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Schlaraffenland abgebrannt: Von der Angst vor einer neuen Zeit

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Warum wir unsere Angst überwinden müssen

Corona, Klimakrise, Die Zeit der Sicherheit ist vorbei, die Wohlfühlgesellschaft, die sich in den letzten 30 Jahren etabliert hat, ist Vergangenheit. Angst, Irrationalität und Abwehr bestimmen einen Teil unserer Debattenkultur. Viele Menschen haben nicht ausreichend gelernt, mit Furcht umzugehen und gesellschaftspolitische Krisen durch eine konstruktive Streitkultur zu bewältigen. Das muss nun nachgeholt werden. Werden wir in diesem Jahrzehnt nicht aktiv, könnten Deutschland und Europa zu Entwicklungsländern werden. 

Ein engagiertes politisches Plädoyer, das Mut macht

In seiner augenöffnenden Gesellschaftsanalyse wirbt Friedman für überlegtes und couragiertes Handeln. Ein Aufruf, die Krisen, die da kommen werden, mit angemessenem Respekt anzunehmen und die Angst und Panik zu überwinden. 

»Wir müssen uns unseren Realitäten stellen. Das haben wir seit Jahrzehnten nicht getan. Klimakatastrophe, Seuchengefahr, sozialpolitische und geostrategische Verwerfungen - all das war uns lange bekannt, doch es war uns lästig. Lieber haben wir die Risse übersehen und übertüncht. So lange, dass wir heute nicht mehr wissen, was man mit Rissen macht. Wir sind planlos. Nicht krisenfest. Unentschlossen. Das ist gefährlich.« Michel Friedman

222 pages, Kindle Edition

Published August 31, 2023

2 people are currently reading
64 people want to read

About the author

Michel Friedman

28 books6 followers
Michel Julien Friedman is a German lawyer, publicist, political commentator, and author.

He is a well-known public figure in Germany, and was vice-chair of the Central Council of Jews in Germany from 2000 to 2003.

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Wandaviolett.
468 reviews68 followers
September 30, 2023
Deutschland merke auf!
Kurzmeinung: Was soll ich von dieser Rede halten?
Michel Friedman macht sich Gedanken über die Welt und den Zustand der Welt, insbesondere von Deutschland. Schön für ihn.

Der Kommentar:
Michel Friedman wünscht sich, dass die Politik vom Reden ins Handeln kommt und es in Deutschland wieder eine richtige Streitkultur gäbe, denn von dieser Streitkultur lebe die Demokratie. Mit beidem hat er recht. Man hat es verlernt miteinander zu streiten, sich auseinanderzusetzen und schottet sich lieber ab. Die Medien tun das ihre dazu, dadurch, dass sie dem Zuschauer zum Beispiel in Politiktalks echte Unterhaltungen/Diskussionen nicht mehr zumuten wollen, denn eine echte Unterhaltung über ein strittiges Thema würde länger als eine Stunde dauern und die Aufmerksamkeitsspanne des Zuschauers wäre ja so kurz. Ausserdem schneidet man den Gesprächspartnern (die Talkrunden sind überwiegend männlich besetzt) gerne mal das Wort ab. Und echte politische Beiträge, in denen ein Thema von verschiedenen Seiten her beleuchtet würde, ohne Talk, gibt es gar nicht.
Aber von den Medien und ihren Funktionen bzw. was ihre Funktionen sein sollten, redet, Michel Friedman nicht einmal. Er bietet nämlich leider überhaupt keinen einzigen konkreten Ansatz an. Zwar sind die Werte, die er vertritt durchaus lesenswert und vor allem lebenswert, Ängste nicht herrschen lassen, so logisch ihr Vorhandensein ist, sondern durch vernünftiges Handeln begegnen, Zweifel/Hinterfragen von Sachverhalten, Vertrauen, Diskurs, Respekt, etc. etc. und Eigenverantwortung. Wobei Michel Friedman durchaus bewusst ist, dass (bestimmte) Eigenverantwortung nur derjenige übernehmen kann, dessen ökonomische Situation nicht prekär ist. Er hinterfragt die Bildungspolitik, die Fremdenfeindlichkeit, Misogynie. Alles richtig. Aber letztlich doch nur Geblubber. Nettes Geblubber, zum Teil geistreiches Geblubber, aber eben doch nur das: Geblubber.
Wenn Friedman der Gesellschaft predigt, sie müsse endlich verzichten lernen und er kein einziges Beispiel anführen kann (oder will), wo er sich selber beschränkt, dann wird es tatsächlich kritisch. Denn die sich in der Minderheit befindenden Wohlhabenden, er bezeichnet sich als gut situiert, aber man kann mit Fug und Recht sagen, er sei reich (freilich nicht so reich wie Bill Gates, im Vergleich zu ihm sind fast alle arm), verbrauchen weitaus mehr Ressourcen als alle anderen zusammen.
Was wir also zuallererst brauchen ist eine Vermögenssteuer. Ferner eine Geschwindigkeitsbegrenzung, dann eine Begrenzung von Autobesitz ganz allgemein für Privatpersonen, einen stufenweisen Ausbau des öffentlichen Fern- und Nahverkehrs und ein Verbot von Flugreisen für Privatpersonen. Dazu eine gesetzlich vorgeschriebene und definierte Verpflichtung von Eigentum. Eigentumsobergrenzen. Thinktanks, in denen es keine Denkverbote gibt.
Immerhin ringt Michel Friedman sich dazu durch, die Undurchlässigkeit im Bildungssektor zu bemängeln, ebenso das Dreiklassen-Gesundheitssystem. Aber Bill Gates, das weiß man, tut auch etwas (diverse Stiftungen; darunter nicht die schlechtesten). Vielleicht tut auch MIchel Friedman mehr als nur Geld zu spenden, aber davon ist eben nicht die Rede - und von Konsumverzicht schon lange nicht.
Wem Friedmans Rede gelten soll, ist zudem unklar. Das "wir", von dem er spricht, ist nicht näher definiert. Von einem "wir" kann jeder reden. Aber "wir" ist sehr unterschiedlich besetzt. Das muss Friedmann wissen; er hat einen Doktor in Philosophie (laut Wiki).

