Nachdem ich mir den ganzen Sommer lang gewünscht habe, eine Mischung aus der Teerosen-Trilogie von Jennifer Donnelly und etwas exotisches zu lesen, konnte ich mir diesen Wunsch endlich erfüllen. „Im Land des Korallenbaums“ von Sofia Caspari ist ein perfektes Sommerbuch.
Die Geschichte beginnt mit der Überfahrt von Deutschland nach Argentinien. Auf der Kosmos lernen wir Anna und Victoria, zwei Protagonistinnen die unterschiedlicher nicht ein können, kennen. Anna kommt aus einer einfachen Familie, die gerade so um die Runden kommt und reist dieser nun endlich hinterher um in Argentinien ein besseres Leben führen zu können. Victoria hingegen stammt aus der Oberschicht und hat auch reich geheiratet. Ihr Mann führt mit seiner Familie eine Estancia im Norden von Argentinien. Beide Frauen haben Hoffnungen, welche sie mit dem neuen Land verbinden und Träume, die sie sich gern erfüllt wissen möchten. Allerdings kommt alles ganz anders als geplant.
Dies ist Sofia Caspari‘s Debütroman und dieser ist wirklich sehr gut ausgefallen. Caspari‘s Schreibstil ist flüssig, sodass man förmlich durch das Buch fliegt. Ich habe für die knapp 700 Seiten gerade einmal vier Tage gebraucht. Allerdings kommen an manchen Stellen ein wenig zu viele Wiederholungen vor, gerade im Bezug auf Ofelia und Humberto ist mir dies aufgefallen. (Ich möchte nicht sagen, was es ist, denn dies könnte einiges vorweg nehmen.) Dafür sind anderen Stellen einige Erklärungen und Ereignisse zu kurz gekommen, z.B. was mit der Anklage gegen Anna auf sich hat. Im nächsten Abschnitt wurde diese einfach abgehandelt abgetan. Das war ein wenig schade. Nichtsdestotrotz bringt das Buch eine Atmosphäre, dass man förmlich Argentinien spürt. Auch die Charaktere waren gut getroffen. Ok, am Anfang habe ich mich etwas über Anna aufgeregt, weil sie sich aufgeregt, dass andere zu viel jammern. Das kam mir selbst schon wie Gejammer vor. Ein weiteres Beispiel ist, dass die beiden Frauen so zickig miteinander umgingen. Als Leser habe ich selbst also eine Menge Emotionen gezeigt. Für mich bedeutet das, dass das Buch gelungen ist, denn ich habe mitgefiebert, Gefühle investiert. Das kann nicht jedes Buch von sich behaupten. Natürlich war es an einigen Stellen vorhersehbar, aber ich bin ja auch mit gewissen Erwartungen an das Buch heran gegangen.
„Im Land des Korallenbaums“ hat mich bestens unterhalten, mich das Argentinien des 19. Jahrhunderts entführt und mich das Schicksal von Anna und Victoria teilen lassen. Das Gefühl der Langeweile kam nicht auf. Deswegen freue ich mich schon auf „Die Lagune der Flamingos“. Dieses Buch erhält gute vier Sterne, dass er meine Erwartungen erfüllt aber nicht übertroffen hat!