Es ist Nilufars erste Reise nach Iran und in eine ihr unbekannte Familie – die Familie ihres Vaters, der sie verlassen hat, als sie noch ein junges Mädchen war, und zurück in seine Heimat gegangen ist. Dort trifft sie auf neue Gesichter, die alle ihre Wunden und Sehnsüchte haben, und eine Gesellschaft voller Gegensätze. Nilufar lernt ein Leben kennen, das hätte ihres sein können, und einen Vater, der ihr immer dann ausweicht, wenn sie ihm nahekommt. Umgeben vom Chaos der ständig fließenden Hauptstadt Teheran und der wohlmeinenden Gastfreundschaft ihrer Verwandten entblättert Nilufar Schicht um Schicht die Zerrissenheit eines Landes, ihrer Familie und ihrer eigenen Identität.
Das Buch erzählt die Geschichte einer Deutsch-Iranerin, die zum ersten Mal den Iran und ihre Familie dort besucht. Ihre Eindrücke sind schön beschrieben, eng verwoben mit Fragen nach Identität und Zugehörigkeit und Kritik an den beiden Welten. Viele der Anekdoten haben mich zum Schmunzeln gebracht, weil ich mich darin wiedererkenne und es lustig finde, den Iran aus einer Perspektive einer jungen Frau zu sehen, die in Deutschland aufgewachsen ist. Die Story an sich ist vielleicht nicht super spannend oder spektakulär, daher weiß ich nicht, obs an sich ein Good Read ist oder ich es weiterempfehlen würde. Für mich macht das Buch total aus, dass es eben so relatable ist und ich nachgrübeln kann über mich und mein Leben. Und ich nehme mit, dass ich nicht alleine bin, dass es viele von uns gibt, die zwischen Welten leben, nie ganz zuhause sind und diese Last durchs Leben mittragen
Für diesen Satz hat sich das Buch gelohnt. Seite 249 »Ich habe es satt, für dich nur ein halber Mensch zu sein. Dein Blitzableiter. Dein Platzhalter für alles, was du nicht verstehst. Deine Angst. Ich habe es satt, mit Leuten zusammenzuleben, die nicht wissen wollen, wer ich bin. Ich bin kein Makel. Ich bin nicht deine Scham und deine Schuld.« Dann stehe ich auf, schiebe höflich, und ohne ein Geräusch zu nachen, den Stuhl zurück an den Tisch, gehe hinein und bezahle.
Der Klappentext hat mir große Lust auf das Buch gemacht. Ich habe mir eine poetische Sprache und eine ausgeschmückte Innenwelt der Charaktere vorgestellt, eine Entwicklung in der Beziehung zwischen Nilufar und ihrem Vater, eine Reise in den Iran, auf der sie sich selbst besser kennenlernt und ihren Wurzeln näher kommt. In gewisser Weise entsprach das Buch dieser Erwartung, zumindest thematisch. Aber die Autorin hat mich an vielen Stellen verloren. Nach dem ersten Drittel musste ich mich durch's Lesen kämpfen. Das Buch wurde schwermütig, aber weniger auf die poetisch-sehnsüchtige Art, sondern es rutschte immer mehr ins Depressive.
Einiges hat für mich keinen Sinn ergeben. z. B hat die Protagonistin einen Uniabschuss, ist angehende Psychologin. Irgendwie – vielleicht ist das naiv von mir – würde ich denken, dass man als Psychologin ein Bewusstsein für die eigenen inneren Prozesse entwickelt und erkennt, wenn etwas nicht stimmt. Ich hatte jedenfalls den Eindruck, dass die Figur stark therapiebedrüftig ist. Denn aus heiterem Himmel tat sie Dinge, die ich besorgniserregend fand, z. B. in der U-Bahn einen jungen Mann auzuschreien (und dafür eine verpasst bekommen). Oder einer Frau im Café, die ein Trigger-Wort hatte fallen lassen, den Kaffee überzukippen und ihr eine Moralpredigt zu halten. Das stand im starken Kontrast zu ihrem sonstigen, eher ruhigen Verhalten nach außen hin. Zudem erwähnt sie häufig Scham- und Schuldgefühle. Ich hätte mir gewünscht, dass die Gründe dafür klarer werden, damit man mit der Figur besser mitfühlen kann.
