This volume traces the origins and evolution of the idea of human extinction, from the ancient Presocratics through contemporary work on "existential risks." Many leading intellectuals agree that the risk of human extinction this century may be higher than at any point in our 300,000-year history as a species. This book provides insight on the key questions that inform this discussion, including when humans began to worry about their own extinction and how the debate has changed over time. It establishes a new theoretical foundation for thinking about the ethics of our extinction, arguing that extinction would be very bad under most circumstances, although the outcome might be, on balance, good. Throughout the book, graphs, tables, and images further illustrate how human choices and attitudes about extinction have evolved in Western history. In its thorough examination of humanity’s past, this book also provides a starting point for understanding our future. Although accessible enough to be read by undergraduates, Human Extinction contains new and thought-provoking research that will benefit even established academic philosophers and historians.
Émile P. Torres (formerly known as Phil Torres) is an American philosopher, intellectual historian, author, activist, and postdoctoral researcher at Case Western Reserve University. Their research focuses on eschatology, existential risk, and human extinction. Along with computer scientist Timnit Gebru, Torres coined the acronym neologism "TESCREAL" to criticize what they see as a group of related philosophies: transhumanism, extropianism, singularitarianism, cosmism, rationalism, effective altruism, and longtermism.
Education
2023-2024 Postdoc, Inamori International Center for Ethics and Excellence, Case Western Reserve University
2020-2023 PhD, Philosophy, Institute of Philosophy, Leibniz Universität Hannover Dissertation title: Human Extinction: A History of the Science and Ethics of Annihilation, published by Routledge on July 14, 2023, in their “History of Science, Technology, and Medicine” series Supervisors: Mathias Frisch and Ralf Stoecker
2008-2009 Special Student, Department of Philosophy, Harvard University (4.0 GPA)
2007-2009 MS, Neuroscience, Biology Department, Brandeis University (3.6 GPA)
2005-2007 BA, Philosophy (with Honors), Department of Philosophy, University of Maryland, College Park (4.0 GPA in Major: Philosophy) Schlaretzki Prize for “most outstanding” graduating senior
In seinem monumentalen Werk Human Extinction: A History of the Science and Ethics of Annihilationunternimmt Émile P. Torres eine tiefgreifende Untersuchung der westlichen Geistesgeschichte im Hinblick auf das mögliche Ende unserer Spezies. Das Buch ist nicht nur eine chronologische Abhandlung wissenschaftlicher Erkenntnisse, sondern eine systematische Analyse jener tief verwurzelten Überzeugungen, die unser Verständnis von Zukunft und Verantwortung prägen.
Das Ende als intellektuelle Revolution Das zentrale Thema von Torres ist der fundamentale Wandel von einer Menschheit, die sich für unzerstörbar hielt, hin zu einer Spezies im Zustand existenzieller Prekarität. Für etwa 1.500 Jahre galt das Aussterben der Menschheit in der westlichen Geschichte als unverständlich, inkohärent oder widersprüchlich. Dieser Gedanke wurde durch drei zentrale Thesen als logisch unmöglich verworfen: * Die ontologische These: Der Mensch galt als Kompositum aus Körper und unsterblicher Seele. Da die Menschheit als Summe aller Individuen verstanden wurde, erschien sie selbst als unsterblich. „Menschliches Aussterben“ galt daher als logischer Widerspruch, vergleichbar mit einem „eckigen Kreis“. * Die Große Kette des Seins: Dieses Modell postulierte eine unveränderliche Hierarchie aller Dinge ohne Lücken. Da kein Glied der Kette verloren gehen durfte, ohne die göttliche Ordnung zu zerstören, galt das Aussterben als metaphysisch unmöglich. * Die eschatologische These: Die Menschheit erschien als Hauptakteur in einem göttlichen Drama. Ein Ende ohne die Erfüllung des göttlichen Plans (etwa das Jüngste Gericht) war undenkbar. Erst der Zusammenbruch dieses Weltbildes – eingeleitet durch Fossilienfunde und Darwins Evolutionstheorie – machte das Aussterben überhaupt denkbar. Die Entdeckung sogenannter „Kill-Mechanismen“ veränderte das Verständnis menschlicher Verwundbarkeit grundlegend. Mit dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik im 19. Jahrhundert wurde die Menschheit erstmals als biologisch sterblich begriffen. Diese Verwundbarkeit verschob sich von einer fernen Zukunft (Entropie über Millionen Jahre) hin zu einer unmittelbaren Bedrohung durch Kernwaffen in den 1950er Jahren. Dies markierte den Übergang von natürlichen zu anthropogenen Risiken und zerstörte endgültig die Illusion eines „sicheren Planeten“.
