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Les Dents de lait

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Skalde et sa mère Edith vivent dans leur maison isolée à l'orée de la forêt. L'adolescente n'a jamais vu le bleu du ciel : leur région est en proie au brouillard et à la sécheresse depuis si longtemps. Les derniers habitants du coin, après avoir fait sauter l'unique pont qui les reliait au reste du monde, espèrent ainsi que leur autarcie volontaire les protègera du chaos. Un jour, Skalde découvre dans une clairière une enfant à la chevelure rouge feu. D'où vient-elle ? Comment a-t-elle pu arriver jusqu'ici ? Consciente de sa transgression, l'adolescente recueille la petite fille, sous le regard méfiant de sa mère Edith. Car les deux femmes ne se sont jamais vraiment intégrées à cette communauté pétrie de peurs et de superstitions. Tandis que les villageois s'organisent, le trio devra bientôt faire face à une véritable chasse aux sorcières.

272 pages, Mass Market Paperback

First published January 1, 2019

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About the author

Helene Bukowski

7 books17 followers

Ratings & Reviews

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Community Reviews

5 stars
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358 (41%)
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2 stars
57 (6%)
1 star
3 (<1%)
Displaying 1 - 30 of 116 reviews
Profile Image for persephone ☾.
628 reviews3,672 followers
January 30, 2022
i feel empty.
picture this : a mother and a daughter living in an almost post-apolyptical world. the daughter finds a girl in the forest but no one in the village seems to accept her. the daughter categorically refuses to let go of the girl. how will all of this unravel ?

that's our story right here but let's sparkle in a little bit of mommy issues, a lot of tears and some teeth (for some obscure reason) 🙂
Profile Image for Meike.
Author 1 book4,977 followers
August 3, 2019
Bukowski verbindet in ihrem Debütroman eine Öko-Dystopie mit dem Szenario einer abgeschotteten Gesellschaft, in der Angst- und Ausgrenzungsmechanismen das Zusammenleben bestimmen. Schon der Name der Protagonistin zeigt, wo es hier lang geht: "Skalde" ist altnordisch für "Dichter", und so wie beispielsweise die isländischen Sagas frühe Gesellschaften in einer Mischung aus Realismus und Mythologie spiegeln, so berichtet Skalde ihren Lesern (an die sie sich explizit richtet) mal nüchtern, mal fantastisch von der Gesellschaft, der sie angehört - oder besser angehört hat, denn gleich am Anfang erfahren wir, dass sie fliehen wird. Skalde flieht nicht nur vor der Hitze, die Teile der Umgebung bereits unbewohnbar gemacht und, wohl im Zusammenspiel mit anderem Umweltphänomenen, zahlreiche Tierarten ausgerottet hat. Sie flieht, auch wenn es ihr schwer fällt, ihre Heimat zu verlassen, vor der Ablehnung und Bedrohung durch andere Mitglieder der kleinen, homogenen und konformistischen Gemeinschaft, in der sie als Aussätzige behandelt wird, da ihre Mutter zugewandert ist - und das ist gegen die Regeln: Fremde werden eigentlich nicht geduldet, negative Entwicklungen werden automatisch ihnen zugeschrieben. Als Skalde dann noch die fremde, rothaarige (!) Meisis aufnimmt, geraten sie, ihre Mutter und das Flüchtlingsmädchen in große Gefahr...

Zwar ist der Text teilweise wie ein Rätsel aufgebaut, Informationen werden schrittweise enthüllt und fantastische Elemente weisen auf emotionale Wahrheiten hin, doch es ist nicht schwer, Verarbeitungen aktueller politischer Entwicklungen im Text zu entdecken: Ausländerfeindlichkeit (ob AfD, LePen, "take back control" beim Brexit oder "send them back" in den USA), fake news (automatisch sind die "Wechselbalge", sprich: Die Fremden, schuld), Abschottung (Bukowskis Gesellschaft sprengt die Brücke über den Fluss, Trump will eine Mauer bauen), Klimawandel und Artensterben - alles da. Bukowski hat sowas wie eine dystopische deutsche Saga geschrieben, und zu dieser schlauen Konzeption und der spannenden Geschichte muss man ihr gratulieren.

Klar ist dieses Buch nicht perfekt, der Text ruckelt und rumpelt manchmal ein bisschen, aber eins ist er nicht: Zahm und langweilig. Es wäre sicher eine gute Entscheidung, Bukowski auf die Longlist zum Deutschen Buchpreis zu setzen und dieser jungen Schriftstellerin damit die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie verdient.
Profile Image for Anika.
967 reviews320 followers
June 17, 2019
Ein wirklich gelungener Debütroman, der eine ganz eigene Atmosphäre hat. Die Welt, die Helene Bukowski hinauf beschwört, ist unserer - in Ansätzen - nicht unähnlich, zumindest ist sie wohl aus ihr hervorgegangen. Die "neue" dystopische Welt, in der die Hauptfiguren Skalde und Edith leben, ist unfreundlich, unnahbar, ruppig und wenig gastfreundlich - was auch auf die wenigen dort lebenden Menschen zutrifft. Die Gemeinschaft bleibt lieber unter sich, sie hat schon genug damit zu tun, sich gegenseitig zu beäugen. Wichtig ist das Überleben des Einzelnen und seiner Sippe, mögliche Bedrohungen sind unter allen Umständen zu vermeiden. Dies bekommt Skalde zu spüren, als sie ein junges Mädchen im Wald findet und bei sich aufnimmt - ein Mädchen, das eindeutig nicht aus der Gegend stammt, und entsprechend skeptisch, wenn nicht als Gefahr, betrachtet wird.

Die Stimmung in dem Buch ist grundlegend bedrückend, ich würde sie fast schon düster oder gespenstisch nennen (nur ohne Grusel oder Geister). Die Beziehung zwischen Edith (Mutter) und Skalde (Tochter) ist furchtbar kühl, Liebe, Wärme oder Empathie scheinen in der Gegend, zumindest bis das Mädchen auftaucht, absolute Mangelware zu sein. Diese besondere Stimmung, sie ist fast greifbar. Nebelwaden, später sengende Hitze, gähnende Langeweile, die tägliche Suche nach Nahrung, der Verzehr von eingelegten Früchten, Kondensmilch und selbst geschlachteten Kaninchen - das alles liest sich ein bisschen wie "Minimalismus gone wrong". Vieles wirkt antiquiert, fast schon steinzeitlich, doch immer wieder blitzen moderne Techniken auf (Autos, Fernseher), die die Lesenden in die Gegenwert zurück holen.