Was mich auch gestört hat, waren viele spontane Zeitsprünge und Perspektivenwechsel, die im ersten Moment verwirren und sogar irritieren. Ich habe mich oft gefragt, ob ich aus Versehen eine Seite überblättert habe oder ob ein überleitender (Ab)Satz vergessen wurde.
Je weiter ich las, desto schwieriger wurde es, mit der Protagonistin zu fühlen. Für mich lag das an den vielen gedankenstrommäßigen Passagen, assoziativen Formulierungen und Metaphern. Ich bin da leider nicht durchgestiegen. An vielen Stellen habe ich ehrlich versucht, sie nachzuvollziehen. Aber diese Vergleiche wurden iwann sehr zahlreich, teils unklar und wirkten auf mich oft erzwungen.
Außerdem hat mich die Darstellung der deutschen Charaktere überrascht. Es entstand schnell das Gefühl, die Deutschen, denen die Protagonistin begegnet, seien alle offen oder latent rassistisch. Natürlich hat jede Person eigene Erfahrungen und ich kann die Erfahrungen in diesem Buch nicht bewerten. Ich kann sie nur mit meinen eigenen vergleichen. Als Person, die selbst einen Migrationshintergrund hat, die selbst in einer deutschen Kleinstadt aufgewachsen und später nach Berlin gezogen ist, haben diese Schilderungen mich ehrlich überrascht. Sie stimmen größtenteils nicht mit meinen Erfahrungen überein und malen ein ziemlich negatives Bild.
Zudem hat mich die Beziehung von Nilufar und Alex verwirrt. Die beiden sind frisch zusammen, aber da ist sehr viel Distanz und Kälte zwischen den beiden. Alex' Äußerungen über Nilufars Vater, verallgemeinernde Aussagen über Ausländer und ihre Reaktion auf Nilufars Heimweh – ich frage mich, wieso Nilufar sich das gefallen lässt, obwohl sie sich bewusst ist, dass es sie sehr stört. Einfach, weil ich irgendwie davon ausgehe, dass sie durch ihren Background in Psychologie und Therapie doch ein Bewusstsein für so ein toxisches Verhalten haben würde.
Am Ende fand ich Nilufars plötzlich veränderte, positive Einstellung zu ihrem Vater nicht nachvollziehbar. Dieser Sinneswandel fand für mich viel zu schnell statt und wirkte unglaubwürdig.
Insgesamt fand ich die Sprache in dem Buch schön und die Geschichte im Kern echt interessant. Aber die Entwicklung der Charaktere hat m.M.n. etwas gehinkt, man wurde oft nicht wirklich abgeholt und statt einer Nähe zur Protagonistin entstand zum Ende hin immer mehr Unverständnis. Das Buch war leider nicht meins, bis auf einige atmosphärische Schilderungen aus dem Iran und den bildhaften Schreibstil.
Nilufars Vater Khosrow ist Iraner; nachdem sich seine Frau von ihm getrennt hatte, verließ er Deutschland und kehrte in den Iran zurück. Nun, mit Anfang 30, soll Nilufar ihn in dem diktatorischen Land besuchen. Die Lust dazu ist enden wollend, doch Wahl bleibt ihr scheinbar keine. So bricht sie auf in ein Land, dass ihr surreal und fremd erscheint und doch ist es ein Teil von ihr. Dort angekommen, wird sie in die komplizierten Verstrickungen ihrer Familie hineingezogen und wie am Präsentierteller herumgereicht. Anstatt das Land kennenzulernen, trifft sie auf die komplexen Verflechtungen ihrer Großfamilie und fühlt sich von Tag zu Tag mehr eingesperrt.
