen unterlegt.
Aber der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig und erinnert eher an Instagram-Aktionismus. Das kann ja durchaus Spaß machen, nervt aber hier auf die Dauer. Es wird viel mit Unterstreichungen, vielen Ausrufezeichen und anderen Hervorhebungen gearbeitet, so als ob die Leser*innen nicht selber dazu in der Lage sind, die Stellen zu erkennen, an denen man sich aufregen soll.
Zudem hätte das Buch eventuell noch mal ein etwas genaueres Lektorat verdient (es gibt viele redundante Stellen).

Es bleibt aber trotz aller Kritik ein wichtiges Buch, das eine gute Ergänzung zu Caroline Criado-Perez‘ „Unsichtbare Frauen“ bildet.
Profile Image for Rebecca Ewert.
47 reviews1 follower
November 19, 2024
Das Buch liest sich, als säße man mit einer Freundin am Küchentisch. Dadurch ist es unglaublich leicht zugänglich, was ich super finde. Wenn man schon ein paar Bücher gelesen hat (unsichtbare Frauen, unlearn Patriarchy, …) sind die Inhalte nicht unbedingt gänzlich neu aber dafür sehr detailliert aufgearbeitet und man hat eine große Anzahl Statistiken/Studien gebündelt… was in einer Diskussion immer hilfreich ist ;)

Meckern auf ganz hohem Niveau: das Layout erschwerte mir das Lesen und englische Passagen wurden zum Teil nicht übersetzt.
Profile Image for Paula.
463 reviews10 followers
September 3, 2025
Ich habe sehr lange an diesem Buch gelesen, fast ein 3/4 Jahr. Was nicht an dem Buch liegt, sondern an den Umständen. Trumps Zurückrollen von vielen (allen?) DEI-Maßnahmen, dann schwappt das natürlich hierüber nach Europa (looking at you SAP und Telekom, zum Beispiel). Und dann halt Merz. Ein Mann, der Vergewaltigung in der Ehe für nicht strafbar hält. Und das alles hat mich so deprimiert, weil eigentlich auch dieses milde Pflänzchen Hoffnung, welches die Autorin hier am Ende ihres Buches pflanzt, mittlerweile schon toter als tot ist. Wir sind am Arsch und da hab ich mich überhaupt nur schwer aufraffen können, überhaupt noch was in Richtung Feminismus zu lesen.
Wer die Bücher von Kristina Lunz und Caroline Criado-Perez und auch das Buch Fem Facts gelesen hat, dem wird viel bekannt vorkommen. Trotzdem lesenswert. Und erst recht, für alle, die diese Bücher noch nicht gelesen haben.

Wir müssen alle viel wütender werden.
Profile Image for LesEley.
46 reviews2 followers
October 31, 2024
Krasser als jeder Fitzek!
(Bitte führt dieses Werk als Pflichtlektüre an Schulen ein!!!!)
Profile Image for Valentina.
16 reviews
September 24, 2025
Jeder Mensch sollte dieses Buch unbedingt lesen!! Vieles war mir bewusst, aber oft nicht das volle Ausmaß. Ich habe dieses Buch verschlungen und bin jetzt richtig gut wütend!
Profile Image for Naraya.
269 reviews8 followers
December 30, 2023
2022 veröffentlichte Alexandra Zykunov ihr erstes Buch „Wir sind doch alle längst gleichberechtigt“, in dem sie 25 „Bullshitsätze“ zur Gleichberechtigung zerlegte. Nun ist mit „Was wollt ihr denn noch alles?“ quasi eine Fortsetzung erschienen, in der sie weitere Zahlen, Studien und Absurditäten präsentiert, die zeigen, wie Frauen in Deutschland systematisch benachteiligt werden.

Die Autorin startet zunächst mit einem Disclaimer, dass sie „Frauen“ und „Männer“ in diesem Buch verallgemeinernd verwendet und hierdurch andere Identitäten, Beziehungsmodelle etc. nicht ausgeblendet werden sollen. Anschließend folgt ein Kapitel zu Wikipedia, das eigentlich für die gesamte Problematik steht: 90% der Autor*innen sind dort Männer und entscheiden, wer einen Eintrag „verdient“. Überraschung: Das sind nur wenige Frauen und ebenso wenige People of Colour.

Im weiteren Verlauf reißt Zykunov so viele wichtige Dinge an, dass ich sie gar nicht alle benennen kann. Hier also nur einige Beispiele: Eine Ehe ist umso stabiler, je weniger die Frau verdient und je mehr sie (im Vergleich zum Partner) verdient, desto mehr Arbeit übernimmt sie im Haushalt. Absurd, oder? Aber es geht weiter: 90% der Menschen (ja, auch Frauen) haben Vorurteile gegenüber Frauen und eine Studie zeigt, dass wir es grundsätzlich fair finden, wenn ein Mann bei gleicher Leistung und gleicher Qualifikation mehr verdient. Bitte?