Mystisch ist ein weiterer Aspekt der Geschichte, ebenso wie Symbolik. Tiere tauchen immer wieder auf: Die bereits erwähnten Kaninchen, die als Rundumversorgung genutzt werden (Fleisch und Fell); Hunde, die vor allem zu Edith einen ganz besonderen Draht haben. Wasser spielt eine große Rolle - zum einen trennt es die uns bekannte Gemeinschaft vom Rest der Welt (die Abschottung wurde selbst gewählt), zum anderen verbringt vor allem Edith teils Tage in der Badewanne. Früchte kommen auch immer wieder vor - nicht nur als "süße" Belohnung, sondern auch gewissermaßen als Apfel des Sündenfalls. Und dann sind da natürlich noch, nicht zuletzt, die titelgebenden Milchzähne. Oh ja, hier gibt es viel zu "sehen".

Die Kapitel sind sehr kurz, meist nicht länger als wenige Seiten. Die Sprache ist klar und verständlich, ab und an werden eigene Gedanken von Skalde KOMPLETT IN GROßBUCHSTABEN ans Ende oder den Anfang des Kapitels gestellt - wirkt gelegentlich befremdlich. Auch diese Gedanken bieten wieder einiges an Spekulationsspielraum.

Allgemein muss ich sagen, dass mir das Buch zwar gefallen hat, an einigen Stellen aber noch Luft nach oben ist. Unter anderem fühlte ich mich während des Lesens komplett in der Welt verloren - leider löste sich dieser Zustand kurz nach dem Auslesen wieder auf. Ich hatte irgendwie gehofft, dass das Erlebnis noch länger "nachwirkt". Außerdem hätte ich gerne noch mehr von den Hintergründen des Landes und der Zukunft der Protagonistinnen erfahren. Auch wurde mir die Symbolik - kombiniert aus Skaldes Gedanken und dem eigentlichen Text - gegen Ende hin eine Spur zu viel.

Auf jeden Falle eine Leseempfehlung, allein schon, weil dieses Buch so anders ist. Ich werde die Autorin auf jeden Fall weiter verfolgen und bin gespannt, was da noch kommt. Ein Buch, das ich mir sehr gut als (gute!) moderne Schullektüre vorstellen könnte.
Profile Image for Elena.
1,034 reviews416 followers
August 13, 2022
"Auf der Flucht in einem klar abgesteckten Gebiet beginnst du, im Kreis zu gehen. Die Entfernung wird sich dabei nicht vergrößern, es bleibt, den wirklichen Abstand im Kopf zu messen." - Helene Bukowski, "Milchzähne"

Skalde und ihre Mutter Edith leben allein in einem alten Haus am Waldrand in der Gegend. Die Gegend ist vom Rest der Welt abgeschottet, dafür haben die Bewohner*innen gesorgt, indem sie vor Jahren die Brücke über den Fluss sprengten. Doch dann taucht auf einmal ein Kind mit feuerrotem Haar im Wald auf und Skalde nimmt es zu sich. Sie versucht, die Existenz des Kindes vor den anderen geheim zu halten - doch ein Mensch lässt sich nicht so leicht verstecken. Leise und bedrohlich schleicht sich die Katastrophe heran, nicht nur in Gestalt der Menschen der Gegend, sondern auch in Form der Hitze, die langsam auch von der abgeschiedenen Landschaft Besitz ergreift...

"Milchzähne" ist das literarische Debüt von Helene Bukowski und hat mich vor allem aufgrund seiner Aktualität und düsteren Atmosphäre total abgeholt. Die Autorin erschafft eine Dystopie, die gerade in diesem heißen Sommer, der uns die Klimakrise intensiv spüren lässt, extrem real erscheint. Sie setzt ihre Figuren in die "Gegend", einen Flecken Land, den seine Bewohner*innen zum Schutz vor der Klimakrise vom Rest der Welt abgeschnitten haben. Die Menschen der Gegend leben vollständig autark und haben ihre eigenen Regeln und Gesetze aufgestellt. Fremden gegenüber sind sie gelinde gesagt skeptisch, Alkoholmissbrauch und Gewaltexzesse stehen an der Tagesordnung. In dieser Umgebung müssen Skalde, Edith und Meisis sich zurecht finden - und überleben.

Der Roman ist von Beginn an sehr packend und atmosphärisch, der Schrecken und die Spannung lassen die Lesenden nie wirklich los. Man fiebert die ganze Zeit auf das große Finale hin, möchte wissen, wie diese Geschichte, die sich so lebensecht anfühlt, ausgehen kann. Hinzu kommen sehr detaillierte Beschreibungen der Natur und der Lebensumstände in der Gegend, was mir besonders gut gefallen hat - meine Vorstellungskraft konnte sich zwischen den Seiten richtig austoben. Wenn ihr gerne von unheilvollen, realitätsnahen Zukunftsszenarien lest, Bücher, die auf dem Land spielen mögt und dazu noch Lust auf eine spezielle Mutter-Tochter-Beziehung habt, solltet ihr "Milchzähne" auf keinen Fall verpassen!
Profile Image for Great-O-Khan.
469 reviews126 followers
December 8, 2022
Die Betonbrücke wurde gesprengt, um den einzigen Weg in die Siedlung zu schließen. Wie konnte das Kind Meisis trotzdem hierher kommen? Die Bewohner haben Angst und bedrängen Skalde und Edith. Skalde hat Meisis aufgenommen. Ihre schwierige Mutter Edith war dagegen.

Es wird eine post-apokalyptische Welt beschrieben. Das Klima ist gekippt. Die Hitze ist allgegenwärtig. Mittendrin befinden sich Mutter und Tochter in einer problematischen Wohngemeinschaft.