Mutmaßlich verarbeitet die Autorin in "Terafik" ihre eigene Lebensgeschichte, ihre Suche nach ihrer eigenen Identität. Stilistisch durchaus spannend, wechseln sich die Erzählperspektiven ab: Nilufar lässt den/die Leser*in an ihrer inneren Zerrissenheit bezüglich ihrer Identität, der Beziehung mit ihrem Vater, ihrer Mutter und mit ihrer Lebensgefährtin teilhaben. Zwischendurch - mittels kursiver Schrift gekennzeichnet - wird das Leben ihres Vaters, vor allem jenes in Deutschland, nachgezeichnet. Immer wieder werden auch Antworten auf Fragen, die Nilufar an ihn stellt, eingestreut. Ausführlich wird auch berichtet, wie es ist, als "Ausländerkind" in Deutschland aufzuwachsen und wie Menschen aus anderen Ländern als Menschen zweiter Klasse behandelt werden - diese Schilderungen zu lesen, ist schmerzhaft! Ein seltsames Bauchgefühlt bot sich auch bei den Beschreibungen der Familienzusammenkünfte im Iran - die strikte Rollenaufteilung der Geschlechter, die vorausgesetzte Gastfreundlichkeit und ein Interesse für Nilufar, bei dem der/die Leser*in nicht weiß, ob es ehrlich ist, oder auch als Teil des Rollenspiels Familie gilt. Immer wieder verfällt die Autorin stilistisch auch in sinnsuchende Poetik.
Nach Beendigung des Buches bin ich mir aber nicht sicher, um was es in Terafik tatsächlich gehen sollte. Der rote Faden taucht zwar immer wieder auf, verläuft sich aber zwischendurch auch wieder im Sande. Dramaturgisch beginnt Terafik interessant, mit den unterschiedlichen Erzählebenen, diese werden aber im Laufe des Buches immer weniger und das Autobiographische - durchmischt mit philosophischer Poetik - dominiert. Trotzdem ich die Thematik spannend fand und der Schreibstil grundsätzlich ansprechend ist, hat mir aber der Spannungsbogen komplett gefehlt. Wie ich das Buch beendet habe, blieben viele Fragezeichen und ein runder Abschluss fehlte. Gestört hat mich auch, dass doch recht viele Rechtschreibfehler im Buch sind (ich habe das Ebook gelesen. Natürlich meine ich bei diesen Rechtschreibfehlern nicht die Zitate des Vaters, der in gebrochenem Deutsch schreibt, sondern tatsächliche "Schlampigkeitsfehler"). Was aber auf alle Fälle hängen bleibt, ist, dass das Konstrukt "Familie" im Iran sehr unterschiedlich zum Mitteleuropäischen Konzept ist - und das ist spannend und erweitert den Horizont!
Die erste Reise in den Iran, zur unbekannten Familie. Nilufar Karkhiran Khozani ist als Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters in Deutschland aufgewachsen. Der Vater verließ die Familie als sie noch ein Kind war und kehrte in den Iran zurück. Nun drängt er zu einer Reise. Sie soll ihn besuchen, die neue Ehefrau und die Verwandten kennenlernen. Eine gleichzeitig Einblicke in ein Land der Gegensätze erhalten.
Die Autorin verbindet in diesem autobiographischen Romane unterschiedliche Elemente und Erfahrungen miteinander. Ausgehend von der Reise in den Iran dringt sie zu ihren eigenen Erinnerungen die Kindheit und Jugend in Deutschland, aber auch an die Erlebnisse des Vaters vor.
Darüber hinaus ist der Roman die Geschichte einer Vater-Tochter-Beziehung. Die Frage nach Schuld und nach Verantwortung steht im Raum, das Unausgesprochene: „Warum bist du gegangen?“.
Am eindringlichsten waren für mich jedoch die Erfahrungen von Ausgrenzung, die sowohl der Vater als auch Nilufar Jahrzehnte später erleben und die sich wie ein leuchtend roter Faden durch den Roman ziehen. Es fängt mit dem Namen an: Den Vater nennen sie im hessischen Dorf einfach Karl anstatt Khosrow. Und in den Behörden weiß man nicht recht, wie man seinen Nachnamen ins lateinische Alphabet übertragen soll. Er und sein Bruder müssen so später ihre Nachnamen unterschiedlich schreiben. In der Hochschule will man ihn um seinen Abschluss bringen und er muss dafür kämpfen, dass er ihn überhaupt bekommt.
"Warum nicht bei Siemens bleibe. Arbeiten, etwas Wohlstand vielleicht, ein guter zuverlässiger Angestellter sein. Rentenversicherung. Erfolg haben, gerade so viel wie vorgesehen. Geliehenes Glück, gegönnt von Menschen, die den Hörer auflegen, wenn sie einen Akzent am Telefon hörten."
