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Es war einmal Indianerland

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Stell dir vor, du bist 17 und lebst in den Hochhäusern am Stadtrand. Der Sommer ist heiß. Es ist Mittwochnacht, als dir Jackie den Kopf verdreht. Im Freibad. Fuchsrotes Haar. Sandbraune Haut. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück. Und plötzlich fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner erwürgt seine Frau. Edda, die 21-Jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Mauser steigt mit Kondor in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer mit der Adlerfederkrone zu sehen. Und dann zieht zum Showdown ein geradezu biblisches Gewitter auf – fühlt es sich so an, erwachsen zu werden?

352 pages, Paperback

First published January 1, 2011

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About the author

Nils Mohl

24 books4 followers

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Community Reviews

5 stars
21 (12%)
4 stars
46 (27%)
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2 stars
29 (17%)
1 star
23 (13%)
Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Wal.li.
2,554 reviews70 followers
May 18, 2013
Wer bin ich?
Ich bin ein 17-Jähriger aus Hamburg-Jenfeld, nicht gerade die beste Gegend. Was bleibt mir anderes als mich in eine reiche Zicke zu verknallen, die Sommerferien sind schließlich kurz. Mein Alter-Ego ist Boxer, ziemlich gut sogar. Ich will raus. Und mein Vater ist ein Mörder, vor ein paar Tagen hat er meine Stiefmutter umgebracht und ist geflohen. Und die neue in der Videothek, Edda, wer will denn schon eine Edda.
Ich will einfach nur, dass diese Zeit vergeht.
Seiner Welt entfliehen möchte dieser 17-Jährige, was man gut verstehen kann. Die Mutter früh gestorben, der Vater gescheitert. Er selbst kein schlechter Kerl, doch scheint das Boxen die einzige Chance zu sein. Oder bietet sich in der Bekanntschaft der aus wohlhabendem Elternhaus stammenden Jackie eine Möglichkeit. Diese verführerische Irre, die doch nicht zu durchschauen ist. Vielleicht bringt es ein Wochenende beim Open-Air. Wäre da nicht dieser Mord. Kaum etwas kann es geben, was schwerer zu ertragen ist, zumal wenn man selbst die Polizei rufen musste, sah wie die Stiefmutter abtransportiert wurde. Beinahe fühlt man sich verantwortlich für die Flucht des Vaters. Nein, so möchte man nicht sein und doch ist man ihm ähnlich. Das Erwachsenwerden ist eine schwierige Kunst, die hart zu erlernen ist. Hoffnung gibt es kaum.
Nicht mit dieser extremen Situation, aber so ähnlich hat es wohl jeder durchgemacht. Die Unsicherheit, die Suche nach dem ich, die Hoffnungslosigkeit. Und doch auf einmal ist es soweit, man hat einen Schritt voran gemacht. Man bekommt einen anderen Überblick. Vielleicht gibt es Brüche, vielleicht ist man nicht völlig ungeschoren davon gekommen, doch man hat überlebt und am Meer geht wieder die Sonne auf und das Blatt wendet sich.
Ein brutal-schöner coming of age Roman.
Profile Image for Isabel.
505 reviews12 followers
September 26, 2020
Zuerst einmal: Wie genial schreibt Nils Mohl bitte? Selten habe ich so eine bildreiche Sprache gelesen, die es schafft Szenen wie in einem Hollywoodfilm entstehen zu lassen:

"Ein schmales Lichtband fällt von draußen herein. Ich weiß, dass dort in der Nacht die erleuchteten Fenster zu sehen sind: entzündete Wunden in der Haut der Hochhäuser." (S.145)

"Darüber der riesige Mond: ein Rund in dem hellen Silber einer Butterflyklinge. Unter mir rasen die Autos über den singenden Asphalt, schlitzen mit ihren Lichtern die Dunkelheit auf. Ich bin allein. Allein. Ich." (S. 184)

