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Mühlbach-Saga #1

In Liebe, deine Lina

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Der neue Roman von Bestsellerautorin Barbara Leciejewski Mühlbach in der Pfalz, im 19. Die Halbwaise Lina Borger und der Kaufmannssohn Albert Lehnert sind seit langer Zeit ein innig verliebtes Paar. Auf dem Land, wo Ehen meist aus Vernunft geschlossen werden, etwas Besonderes. Als Lina schwanger wird, will Albert sie heiraten, doch seine Familie droht ihm mit Enterbung. Albert lässt Lina im Stich. Das Mädchen wird fortan im Dorf geschnitten, bekommt keine Arbeit mehr, und das Geld zu Hause reicht hinten und vorne nicht. Ein guter Freund jedoch kommt ihr zu Karl Schäfer, der selbst als »Bankert« aufgewachsen ist und weiß, wie unbarmherzig die Dorfgemeinschaft mit Menschen umspringt, die sich vermeintlich schuldig gemacht haben – man strafte damals Karls Mutter, nicht ihren Vergewaltiger. Karl bietet Lina an, sie zu heiraten und die Enge des Dorfes zu verlassen. Gemeinsam mit der neugeborenen Charlotte gehen Lina und Karl nach Bremen. Doch anders als Karl sehnt sich Lina nach der Heimat zurück, nach ihren Brüdern und dem Vater. Doch bei einem Besuch kommt es zu einer folgenschweren Begegnung, die die glückliche Familie zu zerreißen droht …

465 pages, Kindle Edition

Published October 6, 2023

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Barbara Leciejewski

19 books10 followers

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Community Reviews

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Displaying 1 - 21 of 21 reviews
Profile Image for Nadine Schrott.
683 reviews64 followers
April 11, 2024
Eine berührende Familiengeschichte....die ab der zweiten Hälfte leider etwas an Intensität nachlässt....!

Lina wächst in einem kleinen Dorf in der Pfalz auf....Ihre Eltern sind Bauern, arm aber liebenswerte Herzensmenschen. Doch die Engstirnigkeit der Dörfer trübt Linas Liebesglück...denn der von ihr angebetete Albert gehört zur besseren Gesellschaft.

An sich ein wunderschönes Buch....Leider hat mich die Autorin im Laufe der Geschichte etwas verloren....

Trotzdem: Lesenswert!
Profile Image for Klusi.
86 reviews
January 13, 2024
Die Autorin bezeichnet diesen als ihren bisher persönlichsten Roman, was sowohl auf diesen bereits erschienen ersten Band als auch auf den zweiten Band zutrifft, der heuer im März erscheint. Barbara Leciejewski erzählt in den beiden Büchern der Mühlbach-Saga die Geschichte ihrer Urgroßeltern und Großeltern. Natürlich musste sie rund um die Tatsachen einiges dazu erfinden, um ihren Protagonisten einen lebendigen Rahmen zu geben, denn leider ist es ja oft so, dass wir viel zu wenig über unsere Vorfahren wissen. Wie die Autorin hier vorgegangen ist und was sie verändert hat, erklärt sie sehr klar in ihrem Nachwort.
Sehen wir diese Saga als das was es ist: ein historisches Romanwerk mit wahrem Kern, ein Zeitzeugnis mit Protagonisten, die es wirklich gab. Trotzdem ist es in weiten Teilen eine erfundene Geschichte, und ich finde, der Autorin ist der Spagat zwischen realen Ereignissen und fiktiven Personen und Szenen sehr gut gelungen. Man kann sich Linas Situation nur allzu gut vorstellen, wie sie in Albert verliebt ist und eine herbe Enttäuschung erlebt, als sie von ihm schwanger wird, denn Albert fügt sich dem Willen seiner Familie und lässt die junge Frau im Stich. Ihr Leben ändert sich von einem Moment zum anderen, denn sobald die Mühlbacher erfahren, dass sie schwanger ist, wenden sie sich von ihr ab. Von da an ist sie ausgegrenzt, ja man könnte sagen, sie ist eine Geächtete. Ihr Jugendfreund Karl kommt ihr zur Hilfe, denn er weiß nur zu gut, was es heißt, von der Dorfgemeinschaft abgelehnt zu werden, war er doch selbst in dieser Lage, da er als "Bankert" aufgewachsen ist. Zum Arbeiten und Helfen war er gut genug, nicht aber für dörfliche Geselligkeiten, da blieb er stets außen vor. Karl und Lina verlassen das Dorf und gehen nach Bremen. Dort bauen sie sich ein Leben auf, fernab von Vorurteilen, Verachtung und Selbstgerechtigkeit. Aber Lina lässt das Heimweh keine Ruhe, und sie möchte ihren Vater und ihre Brüder wiedersehen.
Ihre Rückkehr verläuft nicht so einfach wie gedacht, denn das Gerede ist noch lange nicht verstummt, und es gibt unvermeidbare Begegnungen im Dorf. Lena muss feststellen, dass sie die Vergangenheit immer wieder einholt.

Gerade weil mir bewusst war, dass viel Wahres in dieser Geschichte steckt, hat sie mich sehr berührt. Hier wird der Unterschied zwischen der meist eher anonymen Stadt und dem Leben auf dem Land, wo quasi jeder von jedem fast alles weiß, sehr deutlich. Diese Diskrepanz gab es damals und gibt es auch heute noch, wenn auch vielleicht inzwischen nicht mehr ganz so ausgeprägt. Die Autorin nimmt ihre Leserschaft hier mit auf eine sehr spannende Zeitreise. Man kann sich gut vorstellen, die es damals war. Auch Lenas Sehnsucht nach Mühlbach kann ich gut verstehen, denn obwohl die Bewohner es ihr schwer gemacht haben, so sind doch ihre Wurzeln, ihre Familie dort. Auch Karl ist mir von Seite zu Seite sympathischer geworden. Klar, alle Beteiligten machen Fehler, aber das ist einfach menschlich, und das Wichtige ist ja, dass man seine Fehler einsieht. Diesbezüglich verhalten sich die Protagonisten vorbildlich. Der Roman malt nicht schwarz und weiß, sondern er zeigt viele Schattierungen und Facetten aus dem damaligen Leben, sowohl am Land als auch in der Stadt. Die lebendige, bildhafte Sprache gefällt mir sehr, und ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, in dem es dann bereits um die nächste Generation geht.
Profile Image for Azyria Sun.
614 reviews5 followers
November 12, 2023
Absolut eindrucksvoll

Worum geht’s?
Mühlbach Ende des 19. Jahrhunderts: Lina und Albert sind ineinander verliebt, seit man denken kann. Als Lina von ihm schwanger wird, verbieten ihm seine Eltern, sie zu heiraten. Albert kann oder will sich nicht gegen sie durchsetzen und die unehelich schwangere Lina wird von der Dorfgemeinschaft verstoßen. Nur Karl, ein Jugendfreund, steht ihr bei.