All das setzt sich fort, wenn Nilufars Lateinlehrein fragt, woher sie so gut Deutsch könne, wenn Vermieter auflegen, wenn sie den ausländischen Namen hören und wenn sie in Behördenbriefen mit „Herr“ angesprochen wird.
Von all dem erzählt Khozani in klaren, einprägsamen Bildern. Der Roman ist Zeugnis ihrer Beobachtungsgabe und ihres Talent, Zeiten, Menschen und ihre Erlebnisse so miteinander zu verbinden, dass sie ein eindrucksvolles Gesamtbild ergeben. Für mich ein lesenswertes Buch!
Kopftuch und iPhone sind kein Widerspruch, wie Nilufar Karkhiran Khozani in ihrem Debut-Roman "Terafik" zeigt. Darin reist ihre prägnante Ich-Erzählerin, die ebenfalls Nilufar heißt, zum ersten Mal in den Iran, das Heimatland ihres Vaters. Zu ihm hat die Protagonistin ein schwieriges Verhältnis, schließlich hat er seine Tochter und ihre deutsche Mutter allein in Deutschland zurückgelassen, als er in den Iran zurückgekehrt ist.
In ausdrucksstarken Beschreibungen springt die Autorin zwischen Nilufars Leben in Deutschland und ihrer Reise in den Iran hin und her. So erlebt man nicht nur dieses Land aus Nilufars Perspektive, sondern erhält auch nach und nach mehr Einblicke in ihre Kindheit und ihr Verhältnis zu ihren Eltern. Damit wird die Geschichte zu einer spannenden und persönlich aufrührenden Reise
Hier zeigt sich auch immer wieder, dass nichts einfach ist und Menschen komplex sind. Anhand der Briefe, die der Vater seiner Tochter in gebrochenem Deutsch geschrieben hat, wird beispielsweise deutlich, wie schw
r dem Iraner das Leben in Deutschland gefallen ist und warum er trotz der Liebe zu seiner Tochter wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist. Dort will er nun Nilufar so viele Verwandte und Bekannte wie möglich vorstellen, sie reisen durch den Iran, treffen ständig neue Leute, tingeln von Feier zu Feier. Zwischendurch fand ich das leider etwas ermüdend - so viele verschiedene Charaktere, die man teilweise nur sehr flüchtig bei den sich immer wiederholenden Familienbesuchen antrifft. Da Nilufar kaum Persisch spricht, fällt ihr die Kommunikation mit ihren Verwandten schwer. Auch Aspekte der Kultur sind ihr fremd, warum muss der Vater zur Feier ihres Besuchs ein Lamm schlachten, obwohl sie das gar nicht möchte? Obwohl sie iranische Wurzeln hat, fühlt Nilufar sich nicht dazugehörig. Dieses Gefühl von Heimatlosigkeit zieht sich sowohl auf Seite der Tochter als auch auf Seite des Vaters durch das ganze Buch. Die Autorin beschreibt anschaulich und nachvollziehbar, wie schwer das Leben zwischen zwei Kulturen sein kann, wenn man auf keiner Seite richtige Anerkennung und Zugehörigkeit findet.
Vorab muss ich sagen, dass es mir schwerfällt, eine Autobiographie zu rezensieren. Schließlich möchte ich keine Bewertung über das Leben einer anderen Person vornehmen. Daher versuche ich, mich hier auf die stilistischen Aspekte zu beschränken. Von Beginn an haben mich die zahlreichen Vergleiche fasziniert, die die Autorin verwendet. Der Anfang wirkte so sehr sprachgewaltig. Generell ist ihre Sprache sehr bildlich, was allerdings dazu führt, dass sich die Sätze häufig nicht locker lesen lassen, sondern man einige Formulierungen mehrmals lesen muss, um zu begreifen, was ausgedrückt werden soll. Das hat mich beim Lesen teils sehr angestrengt, vor allem weil ich im Verlauf des Buches das Gefühl hatte, dass viele Vergleiche doch sehr an den Haaren herbeigezogen waren. Bei mir führte das dazu, dass mir die Gefühle der Protagonistin immer fremder wurden. Ich hatte überhaupt Schwierigkeiten, mich in sie hineinzuversetzen, ihr Emotionschaos nachzuvollziehen. Dementsprechend schwer fiel es mir, an der Geschichte dran zu bleiben. Nicht, weil mich die Handlung oder ihre innere Zerrissenheit nicht interessierten, sondern weil ich einfach wenig Sympathie zu ihr aufbauen konnte. Das Buch ist generell sehr düster und trist erzählt. Ich hatte das Gefühl, dass die Protagonistin keine der sie umgebenden Menschen wirklich mag (außer ihre Schulfreundin), da häufig vor allem negative Charaktereigenschaften hervorgehoben wurden. Beim Lesen hat mich das in eine sehr negative Stimmung versetzt, weshalb ich mich oft zum Weiterlesen zwingen musste. Die Eindrücke, die der Leser/ die Leserin vom Iran erhält, vor allem, was die Rolle der Frau angeht, sind jedoch spannend und eröffneten mir Einblicke in eine mir unbekannte Welt. Trotzdem würde ich das Buch – aus oben genannten Gründen – nicht noch einmal lesen.