Der Roman besteht aus 77 Kapiteln auf 220 Seiten. Und nicht nur die Kapitel sind kurz. Auch die Sätze sind kurz. Dadurch entsteht in Kombination mit dieser seltsamen Geschichte eine hohe Rasanz. Ich bin geradezu durch das Buch gerast, mit dem 76-fachen Gedanken "ein Kapitel geht noch".
Profile Image for Aly Lauck.
366 reviews23 followers
July 10, 2024
Such a weird, quirky book that I loved! Translation from German was impeccable too! Interesting concept!
Profile Image for Sternenstaubsucherin.
658 reviews2 followers
December 29, 2025
Ruhige, düstere Dystopie.
Hat mir sehr gut gefallen. Menschliche Abgründe. Ausgrenzung.
Die Augen verschließen vor dem eigentlichen Problem. Die Schuld an allem auf ein unschuldiges Kind zu projizieren.
Ein Bezug zur aktuellen politischen Situation drängt sich da automatisch auf!
Profile Image for Lyra.
370 reviews46 followers
May 11, 2019
- Beklemmende, atmosphärische, faszinierende Dystopie, die mich ganz in ihren Bann gezogen hat -

* Spoilerfreie Rezension! *

~ Helene Bukowski hat mich mit ihrer düsteren, beklemmenden Dystopie vollkommen in ihren Bann gezogen. Das liegt unter anderem an ihrem einfachen, aber sehr intensiven Schreibstil, und an ihren vielschichtigen, hochinteressanten Figuren, die immer wieder überraschen. Die Geschichte weist Parallelen zu unserer aktuellen Gesellschaft auf und kritisiert diese subtil. Die Autorin behandelt Themen wie Klimawandel, psychische Krankheiten, die Engstirnigkeit von Menschen, die nie ihren Geburtsort verlassen haben und die irrationalen Angst vor dem Fremden, die blitzschnell in Hass umschlagen kann, tiefgründig. Dabei wird auch mit Symbolen gearbeitet, viel steckt zwischen den Zeilen. Die größte Stärke dieses Debüts ist aber meiner Meinung nach die dichte, unheilvolle Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Dadurch und durch unerwartete Twists und kryptische Andeutungen entsteht eine ganz eigene Art von Spannung, bei der ständig eine vage Bedrohung im Hintergrund mitschwingt. Fazit: „Milchzähne“ ist ein einzigartiges, faszinierendes Debüt, das auch euch gefangen nehmen und erst nach der letzten Seite wieder loslassen wird! Unbedingt lesen! ~

Inhalt

Die junge Skalde und ihre Mutter Edith wohnen gemeinsam mit ihren zwei Doggen in einem abgeschiedenen Haus neben dem Wald. Das abgelegene Stück Land, auf dem sie (und wenige andere Menschen) leben, ist von der Außenwelt abgeschnitten, seit vor Jahren die einzige Brücke über einen reißenden Fluss gesprengt wurde, um sich vor den drohenden Gefahren einer dystopischen Welt zu schützen. Das Leben dort ist hart, doch alles hat eine bestimmte, beruhigende Ordnung. Diese wird jedoch empfindlich gestört, als ein kleines Mädchen auftaucht und Skalde dieses mit nach Hause nimmt. Ihre Andersartigkeit und unbekannte Herkunft schüren die Angst der anderen DorfbewohnerInnen, die bald in Hass umschlägt. Skalde soll das Kind ausliefern…

Übersicht

Einzelband oder Reihe: Einzelband
Verlag: Blumenbar
Seitenzahl: 256
Erzählweise: Ich-Erzähler, hauptsächlich Präteritum, selten Präsens
Perspektive: weibliche Perspektive
Kapitellänge: sehr kurz (weniger als eine Seite) bis mittel
Tiere im Buch: -! Dieses Buch ist für TierfreundInnen nicht leicht zu ertragen: Kaninchen werden geschlachtet und gegessen, ihr Fell wird zu Mänteln verarbeitet, generell wird viel Fleisch verzehrt, Rehe werden zusammengetrieben und erschossen, Insekten werden grausam in Klebefallen gefangen, Schnecken werden mit kochendem Wasser übergossen (bitte, haltet von solcher Tierquälerei Abstand und greift zu einer tierfreundlichen Methode im Kampf gegen Schnecken (z.B. Schnegel, Laufenten).) Edith hat in ihrem Haus eine Sammlung toter Schmetterlinge, streunende Katzen werden ertränkt, eine Streunerkatze wird sich selbst überlassen und Hunde werden aus Rache ermordet. Als mildernder Umstand kann, was die Schlachtungen angeht, angesehen werden, dass Skalde und Edith das Fleisch brauchen, um zu überleben – und dass kein Tier von ihnen absichtlich gequält wird. Zudem werden die Hunde von ihnen sehr liebevoll und gut behandelt.

Traurige Information an dieser Stelle, was das Ertränken von Katzen betrifft: Es passiert leider immer noch! Auch diesen Frühling werden wieder unzählige Katzenbabys grausam ihr Leben verlieren, weil sie ertränkt, erschlagen oder auf andere Weise getötet werden, weil schlechte Menschen sich die Kastrationskosten sparen wollen. Deshalb mein Appell an euch: Lasst nicht zu, dass so etwas weiterhin passiert, sondern klärt über die Wichtigkeit von Kastrationen auf und zeigt jene TierquälerInnen an – auch dann, wenn es sich dabei um eure NachbarInnen, FreundInnen oder sogar Familienmitglieder handelt.

Warum dieses Buch?

Bei diesem Buch haben mich die Leseprobe und der Klappentext sehr neugierig gemacht – ich wollte die Geschichte unbedingt lesen. Dass das Buch schon Lob von KritikerInnen erhalten hatte, hat mein Interesse nur noch verstärkt.

Meine Meinung

Einstieg (♥)

Der Einstieg in die Geschichte ist mir sehr leicht gefallen, was nicht nur an den kurzen Kapiteln und dem gelungenen Schreibstil, sondern auch an der intensiven Stimmung liegt, die schon auf den ersten Seiten aufgebaut wird.

"Einige sagen, es hat ein Feuer gegeben. Die Trockenheit der Wälder. Ein einzelner Funke. Ungünstiger Wind. Ich stelle mir eine schwarze Ebene vor. Die Asche fällt wie Schnee." Seite 7

Schreibstil (♥)

Helene Bukowskis Schreibstil finde ich wunderbar. Er ist einfach, flüssig und angenehm lesbar, dennoch ist er niemals oberflächlich. Die Autorin schreibt sehr anschaulich, verliert sich jedoch nicht in Details. Teilweise wirkt die Sprache nüchtern, teilweise durch die tollen Vergleiche und Metaphern aber auch richtig schön und poetisch – und immer wohnt den kurzen, oft abgehackt wirkenden Sätzen eine unvermutete Intensität inne, die einen sofort in ihren Bann zieht.

