Münsterland 1895: Zerrissen zwischen gesellschaftlichen Konventionen und dem Drang nach Freiheit kämpft eine junge Grafentochter für die Erfüllung ihres Traums …
Münsterland, 1895. Als älteste Tochter der Grafenfamilie von Scheweney ist Luises Leben Sie soll den Adligen Johan van Leeuwen heiraten und ihre Tage unter den feinen Damen der Gesellschaft verbringen. Doch die temperamentvolle Luise will ihre Zukunft selbst gestalten. Sie will Tiermedizin studieren und auf dem Gestüt ihrer Familie anpacken. Als sie heimlich an einer Veranstaltung der Frauenbewegung teilnimmt, lernt sie Max Brugge kennen. Der junge Sozialdemokrat hat für Luises Probleme nur Spott übrig, Johan wiederum entpuppt sich bei seiner Ankunft nicht nur als standesgemäß, sondern auch als weltoffen. Ein passender Ehemann scheint endlich gefunden – doch warum geht Max Luise einfach nicht aus dem Kopf?Die große Münsterland-Saga von Lotte Grü Band 1: Gut Friesenhain – Zwischen Traum und Freiheit Band 2: Gut Friesenhain – Zwischen Hoffnung und Vernunft Band 3: Gut Friesenhain – Zwischen Liebe und Skandal
Lotte Grünwald Gut Friesenhain zwischen Traum und Freiheit Blanvalet 2023
Wunderbares Münsterland 1895: Luise und Clara von Scheweney und Marie Paas sind drei junge Frauen, die zusammen aufgewachsen sind. Auch wenn Marie die Tochter des Stallmeisters ist und schon lange auf dem Gestüt mitarbeitet. Da Luise und Clara adlig sind, werden die Ehegatten von ihren Eltern herausgesucht, was sich aber für die Komtessen nicht gut auskommt, da sie eine andere Vorstellung von ihrem Ehemann haben.
Ich mag es über das historische Münsterland zu lesen. Da hat mich die Autorin auch nicht enttäuscht und ich war begeistert.
Das Buch selbst hat mich dann doch ein wenig geschockt. Nichtsahnend hatten sich ein paar User bei Lovelybooks auf das Buch beworben und als es da war, kam der Schock. Na ja, bei mir ein bisschen früher, als die liebe Beate ein Bild mit einem Stapel Bücher mit 3 Emons und Gut Friesenhain (es war dann auch noch ein Gmeiner und andere Bücher dabei, aber was seh ich wohl?) postete. Gut Friesenhain konnte es locker mit den drei Emons aufnehmen. Oh je, dachte ich, das kann ja was werden. Mit 734 Seiten fühlt es sich an, als ob dieses Buch 1000 Seiten hätte.
Gut finde ich dass die Kapitel die Namen der drei Hauptprotas: Luise, Clara und Marie haben. Es fängt auch so schön an. Alle drei gleichberechtigt und dann stellt man fest, dass Marie für das Gut arbeitet und alle drei Best-Friends sind. Auch hinten das Namensverzeichnis mit Geburtsdaten fand ich top. Das Cover ist auch schön und liebevoll gestaltet. Eine richtige alte Karte hätte ich mir noch dazu gewünscht. Dafür eine 2 :-)
Der Schreibstil, samt Geschichte, hat mich dann irgendwann nach Seite 26 gepackt. Um die Seiten 285/286 bekam ich dann die nächste Krise! Ich heulte „Rotz und Wasser“, als die fiktive Hauptakteurin Luise sich zähneknirschend mit der Hochzeit arrangiert (weil sie dachte, sie hat ja eh keine Chance gegen ihre Eltern) und dafür Stürmers (ein völlig verschrecktes, verwahrlostes Pferd, das sie mit ihrem zukünftigen Verlobten einfing) Leben rettete, weil sie sich das Pferd zur Hochzeit wünschte und es damit vom Abdecker rettete. Marie hatte sich in das Pferd verliebt und ihre Welt schien unterzugehen. Luise hat mit ihrem Schritt dafür gesorgt, dass auch Marie …. (sorry wäre Spoiler, daher kann ich den Satz nicht beenden!) Meine Nerven!!! Was für ne Spannung und ein genialer Schreibstil.