Fazit: Es ist in der Tat bedenklich bis unglaubwürdig, wenn ein Repräsentant der Oberschicht von Verzicht spricht ohne davon erzählen zu können, wie er selber mit gutem Beispiel vorangeht. Die Gedanken, die Friedman im vorliegenden Essay äußert, zwar durchaus nicht neu, sind trotzdem hörenswert, allerdings rein philosophisch und ohne den geringsten Lösungsansatz. Schade, ich habe mir wirklich mehr erwartet als den bloßen Imperativ, Deutschland solle genauer hinsehen.
Kategorie: Philosophisch-politisches Essay
Berlin Verlag, 2023
Profile Image for Norman Weiss.
Author 19 books73 followers
November 25, 2023
Friedman schildert gegenwärtige und künftige Bedrohung von innen und außen, und er läßt uns seinen inneren Zwiespalt, das Hin-und-hergerissen-sein zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Wut und Fassungslosigkeit sehr nah miterleben. Friedman schreibt eindringlich, hämmert Sätze in appellativem Staccato, teilt gleichsam sein Herzklopfen.
Mehr auf meinem Blog Notizhefte unter: https://wordpress.com/post/notizhefte...
Profile Image for Janina.
867 reviews80 followers
January 8, 2024
3.5 Sterne. Friedman hat eine sehr emotional greifbare Schreibweise, die mich oft mitreißt. Das habe ich auch schon bei Fremd gemerkt. Er wünscht sich mehr miteinander reden, eine bessere Streitkultur, mehr Handeln, mehr Reflektieren - trotz Angst und Zweifel - anstatt nur Hoffen und Warten. Dabei ist das Buch weniger Anleitung und mehr schmerzhafte Momentaufnahme, was nicht ganz meiner Erwartung entsprach. Ich dachte beides wird behandelt und geht fließend ineinander über. Vielleicht geeignet als Geschenk für die Menschen in eurem Leben, die bitte die Augen öffnen und der Realität ins Gesicht schauen sollten.

tw/cw: Erwähnung gegenwärtiger Krisen inkl. Pandemie, Inflation, Krieg, Mord, Rassismus, Antisemitismus etc.
Profile Image for Hendrik Schultz.
86 reviews1 follower
December 30, 2023
Ich bin ein wenig hin und hergerissen. Ja, Friedman spricht die derzeitigem Probleme unserer Gesellschaft an und wie ihn und uns diese Probleme belasten und wir gesellschaftlich und politisch auf einen Abgrund zusteuern, den nur wir gemeinschaftlich verhindern können. Genau die Themen die zur Zeit jeden untreiben, in Familien am Weihnachtstisch diskutiert werden, Politik, Krieg, Klima, Armut... Dazu untermalt Friedman diese Aussagen mit Zitaten, Artikeln und Meinungen. Dennoch.. Nach dem Lesen des Buches bin ich nicht schlauer, wie können wir konkret handeln, was sollen wir angehen, was gibt es für Zukunftsszenarien.. Im großen und Ganzen liest sich das Buch wie eine Lesermeinung in einer Zeitung, in sehr lang und hochgestochen formuliert. Wirklich neu ist mir nichts, wie ich als Individuum selbst handeln kann als Demokratiebewusster, arbeitender und engagierter Bürger ist mir aber unklar.. Es ist zwar ein Appell an die Allgemeinheit, aber ob sich die Allgemeinheit ein Buch für den Preis leisten kann und will, welches man in wenigen Stunden durchlesen kann, ist mir fragwürdig. Mit hoher Reichweite kann Friedman bestimmt etwas bewirken, aber letztendlich liegt es an jedem selbst sein Handeln zu überdenken und Schlussfolgerungen zu ziehen. Genau so, wie man es beim Weihnachtsessen mit der Familie zusammen eben auch tun müsste...
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