„Mit dem Kind im Haus sind die Nächte heller geworden. Die Dunkelheit ist jetzt weich wie ein Mantel aus Pelz. Ich lege sie mir um die Schultern.“ Seite 43

„Der Himmel war von einem dunklen Blau, wie hundert Meter tiefes Wasser.“ Seite 210

Inhalt, Themen, Botschaften & Ende (♥)

Mit „Milchzähne“ hat die junge Autorin eine erstaunlich düstere, schwermütige, beklemmende Dystopie geschaffen, die nicht immer einfach zu verdauen ist, die aber ohne Frage Faszination auslöst. Das Debüt wird durch die wenigen Figuren und die Einsamkeit im Wald zu einer Charakterstudie (fast schon zu einem Psychogramm) – Helene Bukowski nimmt sich Zeit, ihre Figuren in all ihren Facetten zu entdecken. Über allem hängt stets eine vage, nicht greifbare, unheilvolle Bedrohung. Die Welt scheint nämlich auf ihren Untergang zuzusteuern, während die DorfbewohnerInnen stoisch ihrem Alltag nachgehen. Es wird (durch den Klimawandel?) immer heißer, Tiere verlieren ihre Farbe und Obstbäume blühen das ganze Jahr, ohne Früchte zu tragen. Man erfährt nicht viel, die Fragen, die sich einem im Laufe der Lektüre stellen, werden immer drängender: Was passiert gerade auf der Welt? Warum wurde die Brücke damals gesprengt? Was befindet sich auf der anderen Seite? Doch genau diese Ungewissheit ist auch eine der größten Stärken des Buches (deshalb ziehe ich auch keine Sterne ab), denn man weiß nicht mehr als die Figuren darin, man erhält keine wissenschaftliche Erklärung – und das löst Unbehagen aus und macht Angst.

Vor allem zu Beginn handelt es sich bei diesem Buch um eine Aneinanderreihung verschiedener (mal bedeutender, mal alltäglicher) Momente der Kindheit und Jugendzeit von Skalde. Erst als Meisis, das unbekannte Mädchen, auftaucht und die bestehende Ordnung durcheinanderbringt, wird eine lineare Handlung erzählt. Helene Bukowski geht hierbei in die Tiefe, viel scheint zwischen den Zeilen zu stecken. Eine detaillierte Analyse der Symbole und verborgenen Bedeutungen würde vermutlich sehr interessante Erkenntnisse zutage fördern. Dabei ist der Roman von der Realität nur scheinbar weit entfernt – nach und nach treten Parallelen zu unserer Gesellschaft und aktuellen Lage (Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Angst vor Flüchtlingen) deutlich in den Vordergrund. Die Autorin befasst sich in ihrem Roman mit psychischen Krankheiten, Aberglauben, der Engstirnigkeit von Menschen, die nie ihren Geburtsort verlassen haben und mit der oft irrationalen Angst vor dem Fremden, die blitzschnell in Hass umschlagen kann. So wird die Dystopie an manchen Momenten zu einer Parabel und sehr gelungenen Gesellschaftskritik.

Der Schluss hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Geschichte meiner Meinung nach viel zu früh endet. So viele Fragen bleiben unbeantwortet – und während es einen Teil in mir gibt, der das gelungen findet, so gibt es auch einen Teil in mir, der sich wenigstens ein paar mehr Informationen und Antworten gewünscht hätte.

„‘Wieso haben sie Angst vor mir?‘, fragte sie.
‚Weil du nicht so bist wie sie'“, antwortete ich.“ Seite 78

Haupt- & Nebenfiguren (♥)

Die Figurenzeichnung ist sehr gut gelungen. Es handelt sich bei Skalde und ihrer Mutter Edith um zwei vielschichtige, dreidimensionale Figuren, die sehr liebevoll ausgearbeitet wurden und dennoch immer schwer greifbar und schwer einzuschätzen bleiben. Immer wieder entdeckt man als LeserIn neue, oft unerwartete Facetten an ihnen. Keine der Hauptfiguren ist eindeutig sympathisch oder unsympathisch, viel eher bewegen sie sich ständig auf dem Kontinuum dazwischen hin und her. Manchmal wirken sie labil, manchmal weiß man nicht so recht, ob man ihnen vertrauen kann. Skalde verliert sich z. B. oft in Mordfantasien über ihre Mutter. Trotzdem wachsen diese Menschen einem irgendwie, auf eine sich kompliziert anfühlende Weise, ans Herz. Besonders Edith fand ich sehr faszinierend, manchmal sogar unheimlich gezeichnet. Sie sperrt sich manchmal tagelang in ihrem Kasten ein, nimmt stundenlange Bäder, hat nie ihre Milchzähne verloren, scheint nicht zu essen und Hunde strömen von allen Höfen zu ihr, wenn sie nach ihnen ruft. Manchmal stellt sich unweigerlich die Frage: Ist Edith eigentlich menschlich? Ist sie real?

Die anderen Figuren haben nur kleine Nebenrollen, aber alle sind ausnahmslos sehr gelungen ausgestaltet. Sie wirken lebendig, eigenbrötlerisch, sehr authentisch. Dafür hat die Autorin ein großes Lob verdient!

„Ich möchte den Körper meiner Mutter nehmen, im staubigen Sand platzieren und darüber mit dem Pick-up meine Runden drehen.“ Seite 172

Spannung & Atmosphäre (♥)

Die beklemmende, dichte Atmosphäre in diesem düsteren Roman ist seine größte Stärke. Während man diese Geschichte liest, taucht man völlig in sie ab, ist wie gebannt, schwitzt mit Skalde und Edith in der Hitze und wartet darauf, dass etwas Schlimmes passiert. Manche Sequenzen wirken albtraumhaft, manchmal überträgt sich die träge, statische, trostlose Stimmung der heißen Sommertage auf einen selbst. Man fühlt sich zunehmend eingesperrt, ängstlich. Kryptische An- und Vorausdeutungen und so manche überraschende Wendung und dramatische Szene sorgen für zusätzliche Spannung und emotionale Momente, die mich nicht kaltgelassen haben. Hier hat Helene Bukowski meiner Meinung nach alles richtig gemacht!