Das ganze Buch ist voller atemberaubender sprachlicher Bilder. Allein dafür war es ein purer Lesegenuß ♥️ Zur Geschichte: Ich bin beim Lesen falsch vorgegangen. Fast schon zwanghaft habe ich versucht eine Logik in den Ereignissen zu finden, alle Bilder zu interpretieren und mit Bedeutung zu füllen. Das ging schief. Besser ist es das Buch als ein beeindruckendes Experiment zu sehen, dass faszinierend mit verschiedenen Zeitebenen sowie Illusionen und Täuschungen spielt. Wie bei einem surrealistischen Gemälde sollte man nicht versuchen die Intention des Autors zu verstehen, sondern sich einfach vom Erzählsog mitreißen zu lassen. Dann ist es wirklich großartig!
Profile Image for Der blaue Buchling.
Author 12 books33 followers
April 24, 2018
Ich habe eine kleine Schwäche für Geschichten über Boxer und damit hat dieser Roman mit seinem Hauptcharakter schon mal von vorne herein einen großen Pluspunkt. Darüber ist die angewendete Schreibtechnik, die verschiedene Szenen von verschiedenen Tagen wie Filmsequenzen vor und zurück spult, wahnsinnig interessant, weil damit große Spannung produziert und aufrecht erhalten wird. Auch für die Inkludierung von einem nicht-stereotypen queeren Nebencharakter kann ich sehr begrüßen. Ein wunderbarer Coming-of-Age Roman, den ich nur empfehlen kann, auch für bereits etwas älteres Mittzwanzigerpublikum wie mich selbst!
Profile Image for Birgit.
505 reviews55 followers
April 24, 2018
Der Schreibstil? Naja...
Die Zeitdimension? Damit bin ich gar nicht klar gekommen.
Der große Plottwist? Vorhersehbar!
Die Charaktere? Alle einfach nicht wirklich interessant...
Für mich war dieses Buch leider enttäuschend, es wurde jedoch auch hochgelobt bevor ich es gelesen habe, was natürlich das Urteil nochmal verschärft.
Profile Image for Lischen.
77 reviews2 followers
January 31, 2019
Ich fand es sehr schwierig dem Geschehen zu folgen, da die Reihenfolge der Kapitel nicht chronologisch war.

Ansonsten eine ganz gute Geschichte für Zwischendurch.
Profile Image for The Green Ship.
102 reviews1 follower
October 2, 2019
Das furchtbarste Stück "Jugendliteratur", das ich jemals gelesen habe.
Profile Image for Frank.
592 reviews123 followers
December 29, 2019
Der oft beschriebene Einfluss der neuen Medien auf die Literatur...- hier ist er genial vorgeführt. Ein Buch mit Soundtrack, einer guten Story und Schnitten, dass es einem den Atem verschlägt.
Profile Image for Buchdoktor.
2,366 reviews190 followers
November 5, 2013
Was in den letzten zehn Tagen vor dem Ende der Ferien passierte, läuft hinter der Stirn des siebzehnjährigen Icherzählers wie ein Film ab. Das Drehbuch dieses Films ist der zweigeteilten Handlung vorangestellt: Die Ereignisse dauern von Mittwoch bis zum Mittwoch der folgenden Woche und von Donnerstag bis Samstag. Mitten in die erste Woche wird der Leser hinein katapultiert, um dann Szenen zu folgen, die keinem erkennbaren roten Faden folgen. Der Icherzähler, der sich selbst das Grünhorn nennt, jobbt in den Ferien auf einer Baustelle. Er hängt mit seinen Kumpels Mauser und Kondor ab, mit denen er gemeinsam boxt; Höhepunkt der Ferien sind nächtliche Feten im Freibad. Der Erzähler ist offenbar niemandem Rechenschaft schuldig; niemand erwartet ihn zu Hause. Die Jungs leben in einer Hochhaussiedlung, die den meisten Lesern aus den Nachrichten bekannt ist, seit hier ein Kind kurz vor seinem Tod, eingesperrt in seinem Zimmer, vor Hunger die Teppichfasern verschlang. Genau in dieser Siedlung hat vor kurzem Zöllner, der Vater von Kumpel Mauser, seine zweite Frau ermordet. Die Tat kann noch nicht lange her sein; denn das Absperrband der Polizei ist noch zu sehen. Warum der flüchtige Zöllner das Denken des Erzählers so stark bestimmt, entwickelte sich für mich überraschend zum roten Faden der Geschichte

Die Gespräche der Jugendlichen drehen sich um ein geplantes Konzert und um eine Flashmob-Aktion unter dem Motto: Wir feiern nicht, wir eskalieren. Der Erzähler nimmt in der Stadt immer wieder Figuren wahr, die wie Indianer aussehen und entscheidet sich jedes Mal bewusst gegen einen zweiten Blick auf die Figur, um der Sache mit den Rothäuten lieber nicht genauer nachzugehen.