Moderne Existenzethik vs. religiöse Deutungen Der entscheidende Unterschied zwischen moderner Existenzethik und religiösen Weltbildern liegt in der Natur dieses Endes: Während religiöse Erzählungen das Weltende als Transformation oder Übergang begreifen, versteht die moderne Existenzethik das Aussterben als endgültige Terminierung – eine „nackte Apokalypse“ ohne nachfolgendes Sinnversprechen. In einem moralisch indifferenten Universum liegt die Verantwortung für das Überleben vollständig beim Menschen. Für moderne Ethiker bedeutet Aussterben den Verlust von „astronomischem Wert“ – also das Ende aller zukünftigen Generationen und ihres potenziellen Glücks. Torres zeigt eindrucksvoll, dass unser heutiges „existenzielles Gefühl“ durch eine beispiellose Multiplizität von Bedrohungen geprägt ist, sowohl natürlichen als auch technologischen Ursprungs. Das Buch fungiert damit als intellektueller Ausgangspunkt, um sich den enormen Verantwortlichkeiten gegenüber der Zukunft zu stellen.
Inhaltliche Struktur des Werkes Torres gliedert das Buch in zwei Hauptteile, die modular aufgebaut sind, aber als eng miteinander verflochtene Argumentationsstränge gelesen werden sollten.
Teil I: Existential Moods (Existenzielle Stimmungen) Dieser Teil entfaltet eine Ideengeschichte menschlicher Verwundbarkeit. Torres identifiziert fünf stabile „Stimmungen“, die sich durch neue Erkenntnisse oder kulturelle Umbrüche verschoben haben: * Unzerstörbarkeit (Antike bis 1850er): Die Menschheit galt als dauerhafter Bestandteil der kosmischen Ordnung. * Existenzielle Verwundbarkeit und kosmischer Untergang (1850er bis Mitte 20. Jh.): Die Thermodynamik machte das Ende des Universums denkbar; das Aussterben erschien unvermeidlich, aber fern. * Drohende Selbstauslöschung (1950er bis 1980er): Kernwaffen verwandelten das Aussterben in eine unmittelbare, menschengemachte Möglichkeit. * Neo-Katastrophismus (1980er bis 2000): Asteroiden und Supervulkane zerstörten die Vorstellung einer „sicheren Natur“. * Die Perfektion des Bösen (2000 bis heute): Eine Gegenwart, geprägt von komplexen Risiken wie Klimawandel, KI, Biotechnologie und Nanotechnologie.
Teil II: Existential Ethics (Existenzethik) Dieser Teil zeichnet die Entwicklung der ethischen Bewertung des Aussterbens nach und unterscheidet vier zentrale Denkbewegungen: * Frühe Überlegungen (Frühe Neuzeit bis 1950er): Erste skeptische und pessimistische Stimmen stellten die Frage, ob Nichtsein dem Sein vorzuziehen sei. * Explosion der Einsichten (1950er bis 2000er): Denker wie Hans Jonas oder Günther Anders forderten eine neue Ethik angesichts der Möglichkeit totaler Selbstvernichtung. * Longtermism und Antinatalismus (ca. 2000 bis heute): Ein scharfer Gegensatz zwischen Zukunftsmaximierung (Nick Bostrom) und der Kritik an Fortpflanzung (David Benatar). * Jüngste Entwicklungen (letzte ~5 Jahre): Neue, analytisch präzise Ansätze, die über rein utilitaristische Modelle hinausgehen.
Das Buch schließt mit einem Ausblick auf die zukünftige Entwicklung der Idee des Aussterbens und unterstreicht die dringende praktische Notwendigkeit, globale Sicherheitsstrukturen zu stärken.