Meine Meinung:
„In Liebe, deine Lina“ (Ullstein Buchverlage, 10/2023) ist der zweite historische Roman, den ich von Barbara Leciejewski lese. Und dieser Roman ist wirklich etwas ganz besonderes. Es ist nicht nur eine Geschichte, sondern die Geschichte der Großeltern der Autorin. Sicher ist vieles Fiktion, aber man merkt am Schreibstil und an den Protagonisten, wieviel Familie und Herz die Autorin hier verarbeitet hat.

Die Protagonisten sind tatsächlich wie dem Leben entnommen und besonders Lina, Karl, Charlotte und August sind mir direkt ans Herz gewachsen. In dem Buch verarbeitet die Autorin, wie das Leben damals insbesondere in einem kleinen Dorf in der Oberpfalz war. Strenggläubige Leute, harte Sitten – wer da unverheiratet schwanger wurde, wurde sofort verstoßen. So erging es damals Karls Mutter, die nach einer Vergewaltigung schwanger wurde und der niemand geglaubt hat. Wir müssen miterleben, wie Karl von den anderen Kindern geschnitten wird und wie später Lina dasselbe Schicksal erleidet.

Nebenbei verarbeitet die Autorin noch die Arbeiteraufstände, den Kampf der Frauen um Gleichberechtigung und wir müssen noch miterleben, wie der erste Weltkrieg beginnt. Aber die eigentliche Geschichte, die Geschichte von Frau Leciejewskis Großeltern ist einfach absolut ergreifend. Wieviel Liebe kann aus so einer Menge Unglück entstehen! Überhaupt ist das Buch einfach nur wundervoll geschrieben und mir liefen mehrfach die Tränen – ob es jetzt Freudentränen waren oder Tränen des Mitgefühls. Es ist wirklich schwer, meinen Eindruck des Buches in Worte zu fassen, so schön fand ich das Buch und so zu Herzen gehend. Und mit August und Charlotte schreit das Buch geradezu nach einem zweiten Teil. Ob die beiden ihre Eltern werden? Oder doch Aaron? Ich habe schon lang kein so ergreifendes Buch mehr gelesen. Ein Buch, das mich tief bewegt hat und an das ich sicher noch lange denken werde, so real und greifbar waren die Charaktere und ihr Leben und Erleben. Und so sehr hat mich ihre Geschichte berührt. Dieses Buch muss man gelesen haben! Die besten Geschichten schreibt eben doch das Leben.

Fazit:
Barbara Leciejewski erzählt mit „In Liebe, deine Lina“ die Geschichte ihrer Großeltern. Und diese Geschichte ist wahrhaftig herzergreifend. Man merkt schon am Schreibstil, wieviel Herzblut die Autorin hier verarbeitet. Wie viele Erinnerungen an Erzählungen vielleicht aus ihrer Kindheit. Ich weiß nicht, was Fakt und was Fiktion ist, ich weiß nur eins: Dieses Buch hat mich tief berührt und muss unbedingt gelesen werden!

5 Sterne von mir und ich hoffe sehr, dass wir einen weiteren Band bekommen, in dem wir mehr über Charlotte und August erfahren!
Profile Image for Geli.
243 reviews11 followers
October 28, 2023
Ich kannte "Fritz und Emma" von der Autorin und war begeistert. Bei diesem Buch "In Liebe, deine Lina" war ich erst skeptisch, denn das ausgehende 19. Jahrhundert reizte mich nicht sonderlich. Doch ich ließ mich auf die Geschichte ein und sie entwickelte einen Sog, dass ich das Buch kaum zur Seite legen mochte.

Lina wächs Ende des 19, Jahrhunders in einem kleinen Dorf in der Pfalz auf, ein munteres Mädchen, geliebt, behütet, glücklich. Doch die Liebe zu ihrem Jugendfreund Albert hat leider Folgen, den Lina wird schwanger. Und anstatt das Albert zu ihr steht und sie heiratet und sie damit zu einer ehrbaren Frau macht, beugt er sich seinen Eltern, denen Lina nicht standesgemäß ist und lässt sie sitzen. Das ist zu der Zeit natürlich gegen jede Norm und Lina wird damit aus der Gesellschaft ausgegrenzt.

Was dann aus dieser Geschichte wird, ist so nahegehend und schön zu lesen, aber auch traurig, denn Charlotte, die uneheliche Tochter, wird zwar durch Karl, der ihre Mutter heiratet und sie als Tochter annimmt, geliebt, doch in ihr fehlt etwas, sie will von ihrer Herkunft wissen.

Ich habe den Roman nur so verschlungen, die Personen sind mir so ans Herz gewachsen und ich konnte sie in ihren Gefühlen und Handlungen verstehen, auch wenn ich mir so manches anders gewünscht hätte.

Die historische Einbettung und vor allem der Gegensatz vom pfälzischen Dorf zu Großstadt Bremen sind in meinen Augen gut geschildert. Kleine Anekdoten wie die erste Fotografie oder der Besuch der Oper, aber auch die Forderung, die Arbeiter an den Gewinnen der Unternehmer zu beteiligen oder die Forderung nach dem Frauenwahlrecht runden die Familiengeschichte ab. Die Geschichte endet im Sommer 1914.