In der zweiten Hälfte des Buches geht es konkret um Care-Arbeit, z.B. um das Elterngeld, das seit Einführung nicht erhöht wurde, um die Masse an unbezahlter Fürsorgearbeit, die Frauen leisten – egal ob für Kinder oder Ältere. Beim Blick auf ihre Rente sagt man(n) ihn aber dann, sie hätten eben „einfach mehr arbeiten müssen“. Doch was will Zykunov eigentlich mit dem Buch bezwecken? Sie will wachrütteln, Denkansätze geben (bezahlte Care-Arbeit, Elterngeldreform usw.) und vor allem an die Männer appellieren: Wie können sie z.B. einfach so hinnehmen, dass ihre Mütter, Frauen oder Töchter ein 32% höheres Sterberisiko haben, wenn sie von einem Mann operiert werden?

Fazit: Ein Buch, das wütend macht. Diese Wut ist aber zur Veränderung notwendig.
Profile Image for Corinna.
114 reviews21 followers
July 10, 2024
Meine Wut brodelt. Was wollt ihr denn noch alles lässt mich sprachlos zurück. Alexandra hat wieder gut recherchierte Fakten in ihrem Buch dabei und mit ihrer Stimme auf den Ohren kann ich nicht glauben, wie viel unterschied es nach wie vor zwischen Mann und Frau gibt. Ich dachte immer ich wüsste Bescheid. Aber ich bin sprachlos und wütend. Und oftmals hätte ich liebend gerne auf mein Bett eingeschlagen. Was wollt ihr denn noch alles? Nicht früher sterben, weil wir uns um unsere Angehörige kümmern und diese Pflegen. Nicht sterben, weil wir von einem Mann behandelt werden, der unsere Beschwerden nicht ernst nimmt oder erkennen kann, weil die Norm männlich ist.
Das Buch war harte Kost! Aber diese harte Kost müssen wir lesen, damit sich was ändert!
Profile Image for Sushi.
3 reviews
January 26, 2024
Ein Buch, das mich sehr gepackt hat. Die Zahlen und Fakten sind teilweise ein Horror und man kommt manchmal aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr raus, sodass ich auch das Hörbuch empfehlen kann. Dies wird von der Autorin selbst vorgelesen und wer sich mit ihr und der Thematik bereits auseinandergesetzt hat kann den Zynismus und den Sarkasmus gut einordnen.

Zudem hat sie im Buch gute Hilfestellung, wie man das Buch am besten benutzen kann, um die entstehende Wut raus zu lassen.

Der Schreibstil ist überzeugend und kreativ. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und bin trotzdem oft an die Grenzen meiner Fassungslosigkeit gekommen.
Profile Image for Aniya.
340 reviews37 followers
October 18, 2025
Also erstmal: auch wenn ich im Folgenden eher kritisch bin und auf Sachen eingehe, die ich nicht so mochte, ist das hier kein schlechtes Buch! Wer noch gar nichts zu diversen Gender Gaps gelesen hat, wird sehr viele gute und wichtige Informationen bekommen. Die Autorin schreibt zugänglich, was bei feministischen Themen nicht selbstverständlich ist. Einiges wird richtig gut aufgedröselt.

Dennoch hatte ich meine Schwierigkeiten, erstmal mit dem Schreibstil. Wut ist nicht das Problem, ich bin ganz oft über den Ist-Zustand unserer Gesellschaft wütend. Ich habe aber festgestellt, dass mir ein nüchterner, klarer Stil bei solchen Themen besser gefällt. Es war mir auch alles zu repetitiv. Ständig immer wiederkehrende Sätze wie "kein Witz" (ja, schon klar, ich habe auch keinen Witz erwartet) oder "aber Alex, das ist doch xyz, könnte man jetzt vielleicht meinen" - ein Satz der so beginnend in jedem Kapitel mehrfach auftaucht und mir irgendwann so auf die Nerven ging, dass ich das Buch in die Ecke pfeffern wollte. Und wo wir bei dem Thema sind: ich mag es überhaupt nicht, wenn mir ständig mitgeteilt wird, was ich wohl grade so fühle. Und das wirklich oft. ("Ihr wollt das Buch sicher auch grade vor Wut aus dem Fenster werfen." "Ihr wollt bestimmt alles anzünden." "Könnt ihr noch? Eure Wut muss ja riesig sein!")