Das Grünhorn steht zwischen zwei Frauen, Jackie, von der er sich hängengelassen fühlt, und Edda, der Frau aus der Videothek. Edda ist älter als Grünhorn, hat einen Job, ein von der Oma geerbtes Häuschen in einer ehemaligen Schrebergartenkolonie. Um Grünhorns Aufmerksamkeit wirbt sie mit äußerst findigen, filmreifen Ideen. Unsicher, wer er selbst eigentlich ist, stellt sich dem jungen Mann die Frage, was Mädchen von ihm wollen - und ob er überhaupt an einer der beiden Frauen interessiert ist. Mit der Maxime: Mit Sex habe ich es nicht so eilig, kann man nicht sehr viel falsch machen, findet er. In der zweiten Hälfte der Geschichte wirkt der Erzähler seiner selbst und der Beziehungen plötzlich unsicherer als zu Beginn. Er notiert nun, was er über andere und über die Ereignisse noch nicht sicher weiß. Diese Entwicklung verläuft gegenläufig zu meiner Einschätzung des Jungen. Grünhorn wirkte längst nicht so verplant auf mich, wie er sich selbst sieht. Wer beobachtet und schreibt wie er, um dessen Heranwachsen sollte sich kein Erwachsener sorgen müssen.

"Es war einmal Indianerland" hatte als Buch einen unrunden Start bei mir. Nach den ersten 100 Seiten vermisste ich den roten Faden, fragte mich, ob ich den Einzelszenen eine lineare Handlung vorgezogen hätte und legte das Buch zur Seite. Nach der zweiten Begegnung mit der Selbstfindung eines jungen Mannes bleiben in meiner Einschätzung Grünhorns und seiner Clique noch immer Lücken, die sich durch Zurückblättern füllen lassen. Eine schräge Geschichte, die Sex&Drogen nicht auslässt, und in der ernsthafte Jugendliche schräge Dinge erleben.
Profile Image for Phil.
32 reviews
October 4, 2015
Dieses Buch ist definitiv keine leichte Kost! Um es im Gesamten zu verstehen, braucht es einen klaren und hellwachen Verstand. Obwohl der Protagonist ein Jugendlicher ist, so würde ich dieses Buch eigentlich schon zur Erwachsenenliteratur zählen, da es vermutlich nur sehr gern reflektierende Jugendliche anspricht. Für mich war doch einiges unverständlich.
Durch die ständigen Zeitsprünge entzieht sich der Roman den allgemeinen Gesetzen der Abfolge einer Geschichte, was ihn einzigartig macht. Genial übermittelt wurde außerdem das Gefühl während der Sommerferien, wenn man 17 ist, verliebt und die große Freiheit spürt. So findet man auch seinen persönlichen Bezug...
Sprachlich ist Nils Mohl großartig, ich habe den Stil sehr genossen, meiner Meinung nach war er fast zu philosophisch, wie eigentlich der gesamte Roman.
Leider konnte mich das Buch letztendlich nicht ganz überzeugen, aber vielleicht kann ich ihm zu einem späteren Zeitpunkt mehr abgewinnen!
Profile Image for Raskina .
89 reviews3 followers
May 17, 2018
Bin begeistert von diesem unkonventionellen Schreibstil, rasant und auf eine gewisse Art cineastisch. Lockere Lektüre, sehr unterhaltsam, facettenreiche Charaktere (habe nie so einen Protagonisten in einem Jugenroman erlebt!), an Stellen betrübend, an anderen erregend, authentisch und doch überdreht. Die Erkenntnis wer Mauser ist in der Mitte des Buches(!!!!)
Großstadtstimmung und Großstadtkinder, obwohl die Handlung meistens am Rande der Großstadt passiert. hat mich persönlich alles sehr angesprochen, konnte das Buch kaum aus der Hand legen!
Profile Image for felicitas.
117 reviews
June 30, 2022
für ein seminar gelesen, und eine hausarbeit über raumstrukturen darüber geschrieben, dementsprechend finde ich es in aspekten eigentlich ziemlich genial, ich mag die szenischen beschreibungen und zahlreichen metaphern, wurde aber leider mit einigen nebencharaktern nie richtig warm. enthält für ein jugendbuch erstaunlich viel sexualität, fände interessant, wie damit beispielsweise in schulen umgegangen wird, in denen es wohl oftmals gelesen wird.
Profile Image for Jil.
20 reviews
December 15, 2024
Ich mag den Schreibstil des Autors aber die Handlungen stimmen mir nicht zu. Die anachronistische Reihenfolge hat das Buch nochmals spannender gemacht, weil immer neue Situationen ans Licht gekommen sind.
Displaying 1 - 14 of 14 reviews

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