Von mir eine große Leseempfehlung, ich freu mich auf die Fortsetzung.
209 reviews
January 11, 2024
" In Liebe, deine Lina" ist mittlerweile das vierte Buch das ich von dieser Autorin lese und bisher konnten mich alle Bücher dieser Autorin begeistern und da macht auch dies keine Ausnahme.

Lina und Albert sind schon lange ein Paar. Als Lina schwanger wird, lässt Albert sie im Stich und ordnet sich dem Willen seiner Eltern unter, die Lina für nicht standesgemäß halten. Ein guter Freund, Karl,Schäfer, selbst als " Banlkert " verschrien, da seine Mutter alleinerziehend ar, bietet ihr seine Hilfe an. Sie geht mit ihm nach Bremen, wo sie aber nicht glücklich wird, da sie das Heimweh plagt.

Die Autorin kann einfach schreiben, sie holt den Leser da ab, wo es ihn berührt. Sie fängt die Stimmung des Dorfes und ihrer Bewohner wunderbar ein und zeigt auf, wie ungerecht das Leben zur damaligen Zeit, vorallem für Frauen war. Aber auch die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, die zum Teil zu dieser Situation führen, werden gut beschrieben.

Alles in allem war " In Liebe, deine Lina" wieder ein wundervolles Leseerlebnis dieser Autorin.
4 reviews
July 9, 2024
Dieses Buch ist absolut fesselnd geschrieben und mit einer schönen Leichtigkeit zu lesen. Ich habe es innerhalb kürzester Zeit gelesen - lesen müssen - weil es mich nicht mehr losgelassen hat. Es ist wirklich faszinierend wie viele Jahre in diesem Buch stecken und wie man die Protagonisten mit aufwachsen sieht - das zieht einen richtig in den Bann - Man hat das Gefühl man ist Teil der Geschichte und gehört dazu und erlebt jedes Gefühl der Personen mit. Und Gefühle löst dieses Buch eine Menge aus: Wut, Scham, Freude, Verzweiflung, Trauer, Liebe und Liebeskummer, Ungerechtigkeit und wahres Glück! Ich freu mich sehr das die Geschichte im zweiten Teil weiter geht und bin sehr gespannt!
Profile Image for Wiebke.
687 reviews4 followers
May 10, 2025
Bewegender Auftakt

Die Halbwaise Lina Borger und der Kaufmannssohn Albert Lehnert sind seit langer Zeit ein innig verliebtes Paar. Als Lina schwanger wird, will Albert sie heiraten, doch seine Familie droht ihm mit Enterbung. Albert lässt Lina im Stich.
Ein guter Freund jedoch kommt ihr zu Hilfe: Karl Schäfer, der selbst als »Bankert« aufgewachsen ist und weiß, wie unbarmherzig die Dorfgemeinschaft mit Menschen umspringt, die sich vermeintlich schuldig gemacht haben. Gemeinsam mit ihm verlässt Lina die Enge des Dorfes und geht nach Bremen. Doch anders als Karl sehnt sich Lina nach der Heimat zurück, nach ihren Brüdern und dem Vater. Bei einem Besuch kommt es zu einer folgenschweren Begegnung, die die glückliche Familie zu zerreißen droht.

Wann sind historische Romane für mich am spannendsten? Wenn ich weiß, dass sie auf einer wahren Geschichte beruhen.
„In Liebe, deine Lina“ erzählt die Geschichte von Barbara Leciejewskis Ur-Oma und Oma. Die Autorin schreibt selbst, dass sie lange überlegt hat, ob sie diese Geschichte erzählen soll und ich bin froh, dass sie es getan hat.
Dieser Roman beginnt nicht in einer der großen Städte, sondern in einem kleinen Dorf in der Pfalz. In Mühlbach ticken die Uhren in ihrem eigenen Rhythmus und auch das Zusammenleben folgt ganz eigenen Regeln. Hier ist klar, was sich gehört und was nicht und wer sich nicht an die Regeln hält, gehört nicht dazu. Punkt.
Karl und seine Mutter mussten genau das erleben, denn Karl ist ein „Bankert“. Ein Kind, welches außerhalb der Ehe gezeugt wurde und im schlimmsten Falle ohne Vater aufwächst.
Daher geht er mit seiner Mutter nach Bremen, um später nach Amerika auszuwandern.
Die ärmliche Lina verliebt sich früh in den Kaufmannssohn Albert und auch er liebt sie. Doch als sie schwanger wird, stellen sich seine Eltern gegen die Hochzeit und Albert lässt Lina im Stich. Karl erfährt davon und kommt aus Bremen zurück, um Lina zu sich zu holen und ihr Kind Charlotte als das seine anzuerkennen. Er liebt Lina schon lange und verzichtet für sie auf Amerika. Für beide beginnt eine schöne Zeit, die für Lina aber auch immer eine Zeit des Vermissens darstellt und auch als Charlotte älter wird und Fragen stellt, wird es nicht einfach für Karl und Lina.
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der genau in die damalige Zeit und zum Ort passt. Sie gibt den Dialekt wieder, ohne dass es den Lesefluss stört und zeigt auch sprachlich die gesellschaftlichen Unterschiede und auch die verschiedenen Beziehungen.
Die Figuren sind alle wirklich gut gezeichnet und voller Farbe. Ich konnte mir Linas Opa, Karl, Albert, seine Eltern, Linas Mutter, die Hebamme Christoffel usw. unheimlich gut vorstellen und habe ihre Wege durchweg gerne begleitet.
Es gab in jedem Kapitel etwas Neues, was den Leser mitzieht und weiter mitfiebern lässt.
Linas Weg ist kein einfacher aber die Beziehung zu ihrer Familie, die neue Gemeinschaft mit Karl in Bremen und auch die gesellschaftlichen Ebenen in Mühlbach oder Bremen sind unheimlich spannend.
Die Autorin bringt auch die damaligen politischen Ereignisse mit ein. Sie beschäftigt sich mit den Arbeiteraufständen, den ersten Gewerkschaften, dem Kaiser, dem fehlenden Wahlrecht der Frauen und der großen Spanne zwischen Arm und Reich.
Der Autorin gelingt es, dass das Buch unheimlich spannend, interessant und gut recherchiert wirkt, dabei aber mit viel Gefühl, ohne überladen zu wirken.
Ich habe das Buch verschlungen und war von Linas bewegender Geschichte einfach gefesselt.
Immer im Hinterkopf, dass das meiste davon wirklich so passiert ist.
Ein wirklich toller historischer Roman, der mich sofort zur Fortsetzung greifen lässt!