Beim Thema Beförderungen und Aufstieg gab es hier leider das Übliche: mehr Frauen in die Chefetagen, Spitzenpositionen, Vorstände. Immerhin ein bisschen intersektional, denn auch die besondere Schwierigkeit für andere marginalisierte Gruppen in höhere Posten zu kommen, wird erwähnt. Meine Haltung ist immer eher eine Unbeliebte, trotzdem zwei Sätze dazu: Der Arbeiter*innenklasse ist es komplett egal, wer sie ausbeutet. Und wir brauchen nicht mehr Frauen in Spitzenpositionen, sondern weniger Spitzenpositionen.

(Ganz hinten geht die Autorin aber nochmal auf viele Sachen ein und schreibt unter anderem, wie sich die Arbeitswelt verändern muss - da sind ein paar gute Anmerkungen dabei.)

Der nächste Punkt... nun ja. Diese eine Stelle zu Kinderserien hat mich doch mit offenem Mund dasitzen lassen:

- Die Serien orientieren sich an der japanischen Manga-Kultur, konstatiert Ross (Anmerkung: Annika Ross in der EMMA), die, wenn man es ganz genau betrachtet, Teil der Pornoindustrie ist, sodass wir als Eltern somit mit diesen omnipräsenten Serien nachmittags ein Stück weit Teenie-Pornos in die Zimmer unserer Kinder holen. -

Ich meine... wtf? Das ist eine dermaßen eklige Sexualisierung und Beleidigung eines riesigen Teils japanischer Kultur - und natürlich völlig falsch! Mangas sind erstmal einfach Comics in einer bestimmten Kunstform, die natürlich auch variieren kann. Es gibt sie zu jedem (!) Genre, Fantasy, Horror, Detektivgeschichten, Abenteuer, Sci-Fi, Romanze, für Kinder, für Erwachsene und ja, auch Erotik. Das darauf zu reduzieren wäre aber so, als würde man sagen: "Wie, du liest ein Buch von Goethe? Es gibt ja auch pornografische Bücher, also liest du genau genommen einen Porno!" Oder: "Du guckst Herr der Ringe? Aber das sind ja Filme und es gibt auch Pornofilme! Deswegen guckst du eigentlich grade Pornos!" Völlig banane.

Abgesehen davon gibt es sehr viele japanische Frauen, die als Künstlerinnen bis ins hohe Alter ihren Lebensunterhalt damit verdienen, grade weil man von zuhause aus arbeitet. In einem Land wie Japan, in dem viele Frauen ab ihren 30ern aus dem Berufsleben verschwinden ein riesen Schritt der Emanzipation!

Und noch was: Mangas und Animes haben unfassbar viel für die Sichtbarkeit und Akzeptanz queerer Menschen getan. Mittlerweile gibt es sogar Realverfilmungen beliebter Reihen mit queeren Hauptcharakteren. Das war dort früher undenkbar. Und während westliche, weiße "Feministinnen" noch was von "Fetischisierung" faseln, merken sie gar nicht, dass sie ganz traditionell im Sinne des Patriarchats die erotischen Fantasien von japanischen Frauen (und ihren - oft queeren - Leser*innen auf der ganzen Welt) shamen und problematisieren. Hurra.

Und das heißt übrigens nicht, dass man einzelne Mangas nicht für ihren Inhalt kritisieren darf, ganz im Gegenteil.

By the way, die kritisierten Serien im obigen Zitat sind alle westlich und sehen ehrlich gesagt nicht sonderlich Manga-mäßig aus. Aber gut, haben wir noch einen schönen Seitenhieb auf eine fremde Kultur. Ehrlich, dass so ein Unsinn in der EMMA steht, wundert mich null. Dass die Autorin das hier aber völlig ahnungslos und unkritisch übernimmt, kreide ich ihr an!

Und dann das hier:

- (...) dass bestimmte Bücher von queeren Autor*innen vom Amazon-Algorithmus automatisch in der Unterkategorie "Erotik" gelandet sind, damit nicht unbedingt als jugendfrei anmuteten und dadurch eine latent schmuddelige, folglich negative Konnotation bekamen. -

Erstmal ja, wenn die Bücher keine expliziten Szenen enthalten, ist das falsch und ein Skandal. Damit geht den Autor*innen auch Geld durch die Lappen, weil die Bücher versteckter und völlig falsch eingeordnet sind. Aber diese Wortwahl. "Schmuddelig"? Ich lese als queere Frau sehr viele queere Romanzen und Erotikromane mit expliziten Sexszenen. Als schmuddelig oder negativ habe ich das noch nie empfunden!