Danach gab es dann noch die Szene mit den Pferdedieben, die spannend, mitreißend und schockierend war. Außerdem noch viele weitere Highlights und viele schöne Szenen und Annäherungen, die erst in Band 2 und 3 gelöst werden.
Wunderschön war auch das Gespräch von Luise und ihrer Mutter, so um Seite 707 herum. Ergreifend. Tränchen. Taschentuch.
Schließlich war das Buch aus und der nächste Schock stand an: Wann kommt endlich Band 2 und 3 zu mir? Wie das waren „gefühlt“ 1000 Seiten? Wo waren die? Bis Seite 26 oder so? Jedenfalls hatte ich diese Woche sehr wenig Schlaf. Das kann ich auf jeden Fall sagen. Ich guck auf die Uhr und jedes Mal war es nach ein Uhr, schon der nächste Morgen. Oh Mann!!! Die Zeit mit dem Buch verging wie im Flug. Wahrscheinlich waren es doch nur 300 Seiten und das Aussehen wurde irgendwie künstlich aufgepumpt. *lachweg*
Mein – Lesezeichenfees – Fazit: Wenn aus Schock „gefühlt 1000 Seiten“ ein „Wann kommen Band zwei und drei zu mir“ wird… 10 Feensternchen.
Zwischen Konventionen, Freiheit und Liebe Mirjam Müntefering (hier Lotte Grünewald) ist ein richtiger Tausendsassa. Nach Wohlfühlromanen und Fantasy hat sie nun einen absolut genialen historischen Roman hingelegt. Der spielt im Münsterland 1895.
Die Grafenfamilie führt auf dem Gut Friesenhain ein angenehmes Leben. Dreh und Angelpunkt ist das Pferdegestüt, mit ihrer edlen Pferdezucht. Luise ist die ältere Tochter der Grafenfamilie. Ihre Stute Jeltje liebt sie über alles. Luise möchte jedoch nicht nur reiten. Sie hegt den Wunsch ein selbstbestimmtes Leben zu führen und Tiermedizin zu studieren. Dieser Wunsch stößt jedoch bei ihren konventionellen Eltern auf taube Ohren. Ihnen schwebt für ihre Tochter eine Heirat mit dem Adeligen Johan van Leeuwen vor.
Die Herzenswärme der gesamten Grafenfamilie steht im Fokus dieses Romans. Nirgendwo könnten Angestellte und Tiere besser aufgehoben sein, als auf Gut Friesenhain. Der Wandel der Zeit ist stark zu spüren. Bei einer Veranstaltung der Frauenbewegung verliert Luise ihr Herz an den Sozialdemokraten Max Brugge.
Luises Schwester Clara ist eine sehr loyale junge Frau. Sie kann ihre Eltern und Luise verstehen. Versucht oft zu vermitteln und ihrer älteren Schwester eine Stütze zu sein.Luises Wege muten abenteuerlich an und stellenweise sehr gefährlich.
Der Stammhalter Wilhelm ist ein sehr belesener Mann, der seinen Weg im Leben erst noch finden muss. Wie seine Schwestern bringt er für seine Mitmenschen sehr viel Verständnis auf.
Gräfin Anna kommt manchmal ziemlich verbissen daher. Im Laufe des Geschehens konnte ich sie jedoch sehr gut verstehen. Sie wurde mir regelrecht sympathisch.
Graf Hermann ist ein gerechter Mann, der sich sehr für die Belange seiner Angestellten interessiert. Seinen Kindern wäre er eigentlich der perfekte Vater, könnte er sein konventionelles Denken etwas lockern.