Als ich "Terafik" in die Hand nahm, hatte ich hohe Erwartungen an diese Geschichte. Nilufars erste Reise in den Iran, um ihre Familie kennenzulernen, versprach eine emotionale und tiefgründige Erfahrung zu werden. Doch leider konnte das Buch meine Erwartungen nicht vollständig erfüllen.
Die Darstellung des heutigen Irans und seiner vielfältigen Gesellschaft war zweifellos informativ und interessant. Teheran erwachte vor meinen Augen zum Leben, und die Gegensätze und Kontraste der Stadt wurden lebendig beschrieben. Ich schätze die Einblicke in die Kultur und Geschichte des Landes.
Leider war es jedoch schwer, in die Geschichte hineinzufinden. Den Erzählstil empfand ich als träge und düster, was meine Motivation zum Weiterlesen beeinträchtigte. Ich hatte auf eine gewisse Leichtigkeit oder zumindest einen Hauch von Humor gehofft, um das Lesevergnügen zu steigern.
Ein weiterer Schwachpunkt war die Charakterentwicklung. Die Figuren blieben oberflächlich und schwer greifbar, insbesondere Nilufars Vater, der eine zentrale Rolle in der Geschichte spielt. Es fehlte mir an emotionaler Verbindung zu den Protagonisten.
Abschließend möchte ich "Terafik" mit 3 von 5 Sternen bewerten. Die Einblicke in den Iran sind zweifellos ein Höhepunkt, aber die Herausforderungen des zähen Erzählstils und der begrenzten Charaktere trüben das Gesamterlebnis. Dieses Buch wird wahrscheinlich Leser ansprechen, die eine tiefgründige und informative Geschichte suchen. Allerdings müssen sie bereit sein, sich durch einen langsamen Erzählfluss zu kämpfen.
Terafik ist ein literarischer Roman von Nilufar Karkhiran Khozani. Das 256-seitige Buch erzählt die Geschichte von Nilufars erster Reise in den Iran auf der Suche nach seinem Vater und seiner Familie.
Nilufars Mutter ist Deutsche und sein Vater Iraner. Als Nilufar sieben Jahre alt war, verließ ihr Vater Deutschland und kehrte in den Iran zurück. Nach Abschluss seines Studiums reiste der 30-jährige Niroufar auf der Suche nach innerer Heilung drei Wochen lang in den Iran. In Teheran, der Hauptstadt des Iran, erlebte sie eine völlig andere Kultur als ihre eigene und kämpfte zwischen verschiedenen Kulturen. Neben kulturellen Aspekten hat Nilufar auch viele emotionale Probleme: Die Gastfreundschaft von Nilufars Verwandten steht im krassen Gegensatz zur Schweigsamkeit ihres Vaters.
Dieses Buch ist wirklich lesenswert, insbesondere der Teil über den Iran. Die Autorin verwendet einfühlsame Sprache, um das tägliche Leben und die sozialen Bedingungen im Iran eingehend darzustellen, was für viele Leser die bisherigen Stereotypen über den Iran untergräbt. Nilufars innere Schwankungen und emotionale Veränderungen werden ebenfalls gut und mit beeindruckenden Details beschrieben. Meiner Meinung nach werde ich dieses Buch weiterempfehlen.