„Der Wald ist ein anderer. Vielleicht wurden über Nacht die Bäume ausgetauscht, und nun stehen dort stattdessen Attrappen, deren einzige Funktion es ist, Verstecke zu sein, um das Auflauern zu optimieren.“ Seite 49

Feministischer Blickwinkel (♥)

Ich liebe die vielen starken, sturen, mutigen, manchmal merkwürdigen Frauen, die diesen Roman bevölkern. Der drohende Weltuntergang hat die alte Geschlechterordnung etwas durcheinandergewirbelt, Frauen jagen, verfallen dem Alkohol und kümmern sich ums Überleben – sie haben gelernt, sich durchzusetzen. Dennoch wäre es natürlich cool gewesen, wenn die Anführerin des Dorfes eine Frau gewesen wäre. Vielleicht ja beim nächsten Buch!

Mein Fazit

Helene Bukowski hat mich mit ihrer düsteren, beklemmenden Dystopie vollkommen in ihren Bann gezogen. Das liegt unter anderem an ihrem einfachen, aber sehr intensiven Schreibstil, und an ihren vielschichtigen, hochinteressanten Figuren, die immer wieder überraschen. Die Geschichte weist Parallelen zu unserer aktuellen Gesellschaft auf und kritisiert diese subtil. Die Autorin behandelt Themen wie Klimawandel, psychische Krankheiten, die Engstirnigkeit von Menschen, die nie ihren Geburtsort verlassen haben und die irrationalen Angst vor dem Fremden, die blitzschnell in Hass umschlagen kann, tiefgründig. Dabei wird auch mit Symbolen gearbeitet, viel steckt zwischen den Zeilen. Die größte Stärke dieses Debüts ist aber meiner Meinung nach die dichte, unheilvolle Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann. Dadurch und durch unerwartete Twists und kryptische Andeutungen entsteht eine ganz eigene Art von Spannung, bei der ständig eine vage Bedrohung im Hintergrund mitschwingt. Fazit: „Milchzähne“ ist ein einzigartiges, faszinierendes Debüt, das auch euch gefangen nehmen und erst nach der letzten Seite wieder loslassen wird! Unbedingt lesen!

Bewertung

Idee, Themen, Botschaft: 5 Sterne ♥
Umsetzung: 4,5 Sterne
Worldbuilding: 5 Sterne ♥
Einstieg: 5 Sterne ♥
Schreibstil: 5 Sterne ♥
Figuren: 5 Sterne ♥
Atmosphäre: 5 Sterne ♥
Spannung: 5 Sterne ♥
Ende / Auflösung: 4 Sterne
Emotionale Involviertheit: 5 Sterne ♥
Feministischer Blickwinkel: ♥
Regt zum Nachdenken an!

Insgesamt:

❀❀❀❀❀♥ Lilien

Dieses Buch bekommt von mir fünf begeisterte Lilien und ein Herz – und somit den Lieblingsbuchstatus!
Profile Image for Mona.
192 reviews7 followers
November 19, 2023
Ein spannender, vielversprechender Start in einer ganz eigenen Welt, die durch die Sprache schnell Gestalt annahm. Irgendwann fledderte das aber aus und wurde beliebig.
Profile Image for Isabella.
504 reviews117 followers
November 8, 2020
Die Figuren und ihre Dynamik untereinander sind genial, ich mochte generell die Idee gerne. Leider fühlt sich der Roman in vielerlei Hinsicht unfertig an. Vieles bleibt auf eine unangenehme, skizzenhafte Art und Weise offen.
Profile Image for paperbackpeonies.
39 reviews35 followers
November 16, 2021
How to describe this book? Think sparsely written Alice in Wonderland, survivalist edition, with dystopian elements à la The Water Cure woven in. A modern-day German fairytale. Skalde and her mother Edith live in The Territory. No one leaves this place and no one can come in. Animals that make it across the border die soon after and rumors are that the people on the outside have vanished. When a red-haired child appears in the woods, her presence marks an end to the safety the people of The Territory feel. While Skalde cares for the child, unrest and violence simmer within the town. When six sisters vanish, all eyes turn to Skalde and the villagers demand the child's life as payment for those they lost.
I believe this book is about the impacts of climate change. The Territory is covered in dense fog which lifts only to allow an oppressive heat to take over. Crops are failing and animals cannot survive. As the people become more desperate to survive, their humanity begins to breakdown. Bukowski's novel is dystopian, but potentially an all too real warning of what is to come when we pass the point of no return; when it becomes too late to repair the damage we have done to our planet.
Profile Image for Miss Bookiverse.
2,235 reviews87 followers
March 16, 2020
[2.5 Sterne]

"Roman" steht groß und fett drauf, aber "Parabel" oder "Novelle" hätte es viel besser getroffen und weniger falsche Erwartungen geweckt. Milchzähne ist allenfalls das Skelett eines Romans. Die Figurenzeichnung ist einwandfrei gelungen, der Schreibstil liest sich leicht weg, aber bei den kurzen Kapiteln beginnt es zu hapern. Ich lese gern knappe Kapitel, aber diese hier sind symptomatisch für das Problem dieses Romans: nahezu alles ist zu kurz und knapp dargelegt. Es scheint um Fremdenhass und den Klimawandel zu gehen, aber wir erfahren viel zu wenig. Was ist denn mit der Welt außerhalb dieser Gemeinschaft passiert? Wie hat sich die Gemeinschaft etabliert und welche Regelungen herrschen? Hier und da gibt es Informationshäppchen, die zwar Spannung aufbauen, aber am Ende kein stimmiges Bild ergeben. Vielleicht hat die Autorin diese Informationen gar nicht zurück gehalten, sondern sie bloß nicht zuende gesponnen. Wenn das alles deutlich ausgebaut worden wäre, hätte mich vielleicht auch der dürftige Plot mitreißen können.
Profile Image for Laura.
1,280 reviews42 followers
September 5, 2021
Et soudain... rien ne se passa !
Rien à en dire.
Du post-apo, certes, mais inintéressant.
Pour une fois, Gallmeister m'a déçue, cela arrive.