Getrunken dazu: beruhigender Kamillentee
Mein Leserherz sagt: Karl ist Balsam für jedes geschundene Herz
Gehört dazu: Santa Lucia
Profile Image for SarahWants2Read.
325 reviews3 followers
December 19, 2023
Worum geht es?: Mühlbach in der Pfalz, im 19. Jahrhundert: Die Halbwaise Lina Borger und der Kaufmannssohn Albert Lehnert sind seit langer Zeit ein innig verliebtes Paar. Auf dem Land, wo Ehen meist aus Vernunft geschlossen werden, etwas Besonderes. Als Lina schwanger wird, will Albert sie heiraten, doch seine Familie droht ihm mit Enterbung. Albert lässt Lina im Stich. Das Mädchen wird fortan im Dorf geschnitten, bekommt keine Arbeit mehr, und das Geld zu Hause reicht hinten und vorne nicht.

Ein guter Freund jedoch kommt ihr zu Hilfe: Karl Schäfer, der selbst als »Bankert« aufgewachsen ist und weiß, wie unbarmherzig die Dorfgemeinschaft mit Menschen umspringt, die sich vermeintlich schuldig gemacht haben – man strafte damals Karls Mutter, nicht ihren Vergewaltiger. Karl bietet Lina an, sie zu heiraten und die Enge des Dorfes zu verlassen. Gemeinsam mit der neugeborenen Charlotte gehen Lina und Karl nach Bremen. Doch anders als Karl sehnt sich Lina nach der Heimat zurück, nach ihren Brüdern und dem Vater. Doch bei einem Besuch kommt es zu einer folgenschweren Begegnung, die die glückliche Familie zu zerreißen droht …

Das Cover: Das Buchercover gefällt mir sehr gut. Es ist sehr schlicht gestaltet und passt super zu der Thematik.

Der Schreibstil: Das Buch wird aus der Erzählerperspektive erzählt. Zunächst begleitet man Lina im jugendlichen Alter bis schließlich zu ihrem erwachsenen Alter. Prinzipiell fand ich den Schreibstil gut. Am Anfang war ist total gecatched und wollte mehr von Linas Geschichte erfahren. Andererseits hat das Buch aber sehr große Längen. Bis die Hauptgeschichte erst so richtig losging, hatte ich schon mehr als 150 Seiten gelesen. Das hat mir einfach zu lange gedauert. Zum Ende hin wechselte die Perspektive und Lotte stand mehr im Fokus als Lina. Ich hatte das Gefühl, ich lese zwei Bücher die versehentlich in einer Geschichte zusammengefasst wurden sind. Es hat mich total verwirrt und ehrlich gesagt, habe ich dadurch immer mehr die Freude an dem Buch verloren. Ich hatte vermehrt das Gefühl, bei diesem Buch muss es doch irgendwann ein Ende geben. Aber es ging immer weiter und weiter. Ich denke, die Geschichte hätte man besser in mehrere Bände ausdehnen können.

Die Hauptfiguren: .Lina ist eine junges Mädchen, welches ohne Mutter aufgewachsen ist. Sie lebt alleine zusammen mit ihren Brüdern und muss jeden Zent umdrehen. Ihr Vater ist schwer krank und so muss sie zusätzlich pflegen und arbeiten. Es ist ein Schock, als Lina plötzlich von ihrer Jugendliebe Albert schwanger wird. Albert ist der Sohn eines Kaufmanns und die arme Lina kommt für seine Eltern nicht als richtige Partie ist Frage. Ihr guter Freund Karl möchte Sie stattdessen heiraten und das Kind gemeinsam aufziehen. Schließlich willigt sie ein und verlässt ihr Dorf. Lina habe ich als sehr positiven Menschen wahrgenommen. Auch wenn die Leute über sie tuscheln und sie verspotten hat sie nie ein böses Wort für sie übrig. Mit der Zeit lernt sie sich durchzusetzen und ihre Meinung auch offen kundzutun.

Endfazit: Zum Anfang hat mich das Buch in seinen Bann gezogen. Ich fand die Dorfatmosphäre super und auch Lina als Protagonistin konnte mich begeistern. Mit der Zeit hat das Buch aber seinen Charme verloren. Der Schreibstil war Anfangs noch super, aber mit der Zeit verwirrend, da ich nicht wusste, welche Person denn eigentlich im Fokus der Geschichte ist. Ich hatte mit der Zeit das Gefühl, die Autorin hat vergessen einen Punkt zu setzen. Jede gute Geschichte muss auch mal ein Ende finden und diese wollte nicht enden. Man hätte hier schneller zum Schluss kommen können.

Das Buch erhält von mir enttäuschte 2 von 5 Sterne.

Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar bei NetGalley zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank dafür.
Profile Image for Lotte Woess.
Author 3 books10 followers
October 26, 2023
Bewegende Familiengeschichte rund um 1900
Wirbelwind Lina wächst in einer armen, aber fröhlichen Familie auf in einem kleinen pfälzischen Dorf auf. Ihre Mutter stirbt viel zu früh, ihre Freunde, darunter auch Karl, und auch ihr Bruder Walter spenden ihr Trost. Sie verliebt sich in Albert, den reichen Sohn des Schmieds, doch als sie ein Kinder erwartet, erlauben seine Eltern nicht, dass sie heiraten. Lina wird vom Großteil des Dorfes fortan gemieden, während Albert keine Feindseligkeit zu spüren bekommt. Obwohl er sie liebt, meidet auch er sie und besucht nicht einmal seine neugeborene Tochter Charlotte. Karl, der das Dorf verlassen hat, weil er ebenfalls unehelich geboren war und im Dorf keine Zukunft hatte, kommt zurück und holt sie nach Bremen. Er heiratet sie und ist auch ein Vater für Charlotte. Langsam lernt auch Lina ihn zu lieben, doch bei einem Besuch in der Heimat trifft Charlotte ihren leiblichen Vater ...

