Kinder sind kleine Monster und sehr, sehr anstrengend. Ein so böses wie witziges Erfahrungsbuch. Das Sexleben liegt darnieder, die Schwiegereltern nerven, die Freunde melden sich nicht mehr, das Geld ist knapp und die staatliche Hilfe ein Witz. Von einem jungen Paar geschrieben, dem der betuliche, vereinnahmende, dumme Ton all dieser ach so pädagogisch wertvollen Elternratgeber unsäglich auf die Nerven geht. Die radikale Veränderung im Leben eines Menschen passiert mit dem Elternwerden. Plötzlich sind sie da, diese so sehr geliebten Egozentrikpakete. Nichts ist mehr wie zuvor, jede Planung wird über den Haufen geschmissen. Hier geht es um das richtige Leben und nicht um den albernen Mythos, der um Vaterschaft und Mutterschaft gebaut wird. Kinder sind wunderbar, und sie sind das Größte, und sie sind nervig und anstrengend. Beides ist wahr und Letzteres ist das Problem. Kinderkriegen verändert Beziehungen gründlichst, zerstört sie oft, ruiniert Pläne und Träume der Eltern, stoppt Karrieren, entzweit Freunde. Das meiste müsste nicht so sein. Warum es nur ehrlich und mit Humor geht, das zeigt dieses Buch.
Super! Alle, die hier stirnrunzelnde Dislike-Kommentare verfassen, müssen wohl zu der Fraktion von Wohlfühl- und Gutmensch-Eltern gehören, für die dieses Buch gerade nicht gemacht ist. Wenn man sich dem Klischee anschließen möchte, Kinderkriegen ist das größte und die Welt wird rosarot, dann sollte man sich eben kein hinterfragendes Buch wie dieses zur Hand nehmen. Wenn man aber als Mutter beim Job rausgemobbt wird, wenn man sich fragt warum auf dem Spielplatz nur andere Mütter und kein einziger Mann sitzen, wenn man sich fragt, warum Du in Deutschland den Mund nicht aufmachen darfst, wenn es Dir stinkt, wie man sich verstecken und still sein soll als Mutter - DANN IST DAS BUCH DAS GROESSTE!
Für mich und auch andere Freundinnen, war das Buch eine Erweckung. Man kann es toll verschenken an Leidensgenossen, das ist ein großer Trost für die Momente, in denen einem das Mamasein mal schwerfällt. Und wer behauptet, die gibt es nicht, der ist für mich ein dreister Lügner. Ich glaube, die Autoren lieben ihre Kinder ganz besonders, das ist doch nicht so schwer zu verstehen: Wer seine Kinder liebt, beklagt sich auch mal, wem alles egal ist, der hält den Mund.
Sehr locker und schön geschrieben, mit viel Humor! Soweit ich weiß, das einzige Elternbuch, das Eltern wirklich ernst nimmt. (Ich glaube es soll ein Nachfolge buch von denen geben.)
Liest sich recht lustig, ich habe ein paar Mal laut gelacht. Man bekommt allerdings das Gefühl, dass das Elternsein ganz entsetzlich ist. Der "arme" Mann scheint sexuell total ausgehungert zu sein und wirft ihr vor, dass nach der Geburt im Bett nichts mehr läuft, vergnügt sich aber nächtelang mit seinen Kumpels und schläft danach schon aus, während sie voll stillt und trotzdem früh aufsteht. Hätte mein Mann mich so behandelt, hätte ich ihn auch nicht mehr rangelassen! Am Ende des Buches versucht sie noch halbherzig, das Schöne am Familienleben aufzuzeigen, und scheitert dabei auf ganzer Linie. Trotzdem habe ich das Buch in wenigen Tagen durchgelesen. Es steckt auch viel Wahrheit darin, was es dann doch irgendwie lesenswert macht.
Eltern mit schlechten Erfahrungen schreiben ein Buch über ihre schlechten Erfahrungen, in dem Glauben, es ginge allen Eltern so. Dazu kommt noch eine bemühte Witzigkeit, die nur traurig anmutet.
Witzige und realistische Vorbereitung auf das Elternsein. Mich hat das Buch mehrere Male laut auflachen lassen und auch den Druck genommen kleine perfekte Roboter heranzuziehen.
Nun ja. Sicherlich ist Eltern-sein nicht immer wunderschön und rosarot und süß. Sicher gibt es von vollen Windeln, Brustentzündungen, Beckenbodenschwäche und Problemen in der Partnerschaft genug zu erzählen. Und es stimmt auch, dass die meisten anderen Babybücher alles Positive hervorheben und dieses Buch sich vor allem dem Negativen widmet.. Aber: wenn denn alles so furchtbar ist, liebe Julia Heilmann, warum habt Ihr dann noch ein zweites Kind in die Welt gesetzt? Wäre es so schrecklich gewesen, auch mal zu erwähnen, dass Kinder TROTZ ALLEM das Beste, Tollste und Schönste auf der Welt sind?
Angelesen. Kopf geschüttelt. Stirn gerunzelt. Noch mehr Gerunzel und Geschüttel. Wieder weggelegt. Absoluter Blödsinn. Und das sage ich als ebenso alte Mutter wie die Autorin, auch zwei Söhne, ähnlich alt.