PS : L'autrice a-t-elle lu Le mur invisible ? (elle est Allemande et ça se passe dans la forêt quasiment en huis-clos dans une maison... on est en droit de se le demander).
Profile Image for Soeph.
170 reviews1 follower
March 15, 2022
Gleichzeitig alle Gedanken und keine
Profile Image for Venus.
48 reviews
May 7, 2024
Es com llegir una peli, la redacció es intrigant. Lhe gaudit, feia temps q no llegia ficció d’aquest tipus
Profile Image for Gerberaliteraria.
111 reviews32 followers
March 14, 2025
En esta historia encontramos un mundo al límite de la catástrofe climática en el que momentáneamente se salva un territorio donde se centrará nuestra historia.
En este territorio sus habitantes subsisten en unas condiciones climáticas cada vez más calurosas, teniendo el trueque y la desconfianza como modo de vida hasta que su rutina se ve desestabilizada con la aparición repentina de una niña de la que no se conoce su procedencia.

Muy alejada de la simpleza de su sinopsis, la historia mantiene un ritmo adictivo en el que iremos descubriendo poco a poco a través de capítulos cortos la situación de la protagonista tanto presente como pasada no queriendo parar de leer. Hilada de una forma magistral, la novela te mantendrá en vilo deseando saber más del territorio y sus habitantes,así como querer descubrir qué ocurre y de dónde salió esa niña empatizando a su vez con la situación ya que podría ser una circunstancia que por desgracia podría darse en la vida real.
Por otro lado, los personajes me parecen muy bien construidos mostrándonos desde la locura y la maldad que puede verse en el ser humano en situaciones extremas hasta la bondad más infinita.
Un libro que se os hará super corto y de lectura ligera que os recomiendo encarecidamente por su originalidad, historia tan cargada de simbolismos y aprendizajes dentro de la cotidianeidad de los personajes así como su carácter adictivo.
¿Conocíais este libro? ¿Os llama la atención?
Profile Image for Anna Lngnr.
94 reviews21 followers
April 30, 2021
Dieses Buch war nicht perfekt. Aber ich habe es geliebt.
Es transportiert viel Düsternis und Traurigkeit, dazwischen aber auch immer wieder eine ganz subtile Schönheit und einen Schimmer von Hoffnung, wie der letzte Lichtstreifen der untergehenden Sonne am Horizont.

Helene Bukowski erzählt in ihrem Debüt-Roman die dystopische Geschichte der jungen Skalde, die mit ihrer Mutter Edith auf einer kleinen, von der Welt abgeschnittenen Insel im Nirgendwo lebt. Und genau so fühlt es sich auch beim Lesen an. Ich hatte das Gefühl, in einer Seifenblase zu schweben, abgeschnitten von meiner Umgebung und dem Rest der Welt und völlig in der Geschichte zu versinken, insbesondere am Anfang, als man Skalde ganz nah und intensiv in der einsamen Zurückgezogenheit ihrer kleinen Welt erlebt. Dabei stand auch die Beziehung von Skalde und Edith im Fokus, die psychologisch wahnsinnig spannend und aufreibend war. Erst nach einer ganzen Weile entfaltet sich hier ein klareres Bild dessen, was hinter der Dynamik steckt. Nach und nach eröffnen sich dann auch Einblicke in die Existenzen anderer InselbewohnerInnen, die trotz eher nebensächlicher Präsenz teilweise einen tiefen Eindruck hinterlassen. Und die kleine Gesellschaft gerät in Aufruhr, als Skalde ein junges Mädchen im Wald entdeckt, das nicht dort hin zu gehören scheint.

Die Atmosphäre des Buches ist durchweg geradezu körperlich spürbar. Die Sprache ist die meiste Zeit über recht einfach gehalten, strotzt aber trotzdem nur so vor Symbolik und poetischen Einschüben, dies insbesondere an den Anfängen und Enden der Kapitel, an denen LeserInnen aber immer wieder Einschübe von Skaldes Notizen finden, in denen sie Gedanken, Empfindungen und Eindrücke von ihrer Welt festhält. An vielen Stellen des Romans bleibt sehr viel Raum für Interpretationen.

Die Themen sind so vielfältig wie relevant. Es geht um Klima, Flucht, Ausgrenzung, Fremdenangst und –hass, Vorurteile, Herkunft, Identität, Gemeinschaft, Hoffnung, Angst, Verlust, Familie. Und noch mehr. Dabei kommen viele Botschaften wie ein Faustschlag daher, obwohl ganz subtil erzählt und ohne jemals etwas direkt zu benennen.

Diese indirekte Art der Erzählung zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. So wird auch nie so richtig erklärt, in welcher Version unserer (?) Welt wir eigentlich leben, was passiert ist und außerhalb der Insel noch passiert, wo wir uns befinden und nicht einmal, warum und wie gewisse Dinge denn nun so eigentlich möglich sind. Aber genau das hat für mich den Zauber dieser Geschichte ausgemacht, die oftmals mit einem Märchen verglichen wird, was ich in jeder Hinsicht absolut passend finde.

Auch das Ende ist recht offen gehalten und lässt LeserInnen durchaus Spielraum für Vermutungen, aber ebenso für eine ganze Bandbreite von Gefühlen, so, wie im ganzen Verlauf der durchaus kurzen Geschichte eben auch. Ich hätte mir kein anderes Ende gewünscht oder vorstellen können.
Die Deutungsvielfalt und den Verzicht auf jegliche Form der Erklärung muss man als LeserIn natürlich mögen und genießen können. Ich konnte es und kann es daher nur jedem empfehlen, der Lust hat, mal für ein paar Stunden alles um sich herum zu vergessen.