Es war mein erstes Buch dieser Autorin und ich kam sehr gut hinein. In ruhigem und angenehmem Schreibstil wird die Geschichte von Lina erzählt, die von allen gemocht wird, bis sie den Vater ihres Kindes nicht heiraten darf. Die Ungerechtigkeit dieser Zeit wird hier gut geschildert, wer reich ist, hat das Sagen, die anderen fügen sich. Die Menschen im Dorf konnte ich mir sehr gut vorstellen, sie sind in all ihrer Menschlichkeit gut gezeichnet. Die Lethargie, mit der sich Linas Familie gefügt hat, hat mich trotzdem verwundert. Ihr Vater war zu dem Zeitpunkt schon kränklich, zumindest ihre Brüder hätten zumindest mal mit Albert reden können. Dass er so gar nicht im Ort geächtet wird, hat mich erstaunt. Lina wird als Wildfang beschrieben, ein schwer zu bändigendes Kind. Doch als sie schwanger wird, ist ihr Zorn schaumgebremst, demütig ergibt sie sich in ihr Schicksal und traut sich kaum mehr aus dem Haus. Ich hätte mir eine scharfe Gegenüberstellung mit Albert und seinen Eltern gewünscht, unterstützt durch ihre Brüder. Schlimmer wäre es ihr danach auch nicht ergangen. Aber ich nehme an, die Autorin hat recherchiert.
Mit dem Fortgang aus dem Dorf in die große Stadt, glättet sich Linas Leben. Der Autorin gelang es hier, viel Zeitkritik auf interessante Weise unterzubringen, die ersten Gedanken, wie ungerecht die Arbeitgeber zu der Zeit ihre Arbeiter und Angestellten behandelt haben und die ersten Streiks, das wird gut beschrieben. In Karl, der fortschrittliche Ansichten hat, sich jedoch dem Chef unterordnet, weil er schließlich eine Familie zu versorgen hat, konnte ich mich gut hineinfühlen. Das war für mich ein Zwiespalt, der ihn menschlich erscheinen ließ.
Mein Fazit: Eine Geschichte, die eine Lebenserzählung ist, ohne zu sehr aufzuregen. Ich hätte mir an manchen Stellen mehr Konfrontation gewünscht, bis zum Schluss gibt es leider keine Aussprache mit den Lehnerts. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs endet das Buch ziemlich abrupt, da wäre ein weicherer Ausklang schöner gewesen. Eine abwechslungsreiche historische Story, dich ich sehr gern weiterempfehle.
65 reviews
November 12, 2023
In Liebe, deine Lina.
In diesem Roman geht es um die wahre Geschichte der Familie der Autorin.

Das Cover gefällt mir sehr gut, ist für mich stimmig zu der Geschichte und zu der damaligen Zeit. Wobei es mir wahrscheinlich noch besser gefallen hätte, das originale Foto von Linas und Karls Familie zu wählen, was ja im Buch abgedruckt ist.

Alles dreht sich mehr oder weniger um Lina und ihre Familie, die Urgroßmutter der Autorin, für mich etwas besonderes, da tatsächlich meine Uroma auch Lina hieß, Mein Uropa Karl, meine Oma Auguste und mein Opa Walter.

Diesen Roman liest man mit anderen Gefühlen, da die Personen ja wirklich gelebt haben, man fühlt sich ganz anders rein, als bei fiktiven Geschichten.

Lina und Albert liebten sich schon sehr früh, quasi schon als Kinder, sie waren eine feste Einheit, bis Lina schwanger wurde und Albert von seinen Eltern verboten bekommen hat sie zu heiraten, da Lina seiner Familie nicht gut genug war. Damit zerbrach leider diese große Liebe.

Zum Glück aber gab es Karl ein guter Freund von Lina und Albert, der mit ihnen zusammen aufgewachsen ist und auch ein uneheliches Kind war und gemieden wurde, genau wie seine Mutter. Er wusste also nur zugut, wie es ist, wenn eine Frau ein uneheliches Kind bekommt und hat beschlossen Lina zur Seite zu stehen, sie nach Bremen zu holen, wohin er mit seiner Mutter zuvor hingezogen war, Lina zu heiraten und ihrer Tochter ein guter Vater zu sein um ihr Ansehen wiederherzustellen.

Mir gefällt die Entwicklung in der Geschichte so gut, in allen Punkten und auch wie Charlotte ihren Weg geht (schwierig etwas dazu zu sagen ohne zu spoilern) das ist sehr bewundernswert.

Mir haben die Charaktere fast alle sehr gut gefallen, es ist mir nicht möglich da jemand bestimmten hervorzuheben. Auch Albert hat mir gut gefallen.

Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen und ich kann die Fortsetzung kaum abwarten, die ich selbstverständlich auch lesen werde. Das Ende des ersten Bandes fand ich sehr gut geschrieben, es ist für mich rund und ein guter Abschluss.

Warum ich dann "nur" vier Sterne vergeben habe und nicht fünf, kann ich ganz einfach erklären. Für mich wurde die Autorin an manchen Stellen sehr abschweifend und ein wenig langatmig, was für mich noch okay gewesen ist. Was dann jedoch den Ausschlag gegeben hat doch einen Stern abzuziehen war, das dieses Buch so unfassbar viele Charaktere hatte das ich zeitweise den Überblick verloren habe und es mich teilweise angestrengt hat wer wer ist, wer zu wem wie in Verbindung steht usw. ich habe das Gefühl jeden einzelnen Bewohner von Mühlbach zu kennen und auch sämtliche Bewohner in Bremen im damaligen Umfeld von Lina und Karl.