Und eins noch, zum Wort Familienvater:

- Ein vermeintliches Kompliment, dass es auf der einen Seite offenbar "nur" Väter und auf der anderen Seite aber extra tolle "Familienväter" mit Fleißbienchen gibt, die nicht nur Kinder gezeugt haben, sondern sich tatsächlich auch noch um diese kümmern. -

Das ist eine spannende Definition. Ich mag das Wort auch nicht, habe es bisher aber immer anders verstanden. Eine Mutter ist einfach Mutter eines oder mehrerer Kinder. Der "Familienvater" hat dagegen eine ganze Familie unter sich, inklusive der Frau. Darum nennen sich geschiedene oder single Väter meist auch nicht so, weil die Frau fehlt und sie "nur" Väter der Kinder sind. Keine Ahnung welche Definition da nun richtig ist.

Die Autorin wird übrigens nicht müde, an die Männer zu appellieren und ihnen zu sagen, dass das Patriarchat allen schadet. Schon richtig, aber manchmal wird so getan, als sei das Patriarchat einfach so entstanden und nicht durch Männer, die es auch heute aufrecht erhalten (mit manchen Frauen als Steigbügelhalterinnen). Wir müssen auch ehrlich sein: Männer wollen es so dringend behalten, weil dieses System leider auch massive Vorteile für sie hat und ihnen eben nicht nur schadet. Und sei es nur das wohlig warme Wissen, dass man "über" sehr vielen Menschen steht (weil man Mann, hetero, weiß, cis, you name it ist.)

Jedenfalls habe ich beim Lesen oft genickt und mich manchmal leider sehr geärgert. Es gibt bessere Bücher zu dem Thema, aber wie eingangs erwähnt, schlecht ist es auch nicht.
Profile Image for Nicole.
1,232 reviews35 followers
May 21, 2024
3,5
Vielen Dank an Netgalley und Ullstein Buchverlage für das kostenlose Rezensionsexemplar.
Als Viel-Leserin feministischer, datenbasierter Literatur war mir hier einiges nicht fremd. Es werden auch bereits von mir gelesene Werk an einigen Stellen als Quelle zitiert, z.B. Alle Zeit von Teresa Bücker oder auch Unsichtbare Frauen von Caroline Criado Pérez. Ein anderes Werk, was hier zitiert wird, subt noch bei mir: Das Patriachat der Dinge von Rebekka Endler. Zykunov macht das, was all die anderen AutorInnen auch tun: Sie machen aufmerksam, zeigen Missstände auf und fordert, dass sich etwas ändert. Sogar mit konkreten Lösungsvorschlägen. Bei Perez liegt der Fokus auf Daten, bei Bücker auf die Zeit. Zykonov hingegen zeigt die vielen verschiedenen Arten von "Gaps" auf. Vom Gender Pay Gap und Gender Care Gap haben wohl alle schon mal gehört, die sich mit dem Thema beschäftigen. Aber vom Gender Confidence Gap, vom Gender Tax Gap, vom Gender Stadtplanungs Gap oder vom Gender Algorithmus-Gap? Ich bisher nicht. All diese Gaps werden mit Studien, Beispielen und Daten untermauert.
Daher war dieses Buch wieder sehr informativ, allerdings hätte ich mir vom Schreibstil her etwas mehr "Unaufgeregtheit" gewünscht. Dass das Thema einen wütend macht, ist mehr als verständlich. Aber ich persönlich fand die nüchterne, rein sachliche und unemotionale Darstellung von Frau Perez zielführender. Wahrscheinlich braucht man beides, um möglichst viele LeserInnen zu erreichen.

#Waswolltihrdennnochalles #NetGalleyDE
Profile Image for Evelyn.
15 reviews
July 1, 2024
Eine absolute und sehr dringende Empfehlung!

Wer Alexandra Zykunovs erstes Buch gelesen hat, der-/demjenigen wird der Inhalt an einigen Stellen bekannt vorkommen. Dennoch konnte ich unglaublich viel Neues mitnehmen, da dieses Buch die Thematik aus einem anderen Blickwinkel angeht und darüber hinaus eine Menge neuer Informationen enthält. Während das erste Buch eher eine „in your face patriarchy“-Mentalität hatte, ist dieses noch datenbasierter.
Besonders gefällt mir der lösungsbasierte Ansatz, sodass man nicht mit scheinbar unlösbaren Problemen zurückgelassen wird.

Gerade dem Schreibstil konnte ich viel abgewinnen. Sie schafft es, mit Witz und Prägnanz Informationen zu vermitteln auf eine Weise, dass es wirklich jede/r versteht. An keiner Stelle hatte ich das Gefühl, ein anstrengendes, rein informatives Sachbuch zu lesen. Obwohl es letztlich ein informatives Sachbuch ist.