Ab jetzt heißt es Augen und Ohren offenhalten nach weiteren Veröffentlichungen der Autorin :)
Profile Image for mandarina.
116 reviews2 followers
April 2, 2025
I love her lack of energy. Go girl give us nothing.
Profile Image for Leyre Ciordia.
77 reviews6 followers
Read
May 6, 2025
increíblemente angustioso, pero bellísimo y tiernísimo (tiene dos temas que me generan mucha angustia: que mi madre me deje de querer y la crisis climática).
Profile Image for Aude Bouquine Lagandre.
725 reviews218 followers
August 29, 2021
Dans « Les dents de lait », le lecteur pourrait faire un parallèle vers une fable, ou un conte. On pourrait également placer le récit dans un futur proche, presque post-apocalyptique. Focus sur une région plongée dans le brouillard, où la terre n’est que sécheresse, une région qui semble presque morte. Une communauté vit sur ces terres, en totale autarcie. Personne n’entre sur son territoire, personne n’en sort. Elle s’est assurée de cet état de fait en faisant sauter le seul pont susceptible d’amener un étranger jusqu’à eux. « Imagine si tout le monde faisait ce qui lui passe par la tête sans réfléchir une seconde à l’impact que ça a sur les autres et aux conséquences que ça entraîne. Dans la région, on s’aligne sur les autres, on s’adapte, c’est comme ça. C’est la seule raison pour laquelle on s’en sort encore relativement bien. Ici, on ne pense pas d’abord à soi, on pense à la communauté, à la région. » Cette communauté se protège du reste du monde tout en restant prisonnière d’elle-même, une forme d’incarcération volontaire où l’Autre représente forcément un danger. Jusqu’au jour où, Skalde découvre une enfant aux cheveux roux dans la forêt et la ramène à la maison. Cette petite fille, qui a toutes les caractéristiques d’une sorcière, déclenche la peur, puis la haine de tout le village. Comment est-elle arrivée là ? Que veut-elle ? D’où vient-elle ? À travers elle, ce sont de multiples certitudes qui s’effondrent, un combat entre celles qui se prennent à rêver d’un ailleurs et ceux qui prônent l’inertie et le maintien du repli sur soi.

Edith et Skalde vivent dans ce village, mais n’ont jamais été bien acceptées, encore moins intégrées par les premiers qui vivaient là. La première est la mère de la seconde, mais entre elles, les relations sont difficiles, tendues, indigestes. C’est d’abord cette relation mère-fille, singulière, fragile, violente qu’Helene Bukowski a décryptée. « Les dents de lait » est un roman féminin où les rapports entre les femmes virent parfois au supplice et où la fille doit rapidement se séparer de sa mère pour prendre possession d’elle-même et devenir autonome. L’indépendance grandit grâce à l’irruption de Meisis dans leurs vies. Dans cette communauté pétrie de superstitions, cette enfant est un « changelin », c’est-à-dire un leurre laissé par les fées, les trolls, ou les elfes à la place dans nouveau-né qu’ils enlèvent.

Dans cet univers où une communauté entière est dépendante de la bonté ou au contraire de la cruauté de la nature, rien n’est laissé au hasard, et surtout pas l’arrivée inopinée d’une enfant qui sort de nulle part. Malgré l’union relative des personnages féminins, les hommes, eux, apparaissent tels des ogres, des êtres dont il faut se méfier et éviter à tout prix. « Débarrasse-toi de l’enfant dès ce soir. Fais comme ma mère, elle noyait les chats errants dans la citerne. La seule chose dont tu as besoin, c’est d’un sac rempli de pierres, et que l’eau soit suffisamment profonde. Crois-moi, en faisant ça, tu lui rends service, à la petite. » Lorsqu’un drame vient secouer la communauté, la responsable ne fait pas de doute : Meisis doit mourir.

Et pourtant, ce village psychologiquement endormi où l’on fait les choses mécaniquement, où l’on ne pense pas, semble se réveiller grâce ou à cause de l’arrivée de cette enfant qui ouvre un champ des possibles aux yeux des protagonistes féminines. Et si, quelque chose d’autre existait au-delà de la communauté ? Et si l’on pouvait fuir ? Vivre autrement ? Rêver ? Cette enfant, synonyme d’espoir et de renouveau agite le cœur et l’esprit des femmes. La peur de l’autre diminue et laisse entrevoir une audace nouvelle, une confiance originelle que peu ont connues.

Après ces points positifs, je dois aussi soulever quelques points qui m’ont gênée et confèrent à cette lecture un avis mitigé.

D’abord, et sûrement à tort, je ne peux séparer le nom de la maison d’édition Gallmeister à mes souvenirs de Betty et de Turtle. J’attendais un attachement particulier pour une nouvelle héroïne forte que je n’ai pas eue, malheureusement. De cela découle une absence totale d’empathie face aux événements que les personnages féminins ont à affronter, et plus généralement, un manque d’émotions. Je n’ai rien ressenti. On peut apprécier un texte, lister les points positifs et il y en a dans « Les dents de lait », mais l’absence d’émotions est un élément bloquant en ce qui me concerne.

D’autre part, je suis restée sur le bord de la route en refermant le roman avec une multitude de questions restées sans réponse. Si je reprends l’idée du conte que j’évoquais au début de ce billet, en imaginant le faire lire à un enfant, il en ressortirait avec 1000 et une questions. J’ai 1000 et une questions à poser et ce flou imposé au lecteur, ce vide artistique, cette froideur face à mes interrogations m’a laissée frustrée et déçue.

« Les dents de lait » est un récit atypique et poétique qui peut trouver son public. Un premier roman prometteur avec de belles idées développées, mais qui questionne plus qu’il offre de réponses. Je vous recommande de vous faire votre propre avis.
Profile Image for Pedro Pablo Uceda Carrillo.
288 reviews18 followers
November 18, 2024
Un relato distópico con tintes de xenofobia. El planteamiento me dejó muy frío, hay un momento que el desarrollo engancha pero el cierre tampoco me ha convencido mucho.
Profile Image for Glassworks Magazine.
113 reviews7 followers
June 15, 2023
Reviewed by Daria Husni on www.rowanglassworks.org.

Against the backdrop of a slowly dying world, Helene Bukowski writes a beautiful and brutal story about living with trauma, the strain of motherhood, and the danger of fearing the unknown.

In the opening lines of Milk Teeth, Helene Bukowski sets the tone for the story to come: “The fog has swallowed up the sea. It stands like a wall, there, where the beach begins. I can’t get used to the sight of the water. I’m always looking for a bank on the opposite side that could reassure me, but there’s nothing but sea and sky. These days, even this line is blurred.” Beautiful, brutal, and eerily accessible, the story of Milk Teeth is one that peels back the layers we build around fear; it lays them bare along tainted waters and dares its readers to move through the fear and into the beyond.