Kurzes Fazit
Ein sehr bewegende und außergewöhnliche Liebesgeschichte zur damaligen Zeit. Ich würde eine Leseempfehlung aussprechen, man sollte sich nur nicht von den vielen Charakteren verwirren lassen. Ansonsten wirklich ein schöner, gefühlvoller Roman mit dem Hintergrund der wahren Geschichte der Autorin.
Profile Image for Magnolia .
570 reviews2 followers
November 12, 2023
Wundervoll erzählt

Lina und Albert leben im pfälzischen Mühlbach, einem kleinen, ländlich geprägten Dorf. Das Leben geht seinen Gang, es geschieht nichts Aufregendes. Und wenn doch, dann ist das Getratsche groß. Die beiden jungen Leute sind seit jeher unzertrennlich, sie verlieben sich ineinander, jedoch bleibt ihre Liebe nicht ohne Folgen - Lina ist schwanger. Natürlich will Albert sie heiraten, seine vermögenden Eltern hingegen sind strikt gegen eine Verbindung, denn Lina kommt aus ärmlichen Verhältnissen, sie ist für ihren Sohn und einzigen Erben nicht gut genug. Albert beugt sich den Wünschen seiner Eltern und es kommt, wie es kommen muss - Lina wird von den Dörflern als unverheiratete, schwangere Frau ausgegrenzt. Lediglich Karl, der um die Unerbittlichkeit der Nachbar weiß, steht als einziger an ihrer Seite.

Die Geschichte beginnt im Mai 1883, als sie noch Kinder waren und endet mit dem nahenden Beginn des Ersten Weltkrieges. Und – ganz anders, als die Autorin dies sonst mit ihren Büchern hält – ist „In Liebe, deine Lina“ kein Einzelband, es ist der erste von zwei Bänden. Ein Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Barbara Leciejewski erzählt die Geschichte ihrer Großeltern. Rund um die Fakten füllt sie die Seiten mit ihren begründeten Vermutungen und auch mal mit reiner Fantasie. Entstanden ist ein warmherziger Roman um eine Familie, der es nie leicht gemacht wurde, die aber dennoch auch in schwierigen Zeiten zusammengestanden ist.

Die Moralvorstellungen im ausgehenden 19. Jahrhundert waren andere. Eine ledige Frau wurde ausgegrenzt, wenn sie für ihren „Bankert“ keinen Ehemann als Vater vorweisen konnte. Selbst eine Vergewaltigung war für den männlichen Part unerheblich, die Frauen dagegen wurden als liederliche Personen gemieden und auch deren Kinder waren gebrandmarkt – keiner wollte etwas mit ihnen zu tun haben.

Es ist eine Geschichte, direkt aus dem Leben gegriffen. Nicht jeder konnte sich den Ehepartner aussuchen, es wurden gerade in den besseren Kreisen Ehen arrangiert. Geld und Vermögen musste zu seinesgleichen, Gefühle blieben außen vor, ein armer Schlucker blieb zeitlebens arm. Und auch die Arbeitsbedingungen waren neben dem Zwischenmenschlichen Thema. Sei es in den Fabriken, im Steinbruch oder im familieneigenen Bauernhof – es war beileibe kein Zuckerschlecken.

Der erste Band der Mühlbach-Saga hat mich tief berührt. Es ist ein Buch voller Wärme, eine Geschichte, die mich nicht mehr losgelassen hat - bittersüß und doch voller Liebe und Zuversicht. Das Schicksal meint es nicht immer gut, so manche Träne konnte ich nicht zurückhalten. Alle hier vorkommenden Figuren - seien es die längst verstorbenen Großeltern der Autorin oder die anderen, die erdachten – sind aufs Beste beschrieben. Schon heute freue ich mich auf die Fortsetzung, wenn Lotte, Linas Tochter, ihren Jugend- und Brieffreund August wiedersieht.

Ein wundervolles Buch, eine warmherzig erzählte, sehr lesenswerte Geschichte.
Profile Image for bookishlifelines.
202 reviews3 followers
May 10, 2024
Meine Meinung:
Mit „In Liebe, deine Lina“, Band 1 der Mühlbach-Saga, entführt uns Barbara Leciejewski in die Pfalz und erzählt dabei anhand fiktiver Charaktere die ganz persönliche Geschichte ihrer Ur-Großeltern und Großeltern.

Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite durch den sehr emotionalen und mitreißenden Schreibstil in den Bann gezogen und auch nach Beenden des Buches nicht mehr losgelassen. Die Autorin erschafft Figuren mit unheimlich vielen Gefühlen, Fragen, Zweifeln aber auch Ecken und Kanten, so dass sie nahezu greifbar sind und man sich sehr gut in ihre Lage versetzen kann. Vor allem die Situation von Lina und ihrer ungeplanten Schwangerschaft hat mich sehr zum nachdenken gebracht. Was heutzutage absolut kein Tabuthema mehr darstellt, war im Jahre 1897 ein Grund aus einem kleinen Dorf, in dem es ein strenges „Lebensbild“ gab, verstoßen zu werden. Verständlich, wie sehr Lina unter diesem Verstoß und dem Gerede der Dorfbewohner leidet und doch umso erstaunlicher, wie sie es schafft nach vorne zu blicken und ihr Leben in die Hand zu nehmen. Damit gelingt es Lina in ihrem vermeintlich anfänglichen Unglück, das Glück und vielleicht sogar die große Liebe zu finden, die sie dann mit Karl verbindet.

Insgesamt haben mir alle Charaktere ziemlich gut gefallen, man lernt sie durch das Begleiten von Kindheitsbeinen an, auch ziemlich gut kennen. Dann drehte sich das Blatt in der Geschichte jedoch etwas und machte ab einem gewissen Punkt eher Charlotte zur Hauptperson, was für mich zunächst etwas verwirrend war. Dem Gefallen der Geschichte jedoch nicht im Wege stand.