Ich habe diesen gut 700 Seiten Wälzer wahnsinnig gerne gelesen. Spannung, Liebe und eine gute Prise Humor, haben mich regelrecht durch die Seiten reiten lassen. Ich bin noch nie auf einem Pferd gesessen. Dennoch habe ich die Ausritte sehr genossen. Eine sehr emotionale Szene im Pferdestall hat mir ein paar Tränen entlockt. Ein etwas verwildertes scheues Pferd hat mein Herz total erobert. Das Tierwohl kommt in der Grafenfamilie groß zu tragen. Davor ziehe ich meinen Hut. Bitte ohne Vogel darauf! (Wer die Geschichte liest, versteht was ich meine!🤣)
Lotte Grünewald hat das damalige politische Geschehen mit einer wunderbaren Liebesgeschichte verwoben. Eigentlich gehen sogar mehrere Herzen auf Reisen. Der immer wieder mal eingestreute Münsterländer Dialekt hat mir gut gefallen.
Dank des bildlichen Schreibstils konnte ich zu den Personen eine Beziehung aufbauen. Besonders gut hat mir die Nächstenliebe der Grafenfamilie gefallen. Dafür ist die Tochter des Stallmeisters der beste Beweis. Ist sie doch die beste Freundin der Grafentöchter. Vom Prolog bis zum Ende gab es für mich nicht eine einzige langweilige Passage.
Fazit: Der gelungene Auftakt der Münsterland-Saga lässt nichts vermissen. Intrigen, Familiengeheimnisse, Liebe und Frauenpower, sind hier zu einem harmonischen Ganzen verwoben. Von mir eine absolute Empfehlung. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
„Münsterland, 1895. Als älteste Tochter der Grafenfamilie von Scheweney ist Luises Leben vorbestimmt: Sie soll den Adligen Johan van Leeuwen heiraten und ihre Tage unter den feinen Damen der Gesellschaft verbringen. Doch die temperamentvolle Luise will ihre Zukunft selbst gestalten. Sie möchte Tiermedizin studieren und auf dem Gestüt ihrer Familie anpacken. Als sie heimlich an einer Veranstaltung der Frauenbewegung teilnimmt, lernt sie Max Brugge kennen. Der junge Sozialdemokrat hat für Luises Probleme nur Spott übrig, Johan wiederum entpuppt sich bei seiner Ankunft nicht nur als standesgemäß, sondern auch als weltoffen. Ein passender Ehemann scheint endlich gefunden – doch warum geht Max Luise einfach nicht aus dem Kopf? Zum Glück stehen Luise in diesen turbulenten Zeiten ihre ausgeglichene Schwester Clara und ihre Freundin Marie zur Seite, die ebenfalls mehr für sich wollen, als die Gepflogenheiten des 19. Jahrhunderts zulassen. Gemeinsam geben die drei jungen Frauen einander Rückhalt und bieten den eingefahrenen gesellschaftlichen Traditionen die Stirn.“
Der erste Teil der Hörbuch-Reihe rund um Gut Friesenhain hat den Untertitel „Zwischen Traum und Freiheit“. Zugegeben, wir Hörer tauchen hier ein ganz klein wenig in die allseits beliebte Reihe ähnlich „Downton Abbey“ ab. Die Zeiten waren damals andere als heute und genau so waren es auch die Sitten, Gebräuche und Riten. Wenn man aber wie Luise, die älteste Tochter der Grafenfamilie, bereits weiter denkt als die Zeit es damals erlaubt, kann dies nicht wirklich gut gehen. Luise ist eine kleine Rebellin und weiß ihren Dickkopf durchzusetzen. Und einfach so verheiraten lässt sie sich schonmal gar nicht. Egal was ihre Eltern auch vorhaben mögen, Luise hat andere Pläne mit sich und ihrem Leben. Aber ob sie dies durchsetzen kann, müssen Sie schon selbst erlauschen. Die Geschichte rund um die aufgeweckte Luise wird durch ihre Freundin Marie und durch ihre Schwester Clara weiterentwickelt. Ich muss gestehen, hier und da war es mir einfach zu vorhersehbar. Egal ob die generelle Handlung oder gar die Dialoge - man wusste oft im Vorfeld was gleich kommen musste um der Geschichte den passenden Rahmen zu geben. Schlussendlich werden hier recht viele Klischees bedient und diese mal mehr, mal weniger ausgenutzt aber dennoch schafft es die Autorin den Hörer mit ihrer Geschichte mitzuziehen. Die Neugier auf Luise wird groß und natürlich wünscht man ihr die Erfüllung ihrer Träume! In einigen Parts kommen auch Erinnerungen an die TV-Reihe „Das Erbe der Guldenburgs“ nahe. Was ist standesgemäß und was nicht? Was darf Frau und was sollte sie tunlichst vermeiden? Antworten liefert uns hier die Autorin. Ihre bildhaften Beschreibungen der Geschichte aber auch der recht flüssige Erzählstil machen gewisse Freude der Geschichte zu lauschen. Auch wenn die Story nichts Neues ist und wie gesagt, oft recht vorhersehbar, so hat sie ihren Reiz. Sicherlich sind aber auch die Sprecher des Hörbuches daran beteiligt. Gerade Sprecherin Leonie Landa hat hier wieder ihre besondere Kraft der Stimme aufgezeigt! 3,5 gute bis sehr gute Sterne!