At times, Milk Teeth feels like a dark fairytale, and at times it feels like a mirror, as if Bukowski is revealing how close our own world is to the one that she has invented. While the circumstances surrounding Skalde’s town are hazy—made even more so by the vague pieces of information we learn alongside her from her mother and the other townspeople—it is close enough to our own situation for us to understand what is going on. The language of Milk Teeth is grounded and real, and it pulls in its audience from the very beginning, as the opening of the story follows Skalde’s childhood. We get down in the dirt and weeds with Skalde as she tries to keep their meager garden alive; we bear witness to the harshness and mental illness that plague her mother’s parenting; we learn to see this dying world through her eyes. By the time Skalde transitions to an adult, not even a quarter of the way through the book, we are utterly entangled in her world and her life. And then she finds a child in the woods.

When Skalde finds Meisis, everything changes, and the perspective of the narrative shifts from that of a beleaguered daughter to one of a struggling mother. She becomes determined to protect this child and hide her from the eyes of the people around her—something that becomes more and more difficult. Her relationship with Meisis also reveals the reasoning behind her mother’s harshness, something that Skalde struggles to come to terms with as she finds herself repeating her own mother’s parenting mistakes out of fear for Meisis’ safety. She also struggles with bitterness and resentment towards Edith, as Edith is often kinder to Meisis than she ever was to Skalde. This bitterness begins to put strain on Skalde’s relationship with her daughter. This is a reckoning that a lot of children from broken homes have to deal with—whether they should forgive their parents, whether they are doomed to repeat the same mistakes, or how they can break out of the generational cycles of pain. Skalde is on the receiving end of two kinds of generational baggage—as someone who was born and raised in this town but the daughter of an outsider, she inherits both her mother’s fear of their neighbors and their neighbor’s fear of the outside world.

Interspersed throughout the story are bits of Skalde’s poetry that she starts writing as a child. Like the language of the story, they are simple and intense, but their meaning is drenched in implied metaphor. Skalde’s first poem: “I SAW THE BLUE OF THE SKY, IT LOOKED AS IF IT HAD BEEN HOLLOWED OUT, AND I THINK THAT EVENTUALLY THE HOUSES WILL ALSO STAND LIKE SKELETONS” (23). The poems are lovely to read, and they provide a nice transitional flow in between the narration. “WHICH BONDS WOULD REMAIN IF I WERE TO FORGET AN EMBER IN THE STRAW,” Skalde writes as her world dissolves around her, “THE FLAMES WOULD BE SEEN FOR MILES AROUND” (163).

In many ways, Bukowski is telling the story of cycles. Cycles of distrust, cycles of abuse, cycles of fear. Again and again, we see history repeat itself—in the townspeople’s treatment of outsiders, first Edith and then Meisis, and in the ways that Skalde repeats her mother’s parenting mistakes. Fear drives every action in this story, in one way or another, often manifesting in a special kind of fear we all can relate to—fear for the people we love. It is fear that causes first Edith and then Skalde to set such strict rules about the house, to dissolve into shouts and panic when these rules are broken. It is fear that makes the townspeople so hostile towards outsiders.

Milk Teeth tackles so many complex issues that I initially found it difficult to put them into words. Difficult parent relationships, fear of the outsiders, environmental catastrophe—these seem like very different topics. But they are actually intertwined. It is the author’s own fears reflected in the narrative: the fear of repeating a parent’s mistakes, the fear of the ever-looming environmental apocalypse, the fear that all of society could be like the town Skalde grows up in.

The horror of Milk Teeth is that the world it presents is not a distant or detached one. Unlike the worlds of so many dystopian novels, the future that Bukowski paints is one of some far off, imagined society—one that we could see perhaps existing, but that is far too fanciful or contrived to ever really feel threatening. Instead, the world of Milk Teeth is uncomfortably close to home. The threat of an environmental collapse feels closer every day, and the aggressively xenophobic nature of this small, closed off town is not a farfetched fantasy. It brings forth a challenge to the reader: can you really claim you would be any different? If you were cut off from society, living in brutal survival; a generation removed from the world we know—wouldn’t we, too, learn to fear outsiders?

The fear of the unknown is in all of us. It manifests in different ways, but it has been present for all of human history, and it is easily twisted. It is something we all have to face when we try and move towards something better than the life we know. As Skalde writes, “TO LEAVE A FAMILIAR TERRITORY I COULD NAVIGATE BLIND. WHAT LASTS, AND WHAT REMAINS, IF I GO? WHO WILL REMEMBER THE PATH I LEAVE BEHIND?” (215). But so many of the problems in Milk Teeth come from stewing in fear, from staying in the same place with the same mindset. What Bukowski wants both her audience and her characters to understand is that the familiar and comfortable hold their own kind of danger; only by facing the unknown and the difficult, by acknowledging and confronting our fear, can we begin to build a better future. The waters of uncertainty are waiting for us, if we only jump in and search for a better way.
Profile Image for am.
125 reviews4 followers
October 4, 2024
“El mundo dio un vuelco y lo único que oía era el bramido del agua. Me acogió como si llevara años esperándome.” (Página 215).

Es la primera lectura obligatoria de este curso, y sin esperarlo puede que sea una de las lecturas de este año que más me ha sorprendido. Llevaba tiempo sin leer algo de esta temática, sus personajes fantásticos y una forma de escribir que te obsesiona a cada frase, párrafo y capítulo.

Espero que traduzcan más a Bukowski.
Profile Image for Margaux.
650 reviews29 followers
November 2, 2024
Une bonne lecture percutante, presque dérangeante. Je me suis beaucoup attachée à notre héroïne. L’autrice a un style efficace entre suspens, anxiété, dialogue et contemplation de la nature. Un récit qui fait sens dans notre monde en proie aux dérèglements climatiques. Un récit sur la relation mère fille aussi.
Profile Image for Christine.
69 reviews12 followers
August 6, 2019
Ein intensives, undurchsichtiges Buch, das mich sehr bewegt hat. Hohe literarische Qualität aber leider sehr vorhersehbare Entwicklung.
Profile Image for Jowmoon.
312 reviews23 followers
June 11, 2022
A good read but I would have liked it more if I hadn't read several very similar novels, like "Into the forest" by Jean Hegland or "My absolute darling" by Gabriel Tallent. All are about a post-apocalyptic (?) world with strong girl/teenager characters trying to survive. For me this one wasn't the best because it lacked a lot of context (although I understand it was probably the point of the book). The writing was very good though.
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