Als Fan von historischen Romanen, bin ich in diesem Buch absolut aufgegangen, obwohl ich im Nachhinein schon denke, dass die Geschichte an der ein oder anderen Stelle zu viele Längen und zu wenig Spannung hatte. Stattdessen wurden diverse Wiederholungen eingearbeitet, die das ganze für mich dann einfach unnötig langatmig machten. Dennoch hat es die Autorin immer wieder geschafft, mich einzufangen und gewisse Konflikte im Buch hallen in mir auch im Nachhinein noch nach.
Fazit:
Ein wundervoller historischer Roman in dem man durch den bildhaften und sehr emotionalen Schreibstil der Autorin merkt, wie wichtig ihr selbst diese Geschichte war und ich bin sehr gespannt auf den zweiten Band der Dilogie.
6 reviews
November 6, 2023
Eine unglaublich berührende Geschichte!
"In Liebe, deine Lina" von Barbara Leciejeweski hat all meine Erwartungen übertroffen. So habe ich, ehrlich gesagt, mit einem "netten" historischen Roman für zwischendurch gerechnet, stattdessen aber eine viel tiefergehende, berührende Geschichte über Liebe und alles, was darüber hinausgeht, erhalten.

Die Geschichte Lina Borgers nimmt ihren Start in dem kleinen Dorf Mühlbach am Glan in Rheinland-Pfalz und wird dementsprechend von idyllischen Natur- und Landschaftsbeschreibungen begleitet, sodass ich bereits nach kurzer Zeit das Gefühl hatte, selbst einmal dort gewesen zu sein. Wir begleiten Lina und ihre Familie, ihren Lebenslauf von klein auf, wodurch sie mir neben den anderen gut ausgearbeiteten Charakteren schnell ans Herz gewachsen ist.
Ich war an der einen oder anderen Stelle den Tränen nah und genauso begeistert darüber, dass Themen wie Antisemitismus, die Gleichberechtigung von Frau und Mann über das Frauenwahlrecht und die Militarisierung der Gesellschaft während der Kaiserzeit eine Rolle spielten. Die Autorin hat es definitiv geschafft dem Roman historische Glaubwürdigkeit zu verleihen und darüber hinaus Fiktion und Realität zu vereinen. Nicht nur Mühlbach und Bremen wurden wahrhaftig dargestellt, auch die vielen Personen sowie Dorfgemeinde und Stadtbürger wurden treffend beschrieben.
Ich kann diesen Roman jedem ans Herz legen, der gerne historische Romane aus dem späten 19. Jahrhundert hin zur Jahrhundertwende liest. Es konnte nicht nur der Inhalt, sondern auch der bildlich, flüssige Schreibstil überzeugen.
So konnte der Roman für mich zu einem meiner Lieblinge aus dem Genre werden, (obwohl ich das Cover nur halbwegs ansprechend finde)!
Profile Image for Bojana.
8 reviews
August 25, 2024
„In Liebe, deine Lina“ hat mich am Anfang total mitgerissen. Die erste Hälfte fand ich einfach schön, spannend und traurig. Mühlbach war so lebendig beschrieben.

Leider flacht es danach, meiner Meinung, sehr ab.
Genauer gesagt ab dem Zeitpunkt in dem Lina mit Karl nach Bremen gehen. Es gibt einen Zeitsprung und ab da liebt Lina einfach Karl, ich hätte es aber gerne gelesen. Also wenn sie es selbst realisiert🥺. Genauso wird sie Liebesnacht usw. mit Albert beschrieben, aber zwischen Karl und Lina liest man wenig Romantik. Es fühlt sich mehr wie Freundschaft an. Ich weiß, das die Liebe zwischen den beiden “erwachsen” wirken soll im Vergleich zu ihrer Jugendliebe, aber trotzdem wäre mehr Romantik schön gewesen.

Ab einem gewissen Punkt im Buch wird sich nur noch von Besuchen nach Mühlheim und Walters Besuch in Bremen abgewechselt. Dabei verlagert sich der Fokus von Lina immer mehr auf Charlotte. An sich finde ich das nicht schlimm, aber der Titel suggeriert das Lina die Prota ist. Ab der Hälfte scheint sie das aber nicht mehr zu sein und entwickelt sich auch charakterlich nicht mehr weiter. Hinzukommend dachte ich durch den Tital das Lina häufig Briefe schreibt, aber das ist auch nicht der Fall. 😅

Ich hätte mir gewünscht das sich das Buch mehr auf Lina konzentriert oder auf Lina und Karl. Aber nicht auch noch die Perspektiven von Walter, Albert, August und Charlotte usw. Dadurch wird auch leider die Spannung etwas kaputt gemacht. Vielleicht hätte es hier Sinn gemacht ein paar Besuch und die Briefe zwischen August und Charlotte zu streichen und sich auf das Leben in Bremen zu konzentrieren. Im zweiten Roman hätte man sich auf die Kinder konzentrieren können 🙈
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Domic.
897 reviews17 followers
October 31, 2023
Hach- schön war's in Mühlbach und Bremen! Wie erwartet hat mir dieses Buch wieder sehr gut gefallen- obwohl ich zugeben muss, dass "Fritz und Emma" etwas spannender war. Hat aber sicher damit zu tun, dass die Autorin hier ja die Geschichte ihrer Urgroßmutter erzählt, da kann sie nicht so viele Spannungselemente dazu erfinden...

Trotzdem hat mir die Geschichte sehr gefallen. Es ist eine Liebesgeschichte, ja, aber es geht nicht nur um die Liebe zwischen Lina und ihren Männern, sondern auch um die von Eltern zu ihren Kindern. Und unerfüllte Liebe und "Vernunftehen" kommen auch noch vor.

Ich fand es interessant zu lesen, wie sehr nicht nur Mütter von unehelichen Kindern, sondern auch die Kinder und deren Familien unter diesem Stigma zu leiden hatten. Auch interessant, wie sehr sich die Lebenswelt von Ende des 19ten Jahrhunderts bis heute doch verändert hat - ja, klar hab ich gewusst, dass es Autos und Züge nicht schon immer gab, aber was das konkret für Menschen vor allem auf dem Land bedeutet hat, hat die Autorin sehr gut erzählt.

Schön für mich war natürlich, dass ich die Pfalz ein bissle kenne, weil ein Freund von mir in der Nähe von Kusel wohnt - in Altenglan, wo Lina in den Zug nach Bremen steigt, bin ich auch schon ausgestiegen. Bremen kenne ich allerdings nicht, aber das ist auch nicht notwendig. Neu war mir die Tradition der Musikanten aus der Pfalz, dazu werde ich noch ein bissle googeln.