Das Cover hat mich sofort angesprochen, die Farbe des Titels ist so intensiv und passt zu dem reduzierten Hintergrund. Nilufars bewegende und emotionale Geschichte über ihr Leben, hat mich von den ersten Seiten gefesselt. Sie ist 7 Jahre alt als ihre Eltern sich trennen, ihre Mutter lebt mit ihr in Deutschland und erlaubt nicht, dass sie ihren Vater im Iran besuchen darf. Nilufars Mutter möchte das nicht. Doch ihr Vater hält weiterhin Kontakt zu ihr. Nach Jahren, in denen Nilufar sich immer wieder fragt, welche Wurzeln und Identität sie hat beschließt sie, in den Iran zu reisen. Die vielen Charaktere waren sehr facettenreich und haben die Geschichte sehr interessant gestaltet. Die Kapitel hatte eine sehr angenehme Länge und ich konnte mich richtig in die Geschichte und die Erlebnisse hineinversetzen. Die detaillierten Beschreibungen haben mir sehr gut gefallen. Es ist ein Roman über das "zu sich selbst finden" und das Näherkommen, von Verwandten, sie sich Jahre nicht gesehen haben und dennoch eine starke Bindung haben. Ein Roman, der mit noch lange im Kopf bleiben wird, ich empfehle ihn auf jeden Fall weiter.
Nilufar ist die Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters. Während des Studiums lernen sich die Eltern kennen, werden ein Paar und beginnen sich ein gemeinsames Leben aufzubauen. Doch die Umstände führen zur Trennung. Nilufar geht mit der Mutter weg. Der Vater bleibt allein zurück und entschließt sich in den Iran zu gehen. Jahre später soll Nilufar ihren Vater im Iran besuchen. In ein Land, dass sie nicht kennt, deren Kultur und Sprache ihr fremd ist. Zu einer Familie zu der sie vorher keinen Kontakt hatte. Mit dem Buch hatte ich so meine Schwierigkeiten. Die Besuche bei der Familie sind nur zäh, ohne erkennbare Entwicklung. Es fühlt sich an als würde sich Nilufar am Anfang in eine Sackgasse manövrieren, ohne zu versuchen, das zu ändern. Doch dann gibt es da noch die Rückblicke und die haben die Kraft, einen zu packen und in die Geschichte zu ziehen. Mein Leseeindruck bleibt daher sehr gemischt. Nochmal lesen würde ich das Buch wohl nicht, aber es hatte Passagen die zu nachdenken angeregt haben.
Terafik ist ein gut geschriebenes, interessantes Buch und es ist ein autofiktionaler Text. Die Protagonistin heißt wie die Autorin und teilt ihre Erfahrungen, doch dadurch das es literarisch verarbeitet wird, wird das Buch zum Roman. Im Mittelpunkt steht eine Reise in den Iran. Die in Deutschland geborene Nilufar reist mit Mitte 30 zum ersten mal in den Iran, um ihren Vater zu besuchen, der Deutschland vor langen verlassen hatte. Es wird nicht linear erzählt. So erfährt man die Gründe des Vaters erst spät, Er lebte 20 Jahre in Deutschland und sah sich dann als gescheitert und kehrte in den Iran zurück. Im Buch gibt es einige Whatsup-Nachrichten, die er seiner Tochter in gebrochenen Deutsch schrieb. So hielten sie Kontakt. Sein größter Wunsch war, dass Nlufar ihn und die Familie besucht. Nilufars Reise und Empfindungen mit der Familie kann man dann hautnah folgen und verstehen. Ihre Beschreibungen sind sprachlich ausgefeilt. Das hat mir gut gefallen.
Terafik hat mich sehr bewegt und berührt. Es ist nicht einfach nur ein Roman, sondern die Geschichte der Autorin, die von ihrem Vater eingeladen wird das Land ihrer Wurzeln kennen zu lernen und vorallem auch die Verwandtschaft.
Nilufar lebt und arbeitet in Deutschland. Doch hier fühlt sie sich nicht richtig zugehörig. Mit zwiegespaltenen Gefühlen folgt sie der Einladung ihres Vaters der aus eben diesem Grund zurück nach Iran ging. Durch die Reise kommen sich die beiden etwas näher, doch wirklich überwunden werden kann die Distanz nicht.
