ein seltsames buch. ein buch, das die verhältnisse benennt und von oben herab kritisiert, denen es seine existenz verdankt. die autorin, die ich mal getroffen habe, will einerseits an dem deutschen gedächtnistheater keine teilhabe, profitiert andererseits doch nicht schlecht davon. sie stellt auf der einen seite fest, mehr persönliche erfahrungen mit antisemitismus in deutschland in zwei jahren gemacht zu haben, als andere während ihres ganzen jüdischen lebens in diesem lande - nur um 6 seiten später zu konstatieren, im grunde eher ungerechtigkeiten erlebt zu haben, "die sich nicht klar gegen mein jüdischsein richteten." und so ähnlich wacklig ist auch die autorität, mit der sie sich anmaßt, über jüdisches leben in berlin zu sprechen - manchmal passend, wenn sie die konvertiten und ihre führenden rollen benennt (wobei sie sich dabei auch skandalös vergreift - die passage über die "kantorin, selbst tochter eines konvertiten" wird ihr hoffentlich mal ordentlich um die ohren gehauen.), herablassend, wenn sie die "sogenannten deutschen juden" so bezeichnet - und schlicht ignorant, wenn sie die vielen facetten, die es hier auch jenseits linker israelis gibt, übergeht. mir fällt es schwer, bei der rolle, die deborah feldman in diesem buch für sich entwirft, nicht an die mandantin von mir zu denken, die gerne ein deutsche und eine jüdische opferidentität sich aneignen würde, aber weder jüdische noch deutsche erfahrungen wirklich ihr eigen nennen kann.