Und jetzt freue ich mich schon auf Augusts Geschichte, die im März 2024 erscheinen soll.
Profile Image for Martina Weiss.
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November 21, 2023
Der neueste Roman von Barbara Leciejewski wurde von mir schon sehnsüchtigst erwartet und hat mich nicht enttäuscht.
Diese Autorin kann einfach Geschichten erzählen! Ohne kitschig zu werden, berührt sie einen immer und immer wieder. Mit diesem Buch hat sie es sogar geschafft, mich aus meiner Leseunlust abzuholen und mich die Geschichte in einem Rutsch durchlesen zu lassen.

"In Liebe, deine Lina" ist der erste Teil einer Dilogie, es ist Leciejewskis eigene Familie, über die sie schreibt und man spürt, dass es reale Personen sind, weil sie nie überagieren, nie überdramatisch werden.
Wir begeben uns in diesem Teil auf eine Zeitreise bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in die ländliche Gegend der Westpfalz. Und begleiten Lina auf ihrem Weg vom Dorf in die große Stadt Bremen. Und wir erleben wie ihre Tochter Lottchen zum Backfisch Charlotte heran wächst.
Ich mochte die Atmosphäre sehr, Dialoge und Erzählweise lassen diese Zeit vor dem geistigen Auge wiederauferstehen. Die einzelnen Charaktere sind gut ausgearbeitet, ebenso die Nebencharaktere.
Insgesamt also wieder ein sehr lesenswertes Buch der Autorin, für das ich eine absolute Leseempfehlung ausspreche.
... und jetzt muss ich irgendwie die Wartezeit zum zweiten Band rumbekommen!
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November 4, 2023
Ergreifende Geschichte

Ich bin ein großer Fan der Autorin und auch mit „In Liebe, deine Lina“ ist es ihr erneut gelungen, ein bewegendes historisches Drama zu schaffen, das tiefgreifende Einblicke in die sozialen und emotionalen Herausforderungen des 19. Jahrhunderts bietet.
Die Geschichte spielt im 19. Jahrhundert in Mühlbach, Pfalz, und erzählt von der Liebe zwischen Lina und Albert. Als Lina schwanger wird, sieht sich Albert mit der Drohung der Enterbung durch seine Familie konfrontiert und verlässt sie. Lina kämpft mit den Schwierigkeiten im Dorf, verliert ihre Arbeit und ihr Geld. In dieser dunklen Zeit kommt ihr Freund Karl zur Hilfe, ein Mann, der die Härte des Dorflebens aus eigener Erfahrung kennt. Er bietet an, Lina zu heiraten und gemeinsam verlassen sie Mühlbach. Doch Lina sehnt sich immer mehr nach ihrer Heimat und Familie. Ein Besuch in Mühlbach führt zu Ereignissen, die die Familie auf eine harte Probe stellen.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, bildhaft und außerordentlich authentisch. Sie versteht es, die Emotionen der Charaktere auf eine fesselnde Weise darzustellen, die einen sofort in den Bann zieht. Ich habe diese ergreifende Geschichte von Lina mit großer Freude gelesen und konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Es ist ein weiterer beeindruckender Roman dieser begabten Autorin, der mich tief berührt hat.

Profile Image for Cathrin.
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September 20, 2024
Schauplatz dieser Familien-Saga ist ein kleines Dorf in der Pfalz, Endes des 19Jhds. Hier ist es natürlich ein Skandal, wenn eine junge Frau unverheiratet schwanger wird und noch dazu der werdende Vater auf Druck der Familie von einer Heirat nichts mehr wissen will. Einfühlsam und mitreißend erzählt die Autorin Linas Lebensweg, hin-und hergerissen zwischen dem neuen Leben, dass sie sich aufbauen und der Sehnsucht nach der pfälzischen Heimat.
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May 20, 2024
Bisher war Fritz und Emma mein Lieblingsbuch, aber das steht dem nicht nach. Ein tolles Buch
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October 29, 2023
Wunderschöner Auftakt der Mühlbach-Saga

In diesem Buch erzählt die Autorin die bewegende Geschichte ihrer Urgroßmutter, die Ende des 19. Jahrhunderts in Mühlbach, einem kleinen rheinland-pfälzischen Ort aufwuchs. Obwohl sie schon sehr früh ihre Mutter verloren hatte, verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend, trotz großer Armut, unbeschwert und glücklich. Mit 17 Jahren ist sie in den Sohn des ortsansässigen Kaufmanns verliebt und beide sind ein Paar. Als Lina schwanger wird ist sie davon überzeugt, dass Albert sie heiraten wird. Jedoch rechnen beide nicht damit, dass Alberts Eltern sich vehement gegen eine Heirat der beiden sträuben und androhen, ihren Sohn zu enterben. Und Albert fügt sich ihnen. Lina droht jetzt Verachtung und Ausgrenzung aus der Dorfgemeinschaft, denn schließlich ist sie ein liederliches und gefallenes Mädchen mit einem unehelichen Kind, einem sogenannten „Bankert“.
Barbara Leciejewski hat die Geschichte ihrer Urgroßmutter und ihrer Großmutter sorgsam recherchiert. Sie ist umrahmt von fiktiven Personen und Geschehen. Mit einem ruhigen und unaufgeregten Schreibstil führt sie durch die sehr emotionale Handlung, die mir mehr als einmal Tränen in die Augen steigen ließ. Die Protagonisten sind nachvollziehbar und bildhaft beschrieben, wobei es mir ganz besonders Karl angetan hat. Er ist ein Mann, wie man ihn sich nur wünschen kann.
Der Zeitgeist der damaligen Zeit inclusive der politischen Begebenheiten ist sehr gut getroffen und dargestellt. Dadurch war es mir möglich, mich in das Denken und Handeln der einzelnen Charaktere hineinversetzen zu können.
Mein Fazit:
Ein wunderschöner Auftakt der Mühlbach-Saga. Jetzt fiebere ich der Fortsetzung „Für immer, Dein August“, die im März 2024 erscheinen soll, ungeduldig entgegen.
5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung.
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