War genau richtig kitschig. Auch die Pferde wurden sehr passend und nicht übertrieben eingebracht, man merkt dass sich die Autorin auskennt (oder sehr gut recherchiert hat)
3,5* Hatte mich auf eine detailreiche Gutshof Trilogie gefreut, leider wurde aber alles sehr oberflächlich gehalten. Was mich obendrein stört: Die Leichtigkeit mit der dann immer alles möglich wird. Das nimmt die komplette Spannung weil es vorhersehbar wird. Daher nur 3,5 Sterne, hatte mir mehr versprochen…
"Gut Friesenhain" entführt den Leser meisterhaft in das Münsterland des Jahres 1895. Luise, als älteste Tochter der Grafenfamilie von Scheweney, steht vor einem vorbestimmten Leben als Ehefrau des Adligen Johan van Leeuwen. Doch ihre leidenschaftliche Natur und der innige Wunsch nach Selbstbestimmung führen sie auf einen fesselnden Weg. Luise träumt davon, Tiermedizin zu studieren und aktiv auf dem familieneigenen Gestüt mitzuwirken. Die Geschichte nimmt Fahrt auf, als sie heimlich an einer Frauenbewegungsveranstaltung teilnimmt und Max Brugge, einen Sozialdemokraten, kennenlernt. Die Fragen, warum Max Luise nicht loslässt, und welchen Weg ihr Herz einschlagen wird, stehen im Mittelpunkt. Der Roman beeindruckt durch eine mitreißende Handlung, die von Frauenpower und tiefer Tierliebe geprägt ist. Die Charaktere Luise, Clara und Marie, deren Leben auf Gut Friesenhain miteinander verflochten ist, stehen vor ähnlichen Herausforderungen in Bezug auf Emanzipation. Die Authentizität und emotionale Tiefe der Erzählung sind beeindruckend und lassen den Leser in die Welt des Münsterlands eintauchen. Die Erwartungen an diesen wahrhaftigen Wälzer von über 720 Seiten werden nicht nur erfüllt, sondern regelrecht übertroffen, indem die Geschichte einen förmlich durch die Seiten trägt. Zugegeben, der Schreibstil mag anfangs eine kleine Herausforderung darstellen, doch diese wird mit jeder Seite rasch überwunden. Die lebendige bildliche Darstellung haucht der Handlung zusätzliche Kraft ein, und das Personenregister am Buchende erweist sich als wertvoller Kompass im vielschichtigen Figurengeflecht. Besonders bemerkenswert ist die Begegnung von Luise mit Paula und Hedwig, einem queeren Frauenpaar. Diese Bereicherung der Handlung hebt die Vielfalt menschlicher Beziehungen hervor und spiegelt die historische Realität von queeren Menschen wider. Insgesamt präsentiert "Gut Friesenhain" eine gelungene Mischung aus historischem Hintergrund, fesselnder Handlung und facettenreichen Charakteren. Der Leser wird durch ein Netz von Beziehungen und Herausforderungen geführt, und die Vorfreude auf die Fortsetzung der Geschichten von Clara, Marie und Wilhelm ist spürbar. Mit seiner mitreißenden Erzählung verdient "Gut Friesenhain" eine Bewertung von 4.5 Sternen.