Profile Image for Shanoe.
1,951 reviews16 followers
February 3, 2025
Puh. Auf der einen Seite ist das ein sehr leicht zu lesendes Buch, weil es recht locker geschrieben ist, teilweise so, als würde die Autorin mit mir, der Leserin, in einen Dialog treten (oder mit Hans-Jürgen *g*), es ist sehr emotional, manchmal auch flapsig, aber beruft sich dennoch auf unzählige Quellen, um die aufgestellten Thesen zu verifizieren. Auf der anderen Seite ist es ein schwer verdaubares Buch, ein Buch, das Wut und Fassungslosigkeit hervorruft. In einer anderen Rezension hab ich gelesen, es sei ein Buch, dass "Invisible Women" von Caroline Criado-Perez gut ergänzt und dem kann ich mich anschließen. Insgesamt gibts von mir vier Sterne dafür.
Profile Image for Linda in Utopia.
311 reviews9 followers
January 9, 2026
Ich war spontan bei einer Lesung der Autorin, kannte gar nichts von ihr. (shame on me)
Die Thematik ist wichtig und JEDE*R sollte sich mit Feminismus auseinandersetzen.

Ich musste mitten drin eine Pause einlegen und einen Roman lesen, weil es mit so wütend gemacht hat! Es ist einfach krass, wieviel in unserem Land noch immer falsch läuft. Das beginnt beim kleinen (macht doch einen verdammten Haken in eine Damentoilette!) und endet beim Großen (Care-Arbeit ist auch Arbeit!).

Es ist flüssig geschrieben, schonungslos wütend, machmal überzogen (aber nötig) und witzig, wirklich sehr lesenswert.
Profile Image for Kristell.
146 reviews3 followers
February 8, 2024
Perfekte Lektüre gegen zu niedrigen Blutdruck, oder anders gesagt: Sollte mit Warnhinweis kommen, denn jede Seite ist so voll mit unfassbaren (aber für feministisch vorgebildete Leser*innen weder neu noch überraschenden) Tiefschlägen, dass es schwer verdaulich ist und den feministischen Zorn jeder geeigneten Leser*in in ein Inferno verwandeln kann.

Zündstoff zum Patriarchat anzünden, müsste 10 Sterne bekommen.

Ist auch als Hörbuch, mit herrlich genervt-spitzer Stimme von der Autorin selbst gelesen, ein leicht entflammbarer "Genuss".
Profile Image for Nuxyr.
36 reviews1 follower
January 2, 2024
3.5/5*
Interessante Fakten, leider ist mir persönlich der Schreibstil etwas zu wutgeladen. Dieser Kritikpunkt ist aber wahrscheinlich sehr subjektiv und nur damit zu begründen, dass ich keine Frau bin, sondern ein weißer cis-Mann, der von patriachalen Strukturen profitiert.
Für den Inhalt an sich trotzdem klare Leseempfehlung. Vor allem für andere cis-Männer, die es endlich lernen müssen.
103 reviews
June 11, 2024
Ein weiteres gutes Buch von Alexandra Zykunov und damit kommen wir auch schon zu meiner Kritik: Es ist dem Vorgänger "Wir sind doch alle längst gleichberechtigt" sehr ähnlich und zwar so sehr, dass sich einige Dinge wiederholen. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich mich jederzeit wieder für ihr erstes Buch entscheiden und dieses auch weiterempfehlen.
98 reviews1 follower
October 16, 2024
Gute Ergänzung zu “Wir sind doch längst alle gleichberechtigt”. Nett das hier die wichtigsten Fakten gleich fett markiert wurden. Gut fand ich auch das letzte Kapitel in dem es auch eine Zusammenfassung gibt was helfen könnte und positive Beispiele aus anderen Ländern und Firmen.
Profile Image for Julia.
7 reviews
August 1, 2025
Ein Buch, das mit Zahlen, Daten und Fakten das beschreibt, was Frauen und andere benachteiligte Gruppen tagtäglich erleben. Aus meiner Sicht sollten solche Bücher zur Pflichtlektüre gemacht werden - damit wirklich alle mal verstehen wie die Systeme aktuell "funktionieren".
6 reviews
November 24, 2025
Ein Must-Read für jede*n, der/die glaubt, dass Frauen in Deutschland gleichberechtigt sind. Fakten und Beispiele wunderbar auf den Punkt gebracht und erklärt. Alles mit Zahlen und Quellen hinterlegt und befüttert und gleichzeitig gut "weglesbar".
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