Das Buch ist mit vielen Zeitsprüngen versehen, die jedoch gut und klar gekennzeichnet sind. Der Schreibstil ist einfühlsam und bewegend. Man kann sich gut in die Autorin hineinzuversetzen. Auch aufgrund der aktuellen Lage in Iran regt das Buch zum weiteren Nachdenken an. Ich kann es auf jeden Fall weiter empfehlen.
Nilufars Buch hat mich schon nach Lesen der Leseprobe interessiert. Ich wollte einfach mehr über den Iran wissen, der sich seit den 70er Jahren so extrem verändert hat. Was ist da geschehen, wie leben die Menschen jetzt, was passiert wirklich. Nilufar beschreibt uns aus ihrer Sicht die Reise in den Iran zurück zu ihren Wurzeln. Ein große Rolle spielt dabei ihr Vater und die Beziehung zu ihrer Großmutter. Sie versucht uns ihre, und die Gefühle der anderen zu schildern. Dabei gehört es dazu, dass sie viel von Ort zu Ort springt um alle Einflüsse gut schildern zu können. Ihr ganz besonderer Sprachstil macht es durchaus interessant das Buch zu lesen. Die kurzen Kapitel sind schnell gelesen, und so ist das Buch an sich auch schnell ausgelesen. Klar Kaufempfehlung für alle die sich für andere Kulturen und Zusammenhänge interessieren.
Für Deutsch-Iraner wahrscheinlich ein Buch an dem Sie viele Stellen schon einmal selbst erlebt haben. Das Buch hat mir gefallen, die genauen Familienbeziehungen, der „Terafik“ der Smog der Nebel im Norden, Noshahr, das immer jemand beleidigt ist in dem Land und vieles mehr sind vielleicht Kleinigkeiten, die jedoch seeehr ausschlaggebend sind in all unseren Iran Reisen. Es war mal kein typisches „iran ist ein cooles Land“ Buch, sondern eher die Geschichte und die Gefühle der Autorin und Ihres Vaters. Dieses nicht ankommen und immer suchen egal ob in Gießen oder in Tehran. Ein Schmerz den viele von uns kennen. Kann ich jedem weiterempfehlen. Ein Stern weniger da an manchen Stellen nicht genau erklärt wurde was jetzt genau passiert, als wären es unklare Gedanken der Nilufar.
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„Und ich denke daran, dass ich bald wieder auf einem anderen Kontinent sein werde, und dass wir einmal in denselben Himmel geschaut haben, dass wir beide einmal zusammen mit diesem Nebel unsere Lungen gefüllt haben und den Rauch der Stadt mit ihren weißen Autolawinen zusammen atmeten. Ich denke an meinen Vater und all seine Träume, die er mit nach Deutschland brachte, und wie sie das Einzige zu sein schienen, das uns lebendig machte. Dass der Weg so weit war, bis wir beide wenigstens ein Mal zur selben Zeit denselben Mond hier gesehen haben.“ S. 227
"Wenn du denkst, es gibt nur rosa und weiße Orchideen, und dann siehst du auf einmal eine blaue Orchidee, dann sagst du ja auch nicht, die muss aber rosa oder weiß sein, sonst ist das keine richtige Orchidee."
Ein Buch über eine Deutschiranerin, die versucht, ihre beiden Welten zu erkunden. Der Leser bekommt einen spannenden Einblick in die iranische Gesellschaft.
Geschichte hat mich an meine eigene erinnert und es gab viele Passagen in denen ich innehalten musste. Ich mochte den Schreibstil nicht besonders aber das ist rein subjektiv.
Die Psychotherapeutin Nilufar reist zum ersten Mal in den Iran und begegnet ihrer Großfamilie. Der Familie ihres Vaters, der sie verlassen hat als sie ein junges Mädchen war. Sie begegnet einer Gesellschaft voller Gegensätze und Risse, auf der Suche nach ihrer eigenen Identität. Der eindringliche Roman verhandelt Familie, Zugehörigkeit und kulturelle Identität. Nilufar Khozani nähert sich in ihrem autofiktionalen Debüt sehr persönlich der Vater-Tochter-Beziehung und Iran an.
Welch eine Zerrissenheit und wieviele offene Fragen. Das Buch lässt einen ratlos zurück.Über weite Strecken überheblich, manchmal richtig unangenehm, wie sich die Autorin an ihrem Vater abarbeitet.