»Es ist kein Unglück, hier geboren zu sein. Ein besonderes Glück ist es aber auch nicht.«
Dieser Roman erzählt von einem fantasievollen Jugendlichen, der an der rohen Enge der katholischen Dorfwelt der 1970er und 1980er Jahre leidet und gegen eine unnahbare Erwachsenenwelt ankämpft, die vor lauter Schweigen die Worte vergessen hat. Immer mehr zieht sich der Junge, der nach Nähe und Zuneigung sucht, in die Welt seiner Fantasie zurück und wird zum Außenseiter im Dorf. Als er zufällig entdeckt, dass er einen Onkel hat, der vor Jahrzehnten spurlos verschwunden ist, ist er überzeugt, in diesem seinen einzig wahren Verwandten gefunden zu haben. Bei seinen Nachforschungen allerdings rennt er erneut gegen eine Mauer des Schweigens an.
Im Buchclub hatten wir eine spannende Diskussion, in der es darum ging, wie schade es doch ist, einem Buch immer so eine Schulnote aufdrücken zu müssen. Das möchte ich deswegen nun bleiben lassen. "Nach oben sinken" war für mich ein sehr gelungenes Buch. Verankert im Wallis der 70er-Jahre, wo der Katholizismus noch quasi Lebensinhalt der Menschen war, die Geschichte eines heranwachsenden Jungen, der nicht versteht, warum die Erwachsenen nicht richtig miteinander reden. Was für ein Glück, nicht in dieser Zeit zu leben! Es gab einige Stellen, die mich sehr berührt haben und ich habe das Buch sehr gerne gelesen. Der Buchclub dagegen hat einen grösseren Erzählstrang, die Sprache und die unklar positionierte Erzählstimme kritisiert, mit dieser Kritik war ich aber nicht ganz einverstanden. Insgesamt ein sehr schöner Roman, den ich empfehlen kann.
Das Buch trifft einen generationsübergreifenden wunden Punkt in der Schweizer Gesellschaft mit Präzision: das ewige Schweigen, die Verschlossenheit verbunden mit dem Stolz der Erwachsenen. All das, was zwischen Generationen steht, und verhindert das Einsichten geteilt und verstanden werden. All das, was dadurch unausgesprochen bleibt: Erfahrungen, die verloren gehen, weil niemand sie ausspricht. Wie viel leichter es sich leben liesse, wenn das Wissen derer, die vor uns gehen, nicht in einem Schweigen verharren würde. Ein leises Buch, das nachhallt.
Ein Junge wächst im Wallis auf und will nur eins: verstehen. Doch auf all seine Fragen stösst er bei den Erwachsenen auf Schweigen. Was diese beharrliche Stille soll, weiss er nicht, und warum er immer missverstanden wird auch nicht. Irgendwann will er nur noch eins: weg von dort, wo er herkommt. Ab etwa der Hälfte des Buches nimmt die Geschichte eine Wendung, nämlich als der Junge wegen Nachforschungen über seine Familie von der Schule fliegt. Was will er anfangen mit seinem Leben? Hat er überhaupt je richtig gelebt? Und muss er auf all seine Fragen eine Antwort haben, um ein erfülltes Leben zu leben? Er nimmt uns mit auf diese Reise und zeigt auf, was passieren kann, wenn jemand beginnt zu erzählen.
schulbuch!! ich habe das buch recht spannend gefunden, dafür dass es nur ein schulbuch ist. es hat viele interessante denkansätze, die einem auch zum denken anregen. ich habe auch einige sachen aus dem buch gelernt und mitgenommen für mein eigenes leben. zum beispiel, dass man seine träume leben soll, und dass man dafür arbeiten soll. das leben ist dazu da, es so zu leben, wie man es leben will und nicht einfach nur zu existieren.